Nochmal ein Beispiel: ich hab als junger Kerl Anfang 20 Leistungssport knapp unterhalb der Nationalmannschaft betrieben. War immer in diversen Leistungskadern, aber habe nie den Sprung auf die höchste Stufe, die A-Nationalmannschaft, geschafft.


    Meine damalige Sportart war in Gewichtsklassen unterteilt. Ich bin damals mit 175m Körpergröße in der 70-Kilo Klasse angetreten, also zwischen 65 und 70kg. Was ein völlig normales Gewicht für einen sportlichen jungen Mann ist, ich war halt schlank. Um auf dieses Gewicht zu kommen, normal lag ich bei 73 - 74kg, hab ich die zwei Wochen vor dem Wettkampf immer eine Diät eingelegt, mich kurz runter trainiert um optimal leistungsfähig zu sein und das Gewicht aber nicht dauerhaft gehalten weil mir das zu anstrengend war.


    Die Reaktionen auf dieses völlig normale und total gesunde Sportlerleben waren dermaßen krass! Fette Omis aus der Verwandtschaft, mit Diabetes und zwei Herzinfarkten, haben mir erzählt wie ungesund ich leben würde, ich würde doch vom Ast brechen und meinen Körper kaputt machen. Kurz bevor sie sich auf der Familienfeier das dritte Stück Sahnetorte in ihren 150kg Körper geschoben haben. Eine Verwandte Mitte 30, die von 120kg auf 90kg abgenommen hatte, wurde dazu beglückwünscht - aber mehr sollte sie doch auf keinen Fall abnehmen, das wäre jetzt genug - obwohl die 90kg immernoch Adipositas Grad 1 waren!


    DAS ist die gesellschaftliche Debatte mittlerweile. Die Dicken sind dermaßen die Mehrheit geworden, dass sie die gesamte Debatte bestimmen und wir daher komplet vergessen, was normales, menschliches Körpergewicht überhaupt ist und wie die letzten tausenden Jahre menschliche Körper aussahen und welche Leistung sie erbringen konnten.


    Erst als ich mit Leistungssport aufhörte und auf einen BMI von 29, also Übergewicht kurz vor der Adipositas, zunahm - ich hatte dann schon richtig fette Bäckchen und habe erste gesundheitliche Einschränkungen bemerkt (habe kein Treppenhaus mehr hoch geschafft ohne komplett außer Atem zu sein, habe schlechter geschlafen, geschnarcht, war allgemein weniger leistungsfähig etc) wurde ich dann von den Omis darauf angesprochen wie gesund und vital ich aussehen würde. Erst als ich fett wurde und meine Gesundheit bergab ging, wurde ich dazu beglückwünscht, wie toll und gesund ich doch sei und dass so ne kleine Plautze ja auch zu nem Mann dazugehören würde. Das ist doch absurd! Und genau dasselbe wird hier im Thread gerade auch gemacht!

    Zitat

    ...Fett sein ist die Norm geworden...

    Zitat

    ...Fette Omis...

    Zitat

    ...das dritte Stück Sahnetorte in ihren 150kg Körper geschoben haben...

    Könntest du bitte mal deinen Ton etwas mässigen? Danke...

    Konjurer, hier geht es nicht um 1-2 Wochen abkochen vor einem Wettkampf. Die TE lebt dauerhaft von einer Kalorienmenge die mit dem Leben nicht vereinbar ist. Such dir hier nicht die Bestätigung für deine eigene Essstörung %-|

    Ganz ehrlich, da gibt es bessere Methoden, um abzunehmen als sich die Kilos runterzuhungern!


    Würde dir davon dringend abraten. Das tut dir nicht gut und deinem Körper erst recht nicht! Schaue doch, dass du mit viel Sport die Kilos runtertrainierst und dann mit gesunder Ernährung dein Gewicht hältst. Wenn du immer hungerst machst du damit deinen Körper auf Dauer kaputt.


