Katze überfahren...

    Hallo,


    ich muss mich mal mit einem kleinen Problem an euch wenden und hoffe, ehrliche Meinungen zu kriegen und vielleicht auch ein bisschen beruhigt zu werden.


    Ich habe vorhin eine schwarze Katze überfahren. Ich bin mit 50 km/h gefahren, also innerorts nicht zu schnell. Es war dunkel und ich habe das Tier wirklich nicht gesehen. Hab sie wohl mit dem Hinterrad erwischt und konnte somit nicht reagieren. Sie hat noch kurz gezuckt und war dann sofort tot. Mit Hilfe von zwei sehr netten Damen konnten wir das Tier an die Seite schaffen und dem Nachbarn des Besitzers meine Handynr. geben. Ich stand total unter Schock. Ich möchte mich einfach entschuldigen, ich hab so ein wahnsinnig schlechtes Gewissen und bin am Boden zerstört.


    Ich hab noch nie ein Tier überfahren und weiß nicht, was ich machen soll. Es tut mir so unendlich leid.


    Bisher hat der Besitzer sich nicht gemeldet, was mache ich, wenn er das auch nicht tut? Würdet ihr noch mal dort hinfahren oder lieber nicht?


    Danke für eure Antworten.

  • 15 Antworten

    Ach ja, mein Sohn saß im Auto und daher konnte ich leider nicht so lange auf den Besitzer warten. Außerdem wollte ich einfach nur noch nach Hause und heulen.

    Ich glaube ich selbst würde gar nicht mit der Person sprechen wollen, die meine Katze überfahren hat. ":/


    Weil es ja doch nichts ändert, ich wäre nur wütend und im schlimmsten Fall aus Trauer furchtbar unfreundlich und unsachlich - und das, obwohl sowas eben manchmal einfach passiert ohne dass der Fahrer Schuld hat.


    Sollte er sich also nicht melden, würde ich es auf sich beruhen lassen.


    Ich verstehe wie es dir geht, aber mach dir keine Vorwürfe. Du hast richtig gehandelt und es toll, dass du dich gekümmert und deine Nummer hinterlassen hast. Mehr kannst du nicht tun. :�_

    Das ist furchtbar, wahrscheinlich für beide Seiten.


    Ich würde erst einmal abwarten, die Besitzer sind wahrscheinlich auch geschockt.


    Hier kann man natürlich nicht voraussehen, ob man eine Entschuldigung annimmt oder man Dir nicht sogar Dinge unterstellt - in Trauer oder sogar Wut, die weit entfernt sind von Deiner Realität.


    Vielleicht verzeiht man, vielleicht nie.


    Sollte man Dir mit Unmut begegnen, kannst und mußt Du für Dich selbst sorgen. Deine Wahrheit ist, Du konntest es nicht abwenden, es war nie Absicht, es ist einfach geschehen.


    Es tut Dir leid, das ist auch Deine Wahrheit. Die bleibt es auch und für unversöhnliche Gedanken anderer wärst Du nicht verantwortlich.


    Bleib bei Dir selbst, bei dieser Wahrheit. Die ist Fakt, egal, wie gedacht wird.

    Danke für eure netten Worte, ich bin ein wenig beruhigt.


    Natürlich habe ich Verständnis, wenn der Besitzer nicht mit mir reden möchte und sauer ist. Ich wollte nur nicht einfach abhauen, da hat ein Mensch sein geliebtes Tier verloren und ich bin Schuld. :�(


    Ich warte einfach ab und wenn er sich nicht meldet, mache ich einen Haken dran oder versuche es zumindest.

    Von den Verkehrsregeln her, hättest du auch keine Vollbremsung machen sollen, denn das hätte dich und evt. hinter dir fahrende gefährden können.


    Es ist sehr sehr traurig, dass du die Katze erwischt hast, du hast das richtige getan indem du nach dem Tier geschaut hast, im Grunde kann man dir nichs vorwerfen.

    Ich finde du hast sehr gut reagiert. Andere wären einfach weiter gefahren und hätten gehofft das niemand es gesehen hat - als hätten sie einen Spiegel abgefahren.


    Und ich denke wenn sich die Tierhalter nicht die garstigsten Menschen auf Erden sind, sehen sie das genau so. Dann sind sie froh das sie wissen was mit ihrem Tier passiert ist und es nicht kläglich verreckt ist. Entschuldige die Wortwahl, aber ich denke das ist die größte Sorge eines Tierhalters: Dass das Tier einsam und qualvoll stirbt oder man nie erfährt was mit dem Tier passiert ist.


