Wie sie dazu bringen sich Hilfe zu holen?

    Hallo.


    Eine gute Freundin von mir hat leider schon in jungen Jahren ein Alkoholproblem. Sie trinkt jeden Tag 3-4 Bier und geht sogut wie nicht mehr unter Leute. Ihre körperliche Verfassung lässt auch schon nach. Probleme frisdt sie in sich hinein, grübelt und essen tut sie -für ihr Alter und ihre Größe auch nicht genug. Hinzu kommt starker Zigarettenkonsum und Erscheinungen wie etwa Durchfall...


    Mehrere Personen haben sie schon auf ihre Situation aufmerksam gemacht aber ihrer Meinung nach ist der Alkohol nicht Schuld.


    Wie kann man helfen???

  • 18 Antworten

    Es gibt schon zahlreiche Diskussionen zu diesem Thema. Man findet sie, indem man beispielsweise nach Eine gute Freundin im Unterforum Sucht sucht. hier


    Ich habe mich auch schon an zahlreichen derartigen Diskussionen beteiligt, und musste die frustrierende Erfahrung machen, man kann nicht helfen.


    Ich wünsche Dir dennoch viel Glück. :)*

    Du kannst ihr nicht helfen und sie nicht dazu bringen, sich Hilfe zu holen.

    Zitat

    ihrer Meinung nach ist der Alkohol nicht Schuld.

    Da spricht die Sucht aus ihr. Es wird Dir sehr sehr schwer fallen, sie von etwas anderem zu überzeugen. Von dieser Position aus ist es für sie sehr schwer zu erkennen, dass der Alkohol eben DOCH ein Problem ist. Das muss sie erst einmal sehen und sich eingestehen.


    Vorher sind Dir als ihrer Freundin leider die Hände gebunden. Es schadet jedoch nicht, sie darauf aufmerksam zu machen. Je mehr Leute ihr das sagen, desto besser. Du solltest aber damit rechnen, dass sie Dir die Freundschaft kündigt und sich so selbst in die soziale Isolation steuert. Das gehört leider zum typischen Verlauf der Krankheit.

    Ich würde eher vermuten, dass deine Freundin Depressionen hat.


    Da wird dann gerne mal Alkohol getrunken und die Körperpflege vernachlässigt.


    Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass das bei jedem Depressiven so ist.


    Aber wenn man gerade in Depressionen feststeckt, kann man sich zu vielem nicht aufraffen.


    Frage deine Freundin, was für Probleme sie hat und höre ihr gut zu.


    Wende dich nicht von ihr ab und unterstütze sie, wenn sie deine Hilfe möchte.


    Falls die Probleme mit ihr schlimmer werden, mache ihr doch den Vorschlag


    sich professionelle Hilfe bei einer psychologischen Beratungsstelle vor Ort zu holen.


    Psychologische Beratungsstelle wird es auch in eurer Stadt geben.


    Oder du wendest dich an eine Lehrerin bzw. Schulpsychologsiche Beratungsstelle,


    oder was immer es bei euch vor Ort gibt.

    Wieso seid ihr so sicher, dass die Freundin Alkoholikerin ist?


    Ich vermute viel eher, dass das Bier dazu dient die depressive Stimmung zu kompensieren.

    Zitat

    Vorher sind Dir als ihrer Freundin leider die Hände gebunden. Es schadet jedoch nicht, sie darauf aufmerksam zu machen. Je mehr Leute ihr das sagen, desto besser.


    (Springchild)

    Das sehe ich persönlich anders. Ich an Stelle der "guten Freundin", würde mir noch mehr die Birne vollhauen, wenn mir selbsternannte Freundinnen derart auf die Nerven gingen.


    Je mehr es tun, desto schlimmer.

    Zitat

    Wieso seid ihr so sicher, dass die Freundin Alkoholikerin ist?


    Ich vermute viel eher, dass das Bier dazu dient die depressive Stimmung zu kompensieren.

    Weil sich da die Katze in den Schwanz beißt, d. h. Depressionen können sehr gut die Ursache von Alkoholismus sein, als auch aus Alkoholismus resultieren. Deine Vermutung entbehrt jeglicher Grundlage.

    Zitat

    Das sehe ich persönlich anders. Ich an Stelle der "guten Freundin", würde mir noch mehr die Birne vollhauen, wenn mir selbsternannte Freundinnen derart auf die Nerven gingen.


    Je mehr es tun, desto schlimmer.

    Du hast nicht viel Erfahrung mit Trinkern, oder? Klar kann man auch die gute Freundin spielen und sie in allem unterstützen und am besten auf unbequeme Wahrheiten nicht ansprechen, das wird sie allerdings in ihrer Sucht bestärken, weil isjaallesgarnichsoschlimm ("and if my daddy says I'm fine - just try to make me go to rehab, I won't go, go, go" ;-) ).


