Hepatitis von schneller Gewichtsabnahme?

    Was meint ihr hierzu?


    Da ich seit 4 Jahren unter starkem Reflux mit Ösophagitis leide, riet mir mein Gastroenterologe, dringend abzunehmen, damit das Gewicht nicht mehr so auf die Speiseröhre drückt.


    Er verschrieb mit Xenical (verschreibungspflichtig, zahlt die Krankenkasse aber nicht) und mit gleichzeitiger fettarmer Ernährung habe ich in 6 Monaten 24 kg abgenommen und dies bis heute (nach insgesamt 10 Monaten) noch gehalten.


    Nach den ersten 4 Wochen machte mein Arzt einen Bluttest und stellte überhöhte Leberwerte fest, er meinte, man müsse aufpassen, bei zu schneller Gewichtsabnahme könne sich schon mal eine Leberentzündung einstellen. 4 Wochen später hatten sich die Werte wieder erholt.


    Nunmehr war ich letzte Woche stationär im Krankenhaus für spezielle Untersuchungen meiner Speiseröhre. Dabei stellte man nunmehr einen GGT-Wert von 338 fest (der Normalwert liegt bis zu 37) - somit habe ich fast das 10.-fache, die anderen Leberwerte waren gering erhöht. Man testete mich auf Hepatitis und auf Zollinger Ellison-Syndrom (das hat mit vermehrter Magensäure zu tun, die ich zweifelsfrei habe). Das Ergebnis sämtlicher Untersuchungen bekomme ich aber erst nächste Woche Dienstag in einer ausführlichen Befundbesprechung mitgeteilt.


    Gestern war ich mit dem Krankenhaus-Vorbericht bei meinem Arzt, dieser war schockiert aufgrund der Leberwerte und ließ mir auch noch mal Blut abnehmen incl. Hepatitis-Tests. Vor Freitag wüsste er aber nichts. So muss ich bangen. Er meint auch jetzt, das wäre wohl vom Abnehmen gekommen.


    Hat jemand auch solche Erfahrungen gemacht? Was meint ihr hierzu? Bisher war ich immer der Meinung, wenn man abnimmt, bessern sich sämtliche Blutwerte - insbesondere auch die Leberwerte - und verschlechtern sich nicht. Ist das nicht paradox?


  • 21 Antworten

    hatte nach recht schnellen Abnahme von 40kg in ca 1Jahr, 8 Muskatnussgroße gallensteine. Hatte auch erhöhte Leberwerte und eine leichte Pankreatitis. Habe mich damals extrem fettarm ernährt und so wurde keine Galle mehr ausgeschüttet und Szeine haben sich gebildet. Jetzt ist die Gallenblase draußen und alles gut


    *:)

    RWM

    Nach einer rd. 30 kg-Abnahme vor 4 Jahren meldete sich mein schon seit Jahren bestehender - inzwischen kartoffelgrosser Gallenstein nach ellenlanger schmerzfreier Phase mit so erheblichen Schmerzen und einer kurzen Bewusstlosigkeit, dass ich als Notfall ins Krankenhaus kam.


    Damals waren die Leberwerte aufgrund der Kollik auch stark angestiegen, aber gingen innerhalb 1 Woche wieder total zurück. Die Galle ist nunmehr seitdem raus.


    Meine Gallewerte sind auch in Ordnung, aber die Leberwerte halt nicht.???*:)

    Mhmm, dann hab ich auch keine Ahnung. Aber vielleicht ist es ja doch das Syndrom, dass du oben beschrieben hast. Trifft sonst auch alles auf dich zu? Hattest du Gelenkschmerzen, oder nächtlichen Schweiß oder sowas? Kann auch ne akute Borreliose sein. Da sind die Leberwerte auch erhöht. Hattest du mal ne Zecke?

    RWM

    Meines Wissens hatte ich bisher keine Zecke.


