• Kater greift Hunde (grundlos) an.

    Mein Kater ist eigentlich der liebste der Welt. Er hat mit seinen 8 jahren noch keine Menschenseele auch nur gekratzt, zumindest kann ich mich daran nicht erinnern. Wenn ihm etwas nicht passt (rum tragen, Zecken entfernen, in den Katzenkorb setzen wenn es zum Tierarzt geht) faucht er vielleicht mal, lässt es aber dann tapfer über sich ergehen. Er ist…
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    Aber wie mach ich das, ohne dass er nen Herzkasper bekommt weil ich seine Erzfeinde auch noch in sein Revier einlade?

    Ich würde dir sehr gerne weiterhelfen, leider hab ich mit Katzen sehr sehr wenig Erfahrung. Keinesfalls würde ich wie gesagt die "Feinde" auf euer Grundstück holen. Er soll sich in seinem Zuhause ja schon sicher fühlen können.


    Vielleicht ist es auch ein Problem, dass euer Grundstück nicht vollständig eingezäunt ist, denn eigentlich wäre das Problem ja gelöst, wenn euer Kater beim Anblick fremder Hunde (also potenzieller Feinde) sich selbstständig auf euer Grundstück zurückzieht, weil er weiß "Hinter dem Zaun kann mir keiner was". Ich kenn das auch so von den Katzen, die hier wohnen. Wenn sie meinen Hund sehen, klettern sie über den Zaun und beobachten uns von dort aus, sie scheinen zu wissen, dass der Hund ihnen nicht dorthin nachfolgen kann.

    :-D :-D :-D hahahahaaa, das ist ja n cooler Kater!!! Ich mag Hunde nämlich auch nicht!!! Hahahahaaaa... coole Geschichte!


    Ich hatte auch mal 3 freilaufende Mietzen... tolle Kätzinnen! Sie sind 2 Blocks weitergezogen, weil sie sich n neuen Besitzer ausgesucht haben... einfach so... oder wohl eher, weil die neue Besitzerin täglich frisch gekocht hat für die 3 – Hühnerfrikasee a la KittyCat... – untreue Tomaten... aber wenn wir uns begegnen – schmusen wir immer noch... :-Dtolle Tiere so Katzen!


    Aber zu Deinem Problem fällt mir leider nix ein... ausser dass sie vielleicht ne schlechte Erfahrung mit nem Hund bei einem ihrer Freigänge gemacht hat... vielleicht hat sie mal einer gejagt oder angeknabbert und Du hast es halt nicht mitbekommen... und wunderst Dich nun was er hat...

    Seit der Kater die Nachbarskatze ermordet hat, ist er größenwahnsinnig geworden und macht auch vor Kampfhunden nicht halt. Dieses Tier ist wohl einzigartig auf dieser Welt.

    Meine naive, verhaltenstherapeutisch geprägte Perspektive sagt mir:


    Da muss was passiert sein. Ein Kater fängt nicht grundlos und plötzlich an, Hunde zu attackieren.


    Zudem kann man Katzen nur sehr schlecht konditionieren (funktioniert bei Hunden viel besser).


    Meine Empfehlung ginge daher auch in die Richtung: Kater langsam an ruhige und friedliche Hunde heranführen. Ggf. "vermittelnd" wirken, d.h. Kater an der einen Seite (idealerweise für den Zweck zwecks Kontrollierbarkeit MIT Geschirr) habgen und kraulen – und mit der anderen Hand den Hund. Katerchen soll sehen, dass Hund nix tut und Frauchen den Hund auch nicht als gefährlich einstuft.


    Keine Ahnung, ob es funktioniert. Aber den Kater zu bestrafen halte ich angesichts der typ. Katzennatur für wenig Erfolg versprechend. Sehe die Gefahr, dass er noch mehr Angst bekommt.


    Kurzum:


    Du müsstest mit willigen Hundebesitzern (mit ruhigen Tieren!) systematisch Annäherungen planen, bei denen Dein Kater aber aufgr. Brustgeschirr o.ä. voll kontrollierbar bleibt. Und bitte auf neutralem Boden, also weder bei Dir noch beim Hundebesitzer im Garten.


