Wann sollte man mit dem Abnehmen aufhören?

    Hallo zusammen,


    nach vielen gescheiterten Abnehmversuchen hatte ich schlussendlich doch noch Erfolg. Ich habe vor ca. 2 Jahren angefangen mit ca. 129kg und bin jetzt runter auf 86kg gekommen, verteilt auf einer Körpergröße von 1.80m. Meine Umgebung meint zwar, ich wäre nun schlank genug, aber sie sehen mich ja auch nur in Kleidung, da kann ich viel kaschieren. Meine Beine schauen eigentlich ganz super aus, aber mein Oberkörper ist noch immer ein ziemliches Desaster. Da schwabbelt noch genug Fett herum. Ich peile nun die 80kg-Grenze an, das wird sicher noch einige Monate dauern. Aber was ist, wenn das überschüssige Fett bis dahin wieder nicht verschwunden ist? Runter auf 75? 70? 65? Wann hört man auf?


    Ich ernähre mich großteils fettarm, genascht wird in Maßen, kein Alkohol/kein Rauchen, dazu mache ich seit Beginn meiner Abnehmphase 3x die Woche leichtes Kraftraining und etwas Ausdauertraining. Ich würde gerne mal den Punkt erreichen, wo ich nur mehr mit Sport und Ernährung mein Gewicht halte und nicht ständig auf Kaloriendefizit hinarbeiten muss.

  • 21 Antworten

    So pauschal kann man das jetzt eigentlich nicht sagen.


    Warum machst du leichtes Krafttraining bzw was verstehst du darunter?


    Warum machst du nicht richtiges Krafttraining und versuchst auf diesem Weg, das noch überschüssige fett in Muskeln zu wandeln?


    Die kilos sind außerdem relativ, denn wenn du ja sowieso schon etwas Krafttraining betreibst, wird sich diesbezüglich auch schon etwas tun.


    Und 86 Kilo Muskelmasse können eben auch ganz anders aussehen wie 86 Kilo "Normalmasse"

    Kann es sein, dass das was da am Bauch noch "schwabbelt" einfach ein noch geschwächtes Bindegewebe aufgrund deiner tollen Abnahme ist? Ich meine, das sind über 40 kg und das ist ja nicht gerade wenig. Super, toll gemacht!!! :)^ :)^ :)^


    Meist braucht das Gewebe eine ganze Weile, bis es sich wieder strafft und da hilft am Ende nur Sport. Ab und an hilft aber leider auch das nicht. Lass dich da am besten mal von einem Arzt beraten, ob du das mit Sport noch in den Griff bekommst und was du tun kannst, bevor du irgendwann zu dünn wirst. Ich denke, bei 1,80 ist es nicht schlimm, knapp unter die 80 kg zu kommen, sondern absolut ok. Aber viel weniger darf es sicher nicht werden. :)z

    Zitat

    Warum machst du leichtes Krafttraining bzw was verstehst du darunter?


    Warum machst du nicht richtiges Krafttraining und versuchst auf diesem Weg, das noch überschüssige fett in Muskeln zu wandeln?

    Leichtes Krafttraining heißt für mich, dass ich eher weniger Gewicht nehme und 1-2 Sets mache zu 12 Wiederholungen. Fett in Muskeln umwandeln geht nicht. Entweder ich führe weniger Kalorien zu und reduziere Fett. Oder ich esse und trainiere mehr und baue Muskeln auf. Anfang ging Fettverbrennung und Muskelaufbau noch Hand in Hand, aber den Effekt habe ich nicht mehr.

    Zitat

    Ich würde vorschlagen, auf Körperfettmessung umzusteigen und da gibt es ziemlich klare Grenzen, wann man aufhören sollte (unter 8% sollte man nicht gehen wegen des Hormonhaushalts, 10-14% hat wohl die geringsten Risikofaktoren für Männer).

    Das klingt ziemlich vernünftig. Wo kann man sich das messen lassen? Diese Körperfettwaagen die man kaufen kann, sind soweit ich weiß sehr ungenau.

    Zitat

    Kann es sein, dass das was da am Bauch noch "schwabbelt" einfach ein noch geschwächtes Bindegewebe aufgrund deiner tollen Abnahme ist? Ich meine, das sind über 40 kg und das ist ja nicht gerade wenig. Super, toll gemacht!!! :)^ :)^ :)^

    Dankeschön! :-D Ich muss zugeben am Bauch und an den Seiten habe ich viele Dehnungsstreifen. Meinst du, dass was ich habe ist überschüssige Haut? ":/

    Auch von mir Gratulation zu deiner Abnahme.


    Aber lass dir bitte nicht einreden, du müsstest nun nichts mehr abnehmen, denn mit 86 kg bist du natürlich noch im Übergewicht und selbst wenn du ein bisschen überschüssige Haut haben solltest, wiegt diese keine 6 kg oder gar mehr (80 kg wäre ja erst die obere Grenze des Normalgewichtsbereich). Auch wiegen Muskeln nicht soooooo viel, als dass es eine Erklärung für ein Zuviel an Kilos wäre.


