Wie soll ich mich kranker Katze gegenüber Verhalten?

    Hallo ihr Lieben,


    folgendes Problem:


    Meine Katze hat eine chronische Darmkrankheit (laut TA ähnlich Morbus Crohn beim Menschen), was nach mittlerweile über 1,5 Jahren und unzähligen verschieden Untersuchungen, Behandlungsversuchen und Verdacht verschiedenster Ursachen (hatte hier anfangs nen Faden dazu eröffnet, weil erst die Analdrüsen in Verdacht standen) nunmehr sicher feststeht. Sie hat eine Odyssee von Tierarztbesuchen hinter sich und uns wurde jetzt gesagt, wir müssen uns damit abfinden und uns daran gewöhnen, es wird weiterhin behandelt aber ganz weg geht es nicht mehr.


    Nun ist es so, dass sie immer mal wieder ihr großes Geschäft neben das Katzenklo macht, immer wenn sie Schmerzen hat (davon gehen TA und wir aus, weil sie maunzt und rumrennt, dabei jammert oder sich manchmal auch nur still und heimlich verzieht) und nach mehreren Versuchen ins Katzenklo zu gehen dann genau davor hinmacht. Schön ist anders, aber meine Güte, wir kommen damit klar (sie macht zum Glück immer nur an die eine Stelle auf den Laminat).


    Nun ist aber die Frage, wie ich mich wenn sie da hin macht verhalten soll.


    Ich weiß es geht ihr dann nicht gut, also bestrafen will ich sie nicht und tue das auch nicht. Ich möchte aber auch nicht, dass sie es sich angewöhnt dort hin zumachen, auch wenn es ihr gut geht.


    Bisher läuft es also so ab: Wenn sie ihr Geschäft INS Katzenklo gemacht hat wird sie über den grünen Klee gelobt und bekommt extra Streicheleinheiten und ein paar Leckerchen.


    Macht sie vors Katzenklo und entdecke ich es, sage sowas wie "ach Katze!!!" (und ja, man merkt mir an, dass ich in dem Moment genervt bin und es alles andere als schön finde – das kommt ganz automatisch) und sie verzieht sich erstmal – ohne Leckerchen und Lob. Dann kommt sie später an und streicht mir um die Beine rum und maunzt, ihr Zeichen für: Lass und wieder Freunde sein :-D Klar wird sie dann wieder gestreichelt usw.


    Ich bin mir nicht sicher ob ich mich richtig verhalte. Sie tut mir Leid, es geht ihr nicht gut (also sie hat laut TA nur Probleme vor und beim Machen selbst, sonst nicht), aber wenn ich sie gleich tröste und streichle ist da ja kein Unterschied mehr dazu, wenn sie ins Katzenklo gemacht hat, was ich ja fördern und belohnen will. Wenn sie ins Klo gemacht hat kommt sie ganz freudig raus, stellt den Schwanz auf und rennt zu mir (und dann zum Leckerchen-Schrank ;-) ), wenn sie daneben gemacht verzieht sie sich wie gesagt erst einmal und kommt dann später zum schmusen an.


    Rein von ihrem "Verhalten" her (Reinmachen) würde ich sagen, konditionierungstechnisch passt das schon so,ich versuche gewolltes Verhalten zu belohnen, unerwünschtes abzugewöhnen.


    Aber es fühlt sich irgendwie nicht richtig an, sie zu belohnen, wenn es ihr ohnehin gut geht und sie meinen "Unmut" spüren zu lassen, wenn es ihr grad schlecht geht. Aber wie ändern, ohne dass sie Trost und Mitgefühl mit Lob verwechselt und am Ende ihr Klo auch dann nicht mehr benutzt, wenn es ihr gut geht? Und auf ihr Lob und ihre Leckerchen freut sie sich mittlerweile total, das will ich ihr jetzt auch nicht einfach wieder wegnehmen


    Für Tipps und Ratschläge wäre ich sehr dankbar!!! @:) @:) @:)

  • 76 Antworten

    Gewünschtes Verhalten belohnen, unerwünschtes ignorieren. Deine Katze ist offensichtlich stubenrein. Das "gewöhnt" sie sich so schnell nicht wieder ab.


