Ja, das überzeugt mich. Du hast es für mich nachvollziehbar erklärt und auf den Punkt gebracht.


    Du brauchst viel Disziplin, um Deine "Friss-solange-noch-etwas-da-ist"-Einstellung zu überwinden.

    Zitat

    Darf ich fragen, wie das bei dir so entgleisen konnte?

    Nichts besonderes, habe einfach nur völlig normal weitergegessen wie ich schon mein ganzes Leben lang esse - nur halt ohne den Leistungssport. Und wenn man statt 10 - 12 harte Trainingseinheiten pro Woche nurnoch ab und zu mal bisschen Joggen geht und halt bisschen im Fitnessstudio rumklimpert, dann ist eine Ernährung die davor einen Körper eines Leistungssportlers versorgen musste viel zu viel und man nimmt enorm schnell zu. Bei einem Überschuss von 1000 Kalorien am Tag (was leicht zu erreichen ist, als Sportler hab ich geschaufelt wie sonstwas) nimmt man 1kg pures Fett pro Woche zu, da sind 20kg Zunahme in einem halben Jahr "leicht" machbar ;-D


    Was du beachten musst: Ein BMI von 29 ist nicht "völlig entgleisen". Ich war damit zwar kurz vor Adipositas, wurde aber von den meisten Menschen als "eher schlank mit leichtem Bäuchlein" bezeichnet. Gesellschaftlich haben wir bei diesen Worten wie "Übergewicht" oder "Adipositas" ganz andere Dinge im Kopf als sie wirklich bedeuten. Google mal nach Männern mit einem BMI von 29 und du wirst merken, so sieht mittlerweile jeder zweite aus, das fällt in der Wahrnehmung der meisten unter die Kategorie "kleines Bäuchlein". Ich persönlich habe bei diesem Gewicht schon gesundheitliche Einschränkungen bemerkt, ein paar habe ich schon aufgezählt, was ich vergessen hatte waren die Rückenschmerzen. Die sind erst wieder verschwunden, nachdem ich abgenommen und mein Sportpensum wieder etwas erhöht habe.

    Man kann sich natürlich fragen, wovon genau Du mich überzeugt hast, weil Du hauptsächlich etwas über Deinen persönlichen Hintergrund geschrieben hast. Das hat natürlich nichts mit überzeugen zu tun. Er ist einfach so, wie er ist.

    Ja, du hast einen Logikfehler. Was denkst du denn, was mit dem Defizit passiert? Was beim Abnehmen passiert? Die Kalorien die man als Defizit hat, werden ja nicht irgendwo aus dem Universum geholt (oder garnicht verbraucht), sondern kommen aus den Fettdepots!


    Wenn ich 2000 Kcal am Tag verbrauche und nur 1000 zu mir nehme - wo kommen dann die 1000 Defizit her? Irgendwo müssen die ja herkommen, sonst könnte ich sie ja nicht verbrauchen! Völlig logisch eigentlich, wenn ich 50 Liter tanke und 100 Liter verbrauche, müssen davor noch irgendwo 50 Liter Benzin gewesen sein (Hinweis: Im Tank), sonst kann ich keine 100 verbrauchen.


    Den Organen ist es für ihre Versorgung piepegal, ob die nötige Energie aus einem gerade gegessen Schokoriegel kommt, dessen Zucker dann direkt umgesetzt wird, oder ob die Glucose aus dem Körperfett gewonnen wird.


    Wenn man ein gewisses Defizit hat, heißt das ja nicht, dass die Energie für dieses Defizit einfach nicht bereitgestellt wird! Das ist doch logisch, Energie die nicht bereitgestellt wird, kann nicht verbraucht werden. Weshalb die Energie, die man für den Grumdumsatz braucht, wenn man weniger als den Grundumsatz zu sich nimmt, aus den Energiespeichern des Körpers (Fettdepots) bereitgestellt wird.


