Hilfe, ich hab ein verhaltensgestörtes Kaninchen in Pflege

    Hallo,


    Ich habe ein Kaninchen von Bekannten in Pflege. Das Tier tut mir einerseits natürlich Leid, ist wird vollkommen widernatürlich gehalten. Es ist ein Männchen. Zu Hause darf das Tier die ganze Zeit in einem Kinderzimmer rumhoppeln, hat als Gesellschaft das Radio und die Besitzer, die ihn so süß und zutraulich finden. Finde ich ja gar nicht, aber egal.


    Nun ist das Tier bei uns in Pflege und es ist eine Katastrophe. Er hat einen normalen Käfig und sollte auch bei uns viel Freilauf bekommen. Allerdings hat er binnen einer Stunde Freilauf unter Aufsicht Schaden in Höhe von rund 1000€ angerichtet und einige ideelle Gegenstände zerstört, die nicht mehr zu ersetzen sind :°( >:( . Er zerstört einfach alles! Und er überwindet alle Barrieren, die ich aufgebaut habe. Leider ist er furchtbar aggressiv, beißt und kratzt, sobald man sich ihm nähert.

    Wenn er einmal Freilauf hat, bekommt man ihn nicht mehr zu fassen, er nagt einfach alles an. Ich habe 2 Stunden gebraucht, ihn wieder in seinen Käfig zu bugsieren.


    Ich wohne noch zu Hause und meine Eltern sind verständlicherweise nicht gerade begeistert, ob des Schadens. Wir können ihn nicht mehr rauslassen, auch unter Aufsicht nicht, da wir nicht eingreifen können, wenn er wieder etwas kaputtmacht. Käfig saubermachen ist eine Katastrophe, es bedarf dreier Leute, um weiteren Schaden zumindest in Teilen verhindern zu können.


    Nun versteht das arme Tier die Welt nicht mehr. Er macht ein furchtbares Theater in seinem Käfig, nagt an den Metallstäben, schmeißt das Einstreu raus und hält die ganze Familie vom Schlafen ab, da es einfach nur laut ist. Ich weiß, dass er raus möchte, doch es geht einfach nicht mehr.


    Wie kann ich dem Tier das Leben etwas erleichtern und uns unsere Nachtruhe retten? Zwei Wochen habe ich das Tier noch in Pflege und wenn nichts passiert, gibt es hier bald Tote.


    Bitte, ich brauche echt Hilfe.

  • 21 Antworten

    Mir fällt nur etwas ein – ich hab mal ein Tier aufgepäppelt das auch verstört und krank ankam.


    Ich hab nur freilauf auf dem abgesicherten Balkon gegeben und es lebte davor 2 Wochen im Garten.


    Wir fingen es nur für den Arzt. Es dauerte länger es ging gut aus ;-) .


    Wenn ihr einen Balkon habt – alle Ränder absichern und Vertecke anbieten, das säubern am besten mit dem Besen. So könnt ihr den Schaden eingrenzen und das Tier kommt zur Ruhe.


    LG @:)

    Leider haben wir keinen Balkon, nur einen Garten. Da darf das Tier aber nicht hin, weil es a)kein Gras kennt, b) nicht geimpft ist, weil es den Tierarzt nicht mag und c) sich vor Katzen und Geräuschen erschrecken könnte %-|


    Sonst wäre das ideal, ich denke, da würde er sich wohler fühlen. Da es sich aber um das Kaninchen meines Chefs handelt, will ich keine Experimente machen...

    Im Garten frei laufen lassen ist tatsächlich keine gute Idee. Aber ein kleines Gehege (aus Hasendraht, oben zu, damit ihn kein Raubtier kriegt) könnte man ihm bauen (oder kaufen – der Preis ist vermutlich im Vergleich zum Schaden, den er anrichtet, wenn man ihn in der Wohnung rauslässt moderat), am besten eines, dass sich verschieben lässt, sowas z. B. http://www.wohnungskaninchen.de/kaninchengehege/. Kaninchen graben nämlich oft ganz schöne Löcher, da sollte man immer ein Auge drauf haben, dass er sich nicht rausgräbt.


    Dass man Kaninchen nicht alleine hält und er vermutlich deshalb so verhaltensauffällig ist, wirst du vermutlich eh wissen, aber da er nicht dein Tier ist keinen Einfluss darauf haben.

    Das hab ich mir auch schon überlegt. Nur, ich kriege ihn höchstens noch ins Badezimmer rein, aber nicht mehr raus :-( Man kann ihn ja nicht anfassen und locken lässt er sich auch nicht. Der Käfig ist zu groß, den kann ich nicht hin-und hertragen, der passt nicht durch die Badezimmertür :(v


    Am liebsten würde ich den Kerl echt in den Garten setzen, doch wenn dann was passiert, habe ich ein riesengroßes Problem. Das traue ich mir nicht.


    Wenn das mein Tier wäre, hätte der zuerst einen Kumpel, dann einen Besuch beim Tierarzt und zum Schluss ein Freigehege im Garten bekommen. Ich habe der Familie schon so oft ins Gewissen geredet, es hilft nichts, sie sind uneinsichtig. Unser Sohn ist auch Einzelkind und glücklich, haben sie gesagt %-| >:(

    Feta


    Kaninchen sind keine Einzelgänger! Oberste Regel. Menschen können nur oberflächlich Ersatz bieten – aber sicher nicht insgesamt. Im Grunde werden wir sogar gar nicht beachtet, höchstens als Futtergeber oder Spaßmacher...und ok, wenn mich meine Beiden immer wieder so auf gewisse Weise anschauen, mit mir offensichtlich so ihre Spässchen treiben...naja, sie mögen mich schon....(aber ich bringe ja auch Futter ;-D).


