Eigenes Pferd während der Ausbildung?

    Hallo,


    ich brauche mal euren Rat.


    Ich habe seit einem halben Jahr eine RB an einem Hannoveranerwallach. Er ist nicht ganz einfach, aber ich komme super mit ihm zurecht. Im Moment bin ich ca. 5 Mal die Woche bei ihm.


    Die Besi besitzt noch ein zweites Pferd, meine RB ist sie seitdem ich da bin, nicht mehr geritten, da ihr einfach die Zeit fehlt.


    Nun hat sie mich gefragt, ob ich meine RB nicht zum 1.1.2013 übernehmen möchte, sonst würde sie ihn verkaufen.


    Tja, natürlich möchte ich, aber ich bin mir unsicher, ob ich das finanziell schaffen kann.


    Im Moment gehe ich noch zur Schule, werde aber im Frühjahr 2012 mein Abi machen. Dannach möchte ich eine Ausbildung zur Krankenschwester machen. Den Ausbildungsplatz habe ich so gut wie sicher. Den Kaufvertrag würde ich selbstverständlich erst unterschreiben, wenn ich den Ausbildungsvertrag unterschrieben habe!


    Während der Ausbildung würde ich weiterhin zu Hause wohnen können, das Krankenhaus ist von meinem Zuhause 10 Minuten, der Stall 5 Minuten entfernt. Ein eigenes Auto bräuchte ich also nicht. Meine Eltern verlangen kein Geld, wenn ich weiterhin bei ihnen wohne.


    Im ersten Ausbildungsjahr hätte ich ca. 650€ zur Verfügung, im zweiten Jahr ca. 750€ und im dritten Jahr ca. 750€ (Netto).


    Die Ausgaben sehen in etwa so aus:


    Boxenmiete: 300€, könnte evtl. auf 250€ runtergehandelt werden, dann müsste ich aber selbst misten.


    Hufschmied alle 6-8 Wochen: 30€ (Eisen brauchte er noch nie)


    Wurmkuren zweimal pro Jahr: 20€


    Impfungen: ca. 35€


    Versicherung (Haftpflicht + Op-Versicherung, dazu Reiterunfallversicherung und Pferdehalter-Rechtsschutzversicherung): 30€ pro Monat ohne Selbstbeteiligung, mit 150€ SB 23€


    Zusatzfutter: ca. 15€ pro Monat


    Das Pferd selbst würde mich nicht viel kosten, die Ausrüstung würde ich komplett mitübernehmen.


    Rücklagen habe ich ca. 10.000€.


    Ich hatte überlegt, so ich meinen Liebling übernehme, die laufenden Kosten von meinem normalen Konto zu bestreiten und monatlich so viel wie möglich auf ein Extrakonto einzuzahlen. Hiervon würde ich dann kleinere Zusatzausgaben (neue Trense, kleinere TA-Besuche, falls doch mal Hufeisen benötigt werden) bezahlen.


    Für Notfalle (hohe TA-Rechnung, neuer Sattel) würde ich dann an die Rücklagen gehen.


    Meine Eltern halten mich zwar für bekloppt (sie mögen Pferde nicht besonders und würden mir am Liebsten Reiten eh verbieten) und meinen, ich solle es nicht tun. Trotzdem würden sie mich im allergrößten Notfall finanziell unterstützen.


    Ich weiß, dass ich so ein Pferd nie wieder finden werde, aber trotzdem muss so eine Entscheidung gut überlegt werden.


    Was meint ihr? Soll ich es wagen?


    Danke!


    Viele Grüße


    Lisa

  • 28 Antworten

    Die Frage ist ob du es zeitlich schaffst, wenn du zB im Schichtdienst arbeitest, lernen musst, hast du jemand wenn du selbst mal krank bist?


    Ich würde es mir gut überlegen, kann deinen Wunsch aber sehr gut nachvollziehen :)*

    Danke für deine Antwort!


    Bei uns im Stall sind einige Einstellerinnen krankenschwestern, mit denen habe ich mich schond es Öfteren ausführlich unterhalten und alle meinten, zeitlich sei es kein Problem. Entweder reitet man morgens oder nachmittags. Eine Bekannte sagt, sie geht immer direkt nach dem Nachtdienst zum Pferd, dannn könnte sie besser schlafen.


    Ich würde ihn in dem gleichen Stall stehen lassen und die (noch)-Besitzerin hat mir zugesichert, ihn mal mitzubewegen, wenn ich mal krank bin oder sonst keine Zeit habe.


    Füttern muss ich nicht, dass wird von dem Stallbesitzer übernommen.


    Die Pferde kommen auch jeden Tag auf die Weide/im Winter auf den Paddock. Daher müsste ich nicht zwangsläufig jeden Tag reiten.


    Danke für deine Meinung! :)z

    Rechne die Schmied, Impfungs, Wurmkurbeträge und Co mal auf den Monat um und dann siehst du wie hoch die monatlichen Ausgaben sind und wie viel dir von deinem Gehalt dann noch übrig bleibt.