    Ein den Kater angreifender Hund wird wohl erher nur noch mehr Angst und ggf. Aggressivität seitens Deines Katers bringen.


    Mehr als ausprobieren bleibt wohl nicht. Und sicherheitshalber vielleicht doch Warnschilder vor dem Kampfkater. ;-D

    Zitat

    Man kann aggressives Verhalten nicht durch nette Worte, Futter oder andere Belohnungen verstärken. Der Irrtum ist weit verbreitet, es

    also zumindest bei Menschen ist das so.


    Und auch ein Hund schaut bei deviantem Verhalten in Reizsituationen immer zum Rudelführer wegen Bestätigung. Meine machen es zumindest.

    Zitat

    Man kann aggressives Verhalten nicht durch nette Worte, Futter oder andere Belohnungen verstärken.

    Doch! Simpelste Verhaltensbiologie, Stichwort (operante) Konditionierung. Zumindest beim Hund, beim Menschen und vielen andere Tieren (Stichwprt Laborratte).


    Katzen: Sind für mich da eher ein Mysterium und gelten als schwer zu konditionieren.


    Verhaltensbestimmend wirken positive und negative Dinge – und zwar sowohl deren "Verabreichung" als auch deren "Wegfall". Man kann somit erwünschtes Verhalten sowohl durch Bestrafung von nicht erwünschtem Verhalten als auch durch Verstärkung des erwünschten Verhaltens erreichen.


    Wenn ein Hund sich daneben benimmt und dann gelobt wird, gestreichelt wird, Leckerli bekommt – dann verbucht er: Oh, das war offensichtlch gut, also mehr davon." Bestrafung ist sicherlich eindeutiger und effektiver, aber auch das andere funktioniert.


    Mehr hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Instrumentelle_und_operante_Konditionierung#Das_Kontingenzschema

    Zitat

    Aber das auf den Arm nehmen sieht er sicher nicht als Belohnung an. Ich hab eher das Gefühl, dass er sich dadurch sicherer fühlt und weniger Angst hat und ruhiger wird.

    aber das ist doch Belohnung in dem Moment für ihn. :|N


    Du als Kumpel nimmst die Situation in die Pfote und gibst ihm Sicherheit vor dem Feind.


    Wie toll soll die Belohnung noch sein?


    Cocktails?

    ....ein Hund würde für so etwas schon längst auf dem Tisch bleiben......


    aber Katzen sind ja an sich harmlos.


    Ich denke übrigens auch, dass er ein negatives Erlebnis hatte.


    Und das kannst Du nur durch positive kompensieren.


    Was hier aber schwierig wird, weil er anscheinend auf fremde Hunde los geht.


    Sobald Du aber ein paar einlädst, sind die ja nicht mehr fremd? :-/


    Funktioniert das so bei Katzen?

    Also erst einmal muss ich sagen, ich habe Tränen gelacht....Dein Kater finde ich genial...


    Zu Deinem Problem...Eine Katze vergisst nie oder nur sehr schwer...das ist nicht nur ein Sprichwort, das ist auch so. Wenn er wirklich von einem Hund angegriffen worden ist, was ich fast glaube, wird es sehr schwer wenn nicht fast unmöglich für Dich werden, ihm seine jetzige Reaktion abzugewöhnen.


    Eine Katze ist und bleibt ein Raubier, egal wie anhänglich sie bei ihrem Menschen ist. Dieses Raubtier zeigt sich ja im ganzen Verhalten einer Katze. Man kann sie sicher bis zu einem gewissen Grad erziehen, das aber nur wenn sie es auch zulässt.


    Dass er sich beruhigt wenn Du ihn auf den Arm nimmst ist ein ganz normales Verhalten. Er hat Angst und Du bist für ihn sein "Ober-Raubtier", bei Dir fühlt er sich sicher und beschützt. Dies wird er auch nicht als Belohnung auffassen.


    Bei einem Hund ist das anders. Diesen kann man erziehen und er akzeptiert Belohnungen als das was sie sind und auch ein Nein wenn es sein muss.


    Ich denke, wenn Du ihn zwingst mit einem Hund zusammen zu sein, verschlimmerst Du die Situation nur, er wird Dir das übel nehmen und irgendwann einmal das Vertrauen zu Dir verlieren.


