Hund leckt Luft

    Hallo,


    unser Hund hat seit 2 Jahren einen "tick" - sie leckt ständig die Luft. Sie strekct die Zunge heraus und schlägt sie gegen ihre Nase, sodass der Eindruck einer völlig sinnlosen Bewegung entsteht. Weiß wer, was das heißen soll? Es regt uns natürlich auf, aber es ist auch etwas, das uns Sorgen bereitet - kann es etwas Ernstes sein?

  • 9 Antworten

    Was für eine Rasse ist Euer Hund - ich kenne solches Verhalten z.B. von Hütehunden als Übersprunghandlung. Und es ist in sofern bedenklich, da es wirklich zu einem suchtartigen Tick werden kann - oder vielleicht sogar schon ist.

    Macht sie das ganz unabhängig von der Situation? Wann genau tut sie das, versuch mal zu beobachten ob es irgendetwas gibt, das dem immer voraus geht. Das kann Stressverhalten sein, ein Suchtverhalten entsteht aus einem selbstbelohnenden Verhalten - es beruhigt sie vermutlich, ähnlich dem Daumenlutschen beim Menschen. Lecken gehört auch zu den Beschwichtigungssignalen, vielleicht liegt da der Ursprung der Handlung. Wie ist sie so, ist sie evtl. ein unsicherer, ängstlicher Hund?


    Habt ihr sie daraufhin schonmal beim Tierarzt vorgestellt, möglicherweise hat sie auch Beschwerden. Verstärktes Lecken kann ein Schmerzsignal sein, möglicherweise hat sie aber auch ein Atemwegsproblem, Halsbeschwerden, geschwollene Lymphen sind denkbare Ursachen - auch bei Hunden gibt es sowas chronisch oder Beschwerden in Folge einer anderen Erkrankung, Allergien, Autoimmunerkrankungen, Schilddrüse können stereotypes Verhalten verursachen oder aber eben auch schlicht Unter- oder Überforderung, vielleicht auch in einem Bereich, der für eure Hündin wichtig ist, ihr das als solches aber evtl. gar nicht erkennt. Wo liegen ihre Vorlieben und wie kann sie die Ausleben.


    Nur mal ein paar Gedankenanstösse, eh man sich Gedanken macht wie man daran arbeitet sollte man herausfinden womit es zusammenhängen könnte.

    Hat er dieses Gefühl auch oft wenn gar kein Fusel da ist? Dann würde das auch in die Kategorie stereotypes Verhalten fallen, ansonsten isses ja begründet ;-).

    Hallo,


    danke für eure Beiträge! Also es ist so, dass sie das tut, wenn sie Aufmerksamkeit haben will (wir sind beschäftigt, sie sitzt daneben) und eigentlich fast immer... Die Tierärzte haben nie wirklich etwas gesagt, sie hat wohl eine Luftröhrenverengung, aber sie lässt das Lecken sein, wenn meine Mum ausrastet (was ab und zu der Fall sit, weil es sie nervt). ;-D Aber ich hab sowieso Recht, weil es nichts bringt. :-)

    In dem Fall wo Deine Mama ausrastet geht wohl der Selbstbelohnungseffekt flöten, insofern ist sie dann ja auch abgelenkt.


    Hatt diese Luftröhrenverengung denn sonst irgendwelche Auswirkungen?


    Du könntest mit ihr Clickern.


    Mit dem Clicker kannst Du recht punktgenau die Momente belohnen in denen sie nicht leckt


    - schenk ihr nach Möglichkeit keine Aufmerksamkeit wenn sie "Luft leckt", denn dann erreicht sie zusätzlich ihr Ziel. Keine Aufmerksamkeit heißt auch nicht drüber aufregen, denn auch das ist Aufmerksamkeit, das ist dem Hund nämlich schnuppe ob die negativ oder positiv ist, außer Deine Mutter rastet aus ;-).


    Das ist natürlich schwierig, wenn sie das ständig macht, man kann den Hund ja nicht dauernd total ignorieren, wobei es ne Überlegung wäre, das mal einen Tag zum testen durchzuziehen, würd ich aber erst gut überlegen wie sensibel sie ist, ob sie sowas einigermaßen gut verpackt.


    Falls Dich das Thema interessiert dann meld Dich nochmal, kann Dir das Prinzip gerne erklären.

    Wieso ist das lecken denn eigentlich so schlimm?


    Unser Hund macht das auch manchmal, ich glaube, das hat was damit zu tun, dass ihr ein paar Krümel am Gaumen kleben...

    An sich ist das nicht schlimm, allerdings scheint mir das hier, zumindest wie es geschildert wurde, schon ein richtiger Tick zu sein und sowas ist dann doch schon unter Verhaltensstörung einzuordnern, das kann aber wohl die Halterin nur selber beurteilen und das ist für den Hund auch nicht wirkich gut. Hunde fixieren sich dann schonmal gerne auf so ein verhalten und es verfestigt sich immer mehr. 2 Jahre ist ohnehin schon verdammt lange, das wird vermutlich eh schwieirg das wieder rauszubekommen.


    @ Petia - wie verhält sie sich den sonst dabei - hast du den Eindruck das sie sich fixiert darauf? also hast Du das Gefühl sie versinkt dann irgendwie in ihre Welt, so ne leichte Trance?


    Ein anderes Beispiel für solche Sterotypen sind Balljunkies, die sind echt krass drauf und ich meine wirklich krankkafte Balljunkies, nicht so wie man das schonmal gerne so sagt um ne besonderes Interesse des Hundes hervorzuheben. Die schalten dermaßen ab wenn es um einen Ball geht, das die um sich rum nichts anderes mehr wahr nehmen, sprich auch nicht mehr Aufnahmefähigkeit sind - also das finde ich persönlich nicht gerade toll, auch wenn es für den einen oder anderen Balljunkie Halter ganz praktisch ist, weil man den Hund damit gut unter Kontrolle halten kann - das kann wirklich wie eine Droge sein, es bereitet dem Hund ein derartiges Vergnügen, das massig Dopamin ausgeschüttet wird, nur ist er nicht mehr wirkich in dieser Welt - halte ich jedenfalls nicht für wünscheswert.