Hund stirbt bei dementer Frau was tun?

    Ich habe ein Problem und finde keine Lösung.


    Meine Oma hat seit eine Demenz. Wir in der Familie wissen es alle, vielleicht ist es auch nur eine normale Altersverwirrtheit, aber es wird schlimmer. Eine ärztliche Diagnose haben wie leider nicht, da meine Oma sich weigert zu Ärzten zu gehen.

    Sie leugnet ALLES was ihr nicht gefällt, aber so war sie schon immer. Sie ist sehr egoistisch und teils boshaft. Jedenfalls hat sie aufgrund ihrer Art jetzt im Alter niemanden. Keine Freunde und nur wenig guten Kontakt zur Familie.

    Allerdings achten wir schon auf sie, tauschen uns aus und sind immer da, wenn es wirklich nötig ist.

    So ein Fall ist jetzt.


    Seit 14 Jahren hat sie einen Hund, den sie sehr liebt. Sie hat ja auch nur diesen Hund. Er bedeutet ihr alles. Ihre Liebe war aber auch hier immer sehr egoistischer Natur, also auf das Wohl des Tieres hat sie nie geachtet.

    Der Hund wirkt schon seit Jahren ungepflegt, hat starken Mundgeruch, stumpfes Fell, ganz schlechte Zähne. Seit einiger Zeit ist er taub und fast blind.

    Meine Oma hat sich immer geweigert mit ihm zum Arzt zu gehen und auf Hinweise in die Richtung schon immer sehr böse reagiert.
    Es war ihr immer nur wichtig, dass sie jedem stolz erzählen konnte, dass der Hund noch NIE beim Arzt war und alle Leute ihn draußen ganz toll finden. Der Hund hat nie eine Impfung oder Wurmkur bekommen...


    Seit einigen Wochen haben sie nun schon ihre Bekannte und auch meine Schwester darauf aufmerksam gemacht, dass der Hund krank wirkt. Er knickt mit den Beinen weg, läuft schlecht und andere Symptome. Sie solle doch bitte mit ihm zum Arzt. Hat sie nicht gemacht und behauptet, der Hund sei nur stur und faul.


    Seit einigen Tagen hat sich sein Zustand so drastisch verschlimmert, dass der Artzt unumgänglich war. Der Hund hat Nierenversagen und könnte mit wirklich guter Pflege, Medikamenten und Schonkost noch ein paar Wochen leben.


    Meine Oma ist nichtmal in der Lage ihm ein Medikament zu geben. Sie vergisst alles was die Ärzte sagen und leugnet den Zustand des Hundes.

    Noch während sie beim Arzt ist, versucht sie dem Arzt einzureden, das dem Hund nichts fehlt. Sie leugnet seine Symptome und dass der Hund sich z.b immer wieder übergibt. Seine Erklärung, dass die Magensäure den Magen langsam zerstört, hat sie sofort verdrängt. Selbst für eine Spritze gegen die Übelkeit, musste der Arzt sehr einfühlsam auf sie einreden. Die Notwendigkeit sieht sie nicht.

    Der Hund schafft es nicht mehr die Treppe rauf. Tragen kann sie ihn nicht. Doch dann geht sie doch wieder mit ihm raus und versucht mit ihm zu laufen obwohl der Hund sich einfach draußen hin legt.

    Wir waren bisher bei 3 Ärzten, weil meine Oma die Diagnose nicht wahrhaben will und jedesmal behauptet, der Hund sei ja garnicht untersucht worden. Und jedesmal besteht sie darauf, den Hund wieder mitzunehmen. Eine Tierklinik wollte ihn dabehalten, Infusionen geben, ihn aufpäppeln, das wollte sie nicht.


    Wenn man nur andeutet, dass sie die Aussagen der Ärzte vergisst, ist sie extrem böse und leugnet dies. Mir ist rausgerutscht, dass ich es nicht gut finde, den Hund so leiden zu lassen, puh da war sie sauer und sie ist überzeugt, das Beste für den Hund zu machen.


    Aufgrund der Demenz kann sie mit neuen Situationen überhaupt nicht mehr umgehen. Sie kann dem Hund nichtmal das neue Spezialfutter geben, weil sie das ja nicht gewöhnt ist.