    Ansonsten klingen die Rahmenbedingungen doch echt gut :)

    Auf den Monat umgerechnet würde das Pferd etwa 350€ kosten, wenn ich selbst misten würde, würde ich auf 300€ pro Monat kommen. Ich denke aber, dass ich mir den Luxus des Mistens gönnen würde, einafch weil ich dann nicht verpflichtet wäre, jeden Tag zu kommen. Auch hätte ich dann ja mehr Zeit fürs Pferd.


    Da ich ja zu Hause wohnen würde, hätte ich keine weiteren Lebenshaltungskosten. Im Moment bekomme ich 60€ Taschengeld und komme damit gut hin :)z .


    Rechne ich mit 350€ fürs Pferd und 100€ für mich, könnte ich monatlich etwa 200€ sparen.


    Das müsste doch reichen, oder?


    Liebe Grüße

    Also ich hab etwa soviel Geld im Monat wie du und zahle davon Miete und ein Pferd... Das geht nicht gut, aber es geht... Für die Ausbildung den geliebten Esel abzuschieben kam zumindest nie in Frage.


    Vielleicht findest du auch einen günstigeren Stall? das wäre auch eine Option. Mein Esel steht im OS, soll sein Leben genießen und kann auch damit leben, dass ich ihn mal eine Weile nicht besuche.


    Wenn er dein Traumpferd ist und du es finanzieren kannst (wonach es ja aussieht), nimm ihn. Du bereust es sonst ewig :)z

    Hallo


    Ich sage gleich, von reiten und Pferden habe ich keine Ahnung, aber ich bin Krankenschwester.

    Zitat

    Bei uns im Stall sind einige Einstellerinnen krankenschwestern, mit denen habe ich mich schond es Öfteren ausführlich unterhalten und alle meinten, zeitlich sei es kein Problem. Entweder reitet man morgens oder nachmittags. Eine Bekannte sagt, sie geht immer direkt nach dem Nachtdienst zum Pferd, dannn könnte sie besser schlafen.

    Das Problem ist, das du den Job noch nicht kennst, du weißt noch nicht wie es sich anfühlt 10 oder 12 Tage am Stück zu arbeiten, jeden Tag um 5 Uhr aufzustehen oder kurze Wechsel zu haben, heißt Abends um 22 Uhr nach Hause zu kommen vom Dienst und morgens um 6 wieder beim Dienst zu erscheinen.


    Ich kann deinen Wunsch durchaus nachvollziehen, aber ich denke du solltest erst einmal in deinen Beruf hereinfinden und schauen wie du mit den Wechseldiensten und der körperlichen Arbeit plus dem lernen für die Schule zurecht kommst. Es wäre schade für das Pferd wenn du feststellen würdest das du das alles nicht schaffst ...

    Ich wollte immer reiten, durfte aber nie... Stecke in einer zeitaufwendigen und teuren Weiterbildung mit geringem Einkommen . und weiß, dass einige Kolleginnen ihr Pferd behalten haben. Es ist eng, aber für die meisten bringt es auch unglaublich viel Erholung und die "zwangsweise" Freizeit ist auch nicht zu verachten (sonst schiebt man ja gerne auf).


    Ich kenne mich jetzt mit Reitbeteiligungn etc. nicht aus, aber: Könntest Du nicht, wenn Du das Pferd übernimmst, jemanden "anheuern", der Kosten mitträgt oder Dich zumindest entlastet? Also bspw. irgendeine zuverlässige Reitschülerin, die sich tageweise um das Pferd kümmert, sollte es jobmäßig zu eng werden?


    Was ich klären würde:


    Kosten (hast Du im Prinzip ja schon).


    Wie sehen DEINE Ansprüche aus? Bist Du bereit, für das Pferd auf viele andere Dinge zu verzichten?


    Werden Deine Eltern wirklich auf Geld von Dir verzichten? Wirst Du weiterhin Taschengeld bekommen? Wie hast Du die Reiterei bislang finanziert?


    Wer würde sich ggf. im Urlaub um das Pferd kümmern?


    Was könnte schlimmstenfalls an Kosten auf Dich zukommen bei Krankheit etc.? Deine Rücklagen sind ja schon ordentlich für Dein Alter & als Schülerin, aber reichen sie im schlimmsten Fall? Bist Du sicher, dass Du sie nie für etwas anderes (erste eigene Wohnung,...) benötigen wirst?


    Und, für den schlimmsten Fall: Ließe sich das Pferd ggf. gut verkaufen? Oder wäre es problematisch? Ist ja nicht zu hoffen, aber sollte es finanziell doch nicht funktionieren, müsste man auch den Punkt berücksichtigen.

    Ich würde auf jeden Fall zu einer OP-Kosten-Versicherung raten, die fängt zumindest ganz schlimme Kosten auf, die bei so OPs ja schnell anfallen.


    Reitbeteiligung wäre auch eine Lösung, ansonsten kann so ein Pferd je nach Haltung auch durchaus ohne permanentes Betüddeln glücklich und zufrieden sein. Ich fahre etwa einmal wöchentlich zu meinem Esel, manchmal 3 Wochen gar nicht, wenn es nicht passt. Trotzdem ist der vollkommen ausgeglichen und ihm fehlt nichts. Das geht aber eben nicht mit jedem Pferd und nicht in jedem Stall.


