FIP - wann einschläfern?

    Hallo zusammen,


    unserer Katze (Alter circa 2 Jahre, 3 Monate) geht es leider nicht so gut.


    Die Katze seit je her sehr dünn (2,5 kg im Alter von 6 Monaten, Maximalgewicht Ende Juli 16 3,3kg). Die damalige Tierärztin hat es auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit geschoben, da sie auch immer schon zu Durchfall geneigt hat. Wir hatten dann allerdings ein Futter gefunden, dass sie frisst und mit dem sie keinen Durchfall hatte.


    Nun sind wir vor 3 Wochen umgezogen und obwohl sie scheinbar normal weitergefressen hat und munter war, ist sie seitdem deutlich dünner geworden. Erstmal hab ich es auf den Stress geschoben, weil sie eine tendenziell sehr ängstliche Katze ist - obwohl sie sich verhältnismäßig schnell eingelebt hat.


    Seit Dienstag kam dann noch dünnflüssiger Durchfall dazu, weswegen wir direkt zum Tierarzt sind. Er hat ihr Antibiotika gespritzt, einen Ultraschall gemacht und FIP, FiV und FelV getestet. Auf FIV und FelV ist sie negativ, der FIP Titer (bzw der für Coronaviren) ist "hochgradig" erhöht, was auf eine aktuelle FIP Erkrankung hinweisen könnte. Außerdem waren die Lymphknoten im ganzen Körper stark angeschwollen (einer vorne am Hals war größer als ein Wachtelei). Der Tierarzt meinte auch, dass die Lunge nicht ganz frei sei. Außerdem hat sie auch im Bauchraum vergrößerte Lymphknoten (waren 3 Stück). Ihr aktuelles Körpergewicht liegt bei ca. 2,7 kg.


    Wir hatten dann Schonkost-Katzenfutter (mit Reis und Huhn) versucht. Donnerstag morgen dann Panik: sie hat zweimal kurz gekrampft, einmal ca. 30 Sekunden lang und noch einmal schwächer und kürzer. Sie war in dieser Zeit wie paralysiert und verrenkte sich komisch und fiel fast von ihrem Platz runter, weil sie nach hinten kippte. Vier panische Telefonanrufe später habe ich meinen Tierarzt erreicht, der meinte im Blutserum hätte sich ein gelber Stoff abgesetzt der für eine Schädigung der Leber sprechen würde, was auch einen Krampfanfall erklären würde. Als wir gestern Nachmittag da waren hat er nochmal Antibiotika gespritzt und eine Infusion gesetzt.


    Der Durchfall ist nach wie vor dünnflüssig. Ich bin nun dazu übergegangen Huhn, Reis (und Quark) selbst abzukochen, was sie auch gut annimmt - Appetit hat sie also noch. Ich bin außerdem dazu übergegangen ihr Bierhefe ins Futter zu mischen, Acidophilus Darmbakterien und Kohletabletten. Falls das nicht helfen sollte könnte ich auch noch eine Messerspitze Imodium zum Futter geben, laut zwei Tierärzten. Gekrampft hat sie seit gestern früh nicht mehr - oder zumindest ist es nicht aufgefallen. Da ich sie nicht sekündlich beobachte und der Krampfanfall auch sehr still ablief nehme ich an, dass man sowas vor allem nachts leicht übersehen könnte (auch wenn ich es nur geschafft habe 5 h zu schlafen).


    Aktuell wirkt sie noch recht munter. Hat auch gestern abend z.b. noch einem Käfer hinterhergejagt (wenn auch eher in einem gemächlichem Tempo). Appetit hat sie wie gesagt aktuell auch noch. Wenn sie sich hinlegt, kommt sie mir teilweise etwas teilnahmlos vor, insofern dass sie auf Streicheln nicht mehr immer mit Schnurren reagiert oder auch nicht reagiert wenn ich sie anfasse oder eine Pfote anfasse (da war sie früher ne Diva). Und auch sonst ist sie weniger lebhaft als sonst und geht auch weniger auf uns zu.


    Jetzt steht das Wochenende ins Haus. Ich habe den Tierarzt den ich notfalls anrufen kann und eine Tierarzt-Notrufnummer in einer Großstadt zur Hand. Für den Notfall dass sie nochmal und vor allem länger krampfen sollte und vor allem auch nachts, hat der Tierarzt mir Diazepam in Kleinkinderdosis via Rektaltube als Rezept aufgeschrieben, damit sie sich entspannt und es nicht so mitkriegt. Allerdigns hab ich davor auch den größten Horror, weil ich nichtmal weiß ob ich es schaffe dass so anzuwenden - erst recht mit dem entsprechenden Adrenalinkick dazu.