    Falls du wirklich Unterstützung beim Abnehmen brauchst würde ich an deiner Stelle eher zu so etwas wie einen Vitalshake greifen. Der unterstützt dich beim Abnehmen, indem du damit Mahlzeiten ersetzt. Dabei musst du aber nicht hungern und deinem Körper fehlt es auch an nichts. Ich hatte den von Balancia und hab ca. 10 kg damit verloren und konnte diese mit gesunder Ernährung auch halten. Kann dabei aber nur von mir selbst sprechen. Würde dir aber auf jedenfall davon abraten weiter zu hungern!

    Ach du meine Güte ;-D ;-D ;-D

    Zitat

    Würde dir davon dringend abraten. Das tut dir nicht gut und deinem Körper erst recht nicht! Schaue doch, dass du mit viel Sport die Kilos runtertrainierst und dann mit gesunder Ernährung dein Gewicht hältst. Wenn du immer hungerst machst du damit deinen Körper auf Dauer kaputt.

    Ob man jetzt 1500 Kalorien verbraucht und nur 1000 isst und damit ein Defizit von 500 Kalorien hat, oder ob man 1500 + 800 = 2300 durch Sport verbraucht und 1800 isst und dadurch ein Defizit von 500 hat, ist fürs Abnehmen völlig irrelevant und ist auch nicht weniger gesund oder ungesund, sondern Summa Summarum genau das selbe Endergebnis. Klar ist Sport im Endeffekt eine sinnvolle Sache, fürs Abnehmen zählt aber NUR und AUSSCHLIEßLICH die Höhe des Kaloriendefizits.

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    Falls du wirklich Unterstützung beim Abnehmen brauchst würde ich an deiner Stelle eher zu so etwas wie einen Vitalshake greifen. Der unterstützt dich beim Abnehmen, indem du damit Mahlzeiten ersetzt.

    Ach Herrje. So ein "Vitalshake" (was für ein bescheuertes Wort) hat einfach nur weniger Kalorien als eine normale Mahlzeit. Also haben diese Shakes auch nur den Effekt, dass man damit eine Mahlzeit ersetzt, somit weniger Kalorien aufnmimmt, beispielsweise statt 1500 Kalorien nurnoch 1000 aufnimmt und dadurch bei 1500 Verbrauch ein Defizit von 500 am Tag erreicht.


    Vollkommen gleiche Wirkung wie einfach weniger zu futtern. Keine Magie oder sonstige Tricks.


    Simple Wahrheit: Weniger futtern als man verbraucht = Abnehmen.

    Zitat

    Die TE lebt dauerhaft von einer Kalorienmenge die mit dem Leben nicht vereinbar ist.

    JA NATÜRLICH TUT SIE DAS. Meine Güte Jesus und Maria. Das ist das Grundprinzip am Abnehmen! Man isst weniger als man verbraucht! DAS IST DER EINZIGE MECHANISMUS; WIE MAN ABNIMMT.


    Klar, wer für sein gesamtes Leben weniger isst als er verbraucht, der lebt nicht lange weil er irgendwann verhungert. Aber JEGLICHE Gewichtsabnahme basiert darauf, dass man weniger isst als man braucht und dadurch die Fettdepots des Körpers angezapft werden. Und normale Menschen hören damit dann auf, wenn sie ein bestimmtes (Wunsch-)Gewicht erreicht haben und essen dann wieder normal so viel wie sie verbrauchen, um dann weder zu noch ab zu nehmen, sondern einfach das Gewicht zu halten.


    Abnehmen bedeutet IMMER weniger zu essen als man verbraucht.


    Ob ich da jetzt mit einem "kleinen" Defizit von 200 Kalorien mich monatelang durchschleppe, kaum vorankomme und dann nach Jahren erst mein Wunschgewicht erreicht habe, oder ob ich halt Tempo mache, ein Defizit von 800 Kalorien hinlege, damit viermal schneller auf Wunschgewicht bin und dann auch wieder schneller Maintenance (also so viel, wie ich dann brauche, um das Gewicht zu halten) esse, ist völlig unerheblich. Und die 200 Kalorien Defizit sind auch nicht "gesünder" als die 800 Kalorien.

    konjurer

    Zitat

    Warum diese langen Ausführungen dazu?

    Frage ich mich auch. Deine Meinung wird nicht richtiger, nur weil Du elendslange Predigten hälst. Sie bleibt genauso gut oder schlecht wie jede andere hier.