    Hast alles richtig gemacht. Kopf hoch!

    Ich weiß, dass man keine Vollbremsung machen darf, aber aus Reflex mache ich das immer. Da kann ich nichts gegen tun, will ich auch nicht. Dadurch habe ich vermutlich einige Tiere "gerettet".


    Nein, sie hat hoffentlich nicht gelitten. Sie hat kurz gezuckt und dann war es das. Als ich bei ihr war, hat sie sich nicht mehr geregt und laut der Dame, welche zufällig beim Tierschutz gearbeitet hat und vor Ort war, hatte sie auch keinen Puls mehr. Ich hatte in dem Moment Berührungsängste und hab nur geschockt und heulend dagestanden. Recht feige, ich weiß, aber ich stand echt neben mir.


    Danke für eure Worte.

    Es tut mir leid, dass du so eine schlimme Erfahrung machen musstest - dich trifft keine Schuld und trotzdem fühlst du dich vermutlich schuldig. So was ist schlimm für alle.


    Weil ich eine sehr ähnliche Sache erlebt habe (Hund hatte sich von der Leine gerissen, ist vor mein Auto gelaufen)...


    Haben die Nachbarn den Unfall gesehen? Und wurde die Polizei eingeschaltet?


    Ich kann dich verstehen, dass du nicht einfach wegfahren wolltest und es jetzt auch nicht so aussehen lassen willst, als wäre dir die Katze egal. Falls die Polizei nicht informiert wurde, weil es offensichtlich schien, dass dich keine Schuld trifft - ruf trotzdem an und schildere den Fall.


    Bei mir wurde später alles mögliche angezweifelt und auf die Nachbarn eingeredet. Es gibt Menschen, die auf den Unfalltod des geliebten Haustieres nicht rational reagieren und versuchen, einen Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen, egal ob schuldig oder nicht.


    Ansonsten hast du alles gemacht, was du machen konntest @:)

    Ich fühle mich unglaublich schuldig, obwohl mir mein rationales Denken sagt, dass ich nichts tun konnte.


    Zwei Frauen haben den Unfall gesehen und mir geholfen, weil ich in dem Moment einfach hilflos war. Ich hätte auch angehalten, wenn niemand etwas gesehen hätte, im ersten Moment dachte ich auch, dass niemand es mitbekommen hat. Dann hätte ich auch direkt die Polizei gerufen. So gibt es nun im Zweifelsfall zwei Zeugen, die sicherlich bestätigen können, dass die Katze mir direkt unter das Auto gelaufen ist und ich keine Chance hatte.


    Ich würde mich dafür sogar zur Rechenschaft ziehen lassen, ich hab die Katze überfahren, das ist nun mal so.


    Ich selbst habe zwei Hunde und sollte einer überfahren werden, würde ich dem Fahrer, solange er nicht voll draufgehalten hat, keine Vorwürfe machen. Aber da ist wohl auch jeder anders.


    Hattest du nach dem Unfall mit dem Hund lange ein schlechtes Gewissen? Ich hab das Gefühl, dass das nie mehr weg geht. :-(

    Ja, die Schuldgefühle waren riesig :-| War auch noch ein Welpe, wir kennen die Besitzer und wussten, wie sehr die Enkel an dem Tier hängen.


    Das Verhalten des Besitzers hat jedoch dazu geführt, dass die Schuldgefühle schnell von Wut überdeckt wurden. Er wollte die Kosten für das reinrassige Tier wieder haben und hat alles mögliche versucht. Auch mit dem Gedanken im Hinterkopf dass er trauert und einfach seine Wut über den Verlust irgendwo lassen muss, hatte ich leider schnell kein Verständnis mehr.


    Aber die Schulgefühle dem Hund gegenüber habe ich bis heute noch, das Tier konnte nichts für seinen Besitzer. Es hätte nicht so kommen müssen.


    Ich habe selber einen Hund und sehe es wie du - wenn ein Unfall passiert und nicht jemand ihn bewusst umgenietet hat, würde ich versuchen es auch als reinen Unfall abzuhaken oder wenn die Schuld bei mir als Halter zu sehen, wenn er sich losreißen konnte, weil ich unachtsam war oder so. Aber ja, das sieht jeder anders.


