Zitat

    Was passiert, ist folgendes:


    Zunächst hast du deinen Stoffwechsel heruntergefahren. Dann leiden die Organe, weil sie nicht mehr das bekommen, was sie für ihre reibungslose Funktion brauchen. Dann gehen sie und damit du ganz allmählich zugrunde. Dein Herz kann sich zuerst melden auf ungute Weise, es kann die Leistung nicht mehr sauber bringen.

    Diese Behauptungen sind von vorne bis hinten totaler Käse.


    Sie ist im oberen Normalgewicht und hat etwas Speck. "Die Organe" kriegen nach wie vor das was benötigt wird, nämlich aus den Fettdepots. Mangelzustände treten erst bei wirklicher Unterversprgung auf, und das kommt keinesfalls im Normalgewicht vor, sondern passiert erst im (starken) Untergewicht. Jemandem, der einen BMI höher als 18

    hat was von Unterversorgung und runtergefahrenem Stoffwechsel zu erzählen ist totaler Quatsch, kompletter Blödsinn.


    Es kann auch bei Normalgewichtigen bei sehr einseitiger Ernährung zu diversen Mängeln an Vitaminen oder auch an Eiweiß kommen, das liegt dann aber NICHT an der Nahrungsmenge, sondern an der falschen Zusammensetzung der Nahrung.


    Aber naja, in ner Gesellschaft in der 1/3 adipös ist und 1/3 übergewichtig, während nur noch eine Minderheit der Menschen, nämlich das letzte 1/3 Normalgewichtig ist (wovon nochmals 50% trotz Normalgewicht zu viel Körperfett haben), verschiebt sich halt die Wahrnehmung und es wird überall vor den Gefahren von Unterversorgung und Mangelernährung gewarnt. Wenn man nurnoch von zu dicken Menschen umgeben ist, wird garnichtmehr wahrgenommen, wie dick viele Menschen schon sind und wie viel zu viel Nahrhung sich die meisten reinschaufeln und deshalb wird bei jemandem, der nur versucht auf Normalgewicht zu kommen, schon ne schlimmste Magersucht attestiert.


    Fazit: 5/6 der Gesellschaft haben zu viel Fett (1/3 adipös, 1/3 übergewichtig, 1/6 Normalgewichtig aber mit zu hohem KFA), weniger als 1%, eher so Richtung 0,5% der Gesellschaft sind untergewichtig oder gar Magersüchtig. Dadurch verschiebt sich die Wahrnehmung der Menschen so sehr, dass normales, gesundes Gewicht und eine sportliche Figur (und auch Versuche, diese zu erreichen) schon als krankhaft dargestellt werden. Die Ungesunden und Dicken machen mittlerweile die gesellschaftliche Meinung, weil sie in der riesengroßen Überzahl sind. Wir haben ne Fettepidemie und dadurch kommen solche blödsinnigen Meinungen zu Stande.

    Ich weise an dieser Stelle darauf hin, dass wir hier ein (Medizin- und somit) Gesundheits-Forum sind.


    Die Kernaussage (sinngemäß wiedergegeben) wie "Ich habe definitiv ein Hungergefühl, mein Magen knurrt, aber ich halte es unter Kontrolle", sowie weitere Beschreibungen der TE - fällt/fallen definitiv unter medizinisch bedenklich.


    Eine Bestätigung dessen (egal mit welcher Begründung, das geht vor allem an konjurer), dass dieses Vorgehen völlig ok sei, können wir hier nicht akzeptieren.


    Vor allem in Hinsicht auf die auch hier mitlesenden, faktisch oder auch potentiell, gesundheitlich stark gefährdeten Essgestörten, die sich sowieso in diversen gesundheitlichen Grenzen bewegen. Die sich durch derartige Beiträge und Aussagen sogar noch bestätigt fühlen, so weiterzumachen.


    Eine Lebensweise wie sie die TE, also streuselkeks hier aufweist, können wir nicht mittragen. Sorry streuselkeks.


    Deshalb bitte ich im weiteren Verlauf auf ihre eigentliche Frage einzugehen - ohne weiterhin ihr Essverhalten (oder auch das von Anderen) in irgendeiner Weise zu werten. Nämlich auf diese (Kern)Frage:

    Zitat

    aber wieso ist diese (wie alle sagen: ungesunde) Methode anscheinend die einzige die bei mir funktioniert?

    Ich weiß, es ist schwierig, eine Gratwanderung hier recht wertfrei, wenig subjektiv (= ohne zu überzeugt von der eigenen Meinung zu sein, @ konjurer) zu schaffen - aber es ist möglich wie schon einige User hier bewiesen haben.


    Unterm Strich:


    Erfahrungsberichte auch (zwangsfläufig) subjektiv = ok.


    Aber Meinungen/Überzeugungen und vor allem Missionierungsversuche, die teilweise in eine medizinisch bedenkliche Richtung gehen = nicht ok.