    Egal: Brauchen tun sie uns allerdings nicht. Außer für die körperliche Versorgung – für die soziale (kraulen, knuddeln) sind wir angenehm, nötig ist aber ein gleichwertiger Genosse. Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen: Sie interessieren sich nicht für Menschen, sie stehen aus ihrer Sicht über uns. Deshalb brauchen sie um so mehr einen gleichberechtigten Kameraden.


    Nur aus der Not heraus, nämlich der Einsamkeit, nehmen sie was sie kriegen können: Den Menschen. Den hat er bei Euch aber nun momentan nicht wie er es gewöhnt ist. Hinzu kommt noch die völlig fremde Umgebung.....


    Ich bin sicher nicht der Tierschützer schlechthin – aber ein solches Tier aus seiner gewohnten Umgebung herausreißen, seinen Gewohnheiten, seinem Alltag...... dazu noch ein Tier welches dringend Artgenossen braucht alleine zu halten und dann erwarten, dass es so funktioniert wie man will .... :|N :(v

    @ Isabell

    Das Karnickel hatte doch noch nie ein anderes Karnickel als Gesellschaft !

    Zitat

    hat als Gesellschaft das Radio und die Besitzer

    Und natürlich ist das keine artgerechte Haltung aber ganz ehrlich: ICH würde mich nicht trauen, das dem Chef zu sagen. Höchstens dass ich das Karnickel nicht mehr in Pflege nehme

    Silbermondauge

    Zitat

    Das Karnickel hatte doch noch nie ein anderes Karnickel als Gesellschaft

    Was meinst Du damit?


    Nur weil es etwas noch nie hatte, braucht es das nicht? ":/

    Klar braucht es Gesellschaft. Aber das ist ja nicht Fetas Entscheidung, darüber brauchen wir ja also an der Stelle schlichtweg nicht zu debattieren, so leid mir das Häschen auch tut. :-|

    Die Tiere die von mir aufgepäppelt wurden (verschiedene Tierarten) mit ihren artgenossen zusammengebracht. Bis auf einen Kanarienhahn , der war alleine glücklich.


    Ein Auslaufgitter mit allem kostet nicht die Welt – Das ältere Meerschweinchen haben wir sofort abgeholt und einfach erstmal auf die Wiese gesetzt. (War einem kleinerem Kind gegeben worden, danach war es "durch".)


    Feta


    Deine einstellung ist gut :)^


    es ist immer schade das einige – einfach nur Tiere anschaffen ohne nachzudenken.

    Hallo,


    ich habe mal ein Löwenköpfchen (Häsin) auch aus schlechter Haltung zu mir genommen. Sie kannte nur ihren Käfig, hatte 8 Jahre lang keinen einzigen Auslauf. Wir haben ihr ein riesiges Gehege im Garten gebaut, mit diesen Gitterelementen, die Erdbeer-Rhabarber gepostet hat. Die Häsin hat sogar gebissen, wenn man ihr Futter gebracht hat, sie war aggressiv und rundum verhaltensgestört. Ab dem Tag, an dem sie in ihrem Gehege saß, war sie eine andere Häsin, hat sich nach und nach sogar streicheln lassen. Die war wie ausgewechselt. x:) Das Gehege war so groß, da konnte sie drin spurten und toben. Dann hat sie sich zum Glück auch noch mit meinem Kater angefreundet. x:) x:) Somit hatte sie dann sogar einen Gefährten, mit dem sie kuscheln, rennen und spielen konnte. Ein 2. Hase war gar nicht mehr nötig. Die beiden haben richtig geschmust miteinander, sowas von süß. Kater war auch im Winter immer im Wohnungskäfig bei Freundin Hase gelegen. ;-D Eine ganz dicke unzertrennliche Freundschaft war das. Die Häsin ist sowas von aufgeblüht, ist übermütig herumgesprungen, hatte wieder richtige spürbare Lebensfreude. Sie ist bei uns 14 Jahre alt geworden, d h, sie hatte noch 6 wunderschöne Jahre nach schrecklichen 8 Jahren. Du hast den Hasen zwar nur in Pflege, aber ich würde so ein Elementengehege kaufen (ist nicht besonders teuer), je nachdem, wieviel Elemente man nimmt. Die gibt s auch für die Wohnung. Eine ganz praktische, tolle Sache, weil man es individuell gestalten kann. Wenn du dem Hasen was Gutes tun willst, dann kauf eins und ab mit dem Hasen in den Garten. Du wirst sofort die positive Veränderung sehen und spüren. Vielleicht läßt sich die Familie dann auch leichter umstellen. Gib dir einen Ruck und mach es, es kann nur positiv für euch alle sein. :)z

    Zitat

    Eine ganz dicke unzertrennliche Freundschaft war das.

    Das war ne ZWangsgemeinschaft, mehr nicht. Wenn kein Artgenosse da ist, dann nimmt man was man kriegen kann.


    Die Gitterelemente sind nicht hoch genug für Kaninchen, die springen da drüber bzw. önnen sich im Garten drunterdurchbuddeln.

    Ich möchte bitte nicht mißverstanden werden, ich mache hier Dir, Feta, keine Vorwürfe. Sie war/ist – Du warst/bist - so nett dieses Kaninchen aus uns unbekannten Gründen in Pflege genommen zu haben.


    Ich wollte nur das Verhalten des Kaninchens ein wenig zu erklären versuchen.