    Also lass dich nicht beirren und ziehe deine weitere Abnahme durch - du scheinst ja ein gutes Gefühl dafür zu haben, wie es geht. Natürlich ist auch der KFA wichtig.

    @ wave_seven

    Danke dir! Mein Fitness-Center, wo ich früher war, hat KFA gemessen. Ich habe den Stand von Oktober 2017: Gewicht 89,9kg KFA 17,7%.


    Ich müsste mir eine andere Stelle suchen, die KFA misst. Ich wiege jetzt zwar eine Spur weniger, aber viel wird sich am KFA nicht getan haben nehme ich mal an. Ich würde runter auf 10-12% kommen wollen. Weiß nicht, ob ich das überhaupt schaffe bzw. mein Körper es zulässt. Ich merke halt, dass das Abnehmen immer schwieriger wird. Vorher habe ich 5 kg in 1 Monat abgenommen. Jetzt nehme ich 1kg in 5 Monaten ab.

    17,7% ist doch schonmal im gesunden Rahmen :)=


    Da brauchst du dich auch nicht stressen, und wenn halt 1kg Abnahme 5 Monate dauert, Hauptsache du behältst dabei deine Muskelmasse.


    Übrigens ist das

    Zitat

    Leichtes Krafttraining heißt für mich, dass ich eher weniger Gewicht nehme und 1-2 Sets mache zu 12 Wiederholungen. Fett in Muskeln umwandeln geht nicht. Entweder ich führe weniger Kalorien zu und reduziere Fett. Oder ich esse und trainiere mehr und baue Muskeln auf. Anfang ging Fettverbrennung und Muskelaufbau noch Hand in Hand, aber den Effekt habe ich nicht mehr.

    auch nicht zwingend der Fall. Weniger Wiederholungen, mehr Sätze und maximale Intensität können für den Fettabbau durch den Unterschied im Hormonstoffwechsel durchaus Sinn ergeben.


    Außerdem kannst du auch mal ein, zwei Monate einlegen, in denen du auf Erhalt oder sogar im leichten Plus isst, um ein paar Muskeln aufzubauen und dadurch deinen Stoffwechsel wieder anzuregen. Auf Dauer diäten tut nicht wirklich gut, eine Diätphase sollte nicht länger als 4-8 Wochen dauern, damit du deine Muskeln nicht verlierst.

    @ prinsessalle

    Zitat

    Außerdem kannst du auch mal ein, zwei Monate einlegen, in denen du auf Erhalt oder sogar im leichten Plus isst, um ein paar Muskeln aufzubauen und dadurch deinen Stoffwechsel wieder anzuregen. Auf Dauer diäten tut nicht wirklich gut, eine Diätphase sollte nicht länger als 4-8 Wochen dauern, damit du deine Muskeln nicht verlierst.

    Ok, das mach irgendwie Sinn. Ist das der Grund wieso "Cutting" und "Bulking" entstanden ist? Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.

    Genau, das kommt eben aus dem klassischen Bodybuilding. Du baust so lange ab und auf, bis zu eben zufrieden bist, dann erhältst du eben nur noch.


    Du wirst jedes Mal zwingend bei der Diät Muskelmasse verlieren und beim Aufbau auch Fett zulegen - das Ziel ist es, beides in Grenzen zu halten. Außerdem tut es dem Gehirn nicht gut, dauerhaft auf Defizit zu laufen. Du denkst vermutlich häufig über Essen nach, bist schneller gereizt und fühlst dich etwas gestresst. Davon braucht man hin und wieder mal Pause!


    Damit du beim Bulking nicht aufgehst wie n Hefezopf, sollte dein Überschuss nicht zu groß sein, das Training sollte intensiv sein und es ist wichtig, gesund zu essen. Das heißt vor allem viel Gemüse (50% des Tellers), denn das hilft dem Muskeln beim Erholen und wirkt dem oxidativen Stress vom Training entgegen. Genauso eine Kombi aus Protein und vollwertigen Kohlenhydraten - die sorgen für effektive Proteinsynthese und geben dir außerdem genug Energie, um explosive/sehr anstrengende Übungen zu meistern. Auf Weißmehl und Zucker eher verzichten, auch wenn es mal in Ordnung ist.


    Deine besten Freunde sind jedoch Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Samen, Nüsse und Vollkorngetreide. Durch das große Volumen halten die dich auch lange satt.

    @ prinsessalle

    Dankeschön! Deine Postings sind so hilfreich und informativ, dickes Lob! :)^ :)^ Eine Frage hätte ich noch zum Thema Kohlenhydrate: Ich habe prinzipiell kein Problem raffinierten Zucker bzw. Weißmehl stark zu minimieren. Aber ohne reichlich Kohlenhydrate komme ich nicht durch. Ich muss zumindest Vollkornnudel, -brot, Couscous, Kartoffel oÄ essen, damit ich satt werde. Hingegen fällt es mir superleicht fettige Sachen wegzulassen z.B. Frittiertes, Chips, Käse, Pizza/Schnitzel, Mayo, Butter usw. In den letzten Jahren ist allerdings Low-Carb ziemlich populär geworden. Ist das wirklich effizienter für die Fettverbrennung?