    Zitat

    Abnehmen bedeutet IMMER weniger zu essen als man verbraucht.

    Das halte ich für ein Gerücht.

    Aber die TE will doch ihr Gewicht halten? Und dafür weniger als 1000 kcal am Tag und 2 Fastentage? ":/


    Dass Normalgewicht erstrebenswerter ist als Übergewicht ist doch hier auch gar nicht die Frage, um das "Wie" geht's doch in den meisten Antworten.

    Zitat

    Das halte ich für ein Gerücht.

    Und wir sind zurück bei der Nahrungsesoterik. Wodurch nimmt man den sonst ab, wenn nicht durch ein Kaloriendefizit? Kleiner Tipp: Kalorien sind keine magischen Tiere, die Nachts die Kleidung enger nähen.

    Zitat

    Klar, wer für sein gesamtes Leben weniger isst als er verbraucht, der lebt nicht lange weil er irgendwann verhungert.

    Die TE hat vor, ihr Gewicht zu halten. Sie sagt, das funktioniere nur so. Das KANN auf die Dauer nicht gut gehen, fertig aus.


    Zitat

    Die TE hat vor, ihr Gewicht zu halten. Sie sagt, das funktioniere nur so. Das KANN auf die Dauer nicht gut gehen, fertig aus.

    Manche Menschen haben von Haus aus einen enormen Kohldampf und würden, wenn sie sich immer satt essen würden, direkt stark übergewichtig werden. Und für manche Menschen funktioniert eben auf einen Tag an dem man schlemmt direkt einen Tag Hungern einlegen als einzige Alternative, um das Gewicht im Griff zu behalten. Nochmal: Unsere Körper sind nicht auf die ständige Verfügbarkeit von Nahrung eingestellt, der menschliche Organismus ist an Hungersnöte und regelmäßige Nahrungskrisen evolutionär adaptiert. Weshalb der Großteil der Menschen mit der ständigen Verfügbarkeit von Nahrung überfordert ist - und Übergewicht und Adipositas mittlerweile statistisch die Mehrheit ist. 1/3 der Bevölkerung ist Übergewichtig, 1/3 ist adipös, 1/6 ist Normalgewichtig aber mit zu viel Körperfett - Menschen, mit einem gesund-niedrigen Körperfettanteil sind mittlerweile nurnoch 1/6 der Bevölkerung! Untergewichtig betrifft etwa 0,5% der Menschen in Deutschland, Übergewicht und zu hohes Körperfett etwa 84% der Menschen. Daran sieht man, worauf unsere Körper eigentlich evolutionär eingestellt sind!


    Das hier:

    Zitat

    Liebe Streuselkeks, ich mache mir wirklich Sorgen um deine Gesundheit. Wenn du schreibs "ich habe das im Griff" finde ich das alarmierend, denn Essen sollte nichts sein, was man im Griff hat.

    ist übrigens ein Symptom davon. Die Übergewichtigen und Dicken machen sich Sorgen um ein Mädel mit einem BMI von 21. Das ist so dermaßen absurd!


    Das wäre vergleichbar, als wenn jemand versucht mit dem Rauchen aufzuhören, während 2/3 der Menschen im Land Raucher sind und dann alle warnen "ich mache mir solche Sorgen um dich, Rauchen ist nichts was man im Griff haben sollte, ich finde das so alarmierend, gönn dir doch wieder ne Packung!".


    Nochmal: Das Mädel wiegt 65kg auf 174, was ein BMI von ~ 21 ist. Untergewicht fängt bei ihrer Größe bei ~58kg an. Wer einen historischen Vergleich will: 170 auf 56kg waren die Körpermaße von Brigite Bardot als Ende 20 jährige - und die galt ja früher als Schönheitsideal.

    Zitat

    Die Übergewichtigen und Dicken machen sich Sorgen um ein Mädel mit einem BMI von 21. Das ist so dermaßen absurd!