    Nochmal: Fettdepots sind evolutionär dazu da, dass wir Menschen in mehrwöchigen Hungersnöten nicht verhungern. Das ist der einzige Grund, warum wir Fett anlegen - um Energie für schlechte Zeiten zu speichern. Wären diese Energiespeicher dann nicht in der Lage, unseren Bedarf zu versorgen, wäre der ganze Prozess ja totaler Quatsch ;-D


    (Was man aber noch dazu sagen muss, ist, dass nicht alle Nährstoffe aus den körpereigenen Depots gewonnen werden können. Fett kann in Zucker umgesetzt werden et vice versa, aber Eiweiß kann der Körper nicht gut lagern. Weshalb bei einem Eiweißmangel in der Diät die eigene Muskulatur abgebaut und zu Eiweiß umgesetzt wird. Deshalb gibt es ja auch Empfehlungen, welche Eiweißmenge man in einer Diät nicht unterschreiten sollte, damit die Muskulatur nicht angegriffen wird. 0,8g / kg Körpergewicht ist die Empfehlung für eine unsportliche Person um ein Gleichgewicht zu erhalten, für Leute die Krafttraining machen oder etwas besser ausgebaute Muskulatur haben die erhalten werden will, können es bis zu 2g / kg sein. Was 160g Eiweiß pro Tag bei einer 80kg Person wären. Das ist aber völlig unabhängig von der Energiebilanz).

    Zitat

    Nichts besonderes, habe einfach nur völlig normal weitergegessen wie ich schon mein ganzes Leben lang esse - nur halt ohne den Leistungssport. Und wenn man statt 10 - 12 harte Trainingseinheiten pro Woche nurnoch ab und zu mal bisschen Joggen geht und halt bisschen im Fitnessstudio rumklimpert, dann ist eine Ernährung die davor einen Körper eines Leistungssportlers versorgen musste viel zu viel und man nimmt enorm schnell zu.

    Ja, das kenne ich, viele von den später Übergewichtigen haben eine ähnliche Geschichte.


    Ich war in meiner Kindheit ein extrem drahtiges, muskulöses Kind (schwere körperliche Arbeit von Kindesbeinen an, viel Bewegung, Kindheit auf einem Bauernhof sei Dank).


    Als ich dann ins Berufsleben einstieg (Bürojob) geriet meine Gewichtsbalance relativ schnell aus dem Gleichgewicht. Natürlich habe ich gegengesteuert, aber wenn man gewöhnt war, essen zu können, so viel man will, ist das gar nicht so leicht. Mit Hungern und damit verbundener Gewichtsabnahme weit über das Ziel hinaus habe ich mir dann auch prompt meinen Energiehaushalt versaut.


    Seit dem ist mein Gewicht überhaupt erst ein Thema geworden, ein ewiger Kampf mit Aufs und Abs. Mit zunehmendem Alter wird das nicht einfacher, ich hatte zuletzt lange nicht daran gerührt, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass mit jedem Abnehmen am Ende ein bisschen mehr drauf war als vorher, dem vielfach geleugneten Jojoeffekt sei Dank. Niemand ist ja aus dem Stand heraus übergewichtig (bei dir ging das aber wohl doch ziemlich schnell).


    Mit über fünfzig, als ich schon dachte, da geht nichts mehr, hat es plötzlich wieder klick gemacht und ich habe 18 Kilo abgenommen, völlig ohne hungern. Nur mit Lust an moderater Bewegung, ein bisschen Fitnesstudio und ausgewogener Ernährung. Und Geduld ;-D .


    Hungern und Verzicht sind wie ein angespanntes Gummiband. So bald man es loslässt, schnellt es gewaltig in die andere Richtung.