    Aufhören tut man spätestens dann, wenn man bei seiner Größe und seinem Alter einen entsprechend niedrigen BMI erreicht hat, also bei einem BMI um die 20, 19 oder allerspätestens 18 ist Schluss. Alles drunter ist nämlich objektiv gesundheitsschädlich, als nicht essgestörter Mensch sollte man das dann aber auch so wahrnehmen können: da ist man nämlich schon recht knochig.


    Als Mann, der Muskeln aufbauen will, berechnet sich dein BMI vermutlich nochmal ganz anders, der kann dann höher sein und trotzdem ideal aussehen.


    Deiner wird jetzt aber wohl eher im oberen Bereich liegen, bei 24-25 vermutlich. Da kann man schon noch weiter abnehmen. Ich persönlich bin bei nem BMI von 25 (bin aber kleiner) noch pummelig, kann da also definitiv objektiv betrachtet noch lange keine Hot Pants anziehen oder bauchfrei laufen und das sieht dann gut aus... :|N


    Dieser Spruch "jetzt aufhören mit Abnehmen" ist total typisch und häufig Ausdruck von Neid (Leute fangen an, selber drüber nachzudenken, ob sie auch mal abnehmen sollten...) aber überhaupt nicht objektiv und wie du schon sagtest, die sehen dich nicht in Badehose oder nackt... ;-) Bei Männern ist es natürlich auch nicht so beliebt, einfach "dünn" zu sein, das heißt aber nicht, dass du aufhören sollst mit Abnehmen, sondern eher dass du irgendwie den Körper mehr zu Muskeln hin verändern sollst.

    Zitat

    Vorher habe ich 5 kg in 1 Monat abgenommen. Jetzt nehme ich 1kg in 5 Monaten ab.

    Der Körper gewöhnt sich an die Diät auch. Man kann mal wieder mehr essen (1-2 Wochen), dann gehts meist wieder besser. Außerdem verliert man weniger, je weniger man wiegt. Du bist längst im Normalgewicht angekommen, da nimmt fast niemand 5 Kilo die Woche ab, außer er macht ne Nulldiät. Man verbrennt ja dann auch weniger, weil man nicht mehr so viel Extragewicht bewegen muss. Das was z.B. mein Rucksack wiegt, den ich täglich trage, hatte ich vor nem Jahr noch als Fett unter der Haut drauf, also das war wie jede Sekunde Rucksack tragen, was ich jetzt natürlich nicht mach. ;-D

    @ Waterli2

    Du hast absolut Recht, Danke für deine Antwort. Ich werde mich nun primär an den Körperfettanteil orientieren. Ich schaue dass ich so an die 10% Körperfett runterkomme, was schon schwer genug sein wird denk ich. Ich esse nun etwas mehr und mache nur mehr Krafttraining, kein Ausdauertraining. Früher hab ich beides gemacht, aber jetzt wo ich mehr Krafttraining mache, hab ich keine Energie mehr fürs Radfahren übrig. Ich trainiere mehr Oberkörper und mache Core Training dazu. Dann noch bisschen Beine, damit sie so bleiben wie sie sind. Schauen wir mal, was die nächsten 2-3 Monate passiert.


    Ich weiss leider überhaupt nicht in welchen Zyklen man Cutted und Bulked. Dir wünsche ich auch noch weiterhin viel Erfolg! :)^

    So, ich melde mich nochmal kurz wieder :D


    Ich weiß, dass Low Carb in den letzten Jahren sehr populär geworden ist - langfristig gibt es aber keine Vorteile gegenüber vollwertigem High Carb. Bei Cous Cous drauf achten, dass es Vollkorn ist, ansonsten sind Kartoffeln, Vollkornnudeln, Kürbis, Vollkornbrot, etc alles in Ordnung. Nur eben bei den Zutaten darauf achten, dass es auch tatsächlich 100% Vollkorn ist.


    Am besten eher stärkehaltiges Gemüse wie Kartoffeln/Süßkartoffel/Kürbis und intaktes Getreide (Haferflocken, Grünkern, etc) bevorzugen, das sättigt mehr als Nudeln und Brot. Aber das heißt nicht, dass Nudeln und Brot schlecht wären!

    Übrigens sind zum Fettabbau komplexe Übungen besser als isolierte, weil du viele Muskelgruppen auf einmal beanspruchst. Vor allem Beinübungen wie Kreuzheben und Kniebeugen regen den Stoffwechsel stark an, weil die Muskelgruppen so groß sind und entsprechend viel Energie benötigt wird (merkt man auch daran, dass dort die schwersten Gewichte gedrückt/gehoben werden).