    Ja seit einigen Tagen geht es mir ziemlich mies. Die Kniegelenke schmerzen, Schwindel, Abgeschlagenheit, auf der Straße torkele ich zeitweise wie betrunken.

    schau doch mal bei google über die Anzeichen einer Borreliose. Vielleicht findest du dich genau wieder. Kann man mit nem einfachen Bluttest erkennen, wird aber von den Docs oft vergessen, da die Symptome so unterschiedlich sind. Aber vieles passt zu dir:)*

    Hallo

    Habe gestern abend mit mit einem Gastroenterologen telefoniert, Hepatitistests negativ, mir fiel ein Stein vom Herzen, der GGT-Wert ist von 338 auf 240 gesunken. Der Arzt sagte mir, dass der wichtigste Leberwert der GPT-Wert sein und der habe sich auch gebessert, nur gring erhöht, so müsste ich mir im Moment keine Sorgen machen. Das Ganze wäre wohl vom Abnehmen gekommen!


    Er will im Januar nochmals einen Test machen. Jetzt muss ich noch abwarten, was man mir am Dienstag im Krankenhaus sagt, wo ich ja zur Endbesprechung meiner Speiseröhrenuntersuchungen bin.@:)

    @Reflüxchen

    durch das Abnehmen können sich Blutwerte auch durchaus pathologisch verändern. Sowie das Zunehmen ist auch das Abnehmen für den Körper eine große Umstellung. Dies macht sich unter anderem auch an den inneren Organen (z.B. Leber) und dem Blutbild bemerkbar. Wenn etliche Krankheitsbilder ausgeschlossen wurden, denke ich, dass sich dein Körper nach kurzer Zeit regenerieren bzw. an deinen jetzigen Zustand gewöhnen wird, so dass alles dann wieder im normalen Bereich ist.

    @Reflüxchen

    außerdem schilderst du, dass du mit Hilfe von Xenical abgenommen hast. Die Nebenwikungen und Belastungen dieses Medikamentes auf d. menschliche Organismus ist erheblich. Denn gerade dieses Gewichtsreduktionspräparat hat viele Nebenwirkungen, wie Herzrhythmusstörungen, Nervosität etc. und in Einzelfällen schwerwiegendere Nebenwirkungen. Deine Laborwerte können auch diesem Medikament zuzuschreiben sein.

    Xenical

    Hallo Ihr,


    ich habe schon zweimal versucht, mit Xenical abzunehmen. Aber immer, wenn ich beginne, kriege ich solche Kopfschmerzen, das ist nicht auszuhalten. Anscheinend verträgt nicht jeder Xenical und ich gehöre zu den Empfindlichen.


    Doof ist nur, dass ich ganz 80 Euro privat dafür zahlen musste und diese nun zum Fenster rausgeworfen sind, weil man ja offiziell keine Medikamene an jemand anderen weitergeben darf. :-(


    Was bei mir problematisch ist, ist meine Tendenz, Heißhunger auf Fettes zu haben, besonders abends.


    Liebe Grüße an alle Mitleidenden!

    @Reflüxchen

    Dein Fall ist leider ein Musterbeispiel, was durch die mangelhafte Ausbildung der Mediziner in Ernährungsfragen passieren kann...


    > Da ich seit 4 Jahren unter starkem Reflux mit Ösophagitis


    > leide, riet mir mein Gastroenterologe, dringend abzunehmen,


    > damit das Gewicht nicht mehr so auf die Speiseröhre drückt.


    Im Grunde hat der Mediziner damit Recht, daß du abnehmen mußt, aber seine Schlüsse sind so nicht richtig. Übergewicht drückt in der Regel nicht auf die Speiseröhre und ist auch nicht Ursache eines Reflux. Die Entzündung der Speiseröhre ist natürlich die Folge dessen, daß dein Magenschließmuskel nicht richtig funktioniert und der Magen vermutlich mehr Säure produziert als er soll. Aber diese funktionelle Störung des Magens wird nicht durch das Übergewicht verursacht. Sowohl Übergewicht als auch die Magenprobleme haben lediglich die gleiche Ursache. Ich kann das sogar aus eigener Erfahrung bestätigen, denn ich hatte früher auch beides. Die Ursache liegt in einer langjährigen Fehlernährung mit stark verarbeiteten Nahrungsmitteln. Durch die starke Verarbeitung fehlen in der Ernährung wichtige Vitalstoffe, die der Organismus zur korrekten Funktion benötigt. Das führt zu Stoffwechselstörungen die sich dann unter anderem in Übergewicht und anderen funktionellen Störungen zeigen. Übergewicht und Reflux werden also durch eine Unterversorgung des Organismus mit biologischen Wirkstoffen verursacht. Es sind Vitalstoffmangelkrankheiten, wenn man so will. Wobei es beim Magen immer auch eine lebensbedingte Komponente gibt.