    Am liebsten wäre es mir ja - falls sie wirklich sterbenskrank ist - dass sie einfach einschlafen kann und nicht wieder aufwacht, optimalerweise zu hause. Natürlich würde ich den Schritt gehen, sie einschläfern zu lassen wenn es zu schlimm geht, aber ich möchte den Schritt auch nicht zu voreilig gehen. Allerdings auch nicht zu lange warten.


    Ab wann ist es soweit, dass man davon ausgehen kann, dass die Katze leidet?


    Woran merke ich das?


    Woran merke ich dass sie Schmerzen hat?


    Gibt es Anzeichen dafür, dass sie stirbt?


    Wie lange dauert so ein "Sterbe-prozess"?


    Kann man die Katze auch natürlich zu hause sterben lassen?


    Ist das Sterben an sich mit Panik oder Schmerzen verbunden?


    Die letzten zwei Fragen ergeben sich, weil ich ihr gerne den Stress und die Panik ersparen würde, in den Transportkorb gepackt zu werden und beim Tierarzt Angst zu haben. Natürlich wäre ich aber auch bereit, den Tierarzt nach hause kommen zu lassen dafür.


    Und: meint ihr es macht Sinn, heute nochmal zum Tierarzt zu fahren für eine Infusion? Er würde ihr gern nochmal eine setzen, ich weiß aber nicht ob der Stress und die Angst der Katze den Aufwand wert sind.

  • 34 Antworten

    http://www.katzen-fieber.de/fip-feline-infektioese-peritonitis.php


    Schau mal vl. hilft dir das bzgl. FIP weiter, die Seite ist wirklich gut.


    Sonst zu deinen Fragen am Schluss:


    Kennt man sein Tier gut, bekommt man schnell mit ob es leidet. Glaub mir das merkst du. Ihr komplettes Verhalten ist verändert,.. wie genau es sich aber äußert ist schwer zu sagen. Es gibt Katzen die sich dann verkriechen und den Kontakt zu ihren Menschen meiden, und andere wiederum suchen den Kontakt dann extrem.


    Schmerzen merkst du, wenn sie sich überhaupt nicht mehr aktiv ist, nicht mehr fressen will, usw..


    Ein Sterbeprozess kann von wenigen Minuten bis Stunden bis Tage und Wochen dauern, das kann dir hier niemand so genau sagen.


    natürlich zu Hause sterben lassen ist möglich, allerdings bei Krankheiten nicht ohne leiden. Da ist die einzige Möglichkeit das Einschläfern um das Leiden möglichst gering zu halten. Einschläfern ist natürlich auch zu Hause möglich wenn der Tierarzt heim kommt.


    Ein "normales" Sterben durch zb eben Altersschwäche ist nicht zwingend mit Schmerzen verbunden und nicht mit Panik.. ein Sterben durch Krankheit kann leider mit sehr starken Schmerzen verbunden sein.. deswegen eben hier die Option: Einschläfern.


    Bei der Diagnose die du erhalten hast: bitte nichts überstürzen, hol dir notfalls noch eine Zweitmeinung bzgl. FIP.. hier sind viele Tierärzte leider nicht auf dem neuesten Stand.


    bzgl. der Infusion, wenn der Tierarzt sie für wichtig hält, und du aber der Katze den Stress ersparen willst, kannst du ihn vl ja auch bitten, dass er bei dir vorbei kommt und das zu Hause bei dir macht.

    Das die Katze leidet, merkt man daran, wenns sie nicht mehr fressen und nur noch schlapp rumliegen.


    Ich würde mir aber an deiner Stelle eine zweite Meinung einholen (wenn möglich eine Tierklinik). Gerade FIP wird oft viel zu schnell diagnostiziert.


    Hast du Blutwerte die du mal hier einstellen könntest?


    Welche Untersuchungen wurden gemacht?ein erhöhter Corona-Titer sagt erstmal nicht viel aus. Meine Katzen haben immer einen sehr hohen Titer, da sie Dauerauscheider sind. Auch bei einer anderen Infektion kann der Titer ansteigen.


    Wurde sie geröntgt? Hat sie einen Baucherguss?

    Placebo0906

    Danke für den Link und deine Worte bezüglich sterben. Bezüglich zweiter Meinung siehe unten.

    @Maja27

    Die genauen Blutwerte habe ich nicht. Ich weiß, dass beim FIP Test nur die Corona-Viren getestet werden und das keine genaue aussagekraft hat. Hohe Werte aber dennoch für einen Ausbruch der Erkrankung sprechen können.