    Bei Freigänger Katzen sehe ich es noch einmal etwas "härter" - die Besitzer von Freigänger wissen, dass jederzeit etwas passieren kann, es ist einfach großes Pech und mieses Schicksal, dass diese Katze verunfallt ist. Aber diese Gefahr geht man als Katzenbesitzer bewusst ein. Was den Verlust natürlich nicht leichter macht.

    Das kannst du halten wie ein Dachdecker.


    Ich habe seinerzeit nachts eine Katze überfahren, und bei der Polizei angerufen. Dort sagte man mir, dass ich die Katze an den Straßenrand legen soll, damit kein Motorradfahrer ausrutscht. Und auf meine Frage nach Rat was ich bezüglich des Besitzers machen solle, sagte man mir "die werden schon merken, wenn die Katze nicht mehr nahhause kommt". Ich habe mich dort in der Nacht oder später nicht an die angrenzenden Häuser begeben, und Klinken geputzt.


    Bei einem Hund hat man wohl irgendwie anders zu verfahren.


    Trotzdem ist es eine anständige und freundliche Geste, wenn man sich dort meldet, so wissen doch die Leute, was passiert ist. Und fangen nicht an, nach der Katze zu suchen, Plakate aufzuhängen.


    Für mich ist weiterhin maßgeblich, ob einen Schuld bezüglich des Todes der Katze trifft. Schuld, die über die übliche Inkaufnahme des Todes von Tieren (siehe z.B. Insekten) durch den Betrieb eines KFZ hinausgeht.


    Das war bei mir nicht der Fall, die Katze war chancenlos, und ich hätte sie auch nicht retten können, wenn ich mit der Geschwindigkeit eines Computers reagiert hätte.

    Ich weiß, dass in solchen Fällen meist sogar der Hunde- oder Katzenhalter die Schuld bekommt, sollte es vor Gericht gehen. Aber darum geht es mir gar nicht. Ich hab das Tier überfahren und verenden sehen und leide so mit dem Besitzer. Ich hoffe, dass die Schuldgefühle irgendwann besser werden. Wie ist es eigentlich bei dir ausgegangen, LilaLina?


    Die Polizei habe ich nicht gerufen, da ja genügend Zeugen vor Ort waren und das Tier dem Besitzer zugeordnet werden konnte. Sonst hätte ich das getan und ziemlich sicher dieselbe Antwort bekommen wie du bekommen, Rufuslll.


    Was die Schuldfrage betrifft: Ich konnte nichts tun. Sie ist mir unters Auto gelaufen und ich habe sie mit dem Hinterrad erwischt. Trotzdem fühle ich mich schuldig.


    Aber ich werde den Besitzer nicht kontaktieren und hoffen, dass er darüber hinweg kommt. Sollte er sich bei mir melden, werde ich aber Rede und Antwort stehen, das bin ich ihm mindestens schuldig.

    Ich finde es toll, dass du nicht einfach weitergefahren bist. Sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, die Realität ist aber eine andere.


    Nochmal hinfahren würde ich aber nicht. Dass du deine Nummer hinterlassen hast, zeigt, dass dir die Katze nicht egal war und es dir leid tut. Trotzdem würde ich als Besitzer wahrscheinlich nicht mit dir sprechen wollen, weil es sowieso nichts ändert. Möglich wäre auch, dass es den Besitzer gar nicht so sehr mitnimmt, dass die Katze überfahren wurde. Wird zwar die Ausnahme sein, aber auch solche Tierbesitzer gibt es (leider).

    Zitat

    Ich habe seinerzeit nachts eine Katze überfahren, und bei der Polizei angerufen. Dort sagte man mir, dass ich die Katze an den Straßenrand legen soll, damit kein Motorradfahrer ausrutscht. Und auf meine Frage nach Rat was ich bezüglich des Besitzers machen solle, sagte man mir "die werden schon merken, wenn die Katze nicht mehr nahhause kommt".

    Möglicherweise ist bzw. war die Katze gechipt. Tierärzte und Tierheime können den Chip auslesen, die Besitzer ausfindig machen, diese kontaktieren und ihnen den Stand der Dinge mitteilen. In der Regel sind die Halter dafür sehr dankbar. Vermutlich nicht nur, weil sie zeitnah Bescheid wissen und sich nicht tagelang sorgen müssen. Sondern auch, weil es ein besseres Gefühl ist zu wissen, dass jemand sich des Tieres angenommen und es nicht einfach liegengelassen hat. (Kein Vorwurf, sondern Info.)