    > Er verschrieb mit Xenical (verschreibungspflichtig, zahlt die


    > Krankenkasse aber nicht) und mit gleichzeitiger fettarmer


    > Ernährung habe ich in 6 Monaten 24 kg abgenommen und


    > dies bis heute (nach insgesamt 10 Monaten) noch gehalten.


    Und hier wird es nun ganz schlimm. In Unkenntnis der tatsächlichen Ursachen und weil er das Übergewicht für die Ursache des Reflux hält, macht er das ganze noch schlimmer. Wie oben erwähnt basieren diese Störungen auf einem Mangel an Vitalstoffen. Xenical und fettarme Ernährung verschlimmern diesen Mangen ganz massiv, denn nun fehlen dem Organismus noch mehr wichtige essentielle Fettsäuren und fettlösliche Vitamine. Dadurch verschlimmert sich die Krankheit. Der Gewichtsverlust, der durch den Energiemangel auftritt, hat mit gesundem Abnehmen nichts zu tun, es ist eine Auszehrung des Körpers.


    Dem Arzt hätte klar sein müssen, daß die Beschwerden Ursachen haben und daß diese Ursachen in deiner vergangenen Lebensführung liegen müssen. Temporäre Maßnahmen, wie ein Medikament oder eine Diät können die Krankheit daher nie heilen - einfach weil die Ursachen ja weiterhin bestehen,


    > Nach den ersten 4 Wochen machte mein Arzt einen Bluttest


    > und stellte überhöhte Leberwerte fest,


    Das war zu erwarten, denn die Verschlimmerung des Vitalstoffmangels wirkt sich in allen Bereichen aus. Die Leber benötigt unzählige Vitalstoffe, damit sie ihre Aufgaben erfüllen kann. Wie bei einer chemischen Fabrik, der man plötzlich wichtige Hilfsstoffe vorenthält, kommt es daher durch Xenical und Diät zu Störungen der Leberfunktionen und damit zu einer Verschlechterung der Werte.


    Schaust du Fernsehen? Hast du die Doku-Soap "Bibi und Rolli nehmen ab" gesehen? Dort konntest du das auch beobachten, als Rolli nach Einsetzen des Magenbandes eine schwere Leberkrankheit entwickelte...


    > Was meint ihr hierzu? Bisher war ich immer der Meinung,


    > wenn man abnimmt, bessern sich sämtliche Blutwerte -


    > insbesondere auch die Leberwerte


    Nur, wenn man gesund abnimmt, indem man die Ursachen des Übergewichts beseitigt. Denn das bedeutet, daß man den Organismus mit allen Vitalstoffen versort, die er benötigt und dadurch bessern sich auch alle anderen Symptome.


    > - und verschlechtern sich nicht. Ist das nicht paradox?


    Wie du siehst, ist das alles andere als paradox.


    Übrigens, weil in anderen Beiträgen Gallensteine angesprochen werden: Auch die Gallensteine sind eine direkte Folge dieser ganzen Problematik. Wie Übergewicht, sind sie rein ernährungsbedingt.


    An deiner Stelle würde ich mir aber sehr intensiv Gedanken über die se Problematik und die Ernährung machen. Alle genannten Krankheiten sind direkte Folge einer langjährigen Fehlernährung und da hier die Ursache liegt, muß auch die Therapie hier ansetzen. Eine Ernährungsumstellung wäre also in jedem Fall ratsam.


    Daß die Ärzte diese Zusammenhänge meist nicht kennen ist traurig, denn es führt dazu, daß viele Patienten durch die Behandlung noch kränker werden als sie sowieso schon sind.

    Frage

    Wann wird einem zu einer Gewichtsabnahme geraten? Doch nur bei starkem Übergewicht oder? Wie sieht es aus bei minimalen Übergewicht, zb bei 1.62/65 kg? Und wenn ja, dann soll man abnehmen und nicht abmagern, oder? Also runter auf 45-50kg, das kann doch kein Arzt verlangen oder?


    Ist wichtig - danke.