    Es gibt keinen Jojo-Effekt. Das, was damit gemeint ist, ist einfach die Folge davon, dass viele durch Diäten Muskulatur verlieren (wenn sie nicht auf ihre Eiweiß-Zufuhr und Sport achten), mit weniger Gewicht und v.a. weniger Muskeln auch einen niedrigeren Grund- und Leistungsumsatz haben und ihre Kalorienzufuhr bzw. ihren Kalorienbedarf überschätzen.


    Gäbe es einen ominösen Jojo-Effekt und durch Diäten zerstörten Energiehaushalt/Stoffwechsel, hättest du nie abnehmen können, Jian-Jill.


    Wenn man "hungert und weit über das Ziel hinaus abnimmt" ist nicht das pöhse Hungern schuld. ... Irgendwie wirkt es immer so in Thread dieser Art, als ob "Hungern" und "Abnehmen" Teufelszeug wären und pfui-bäh. ... Und wenn man nach einer Diät wieder isst wie vorher (von der Kalorienmenge her), ist es kein Wunder, dass man wieder zunimmt. Mit der alt-neuen Kalorienzufuhr hat man davor ja sein höheres Gewicht überhaupt erst erreicht bzw. gehalten. ... Aber anstatt da mal kritisch zu sich selbst zu sein, kommt dieser Quatsch mit dem angeblich zerstörten Stoffwechsel durch die Diät und das Abnehmen vorher und man kann es darauf schieben, was psychisch angenehmer ist.


    Es gibt höchstens Stoffwechselstörungen z.B. durch Schilddrüsenerkrankungen oder andere Erkrankungen, die es tatsächlich erschweren können, ab- oder zuzunehmen. Wobei ein Teil des Gewichts bei einer Zunahme auch eher Wasser als fett sein kann (erhöhte Wassereinlagerungen). Bei den meisten ist das aber ein Zusatzfaktor und sie können mit etwas Mehraufwand gleichwohl zu- oder abnehmen. Die Extremfälle, sind da eher selten.

    Mir geht es wie der TE. Mit "normal essen" und Sport nehme ich nicht wirklich ab. Ich nehme ab, wenn ich ca. 1.200kcal am Tag konsumiere. Sogar ohne Sport. Mit natürlich besser. Ich hab nie verstanden, wie andere es mit "einfach gesund essen" schaffen, aber wahrscheinlich ist halt einfach jeder Stoffwechsel anders. Meine braucht deutliche Signale. An lediglich etwas weniger essen gewöhnt er sich und kommt damit prima zurecht ohne Gewicht herzugeben.

    Zitat

    wenn man nach einer Diät wieder isst wie vorher (von der Kalorienmenge her), ist es kein Wunder, dass man wieder zunimmt.

    Und genau das ist dann der sogenannte Jo-Jo:


    Einfachster Nenner: Abnehmen durch Kalorieneinschränkung und wieder zunehmen durch erneutes Überladen des täglichen Kalorienkontos.


    Wer nicht gern in Kalorien denkt, sagt eben Energiemenge.

    Zitat

    Aber anstatt da mal kritisch zu sich selbst zu sein, kommt dieser Quatsch mit dem angeblich zerstörten Stoffwechsel durch die Diät und das Abnehmen vorher und man kann es darauf schieben, was psychisch angenehmer ist.

    Warum erbost dich das so?

    Zitat

    Warum erbost dich das so?

    Weil damit suggeriert wird, dass man einmal eine Diät macht und abnimmt und - zack - ist der Stoffwechsel ruiniert und der pöhse Jojo schlägt zu und man nimmt zu und kann da gar nichts gegen machen. Als wäre das ein unabänderliches Schicksal.


    Und mich ärgert das zum einen darüber hinaus, weil aufbauend auf dieser Mär behauptet wird, dass Schlanke alle gesundheitsschädigend hungern würden um ihr Gewicht zu halten (denn sonst würden sie zunehmen, wegen der Jojo-Stoffwechsellogik) und die anderen 2/3 der Menschheit sind dann eben zum lebenslangen Dick-Sein verdammt. Außer sie hungern ganz böse und gesundheitsschädlich.

