Hund hat vergrößertes Herz

    Hallo,


    Meine Mutter war heute mit unserer Hündin (9 Jahre, Mischling) beim Tierarzt, weil sie in letzter Zeit öfter mal so komisch "hustet".


    Die Ärztin hat ein Röntgen vom Brustkorb gemacht. Die Lunge sieht gut aus, aber das Herz ist deutlich vergrössert. Durch das vergrösserte Herz wird die Luftröhre wohl gereizt oder hat zu wenig Platz, was die Ursache für das gelgegentliche "Husten" ist.


    Es wurde dann noch ein EKG gemacht. Auf dem EKG-Ausdruck steht, dass beide Herzkammern und beide Vorhöfe vergrössert sind ("Hypertrophie"). Ausserdem hat sie wohl eine ST-Senkung. Der Puls war bei 176.


    Die Ärztin meinte, dass sie nun Medikamente haben muss um das Herz zu entlasten. Sie will sich aber nochmal mit ihrem Kollegen beraten. Morgen müssen wir wieder hin.


    Abgesehen von dem gelegentlichen "Husten" hat der Hund aber keine besonderen Auffälligkeiten. Also sie ist nicht leistungsgemindert, nicht schlapp, geschwächt oder sonstwas.


    Kann ein vergrössertes Herz sich durch medikamentöse Therapie denn wieder auf "Normalgrösse" verkleinern? Oder geht das nicht?


    Hat jemand Erfahrung damit?


    Wir machen uns grosse Sorgen. :-(

  • 27 Antworten

    Ich vermute, es ist eine hypertrophe cardiomyopathie. Die würde sich zB mit Fortekor gut in den Griff kriegen lassen. Allerdings würde ich mich in den Händen deiner Tierärztin nicht ganz wohl fühlen, weil sie dich da etwas im Regen stehen lässt und selbst nicht genügend Wissen und/oder Erfahrung für die Diagnose aufweist. Da wär ich vermutlich dann auf der Suche nach einer 2. Meinung. Der Husten könnte evtl von einem Lungenödem kommen, oder vielleicht ist es auch was anderes, zB wegen aufsteigender Magensäure.

    Die Medikamente werden das Herz entlasten, aber mach dir nicht so extrem viel Sorgen, ich hatte einen Schäferhundmix, bei dem mit vier ein vergrößertes Herz festgestellt wurde. Der ist mit einer Tablette am Tag 16 geworden. Also erstmal Ruhe bewahren und abwarten, was eure Tierärztin morgen sagt. Ich finde es spricht im übrigen für eure Tierärztin, dass sie sich erst beraten möchte, bevor sie euch weiteres sagt, die meisten niedergelassenen TAs sind Chirug, Internist, Gynäkologe und Allgemeinmediziner in Personalunion und das für ganz viele unterschiedliche Tierarten mit ganz unterschiedlichen Krankheiten und sogar ganz unterschiedlichen körperlichen Vorraussetzungen. Niemand kann alles wissen, da ist es keine Schande, sich lieber erstmal weiter zu informieren, bevor man was übersieht oder Fehler macht.

    Ich muss sagen, dass das bisher die beste Tierärztin in der ganzen Umgebung ist, die wir je hatten. Wir sind seit ein paar Jahren mit verschiedenen Haustieren bei ihr in Behandlung und bisher waren wir immer sehr zufrieden mit ihrer Diagnostik und Behandlung. In vielen Fällen hat sie erst die richtige Diagnose gestellt, nachdem wir schon eine Odyssee durch verschiedene andere Praxen hinter uns hatten. Sie nimmt sich auch die notwendige Zeit und Ruhe um sich mit dem Tier zu beschäftigen. Insofern haben wir grundsätzlich schon Vertrauen zu ihr.


    Meine Mutter erzählte mir, dass die Ärztin, nachdem sie zunächst nur das Röntgen mit dem vergrösserten Herz gesehen hatte, uns mit dem Hund zunächst an eine "Spezialklinik" überweisen wollte.


    Nachdem sie dann das EKG gemacht und ausgewertet hatte, sagte sie aber, dass das EKG doch gar nicht so schlecht sei, als sie gedacht hätte und dass man das mit Medikamenten behandeln könnte. Sie sei sich nur nicht ganz sicher welches Präparat im konkreten Fall unseres Hundes das beste sei und wollte sich deshalb nochmal mit ihrem Kollegen beraten.


    Morgen gehen wir wieder hin und dann sehen wir weiter. Nur machen wir uns halt Gedanken. Meine Mutter war auch etwas geschockt von der Diagnose und hat deshalb nicht alles behalten, was die Ärztin gesagt hat.


    Ein Lungenödem müsste man doch beim Thorax Röntgen sehen. Die Lunge sieht aber gut aus, da ist nichts auffälliges zu sehen..


    Diesen komischen "Husten" hat der Hund auch nicht ständig, sondern nur manchmal. Komischerweise meistens abends, wenn sie z.B. gelegen hat und dann aufsteht und läuft. Dann kommt wie so ein mehrfaches Husten/Räuspern, als hätte sie etwas im Hals stecken. Und dann ist auch wieder gut. In Hals und Atemwegen ist aber nichts.