    Auch von mir ein Sorry. Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Faden überhaupt eröffnen soll und wie ich das ganze hier formulieren soll, ohne ein Vorbild für Essgestörte zu werden, aber das ist ziemlich schwierig. Und weil in diesem Forum gerne mal kontroverse Themen diskutiert werden, dachte ich es ist ok.


    Wenn mich (vor allem jüngere) Leute fragen wie ich es geschafft habe soviel abzunehmen, dann ermutige ich sie zu einer gesunden Ernährung und zu Sport. Mir ist natürlich bewusst, dass meine Ernährungsweise (auf Dauer) nicht gesund ist.

    Es freut mich, dass Du Verständnis für meinen Beitrag hast @:). Ich habe Dich aber auch so eingeschätzt.


    Weil Deine Kernaussage ja auch ist: (sinngemäß) "Ich habe es anders versucht, nichts half - warum hilft nur das?" und man Dir anmerkt, dass Du ja selbst nicht glücklich damit bist.


    Mein Beitrag ging deshalb auch eher an konjurer, der dieses doch ungesunde Essverhalten nicht nur verteidigt, sondern sämtliche Einwände dagegen abwertet.


    Zumal Deine eigentliche Frage damit auch noch immer nicht beantwortet ist.

    Ich betrachte die Titelfrage als beantwortet im Rahmen dessen, was in diesem Forum möglich ist.


    Zunächst einmal ist klar, dass diese Methode nur speziell bei Streuselkeks möglich ist.


    Denn wie man den Formeln zum Grundumsatz einer Frau im Alter von Streuselkeks entnehmen kann, liegt sie mit ihrer Kalorienaufnahme deutlich unter dem, was eine durchschnittliche Frau braucht, um ihren Grundbedarf an Energie zu decken.


    Andere Frauen könnten mit dieser Methode ihr Gewicht also nicht halten.


    Natürlich können wir nicht genau klären, wie dieses Wunder menschlicher Verdauung zu stande kommt. Da kann man nur, wie es im Laufe der Diskussion geschehen ist, verschiedene denkbare Möglichkeiten benennen.


    Welche dieser Möglichkeiten zutrifft, können wir im Rahmen dieses Forums nicht klären, weil dafür medizinische Untersuchungen nötig wären.

    Ich bin eigentlich überzeugt, dass man mit gesünder Ernährung und Sport abnehmen kann, allerdings dauert das seine Zeit. Die 30kg zu viel waren ja auch nicht über Nacht da.


    Du hattest in deinem Anfangsbeitrag gesagt, du hättest 3kg in 6 Monaten abgenommen. Aber hast du dich nicht trotzdem gesünder und fitter gefühlt? Vielleicht hättest du da nur Konsequenter da dran bleiben müssen?


    Und ich frage mich immer noch, ob du mit dem jetzigen Essverhalten noch Sport treiben kannst? Denn nicht nur überschüssiges Fett, sondern auch Bewegungsmangel sind gesundheitsschädlich.


    Und da wir ja in einem Medizinforum sind: Weißt du denn wirklich, das körperlich bei dir alles in Ordnung ist?

    Nun habe ich seit 2 Tagen absolut nichts gegessen und komme langsam ins Grübeln ":/


    Ich denke darüber nach, ob ich mir ein Leben ohne Hungern überhaupt noch vorstellen kann.


    Irgendwie brauche ich das.


    Ich weiß, das hört sich langsam echt krank an, aber wenn ich jetzt beim Arzt antanze, wird er denken ich überdramatisiere alles, weil ich normalgewichtig bin %-|


    Ich schaue einfach wie es sich noch entwickelt.

    Zitat

    weil ich normalgewichtig bin

    Mensch kann normalgewichtig sein und sich dennoch sehr unvollständig ernähren. Kalorien (aus Kohlenhydraten, Fett und Eiweißen) sind für den menschlichen Körper genaugenommen noch längst nicht alles., zumal eine geringere Kalorienzufuhr auch durch verringerte körperliche und geistige Anstrengung und eine bessere Nahrungsverwertung durch den Körper ausgeglichen werden könnte- da muss also am Gewicht noch nichts passieren. Dennoch werden mit verringerter Nahrungszufuhr gleichzeitig weniger Mineralien und weniger Vitamine zugeführt. Das wirkt sich definitiv negativ auf die Körperfunktionen aus- wenn auch längst nicht unmittelbar. Kalkmangel z.B. kann sich erst nach vielen Jahren richtig gesundheitlich bemerkbar machen (z.B. Osteoporose, Rachitis, ...). Mit der Schwächung des Immunsystems und Veränderung des Hormonhaushaltes sieht es sehr ähnlich aus (auch in Folge verringerter Mineralien- und Vitaminezufuhr etc.). Nur weil eine Folge nicht unmittelbar spürbar wird und eintritt, heißt das nicht, das dein Handeln keine Folgen zeitigen wird. Du kannst ja deine Ernährung stark kalorienreduzieren, das sollte aber nicht dazu führen, dass elementare Nahrungsbestandteile (Vitamine, Mineralien, ...) mangeln bzw. fehlen- und das passiert aber bei dir.