    Hm, Jo-Jo bedeutet ja eigentlich nur "auf und ab und wieder auf" usw. Es sagt eigentlich noch nichts über den Grund.


    Dieses Schlagwort ist einfach ein Synonym und soll warnen vor kurzfristiger Kalorieneinschränkung, genannt Diät, und danach erleichtert wieder zurückzukehren zum Essen wie davor. Wenn das dann auch noch "süß und fettig" und viel an mehligen Speisen ist, dann: Ha-leluja!, denn dann kannst du zugucken, wie Jo-Jo wieder nach oben geht. Mehr will das gar nicht sagen.

    Außerdem versucht man damit Menschen zu isolieren und "abzustrafen", die mit einem größeren Kaloriendefizit bzw. einer geringen kalorienaufnahme abnehmen, so wie hier z.B. die TE. Den Abnehmerfolg muss man solchen Leuten dann schnell schlechtreden ("nimmst du alles wieder zu. Kind, du ruinierst dir deinen Stoffwechsel". "Magersucht 111elf"), damit der aufhört abzunehmen und andere auch nicht auf die Idee kommen. Ganz böse verteufelt wird es, wenn die Person auf unteres NORMALgewicht abnehmen möchte. ... Wie konjurer schon schrieb, gilt das perverserweise für viele als neue Art des Untergewichts, weil so viele einen bmi über 24/25 haben und die gefühlten Normgrenzen damit durch die Masse nach oben verzerrt werden.

    Der Faden wird an dieser Stelle geschlossen.


    Die Zunahme von medizinisch bedenkliche Beiträgen, sowie die fehlende Krankheitseinsicht und das Verhalten der TE welches gesundheitlich bedenklich


    (Drang zu hungern) ist, machen eine Schließung des Fadens erforderlich.

    Das Verharmlosen, Relativieren oder auch nur Bagatellisieren von Essstörungen ist nach den Forumsregeln von med1 klar untersagt und kann so nicht weiter hingenommen werden

    Zitat

    Dieses Forum dient der gegen­seitigen Hilfe, es kann deshalb nicht im Interesse von med1 liegen, wenn medizinisch bedenk­liche Inhalte befördert werden. Das betrifft haupt­sächlich [...] die Ver­harm­losung, Relativierung oder gar Ver­herrlichung von Drogen­konsum jeder Art [...] sowie andere medizinisch bedenk­liche Verhaltens­weisen wie z.B. Ess­störungen oder krank­haftes Unter- oder Über­gewicht. Diese krank­haften Zustände und Ver­haltens­weisen dürfen im Forum nur diskutiert werden, wenn deren Krank­haftigkeit nicht in Frage gestellt und eine Änderung des krank­haften Zustandes bzw. der krank­haften Verhaltens­weise angestrebt wird.

    Wenn streuselkeks die erforderliche Krankheitseinsicht zeigt und bereit ist sich ärztliche oder psychologische Hilfe zu holen, dann können wir über eine Reaktivierung des Fadens sprechen.

    Vielleicht ungewöhnlich hier ein doppeltes Moderatoren-Auftreten zu erleben, aber ich schließe mich meinem Kollegen Hyperion vollumfänglich noch mit folgenden Worten an:


    Eine derartige Ernährung wie hier von der Themenerstellerin beschrieben ist im Grundsatz schlicht und einfach medizinisch bedenklich. Auf die volle Komplexität gehe ich hier nicht mal ein, was ich auch gar nicht tun muß.


    Eine Bestätigung dessen, wie sie hier dazu noch vermehrt auftritt, ist fast noch bedenklicher, weil sie bei gefährdeten Personen offene Türen einrennt.


    Es ist völlig irrelevant wie viel eine Person wiegt, welchen BMI sie hat - eine solche Ernährung, bzw. eine Diskussion auf einer solchen Basis, dass es auch nur "ok" sei, ist für uns nicht tragbar.