    Untersuchungen habe ich alle oben reingeschrieben:


    kleines Blutbild: Leukozyten erhöht (Wert 40, Normbereich ging bis 19)


    Test auf FelV, FIP und FIV: FIV und FelV negativ, FIP positiv


    Ultraschall: stark vergrößerte Lymphknoten im ganzen Körper inklusive Bauchraum


    Gewicht: 2,7 kg


    Einen Baucherguss hat sie nicht, dem Tierarzt zur Folge hat sie die trockene Form.


    Die (von außen ertastbaren) Lymphknoten sind mittlerweile zurückgegangen, Antibiotika kriegt sie weiterhin, Durchfall versuchen wir über Schonkost, Kohletabletten, Darmbakterien zu behandeln und nachher eventuell Imodium, falls sie immer noch dünnflüssigen Durchfall hat. Für eine Leberinsuffizienz gibt es keine Medikamente.

    Bezüglich zweiter Meinung:

    Der Tierarzt sagt nicht, dass es definitiv FIP ist. Zunächst hatte er sogar auf Leukose getippt. Er sagt nur, dass die Symptome für FIP sprächen und auch der hohe Titerwert nicht wirklich dagegen spricht. Er ist nicht super pessimistisch aber eben auch nicht gerade optimistisch. Es wäre halt eine kritische Lage in der die Katze ist.


    Ich hatte heute noch die Tierärztin aus meiner Herkunftsstadt angerufen und am Telefon um eine zweite Meinung gebeten. Sowohl ich, als auch ein befreundetes Ehepaar mit einer Katze kennen sie seit Jahren und vertrauen ihrer Kompetenz zu 100%.


    Sie hat genau das gleiche gesagt, wie der Tierarzt hier vor Ort und als ich sie fragte, ob es Sinn machen würde eine zweite Meinung vor Ort einzuholen meinte sie, eher nicht.


    Geröntgt wurde sie nicht. Welche Aussagekraft hätte das?


    Was könnte eine Tierklinik noch anderes untersuchen oder wie anders behandeln?


    Wieviel kann es kosten, wenn die sie stationär dabehalten wollen?


    Ich mag sie nun auch nicht von Arzt zu Arzt zu schleifen, vor allem da sie milde gesagt nicht gerade ein Fan vom Transportkorb ist und das bei ihr hohen Stress auslöst.

    Beim Blut sollte auf jeden Fall Gesamteiweiß,


    Albumin, Globulin und Albumin-Globulin-Quotient bestimmt werden. Die meisten Katzen mit FIP haben einen Albumin-Globulin-Quotient unter 0,8. Wenn das nicht der Fall ist, wäre FIP schon wieder unwahrscheinlicher.


    Die trockene Form von FIP ist sehr schwer zu diagnostizieren. Viele andere Erkrankungen wie Leberentzündungen oder Nierenerkrankungen können ähnliche Symptome hervorrufen.


    Beim Röntgen oder einem CT könnte man eventuell


    Veränderungen an den Organen besser sehen.


    Für eine Leberentzündung würden auch die erhöhten Leukozyten sprechen.


    Hat deine Katze Fieber?


    Ich wünsche dir und deiner Katze alles Gute und hoffe, dass sie wieder gesund wird :)*

    ** Ja, Fieber hatte sie: Mittwoch 40,0° gestern 39,6° heute waren wir nicht mehr beim Arzt.


    ** Sie bekommt Antibiotika: wenn es also eine Leberentzündung wäre, würde diese dann nicht sowieso auf die Antibiotika ansprechen, die sie nach wievor bekommt?


    Vorhin hat sie nun die Wand neben dem Katzenklo mit ihrem Durchfall "angeschossen" und auf den Badezimmerboden neben dem Katzenklo gepinkelt. :°(


    Sie hat schon die ganze Zeit seit dem Umzug immer in die Badewanne gepinkelt (ich hatte angenommen, weil ihr die neue Streu nicht gefällt), möglicherweise kommt sie da nicht mehr hoch? Wobei sie früher auch schon immer mal wieder neben das Katzenklo gepinkelt hat, vermutlich weil sie sich mit dem Popo zum Rand hin hinsetzt und dann einfach drüberpinkelt.


    Gefressen hat sie zuletzt gegen 13 / 14 Uhr.


    Nach dem Badezimmervorfall habe ich ihr nun Imodium gegeben.


    Ich habe auch nochmal bei der Tierklinik hier in der Nähe angerufen. Die Tierärztin am Telefon hat gemeint, dass wenn sie jetzt akut nichts hat (außer dem Durchfall), frisst und sich bewegt ich ihr bis Montag mal Ruhe gönnen soll, denn falls es wirklich doch FIP ist, wäre noch mehr Stress nun kontraproduktiv.


    Die haben allerdings auch einen 24h Notdienst, wenn es sich verschlimmert, könnte man also doch noch hin.