    Wenn ich mal länger ausfalle (z.B. als ich mir den Fuß gebrochen habe), schauen die Stallbesitzer nach dem Pferd, kratzen mal Hufe aus und geben ihm ne Möhre extra.


    Machbar ist das also durchaus alles, auch mit anstrengendem Job.

    Ich hatte vor 2 Jahren selbst noch ein Pferd und hatte ca. so viel Geld wie du zur Verfügung und er hat ein bisschen mehr als deine RB gekostet.


    Rückblickend ist zu sagen, dass es machbar ist, aber dass du dann in anderen Dingen zurückstecken musst (Weggehen, in Urlaub fahren, evtl. eigene Wohnung (ohwohl ich das im letzten Jahr hatte)).


    Es gibt sicher viele Pros und Contras. Nochmal würde ich es mit so wenig Geld nicht machen, aber ich möchte die Zeit damals nicht missen, die war schon total schön. Ein eigenes Pferd ist auf jeden Fall super!!

    mir ging es so wie dir. ich hatte noch ein jahr bis ausbildungsende und fand zufällig das tollste pferd :) meine eltern waren auch dagegen. schon allein aufgrund dessen, weil ich eben erst mein auto abbezahlt habe und sie mir nun wieder geld leihen mussten damit ich mir das pferd kaufen konnte. solang ich noch zu hause wohnte, ging alles noch recht gut. ich hatte aber auch einen sehr günstigen stall, wo ich viel mithelfen und so geld sparen konnte. mitten in der ausbildung musste ich dann umziehen, um nach dem abschluss eine stelle zu haben. nun kanst du dir ja vorstellen wie es mit azubigehalt, kleine wohnung und einer doppelt so hohen boxenmiete wie vorher aussah. es war sehr schwer aber es ging. dabei nahm ich auch in kauf, dass ich morgens um 6 aus dem haus ging und abends um 10 wieder nach hause kam. vielleicht ist es bei dir auch möglich, dass du im stall mithelfen kannst. z.b. beim füttern usw. ich würde es an deiner stelle auf jeden fall machen!!

    ;-) Hallo, vielen Dank für eure Antworten!


    katharina-die-große, eigentlich sollte er bei seinem besten Kumpel (das zweite Pferd der Besitzerin bleiben). Offenstallhaltung finde ich zwar klasse, aber der einzige Offenstall, der in erreichbarer Nähe ist, hat weder einen Reitplatz, noch Licht. Das ist im Winter ziemlich blöde.


    Ein anderer Stall kostet 10€ weniger, dafür kommen die Pferde im Winter gar nicht raus und die Anlage selbst ist nicht so toll. Da kann er auch in seinem gewohnten Umfeld bleiben.


    Eine OP-Versicherung habe ich in der Kostenaufstellung schon berücksichtigt, da es sonst wirklich zu riskant wäre.


    Mellimaus21, danke für den Gedankenanstoß. Meine Ausbildung würde im September, evtl. auch im August beginnen. Übernehmen würde ich ihn, wenn alles passt, erst zum 1.1.13. Solange kann ich also eintscheiden, ob ich es zeitlich schaffe.


    Sunflower_73, eine Reitbeteiligung ist eine gute Idee, wenn man jemanden findet, der flexibel ist. Feste Tage würden bei mir wegen des Schíchtdienstes schwer werden.


    Meine Ansprüche sind sehr gering, hauptsache dem Pferd gehts gut. Ich bin eh kein Fan vom Weggehen, ich verbringe die Zeit lieber im Stall. Klamotten kann man sich wünschen und außerdem passen mir Markenklamotten eh nicht ;-) .


    Ich werde das Kindergeld nicht ausgezahlt bekommen, wenn weiterhin zu Hause wohne, das wäre quasi mein Beitrag. Von meinem Ausbildungsgehalt müsste ich nichts abgeben. Taschengeld würde ich nicht bekommen, dafür übernehmen meine Eltern den Handyvertrag.


    Wenn ich es nicht schaffe, mich um ihn zu kümmern (Urlaub, Krankheit, Arbeit), würde sich die jetzige Besitzerin ihn versorgen :)z .


    So blöde es klingt, für eine eigene Wohnung habe ich noch weitere Rücklagen, dafür hat mein Opa gesorgt. Im allergrößten Notfall würden meine Eltern mich finanziell ünterstützen.


    Verkaufen könnte man ihn gut, er hat einen sehr guten Charakter und ist bis vor einem Jahr S-Springen gegangen. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass das niemals nötig wird!!!


    Ich denke fast, ich werde es tun ;-D


    Danke für eure Hilfe!

    Ich würde es nicht machen. Was ist, wenn du durchs Abi fällst, die Probezeit im Krankenhaus nicht bestehst oder es dir dort ganz und gar nicht gefällt? Kann ja immer was dazwischen kommen. Würde sowas erst eingehen, wenn ich beruflich gefestigt bin .