    An Deiner Stelle, würde ich halt die Nachbarn informieren und bei der Gartentür ein Schild hinmachen...ansonsten kann ich Deiner Kampfkatze nur die Pfoten drücken und sagen recht so...(ich mag die Hunde auch nicht) und Dir wünsche ich gute Nerven und viel Glück.

    Hallo Ida,


    leider kann ich dir da auch keinen Tip geben außer dem,der schon angewendet wird.Ich hab mich bald nicht mehr eingekriegt vor Lachen.Sorry,aber wenn ich mir das so bildlich vorstelle...wie dein Kater einen Hund nach dem anderen vermöbelt... ;-D ;-D ;-D ;-D ;-D ]:D ]:D :)^ :)^ :=o

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    Doch!

    Nein, das ist verhaltensbiologischer Unsinn. Und das gilt für alle Säugetiere, nicht nur für Menschen, nur für Hunde oder nur für Ratten.


    Man denke an Hunde im Schutzdienst. Das Beißen am Ärmel kann man über den Beutetrieb gut positiv aufbauen, der Ärmel ist nicht mehr als ein Spielzeug, aber wenn es in den Wehrbereich geht, kann man mit positiver Verstärkung nichts mehr erreichen. Ein Hund wird nicht wilder, aggressiver, härter weil man ihm ein Leckerchen zwischen die Zähne schiebt oder freundlich sagt, dass er ein guuuter Hund ist. Das ist verhaltensbiologisch einfach unmöglich. Da wird mit Bedrohung gegen den Hund gearbeitet und mit Schmerz und Druck, um die Abwehraggressionskette des Hundes auszulösen und zu verstärken.

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    Man kann somit erwünschtes Verhalten sowohl durch Bestrafung von nicht erwünschtem Verhalten als auch durch Verstärkung des erwünschten Verhaltens erreichen.

    Nochmal: Sowas ist nicht auf nicht dem Bewusstsein zugängliche, instinktive Bereiche zu übertragen. Angst und Aggression entstehen zu einenm großen Teil in der Amygadala, dieser Bereich ist nicht dem Bewusstsein zugänglich und das macht verhaltensbiologisch Sinn. Wer fliehen oder kämpfen muss, kann und darf nicht überlegen.


    Natürlich kann man klassisch konditionieren, das heißt aber nicht, dass ein Tier mehr Angst und Aggression zeigt, wenn es belohnt wird. Eine Belohnung ist schließlich etwas Gutes für das Tier, es bringt das Tier dazu sich wohler zu fühlen und positive Emotionen aufzubauen.


    Man kann den Reizauslöser also mit Positiven nur positiv belegen, nicht negativ. Dazu muss man das Tier aber auf eine denkende Ebene bringen, das geht nicht, wenn er voll im Angst- und/oder Aggressionsmodus ist. Ein Hund, der Angst vor Nudelhölzern hat, weil er früher damit geprügelt wurde, hat nicht mehr Angst, wenn man ihm bei Sichtung eines Nudelsholzes ein Leckerli in den Mund schiebt, sehr wohl aber, wenn ich ihn anbrülle oder eine verpasse, wenn er das Nudelholz sieht und sich aufregt. Wenn er zu nah am Nudelholz dran ist, wird er wahrscheinlich keinen Nerv für ein Leckerli haben und nicht lernen, also keine neuen Verknüpfungen setzen können. Also vergrößert man die Distanz zum Reizauslöser auf eine Entfernung, in der der Hund eben noch nicht die Nerven verliert. Und dann kann man das Ganze sehr schön positiv belegen und hat hinterher ein Tier, für das ein Nudelholz seinen Schrecken verloren hat.


    Man kann natürlich einem Lebewesen, das Aggression zeigt, auch so hart zusetzen, dass es ins Meideverhalten fällt. Das sind dann zB Hunde, die "aus dem nichts" zubeißen, weil ihnen jegliche natürliche Abwehrmaßnahmen wie Flucht, Knurren/Bellen mit aversiven Methoden (zB Stachel-/Stromhalsbänder) vorher sehr gründlich "aberzogen" wurden.

    Ich würde mein Grundstück einfach katzensicher machen, mit einem Zaun, der hoch genug ist oder aber mit einem Zaun, der mit einem Halsband am Tier "verbunden" ist. Vielleicht würde ich es aber zuerst mit einer Leine versuchen.