    Das Gegenteil von "gut" ist oftmals "gut gemeint".

    Mich würde mal interessieren, wie lange genau das mit den 3-4 Bieren am Tag schon so geht.


    Ich finde nach wie vor, ihr seid verdammt schnell mit der Diagnose Alkoholismus bei der Hand.

    @ Plüschbiest

    Zitat

    Ich finde nach wie vor, ihr seid verdammt schnell mit der Diagnose Alkoholismus bei der Hand.

    Das sehe ich auch so. Aus den hier genannten Symptomen auf Alkoholismus zu schließen, finde ich schon nahezu abenteuerlich.


    Aber leider meinen wohl viele, bedenklicher Alkoholkonsum sei automatisch eine Suchterkrankung.

    @ Springchild

    Zitat

    Das Gegenteil von "gut" ist oftmals "gut gemeint".

    Das sehe ich auch so. Das gut gemeinte Ansinnen der TE, ihrer "Freundin" zu helfen, halte ich für das Gegenteil von gut.


    Aber das siehst Du vermutlich anders?

    Zitat

    Du hast nicht viel Erfahrung mit Trinkern, oder?

    Ich habe mehr Erfahrung mit Co-Alkoholikern als mir lieb sein kann. Unter diesem Aspekt sehe ich diese Diskussion.

    Zitat

    Klar kann man auch die gute Freundin spielen und sie in allem unterstützen und am besten auf unbequeme Wahrheiten nicht ansprechen, das wird sie allerdings in ihrer Sucht bestärken, weil isjaallesgarnichsoschlimm ("and if my daddy says I'm fine - just try to make me go to rehab, I won't go, go, go" ;-) ).

    Ja, klar kann man das machen. Aber ich persönlich würde das ziemlich bescheuert finden. Ich nehme an, in dem Punkt sind wir uns einig.

    Zitat

    Aus den hier genannten Symptomen auf Alkoholismus zu schließen, finde ich schon nahezu abenteuerlich.

    Die Infos sind mehr als ausreichend, um diesen Schluss zu ziehen. In jedem Satz stecken Hinweise. Und die Hauptsache: sie ist blind dafür, dass sie zuviel trinkt. Und das, obwohl sie schon mehrere Personen darauf aufmerksam gemacht haben.


    Hätte ich das Gefühl, dass es sich "nur" um "bedenklichen Alkoholkonsum" handelt, würde ich anders antworten, dann wäre vermutlich aber auch die Fragestellung eine andere.


    Ich stelle übrigens keine Diagnosen, ich bin kein Arzt.

    Zitat

    Aber leider meinen wohl viele, bedenklicher Alkoholkonsum sei automatisch eine Suchterkrankung.

    Durchaus nicht, ich kann das schon unterscheiden, vielen Dank.

    Zitat

    Aber das siehst Du vermutlich anders?

    Bin mir nicht sicher, ich kapier irgendwie nicht so ganz was Du meinst.

    Zitat

    Ich nehme an, in dem Punkt sind wir uns einig.

    Ja.

    Schenk ihr zu Weihnachten das Buch "Das Ende meiner Sucht" von Olivier Ameisen. Es kostet ca. 20 EUR. Drei bis vier Bier täglich ist nicht normal. Sie wird selber wissen, was los ist, aber zuzugeben, dass man alkoholkrank ist, ist fast unmöglich.

    Ich sehe es wie Plüschbiest.


    Diese Frau scheint Depressionen zu haben und trinkt daher täglich Bier. Daraus direkt Alkoholismus zu unterstellen, halte ich für übertrieben.


    Nicht jeder, der täglich sein Bier trinkt, ist Alkoholiker, obwohl es den Leuten immer gern untergejubelt wird.

    Niemand sollte drei oder mehr Bier am Tag trinken, erstens ist das nicht gerade gesund und zweitens entwickelt sich daraus schleichend eine körperliche Sucht, wenn man das lange genug betreibt. Und gerade die schleichende Entwicklung macht es so tückisch.


    Noch schlimmer, wenn man aufgrund psychischer Probleme trinkt (falls es in dem Fall wirklich so sein sollte, und nicht der Alkoholkonsum Grund für die Depressionen ist), das fördert nämlich wiederum die psychische Abhängigkeit ungemein.


    Und es ist ganz sicher kontraproduktiv, wenn man durch verharmlosende Beiträge auf öffentlichen Foren in seinem bedenklichen Konsum bestärkt wird.