    Bei einer akuten Leberentzündung gibt man Antibiotikum. Wenn es was chronisches ist, wäre Kortison eher die erste Wahl.


    Wenn es sich verschlechtert, würde ich sie aber in die Tierklinik bringen.


    Ich verstehe gut, dass du sie nicht unnötig stressen willst. Aber je nachdem wie oft sie dünnflüssig Kot absetzt, wären Infusionen sicher besser.


    Ich drück euch die Daumen.

    Soll ich zur Tierklinik fahren? Die haben 24h Notdienst.


    Das schlimmste wäre, die Katze zu packen zur Tierklinik zu fahren und nach elendig stressigen und schmerzhaften Tests, samt Narkose und Sterberisiko zu erfahren, dass es doch nur FIP ist und ich sie auch in Ruhe ihre letzten Tage zu hause hätte ausklingen lassen können. Plus einer gesattenen Tierklinik-Rechnung über sinnlose Tests und Verfahren.


    Das andere schlimmste wäre, sie in Ruhe zu lassen, sie stirbt und ich erfahre im Nachhinein, dass ich sie hätte retten können, wenn ich sie zur Tierklinik gefahren hätte.


    Herrje.. was ist schlimmer? Ehrlich, ich weiß es nicht. Mein Mann ist leider keine Hilfe, der hat in jeder Situation die Arschruhe schlechthin mit "ach, das wird schon, einfach tee trinken und abwarten" Einstellung.

    Ich weiß es nicht. Das ist so eine schwere Entscheidung. Ich kann gut nachempfinden wie es dir geht.


    Aber ich kann dir da wirklich nichts raten


    Wäre es FIP, dann würde Kortison am ehesten eine Verbesserung bringen und lebensverlängernd wirken.

    Ich hab mich entschieden morgen zur Tierklinik zu fahren: http://www.kleintierklinik-breitensee.at/contact.php


    Ich habe um 20 Uhr auch nochmal mit einer Tierärztin von dort telefoniert. Sie meinte, wenn die Katze stabil ist, reicht es wenn ich morgen früh da aufschlage.


    Ich hab auch eine Empfehlung von der Tierärztin aus meiner Herkunftsstadt der ich sehr vertraue, aber die empfohlene Tierärztin ist an ein Tierheim angeschlossen nicht an eine Tierklinik und ich gehe mal davon aus, dass sie dort (sehr viel) weniger Test- und Behandlungsmöglichkeiten hätte.


    Ich schreibe mir gerade zusammen, was morgen dann alles ausgeschlossen/untersucht werden sollte.


    Bitte sagt mir ob ich was vergessen habe, falls jemandem was auffällt.


    Aktuell habe ich:


    Baucherguss ? -> falls ja Rivalta-Probe -> falls positiv (84% FIP) Immunfluoreszenztest IFT -> IFT positiv -> 100% FIP


    falls kein Baucherguss oder IFT negativ (97% kein FIP):


    Ultraschall von: Leber, Gallenblase, Milz, Nieren, Blase, Herz: Flüssigkeit oder Stauung in einem der Organe?


    Ausschluss von:


    Cholangiohepatitis


    Fremdkörper im Magendarm-Trakt


    malignes Lymphom


    Herzinsuffizienz


    bakterielle Serositis (Rippen-, Bauchfellentzündung)


    nichtbakterielle Serositis


    Pyometra (Gebärmutterentzündung)


    Katzenschnupfen (?)


    Darmbakterien/viren/parasiten


    Darmschlinge, Darmeinstülpung etc.


    Blutuntersuchung (erhöhte oder erniedrigte Werte bei FIP gekennzeichnet mit +/-)


    Erythrozyten (-)


    Hämoglobin (-)


    Hämatokrit (-)


    Lymphozyten (-)


    Retikulozyten (Hinweise auf Knochenmarkerkrankungen)


    Gesamteiweiß


    Bilirubin


    Globulin


    Aminotransferase AST


    Albumin


    Albumin-Globulin Quotient


    --> bei FIP Bilirubin (+), Globulin(+), Aminotransferase AST(+), bei gleichzeitig Albumin (-), Albumin-Globulin-Quotient (-) bzw. <0,8 (?)


    NICHT getestet werden soll:


    Corona-viren in Blut oder Kot (weil sinnlos)


    RT-PCR Test (weil auch sinnlos)

    Ich denke, dass ist eine gute Entscheidung.


    Soweit ich sehe, hast du alle wichtigen Untersuchungen rausgesucht.


    Bei der Blutuntersuchung sollten auf jeden Fall noch Leber- und Nierenwerte mit gemacht werden.


    Falls mir noch was einfällt, schreibe ich nochmal.


    Viel Glück morgen :)*