    Trösten und Mitfühlen sind Gefühlsregungen, die bei Tieren nicht so ankommen wie bei Menschen. Sei einfach immer nett zu ihr (als ob ich Dir das sagen müsste ;-)) und lob sie, wenn sie etwas richtig macht. Extra betüddeln und trösten tröstet mehr den Menschen als das Tier.

    Danke für die schnelle Antwort!!!


    Ja, sie ist an sich stubenrein. Von 30 Tagen im Monat geht sie im Schnitt 26-28 mal aufs Katzenklo.

    Zitat

    Trösten und Mitfühlen sind Gefühlsregungen, die bei Tieren nicht so ankommen wie bei Menschen. Sei einfach immer nett zu ihr (als ob ich Dir das sagen müsste ;-)) und lob sie, wenn sie etwas richtig macht. Extra betüddeln und trösten tröstet mehr den Menschen als das Tier.

    Nein, das musst du mir nicht sagen ;-)


    Verstehe ich dich richtig, dass es an und für sich schon so passt wie ich es handhabe?

    Ignorier es.


    Einer unserer Kater macht sein großes Geschäft auch mitunter vor das Klo, da hab ich noch nie was gesagt.


    Der andere hat alle halbe Jahre mal ne Anwandlung und pinkelt irgendwo hin - da sag ich auch nie was...


    Einfach wegmachen und gut ist...


    Sie hat Schmerzen, sagst Du selber - da kannst Du froh sein, dass sie trotzdem VOR das Klo macht und nicht ins Bett, aufs Sofa oder sonstwohin...


    Das machen nämlich andere Katzen mitunter, wenn sie Schmerzen haben, denn Katzen projezieren das auf den Ort und suchen sich dann einen Neuen...


    Wobei mich interessieren würde, ob man nicht eventuell doch was gegen die Schmerzen tun könnte? Vielleicht pflanzlich oder mit Homöopathie oder ähnlichem?

    Ich find schon. Na klar nervt es, wenn man wieder putzen muss – gibt wahrlich schönere Dinge ;-D Ich würde das einfach so weit wie möglich vollkommen neutral behandeln. Ich denk nicht, dass Du ihr extra klarmachen musst, dass sie jetzt etwas "falsch" gemacht hat, einfach, weil es für sie ja Normalität ist, die Toilette zu benutzen. Das würde sie normalerweise tun, das ist nichts, was man ihr noch anerziehen müsste.


    Und generell zum Trösten – natürlich möchte man sein Tier trösten, aber Verhaltensänderungen verunsichern Tiere, insofern tut man ihnen keinen Gefallen, wenn man sich in einer Situation, in der es ihnen eh schon irgendwie komisch oder gar schlecht geht, anders verhält und damit noch einen Unsicherheitsmoment schafft.

    @ Scove

    Sie bekommt Azulfidine, das bekommen auch Morbus Crohn Patienten und das lindert die Schmerzen in soweit, als es nur noch ein mal die Woche oder alle 2 Wochen, manchmal auch seltener Schmerzen gibt und Durchfall auch nur noch selten (Schlimm war immer der Wechsle von Durchfall auf fest, da hatte sie die meisten Probleme). Sie hatte einen Heliobakter – Keim in Magen und Darm, davon eine Magenschleimhaut- (und evtl. Darmentzündung), der Keim wurde zwar behandelt und ist auch wieder weg, aber geblieben (oder schon vorher vorhanden und dadurch verschlimmert – das wissen wir nicht) ist diese chronische Darmentzündung. Sie hat wie gesagt so keinerlei Probleme, darf wieder (fast) alles fressen und ist fit und munter – außer ab und an mal wenn sie aufs Klo muss, danach ist aber auch alles wieder gut. Bei Morbus Crohn ist es ja auch – soweit ich weiß – so, dass es mal besser und mal schlechter geht und trotz dauerhaft Medikamenten schmerzhafte Schübe auftreten.