    Der Hund ist auch nicht kurzatmig oder geschwächt beim Spaziergang. Er tobt rum, es geht ihm normal. Abgesehen vom Husten ist nichts auffällig.


    Ich habe im Internet ein bischen recherchiert. Eine Herzvergrösserung kann wohl an dauerhaft hohem Blutdruck oder auch an Fehlfunktionen der Herzklappen liegen. Hoher Blutdruck lässt sich ja mit Tabletten sicher gut einstellen, wenn es an Herzklappen liegt kommt man wohl um eine OP nicht herum.


    Kann man im EKG denn die Funktion der Klappen erkennen? Oder kann man sowas nur durch einen Herz-Ultraschall erkennen?

    Bei meiner Hünding wurde im Alter von 10 Jahren ein vergrößertes Herz festgestellt. Sie hatte damals auch ab und an Husten. Es wurde Ultraschall gemacht, sie bekam Tabletten und wurde trotz dieser Diagnose 17 Jahre.


    Ich drücke euch die Daumen, dass es bei euch auch so gut ausgeht.

    Zitat

    Der ist mit einer Tablette am Tag 16 geworden.

    Zitat

    Sie hatte damals auch ab und an Husten. Es wurde Ultraschall gemacht, sie bekam Tabletten und wurde trotz dieser Diagnose 17 Jahre.

    Hier ebenso - eine Tablette und über 16 Jahre alt geworden.


    Gestorben ist sie letztendlich an etwas ganz anderem.

    Danke euch schonmal.


    Wir waren heute bei der Tierärztin. Sie hat uns offen gesagt, dass sie keine Expertin auf diesem Gebiet ist und es besser wäre, mit unserem Hund zu jemandem zu gehen, der sich damit speziell gut auskennt. Das fanden wir gut von ihr, dass sie ehrlich war und sich so gekümmert hat.


    Sie hat gestern Abend noch Rücksprache mit einer Kollegin gehalten und möchte uns an diese überweisen. Die hat wohl Erfahrung mit Herzerkrankungen und kann weitere Diagnostik durchführen und dann vernünftig behandeln. Sie hat uns auch direkt einen Termin gemacht, allerdings erst für nächste Woche, früher war nichts zu machen.


    Medikamente sollte man wohl erst dann geben, wenn die Diagnostik vollständig ist und man ein genaues Bild von Art und Schwere der Erkrankung hat.


    Das ist uns allerdings zu lange, eine Woche mit unserem herzkranken Hund zu warten ohne Behandlung. Deshalb haben wir im Internet nach einer guten Klinik gesucht und haben nun einen Termin in einer grossen Praxis ca. 100 Km entfernt gemacht. Dort kann die komplette Herzdiagnostik mit Herzultraschall durchgeführt werden. Dort gibt es unter anderem eine tierärztliche Internistin, deren Schwerpunkt Kardiologie ist und die täglich hauptsächlich Herzdiagnostik mit Herzultraschall etc. macht.


    Morgen werden wir dann sicher mehr wissen, wie schlimm die Erkrankung nun ist und ob bzw. wie man sie behandeln kann.


    Wir machen uns alle Sorgen in der Familie. Seit der Diagnose von gestern bilden wir uns auch immer mehr ein gewisse Dinge zu beobachten, die uns wohl nicht auffallen würden, wenn man nicht im Hinterkopf die Diagnose hätte. Ich bilde mir ein, dass sie im Liegen viel zu schnell atmet.


    Sie frisst aber gut, trinkt gut, hat normale Ausscheidungen, geht eigentlich ziemlich normal an der Leine und fordert wie gewohnt zum Kraulen und Schmusen auf.

    Zitat

    Diesen komischen "Husten" hat der Hund auch nicht ständig, sondern nur manchmal. Komischerweise meistens abends, wenn sie z.B. gelegen hat und dann aufsteht und läuft. Dann kommt wie so ein mehrfaches Husten/Räuspern, als hätte sie etwas im Hals stecken. Und dann ist auch wieder gut. In Hals und Atemwegen ist aber nichts.

    Unsere Tierärztin hat uns gesagt, dass Husten ein Zeichen für Wasser in der Lunge sein könnte, wenn das Herz nicht mehr richtig arbeitet. Aber es kann natürlich in eurem Fall auch so sein, wie die Tierärztin es schon sagte. Wenn Wasser in der Lunge ist, vermute ich auch, dass man es beim abhören hört und sie hat ja auch ein Röntgenbild gemacht.


    Unser Dackel hat eine Herzklappenschwäche. Festgestellt wurde es, als die Tierärztin ihn beim Impfen abgehört hat. Sie hörte Geräusche und hat uns dann auch zum Herzultraschall überwiesen. Unserem Hund hat man da auch noch nichts angemerkt. Nach einem weiteren Jahr und erneutem Herzultraschall wurde eine Verschlechterung festgestellt und seitdem bekommt er zwei Medikamente niedrig dosiert: zur Entwässerung und zur Unterstützung des Herzens. Ihm geht es bestens damit, man merkt ihm nichts an. Außer, dass er etwas mehr pieseln muss.