    Iss wenigstens mehr Obst und Gemüse (mit Gemüse meine ich nicht unbedingt Salat, sondern vielmehr Kohlsorten (auch roh essbar), Erbsen, Bohnen, Linsen, Radischen, Zwiebeln, Petersilie, Paprika, ...) die haben meistens wenig Kalorien, anstatt zu hungern.

    Zitat

    aber wenn ich jetzt beim Arzt antanze, wird er denken ich überdramatisiere alles, weil ich normalgewichtig bin %-|

    Ganz sicher nicht. Wie sensibelman schon sagt: Auch normalgewichtige (oder gar übergewichtige) können sich ungesund ernähren. Und zwar so, dass es (schwere) Langzeitfolgen haben kann.


    Normalgewicht ist noch lange kein Beweis dafür, dass man normal/gesund is(s)t.

    Zitat

    Ich schaue einfach wie es sich noch entwickelt.

    Das halte ich für keine gute Idee. Du merkst ja selbst, dass etwas nicht stimmt, fühlst Dich unwohl - auch mit dem Gedanken

    Zitat

    Irgendwie brauche ich das.

    Wenn Du einfach nur abwartest, dann rutschst Du noch tiefer da rein. Gehe zu (D)einem Arzt und schildere es so wie hier. Entweder kann er Dir da schon weiterhelfen oder mindestens kann er Dir Stellen/Ärzte/Ernährungsexperten empfehlen an die Du Dich wenden kannst.

    Zitat

    Ich weiß, das hört sich langsam echt krank an, aber wenn ich jetzt beim Arzt antanze, wird er denken ich überdramatisiere alles, weil ich normalgewichtig bin %-|

    Ja, ganz genau.


    Dein Essverhalten ist zwar gesundheitlich bedenklich. Aber schon allein vom Gewichtskriterium her bist Du weit weg von einer Magersucht.


    Wenn da nicht noch etwas anderes ist, wird er Dich wieder nach Hause schicken, weil Du gesund bist.

    Zitat

    Wenn da nicht noch etwas anderes ist, wird er Dich wieder nach Hause schicken, weil Du gesund bist.

    Das heißt also, wenn ich heute zum Arzt gehe und sage, dass ich dauerhaft hungere (es geht hier ja nicht um zwei Tage nichts essen), ihm sage, wie ich mich seit langer Zeit (wenn überhaupt) ernähre - dann wird er mich wegschicken, weil ich ja normalgewichtig bin? :|N


    An dieser Stelle mal ein Artikel zum Thema Magersucht und Gewicht:


    OSFED (Other Specified Feeding or Eating Disorder)


    Zudem:


    Ein bestimmtes (Ess)Verhalten bedarf ja nicht zwangsläufig einer spezifischen (psychischen) Diagnose um trotzdem ungesund zu sein, medizinisch-körperlich krankhafte Folgen zu haben.

    Zitat

    Das heißt also, wenn ich heute zum Arzt gehe und sage, dass ich dauerhaft hungere (es geht hier ja nicht um zwei Tage nichts essen), ihm sage, wie ich mich seit langer Zeit (wenn überhaupt) ernähre - dann wird er mich wegschicken, weil ich ja normalgewichtig bin?

    Grundsätzlich ja. Ein Arzt braucht nunmal eine Diagnose, und ohne Diagnose kann er einen Patienten nicht behandeln.


    Was ein konkreter Arzt im Einzelfall macht, kann man natürlich nicht wissen.

    Zitat

    An dieser Stelle mal ein Artikel zum Thema Magersucht und Gewicht:


    OSFED (Other Specified Feeding or Eating Disorder)

    Die Autorin spricht von Anorexie, auch wenn das Gewichtskriterium nicht erfüllt ist. Damit steht sie im Widerspruch zur ICD, an die sich deutsche Ärzte halten müssen.

    Zitat

    Ein bestimmtes (Ess)Verhalten bedarf ja nicht zwangsläufig einer spezifischen (psychischen) Diagnose um trotzdem ungesund zu sein, medizinisch-körperlich krankhafte Folgen zu haben.

    Ja, genau. Der Arzt ist erst zuständig, wenn ungesunde Ernährung krankhafte Auswirkungen hat.


    Für seine Ernährung ist jeder Erwachsene selbst zuständig.

    streuselkeks

    Zitat

    Ich weiß, das hört sich langsam echt krank an, aber wenn ich jetzt beim Arzt antanze, wird er denken ich überdramatisiere alles, weil ich normalgewichtig bin %-|

    Das Gewicht sagt nichts über das Essverhalten einer Person aus und/oder ob sie essgestört ist und meiner Ansicht nach ist das eine Esstörung.

    Zitat

    Ich schaue einfach wie es sich noch entwickelt.

    Wie weit soll es sich den entwickeln, bis Du zum Entschluss kommst, etwas an Deinem Essverhalten zu ändern bzw. sich die Ursachen anzuschauen? Sagt Dir das


    Irgendwie brauche ich das.


    nicht genug?