    Und ja, du hast Recht, ich kann natürlich froh sein, dass sie sich so "einfache" Stellen aussucht und dafür bin ich auch echt dankbar (ist schon immer schlimm genug, wenn eine Miez mal Haare im Bett rausgewürgt hat, was vielleicht einmal im Jahr vorkommt – mehrmals im Monat brauch ich das echt nicht :|N )

    @ a.fish

    Zitat

    Und generell zum Trösten – natürlich möchte man sein Tier trösten, aber Verhaltensänderungen verunsichern Tiere, insofern tut man ihnen keinen Gefallen, wenn man sich in einer Situation, in der es ihnen eh schon irgendwie komisch oder gar schlecht geht, anders verhält und damit noch einen Unsicherheitsmoment schafft.

    Und wieder was dazu gelernt! Danke!

    Hallo Emma,

    Das tut mir leid, mit deiner Katze..


    Eine Frage, nur zur Sicherheit, Giardien habt ihr per Untersuchung ausgeschlossen?


    Ansonsten unterstütze ich den Vorschlag von scove, mit der pflanzlichen bzw. homöopathischen Unterstützung, such dir doch zusätzlichen einen guten Tierheilpraktiker, damit ihr die Darmentzündung "ganzheitlich" angehen könnt – ich habe über diese Schiene gute Erfahrungen bei meinen Tieren gemacht. ??Im Raum Gießen/Hessen könnte ich dir eine gute THP nennen, aber ich befürchte, du wohnst weiter südlich…??

    @ :)

    Stimmt, was hat mich verraten? :-)


    Es kann ja nicht schaden mich hier in der Gegend mal umzusehen nach nem Tierheilpraktiker.


    Zu deiner Frage


    Ob das speziell getestet wurde weiß ich nicht, aber es wurde Blut genommen, Darmspiegelung, Gewebeproben aus Darm und Magen, Kotproben...das alles mehrfach und der Heliobakter war das einzige was gefunden wurde und eben dessen Folgen.


    Und sie hat auch keinerlei Probleme mit Gewichtsverlust, ist eher ein Dickerchen :=o

    Hallo!


    Ehrlich gesagt finde ich , kann dir deine Katze nicht "leid genug" tun, wenn du dir allen ernstes über so etwas Gedanken machen kannst.


    Wäre sie eine gesunde Katze, dann könnte ich es verstehen... Aber so, wo du ja, wie du schreibst, so viel mit ihr unternommen hast, um hinter den Grund für ihr Verhalten zu kommen, kann ich es überhaupt nicht nachvollziehen.


    Es wäre mir ehrlich gesagt sch...egal, ob sie vor das Katzenklo macht, wenn es ihr schlecht geht. :|N

    @ a.fish

    Ich ärere mich darüber, dass es wirklich einer Diskussion bedarf, wie man ein Tier behandeln soll, dass ein "Fehlverhalten" nur dann zeigt, wenn es offensichtlich Schmerzen hat.


    Fragt sich, wie sich der Mensch fühlen würde, der es unter Schmerzen endlich schafft, sein Geschäft zu erledigen und dann mit den Worten "ach Mensch" bedacht wird.


    Irgendeinen Grund wird es haben, dass sie unter diesen Umständen dann "nur" vor dem Katzenklo und nicht darin machen kann. Sie macht niergendwo anders hin oder so, also wo ist das Problem??

    Zitat

    Ich ärere mich darüber, dass es wirklich einer Diskussion bedarf, wie man ein Tier behandeln soll, dass ein "Fehlverhalten" nur dann zeigt, wenn es offensichtlich Schmerzen hat.

    Dass das kein wirklich Fehlverhalten ist, ist Emma doch offensichtlich auch klar? Hast Du das nicht gelesen:


    "Aber es fühlt sich irgendwie nicht richtig an, sie zu belohnen, wenn es ihr ohnehin gut geht und sie meinen "Unmut" spüren zu lassen, wenn es ihr grad schlecht geht."


    Ja, mein Gott, dann war sie halt mal kurz unsicher – wenn man sich nicht für unfehlbar hält, zweifelt man halt auch mal an seinem Verhalten.

    Zitat

    Fragt sich, wie sich der Mensch fühlen würde, der es unter Schmerzen endlich schafft, sein Geschäft zu erledigen und dann mit den Worten "ach Mensch" bedacht wird.