    Dass ihr nun den Herzultraschall beim Spezialisten machen lasst, ist der richtige Weg. Da kann der TA dann genau feststellen, wie schwerwiegend (oder auch nicht schwerwiegend) die Probleme sind und in welcher Dosierung Medikamente sinnvoll sind. Macht euch nicht zuviele Sorgen, es geht eurem Hund ja soweit gut. Wenn es schon sehr weit fortgeschritten wäre, würde man ihr es schon deutlicher anmerken.

    Danke Dir.


    Beim Abhören hat unsere Tierärztin überhaupt nichts auffälliges festgestellt, ausser einem etwas schnelleren/kräftigeren Herzschlag, was aber ja auch einfach daran liegen kann, dass ein Tierarztbesuch für den Hund Stress ist. Gerade unser Hund ist ziemlich ängstlich und aufgeregt, wenn er zum Tierarzt muss.


    Aber auffällige Herztöne oder etwas in der Art hat sie nicht gehört beim Abhören.


    Und die Lunge wurde geröntgt, insgesamt 3 Röntgenbilder. Und da sieht alles normal aus. Wasser in der Lunge müsste man doch sehen, wenn da was wäre. Aber die Tierärztin sagt die Lunge/Bronchien sehen gut aus, da ist alles normal.


    Wenn ich unseren Hund so auf dem Sofa liegen sehe, wirkt es so, als ob er zu schnell atmet. Irgendwie "pumpt" er so, als hätte man gerade einen intensiven Dauerlauf mit ihm gemacht. Aber nur in Ruhephasen, wenn er rumläuft wirkt er wieder normal.


    Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, denn in den letzten Tagen/Wochen ist mir das nicht aufgefallen. Jetzt, wo ich die erste Diagnose kenne, fällt mir das aber schon auf. Und ich habe die Angst, dass das Herz im Schlaf kollabiert oder so. Mag vielleicht übertrieben sein, aber für mich/uns ist dieser Hund ein enges Familienmitglied und da macht man sich eben Sorgen.


    Wie alt ist denn euer Dackel? Hat er Symptome?


    Ist ein Herzultraschall eine aufwendige Untersuchung oder für den Hund relativ stressfrei?

    Kleiner Nachtrag:


    Der Hund hat vor knapp einer Woche gegen den "Husten" eine Cortison-Depotspritze bekommen. Kann es sein, dass er deshalb aktuell eine höhere Atemfrequenz und einen höheren Puls hat als normal? Er trinkt auch viel mehr als sonst.


    Von der Herzvergrösserung jetzt mal abgesehen (das war ja ein reiner Zufallsbefund), kann es sein, dass Cortison solche Nebenwirkungen hat?


    Denn der Hund hatte nie eine schnelle Atmung und meines Wissens auch nie einen ungewöhnlich schnellen Herzschlag. Erst seit Anfang dieser Woche, also kurz nachdem die Cortison-Depotspritze verabreicht wurde.

    Oft beobachtet man ja genauer, wenn man weiß, dass etwas sein könnte. Ging mir anfangs genauso. Unser Dackel ist jetzt 8,5 Jahre, festgestellt wurde es aber bereits vor zwei Jahren. Bis auf die Herzgeräusche hat man ihm nichts angemerkt, auch nicht, als vor einem Jahr beim Herzultraschall festgestellt wurde, dass es sich weiter verschlechtert hat. Nun mit den Medikamenten geht es auch super, er muss wegen den Entwässerungstabletten nur bisschen mehr pieseln...


    Die Untersuchung dauert schon etwas länger, ich würde sagen, dass es bei uns so um die zehn Minuten waren. Da muss der Hund dann auf der Seite liegen und wird von der Helferin an den Beinen festgehalten, damit er ruhig liegt. Ich war dann vorne am Kopf und hab ihm gut zugeredet. Er hat das ganz gut weggesteckt, klar ist das aufregend für den Hund. Versucht ihr Ruhe zu vermitteln, das hilft ihr in der Situation am besten.


    Also die Röntgenbilder scheinen ja ok zu sein, dann wird auch in der Lunge kein Wasser sein. Ihr seid wegen dem Husten zum Tierarzt oder? Zwingerhusten kann es aber nicht sein? Das fängt Hund sich gern schnell mal ein, wenn er Kontakt zu anderen Hunden hat..


    Ob Cortison solche Nebenwirkungen hervorrufen kann, weiss ich nicht. Würde ich morgen mal mit ansprechen.


    Ich glaube übrigens nicht, dass ihr Herz im Schlaf schlapp macht, sie hat ja sonst keine Auffälligkeiten und vermutlich beobachtet ihr nun auch ganz ganz genau. ;-) das wird schon werden @:)

    Ach weil ich noch den Zwingerhusten erwähnt habe... Das ist nichts schlimmes, das wird mit Medikamenten behandelt und heilt dann für gewöhnlich auch wieder gut aus..