    Kurz gesagt, der Hund wird jämmerlich sterben und sie hat keinerlei Einsicht. Dabei wären ich oder auch meine Mutter bereit, den Hund aufzunehmen und zu pflegen. Aber so weit geht ihre Liebe zum Hund dann doch nicht und sie glaubt ja auch, dass sie in der Lage ist, sich um den Hund zu kümmern. Dass sie keine Medikamente geben kann, will sie garnicht hören. Der Arzt hat dem Hund in dem Zustand maximal eine Woche gegeben.


    Was kann man machen, außer hilflos zuzusehen?

    Den Hund einfach wegnehmen?

    Aber das wäre echt schlimm für sie, der Hund ist ihr Ein und Alles.... Aber für den Hund wäre es besser. Zumindest gesundheitlich. Ansonsten kann ich es schwer einschätzen, sie ist ja sein Frauchen, er fände eine "Entführung" sicherlich auch schlimm.


    Ich bin sehr zwiegespalten was man jetzt tun kann.

    Ich will ja für alle das Beste, weiß aber nicht, was das Beste ist. :-(

  • 7 Antworten
    Alias 970854 schrieb:

    Der Arzt hat dem Hund in dem Zustand maximal eine Woche gegeben.

    Was kann man machen, außer hilflos zuzusehen?

    Den Hund einfach wegnehmen?

    Aber das wäre echt schlimm für sie, der Hund ist ihr Ein und Alles.... Aber für den Hund wäre es besser. Zumindest gesundheitlich. Ansonsten kann ich es schwer einschätzen, sie ist ja sein Frauchen, er fände eine "Entführung" sicherlich auch schlimm.

    Wenn der Hund so schwer erkrankt ist und nur noch ein paar Tage lebt, dann den Hund schnappen und zum TA gehen. Sie wird sich eh dann abfinden müssen, wenn er in ein paar Tagen qualvoll versterben sollte. Quälerei eines Tieres würde ich mir keinen Tag länger angucken.


    Und wenn sie das nicht rafft, ist es eure Aufgabe zu handeln, mMn.

    Und manchmal muss man Prioritäten setzen, so schwer das auch sein mag.


    Und der Hund würde das sicher nicht als Entführung empfinden, das sind menschliche Gedanken. Er würde vllt vor Dankbarkeit eher die Hand lecken oder sich an dich drücken, weil ihm endlich geholfen wird.

    Oh Gott, ich würde den Hund auch schnappen und zur Tierklnik fahren und eben behalten, bis er dann stirbt bzw. eventuell erlöst werden muss. Klar ist das für die Oma schlimm, aber für den Hund ist es ensetzlich. Nierenkranke Tiere leiden extrem. Er braucht wahrscheinlich Infusionen, spezielles Futter, Phosphatbinder und Vitamine. Verstehe echt nicht, wie man da schon seit JAHREN seelenruhig abwarten kann. Hätte das dem Tierschutz/Veterinäramt gemeldet, wenn ich mich selbst nicht trauen würde.

    Hallo, nein seit Jahren ist der Hund noch nicht krank gewesen, das ging schleichend und sie hat die Warnzeichen trotz Warnungen nicht hören wollen.

    Der Hund ist heute leider eingeschläfert worden. Soweit ich das einschätzen kann, hat er aber nicht mehr gelitten und ist nur immer schwächer geworden.

    Ich bin traurig um den Hund, meine Oma hat sich zwar immer sehr geliebt, aber sie konnte halt trotzdem immer nur sich selber sehen.


    Und jetzt fängt es wieder an. Sie möchte am liebsten sofort einen neuen Hund kaufen, aber natürlich darf es nur ein Welpe sein....

    Ihr ist es egal, dass sie schon 85 ist und kaum noch laufen kann. Ihr Hund konnte sie in jungen Jahren locker von den Füßen reißen, doch sie will trotzdem wieder einen Welpen der gleichen Rasse.... Ihr Kurzzeitgedächnis wird immer schlechter, sie kann absolut keine neuen Informationen mehr behalten. Deshalb vergisst sie jedes vernünftige Gespräch zu dem Thema auch schnell wieder und jede kleine Einsicht ist kurz darauf wieder weg.


    Was kann man jetzt dagegen tun, dass sie losgeht und sich einen Hund kauft?