    Sicher ist das alles zuerst nicht toll aber mit der Zeit wird sich das Tier dran gewöhnen.


    Ich habe selber 3 Katzen UND einen Hund, also hege ich keinerlei Vorurteile gegen eins von beiden. In unserer Nachbarschaft leben auch zwei Katzen, die gern Hunde attackieren, bisher ist zum Glück nichts passiert - aber mel ehrlich - ich würde zum Tier werden, wenn doch. Mal abgesehen davon, dass ich sofort bei dem Besitzer an der Tür stehen würde und der mich dann zum TA fahren dürfte, wo er natürlich auch blechen könnte, sollte mir die Katze nie zwischen die Finger kommen (da wäre dann eine Dusche mit kaltem Wasser noch harmlos, eher würde ich sie eigenhändig im Tierheim abliefern!).


    Sollte ein Hund so reagieren, dann wären die Nachbarn längst beim Ordnungsamt oder der Polizei gewesen und dieser entweder eingeschläfert worden oder aber für immer im Tierheim einquartiert.


    Du mußt schnell was machen - eine Kralle an der falschen Stelle und eins der Opfer ist vielleicht halbseitig blind? (mal ganz negativ gedacht)

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    Simpelste Verhaltensbiologie, Stichwort (operante) Konditionierung. Zumindest beim Hund, beim Menschen und vielen andere Tieren (Stichwprt Laborratte).

    Ich möchte darauf nochmal eingehen, weil es vorher vielleicht nicht ganz klar geworden ist. Hier greift keine operante Konditionierung. Diese betrifft spontan gezeigtes Verhaltes, kein ausgelöstes Verhalten. Ein Hund setzt sich und kassiert eine Belohnung, er wird sich öfter setzen. Angst und Aggression sind kein spontan gezeigtes Verhalten, sondern evolutionär angelegte, instinktiv und somit unbewusst ablaufende Programme auf einen Reiz, der diese Programme auslöst.


    Der Kater hat sich genauso wie mein Hund längst klassisch konditioniert. Er hat, wenn auch nicht genau bekannt ist wie, gelernt, dass man vor Hunden Angst haben muss. Der Anblick des Hundes löst seine Angstreaktion aus, er kann gar nicht anders. Er reagiert darauf mit Aggression, um den Angstauslöser loszuwerden – genau wie mein Hund es getan hat.


    Hier ist Gegenkonditionierung gefragt, die bekanntermaßen zur klassischen Konditionierung gehört. Auch hier gibt es ein schönes Rattenbeispiel:

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    Wurde ein bedingter Reiz (CS) erlernt, sodass er zuverlässig eine bedingte Reaktion (CR1) auslöst, soll diese Assoziation in der Gegenkonditionierung wieder gelöst werden. Dazu paart man nun den CS mit einem neuen unbedingten Reiz, der eine zur CR1 gegengerichtete Reaktion CR2 auslöst. War also die CR1 aversiv, ist die CR2 appetitiv und umgekehrt. Hat z. B. eine Ratte einen Ton (CS) als Prädiktor für Stromreize (US1) erlernt, sodass der Ton alleine bereits eine Angstreaktion (CR1) auslöst, wird in der Gegenkonditionierung der Ton solange mit einem appetitiven Reiz (US2, z. B. Futtergabe) gepaart, bis der Ton die Angstreaktion nicht mehr auslöst.

    Nach deiner Annahme müsste die Futtergabe die Angstreaktion verstärken. Sie tut es aber nicht. Die Ratte hat erst gelernt, dass ein Reiz negative Auswirkungen hat und dann, dass er positive Auswirkungen. Die Angstreaktion verschwindet wieder.


    Im Fall des Katers ist es genauso. Der im Beispiel genannte Ton ist der Anblick der Hunde, der Hund muss den Kater nicht attackieren, der Anblick des Hundes reicht völlig aus um eine Reaktion auszulösen. Und das müsste man umpolen.


    Wie praktikabel das bei einem Freigänger ist, weiß ich nach wie vor nicht. Man kann ihn schließlich nicht die ganze Zeit verfolgen.