    Ein Mensch würde wohl verstehen, dass eine solche Erkrankung – wenn auch niemanden irgendeine Schuld trifft – auch Mühe für den Pflegenden mit sich bringt. Der Katze dürfte dieser Kommentar recht egal sein.


    Ich weiß nicht, ob Du schon mal unsaubere Tiere hattest. Ja, sie tun einem leid, ja, sie können nichts dafür und ja, ab und zu nervt es gewaltig. Solange man es nicht am Tier auslässt, darf man sie auch in tausend Höllen fluchen. Sollte man im Sinne des eigenen Blutdrucks vielleicht nicht machen – oder doch, wenn es einem entspannen hilft. ;-)

    Zitat

    Es wäre mir ehrlich gesagt sch...egal, ob sie vor das Katzenklo macht, wenn es ihr schlecht geht.

    :|N


    1. Ich habe nicht nur die eine Katze, ich habe eine zweite, gesunde Katze, die das durchaus auch irritiert, wenn da ein Haufen vor ihrem Katzenklo liegt. Sie geht dann dort nicht rein. Wir haben zwar 3 Stück, aber komischerweise ist das Klo, vor das die eine immer macht das Lieblingsklo beider Katzen, die anderen werden kaum benutzt.


    2. Es ist nicht nur so, dass es keinen Spaß macht, das wegzuwischen, ich habe vielmehr oft das Problem, das sie zusätzlich reinsteigt, beim Versuch auf Laminat zu verbuddeln oder mit den Fell am Po reinsabbt, weil sie genauso tief runtergeht wie im Katzenklo, ohne vorher eine Kuhle gegraben zu haben. Dann bleibt es nicht dabei dort zu wischen, vielmehr kann ich überall den Boden und die Katze saubermachen, was sie nicht mag. Und wenn ich nicht daheim als es passierte ist das ganze noch "unschöner".


    Das alles nehme ich meiner Katze zuliebe aber gerne in Kauf, ebenso wie bisher immense Behandlungskosten, 5 Tabletten am Tag geben, die sie allesamt nicht leiden konnte und ich mir immer wieder neue Tricks einfallen lassen musste, sie ihr zu geben, 4 verschiedene Tierärzte usw. Täte sie mir nicht so unendlich Leid hätte ich das alles bleiben lassen und mich damit abfinden können – oder sie gar abgeben können, dann hätte ich auch wieder eine saubere Wohnung.


    Aber darum gehts mir nicht!!!

    Zitat

    Ehrlich gesagt finde ich , kann dir deine Katze nicht "leid genug" tun, wenn du dir allen ernstes über so etwas Gedanken machen kannst.

    3. Verstehe ich nicht wirklich, was das eine mit dem anderen zu tun haben soll. Ich habe, als das Reinmachen als Symtom auftrat, alles unternommen um herauszufinden, warum sie das tut, ob sie Schmerzen hat usw. Jetzt weiß ich sie hat Schmerzen, sie wird dagegen behandelt so gut es geht und das es passiert ist mir auch klar, wie gesagt, das ist ja nicht das Problem, ich will ja gar nicht, dass sie nicht mehr dort hin macht, ich will nur nicht durch mein Verhalten dafür sorgen, dass sie irgendwann gar nicht mehr aufs Katzenklo geht. Wobei da ja Einigkeit besteht, dass das wohl nicht zum Problem werden dürfte. Ich mache mir Gedanken darüber, ob ich mit der Situation wie sie ist richtig umgehe, oder habe ich mich irgendwo über meine Katze beschwert?!

    @ a.fish

    Ja, ich hatte schon unsaubere Tiere. Nicht nur eins. Und manches war anstrengender, als einfach bloss Kot vor dem Katzenklo aufzusammeln. Und NEIN, es hat deshalb nie Flüche oder etwas in der Art gegeben. Eben genau, weil der Grund klar auf der Hand lag, wie hier auch.


    Ob der Katze der Kommentar "egal" ist, wage ich zu bezweifeln, denn gerade Katzen sind nicht dumm. Sie merken sehr wohl, wenn der Besitzer genervt ist. Und, was dazu kommt, hier wird das Tier noch durch "Nichtgabe des Leckerchens" dafür bestraft, dass es aus Schmerzen vor das Katzenklo gemacht hat. :(v