    Sie ist ja nicht entmündigt oder diagnostiziert, weil sie absolut keine Notwendigkeit sieht, einen Arzt aufzusuchen.

    Ich überlege schon, falls sie es wirklich irgendwie schafft einen armen Welpen zu kaufen, dass ich ihn ihr einfach wegnehme. Aber rechtlich ist das ja nicht so einfach und moralisch weiß ich nicht... Sie fühlt sich ja sehr einsam aber für ein junges Tier wäre das kein schönes Leben mehr.

    Alias 970854 schrieb:

    Was kann man jetzt dagegen tun, dass sie losgeht und sich einen Hund kauft?

    Hast Du oder Deine Eltern evtl. eine Ahnung, wo sie den Hund kaufen würde? Dann könnte man den betreffenden Züchter vorher aufklären. Vielleicht weigert er sich dann, ihr einen Hund zu verkaufen. (Ein verantwortungsvoller Züchter tut das vielleicht ohnehin, sofern er bemerkt, was Sache ist. Kann ich schlecht einschätzen.)


    Es gibt auch Beratungsstellen für Angehörige von dementen Menschen. U.a. fand ich dies.

    Alias 970854 schrieb:

    Ihr ist es egal, dass sie schon 85 ist und kaum noch laufen kann.

    Wenn sie kaum noch laufen kann wird sie wohl ohne eure Hilfe kaum in der Lage sein, sich einen neuen Hund zuzulegen. Und kein Tierheim der Welt würde einer 85jährigen einen Welpen oder überhaupt ein Tier überlassen.

    Alias 970854 schrieb:

    Ich überlege schon, falls sie es wirklich irgendwie schafft einen armen Welpen zu kaufen, dass ich ihn ihr einfach wegnehme. Aber rechtlich ist das ja nicht so einfach und moralisch weiß ich nicht... Sie fühlt sich ja sehr einsam aber für ein junges Tier wäre das kein schönes Leben mehr.

    Ja es gibt Rechte aber auch Pflichten. Ihr sind die Pflichten, die sie mit dem Kauf eines Hundes, oder Katze, oder Welli usw. wohl nicht bewusst oder werden aus Eigennutz ignoriert. Wenn sich schon nicht die anderen Familienmitglieder trauen, dann solltest Du wenigstens das Heft in die Hand nehmen und handeln, indem Du das Tier wieder zurück bringst. Es gibt nämlich auch ein Gesetz zum Schutz der Tiere.


    Stell dir aber mal die Frage, wie sie ohne Unterstützung an ein Tier kommen sollte? Oder sehe ich das Falsch?

    Es ist sehr sehr schwierig völlig uneinsichtigen evtl. dementen Menschen was

    zu erklären bzw auszureden. Wenn nicht gar unmöglich.


    im Tierheim bekommt sie sicher keinen Hund,

    von einem seriösen Züchter auch nicht.

    Aber leider tummeln sich viele unseriöse Hundehändler im Netz und inserieren auch in Tageszeitungen und Werbeblättchen.. Das wäre denke ich die einzige Möglichkeit wie sie an einen Hund kommen könnte, denn die würden evtl. "liefern".


    Aber sonst denke ich ist es für die alte Dame zum Glück ziemlich aussichtslos.

    Zitat

    im Tierheim bekommt sie sicher keinen Hund,

    von einem seriösen Züchter auch nicht.

    Das hoffe ich sehr. Ich vermute auch, dass sie es garnicht mehr schafft, sich im Internet nach Züchtern umzussehen, aber manchmal überrascht sie einen halt doch noch. Außerdem gibt es Leute in der Familie, die in solchen Dingen nicht viel nachdenken. Ich hoffe, dass sie niemanden fndet, der ihr beim Hundekauf hilft...

    Wir sind alle ziemlich ratlos momentan, vielleicht werde ich wirklich mal eine Beratungsstelle anrufen. Sie kann sich ja noch ganz gut selbst versorgen, aber dann gibt es so Momente, wo sie immer wieder zur Bank geht und große Summe Geld abhebt, oder wichtige Dinge komplett vergisst und leugnet. Sie weiß heute nicht mehr, was gestern genau mit dem Hund passiert ist :-/ Aber auf kleinste Hinweise reagiert sie extrem sauer und uneinsichtig.