Wie soll man sich bei Verdacht auf Alkoholabhängigkeit verhalten

    Hallo zusammen,


    ich starte diesen Faden für eine Freundin, kann deshalb leider nicht allzu viel dazu sagen:


    Sie hat mir erzählt, dass sie einen Bekannten in ihrer Clique hat, der eigentlich jeden Abend, wenn sie zusammen sind, so tief ins Bierglas schaut, dass er meist ziemlich besoffen ist.


    Nun macht sie sich sorgen, ob er vielleicht alkoholabhängig ist und möcht ihm helfen.


    Das Problem ist edoch, dass sie zum einen nicht weiß, wie sie (diplomatisch) vorgehen soll und er (wie das ja oft der Fall ist) selbst gar nicht realisiert und nie zugeben würde, dass er vielleicht ein Alkoholproblem haben könnte. Wie verhält man sich da am Besten, dass die entsprechende Person sich ihrer eigenen Lage erst mal bewußt wird?

  • 21 Antworten

    Da kannst du wirklich nichts machen. Nur wir Alkis selber können den ersten schritt machen. Klar kannst du ihn drauf ansprechen, seine Gedanken wieder und wieder auf sein Problem lenken. Das einzige was dann im Kopf des ertappten dann vorgeht, dass er von immer mehr Leuten durschaut wird. Es wird ihm immer peinlicher angetrunken in eurer Gegenwart zu erscheinen. Immer mehr wird er sich verkriechen und langsam über Auswege aus seiner Sucht suchen müssen. dann kann er für sich einen weg suchen.

    @ rbergmann1:

    Immer mehr wird er sich verkriechen und langsam über Auswege aus seiner Sucht suchen müssen.


    Diesen Weg geht mein Mann gerade. Und da müssen die Alkoholiker leider alleine durch. Entweder Sie erkennen das Problem oder sie versinken immer weiter bis was passiert.

    @ black – blondie

    Es ist ja nun mal so. Ich habe in der Zeit, in der ich nun "Trocken" bin

    habe ich noch keinen erlebt, der abstinent blieb, weil der Partner ihn zur Entziehung geschickt hat, oder der Arbeitgeber ihn unter Druck gesetzt hat. Meine Frau hat mich doch auch diverse male darauf "hingewiesen" das mein Alkoholkonsum sehr hoch ist, ne war.. Wenn ich selber aber nicht gesehen hätte, dass mir alles was mir lieb und wichtig zu dem Zeitpunkt war, aus den Händen glitt, wäre ich nicht zu dem ersten Schritt bereit gewesen, mich meiner Probleme zu stellen. Ohne den Rückhalt meiner Frau und meiner Kinder hätte ich aber den Weg aus dem Irrgarten von Gefühlen und unterdrückten Sehnsüchten und der Beteubung durch den Alkohol nicht gefunden. Sie waren mir das Rückrat welches mir durch die Sinnlose Beteubung durch den Alkohol immer mehr verloren gegangen ist. Loslassen der Familie und Freunde in der Phase des Entzuges, kann einem Alkoholiker der sich auf ein Trockendock begeben hat, den zweifel an das Warum bringen, der ihn wieder in den Wahnsinn der Sucht treibt... Es ist nicht einfach mit uns Alkis zu leben, aber es ist für uns am Anfang auch sehr schwer sich der Realität zu stellen und uns neu zu finden bzw. in den Spiegel zu sehen und uns selbst zu erklären, warum wir da sind wo wir sind...

    Leider hat mein Mann, genauso wie der Bekannte von Ulmer Spatz, bisher noch keine Einsicht gezeigt. Meinem Mann ist seit 8 Wochen sein Bier wichtiger als seine Frau bzw. seine Ehe. Er ist auch schon ausgezogen damit er trinken und rauchen kann soviel er will und keiner ihm was vorschreibt. Ihm ist gar nicht bewußt was er alles verliert. Es interessiert ihn momentan auch gar nicht.

    Wie alt ist der Bekannte denn Ulmer Spatz? Hat er Familie oder Angehörige? Hat er vielleicht private oder berufliche Probleme?

    @ black-blondie

    Nein wahrscheinlich noch nicht. Aber, ich weiss es hört sich jetzt blöd an, bei ihm bist nur du, die er verlieren könnte. Das wird das sein was in seinem Kopf ist! Die Arbeit funktioniert ja noch, wohnen und Motorrad funktioniert auch noch. Was hat er im Moment zu verlieren?? Nur dich! Und ein (vorsicht ist meine Denkweise) Mädel, bekomme ich doch immer. Nur auch die wird dann sehen, das was nicht stimmt und er wird sich weiter in seinem Hamsterrad drehen. Bei mir waren es fast 20 Jahre Ehe, drei Kinder und unser eigenes Haus.. Da war die Wertigkeit eine höhere. Aber ich hoffe für dich, das er seinem persönlichen Abgrund immer näher kommt und ihm immer mehr die wahre Abneigung ihm gegenüber zeigen werden.


    Mein Persönlicher Tipp für dich: Las los und konzentriere dich auf dein Leben und verzichte darauf die Amme für jemanden zu sein, der es noch nicht merkt, wo er ist!

    Hallo ulmer Spatz! bei mir war es auch so nur das meine frau anfing zu trinken,haben manch mahl abends gesessen und ein schluck wein getrunken aber dann fand ich leere flaschen schnaps habe sie natürlich angesprochen das fand sie garnicht gut. Wier stritten uns immer mehr um nichts, dabei wollte ich ihr nur helfen. das wurde ihr dann zu viel das ich helfen wollte und sie lies sich scheiden. das habe ich nicht so richtig verkraftet und fing auch an mit dem sch... Alkohol,erst bier und immer mehr dann Schnaps oh jede menge. ich kann es verstehen wer so richtig drinn ist weiss nicht der fühlt sich erhaben und möchte es nicht wahr haben und schon garnichts sagen lassen. Ich hab mir dann ürgend wann doch ratschläge geholt und bei meinen Eltern dann den besten ratschlag angenommen. Unter Ärtzlicher aufsicht eine Entgiftung stationär begonnen und auch durchgezogen ist nicht leicht habe es geschafft leider nur ein halbes jahr. Nun hab ich es das zweite mal gemacht und binn stolz es bis jetzt zu sagen ich bin ein trockner alkoholicker :)^ es kommt auch viel aufs umfeld an habe mich von einigen kumpels ferngehalten aber es gehört viel kraft dazu. Aso nicht soviel rein reden wenn derjenige sich nicht helfen lassen möchte das kann viel streit geben. viel glück.

    Ist ne scheiss Situation. Wie lange lebst du noch mit ihr zusammen?? Frage deshalb, weil ich es aus meiner Erfahrung durch Therapie sehr oft erlebt habe, das wenn der eine Teil noch da ist und weiter trinkt, dieser Teil viele Hebel in Bewegung setzt um den anderen wieder zum trinken zu bewegen. Weil ja dann das miese Gefühl der alleinige "säufer" zu sein, abgemildert wird. Wie lange bist du jetzt "trocken"??

    Erst mal danke für eure Antworten, auch wenn es nach euren erfahrungsberichten so aussieht, dass man als Außenstehender nicht sehr viel machen kann.


    An diejenigen, die mir Fragen zu dem Bekannten gestellt haben:


    Kann euch leider nicht mehr sagen als das, was ich geschrieben habe, weil ich den Mann persönlich gar nicht kenne. Da er in der Clique einer Freundin ist, schätze ich, dass er etwa so alt ist wie sie – Mitte 20.