    Dass DU ausgerechnet MICH als dick bezeichnest bescheinigt dir sowas von eine Verzerrung der Realität, dass du direkt in die Klappse gehörst %:|


    Und mehr will ich mit dir auch nicht reden.

    konjurer


    Ob man jetzt 1500 Kalorien verbraucht und nur 1000 isst und damit ein Defizit von 500 Kalorien hat, oder ob man 1500 + 800 = 2300 durch Sport verbraucht und 1800 isst und dadurch ein Defizit von 500 hat, ist fürs Abnehmen völlig irrelevant und ist auch nicht weniger gesund oder ungesund, sondern Summa Summarum genau das selbe Endergebnis. Klar ist Sport im Endeffekt eine sinnvolle Sache, fürs Abnehmen zählt aber NUR und AUSSCHLIEßLICH die Höhe des Kaloriendefizits.


    (ich weiß leider nicht wie man zitiert)


    Natürlich macht es einen Unterschied was der Körper noch an kcal bekommt nach dem Defizit. Wenn er alleine z.B. 1000kcal als Grundumsatz für die Lebenserhaltung und richtige Versorgung aller Organe braucht, sollte ich doch zusehen, das ich nach Sport + Defizit noch das übrig habe.


    Oder hab ich da jetzt nen Logikfehler? ???

    Auch wenn den meisten Leuten hier der Redestil von konjurer nicht gefällt, muss ich sagen dass er mein Problem genau auf den Punkt bringt.


    Ich hielt mich schon immer für verfressen, aber jetzt habe ich begriffen dass meine Ernährungsweise perfekt auf die Steinzeit ausgelegt ist und nicht in die heutige Zeit passt.


    Wenn ich an meine Teenagerzeit zurückdenke, wird es mir immer klarer. Wenn ich von der Schule nach Hause kam und auf dem Küchentisch ein Stück Schokotorte sah, fiel es mir extrem schwer einfach dran vorbeizugehen. Ich hatte immer den inneren Drang das Essen das verfügbar war sofort aufzuessen. Ich habe es nie begriffen, wenn meine sehr schlanken Freundinnen ihre Butterbrote weggeschmissen haben oder wenn ich mitbekommen habe wie ihre Mütter sie 10 mal zum Essen rufen mussten.


    Ich habe einfach diesen starken Drang verfügbares Essen aufessen zu müssen. Und dass der volle Kühlschrank nur 15 Schritte entfernt ist und so eine riesige Auswahl an Nahrungsmittel immer im Überfluss verfügbar ist, ist natürlich fatal.


    Letztens im Urlaub wurde es mir auch klar, dass ich ein komplett anders Essverhalten habe. Meine Freundin und ich waren 8 Tage in Dubai und hatten nur Frühstück gebucht. Die ersten 5 Tage gab es morgens nur eine Schale exotische Früchte und einen Joghurt, also kalorientechnisch relativ wenig. Irgendwann meldete sich der Hunger und wir holten uns im Supermarkt bisschen Kuchen. Sie aß nur die Hälfte ihres Stücks und wollte den Rest nicht mehr und war im Begriff den wie völlig selbstverständlich wegzuschmeißen. Ich konnte das überhaupt nicht verstehen. Ich hingegen hab immer dieses "Iss, solange etwas da ist" im Kopf. Man weiß ja nie, wann die nächste "Hungersnot" ist.


    Seitdem ich studiere und alleine wohne, haben sich die Umstände geändert. Ich muss meine Lebensmittel 1. selbst holen und nach Hause schleppen und 2. mein eigenes Geld dafür ausgeben. Ersteres ist überhaupt kein Problem und ich dachte immer ein wöchentlicher Großeinkauf reicht aus, aber ich habe einfach ein Problem wenn dieses Essen in meiner Nähe ist. Es besteht immer die Gefahr, dass ich alles auf einmal aufesse.


    Deswegen habe ich mich dran gewöhnt jeden Tag eine kleine Tagesration einzukaufen und im Supermarkt rechne ich immer ganz genau aus wie viele Kalorien ich für den heutigen Tag brauche. Seitdem mein Kühlschrank nicht so randvoll ist, habe ich abgenommen.


    Mit meiner "Friss-solange-noch-etwas-da-ist"-Einstellung hätte ich im Gegensatz zu meinen dünnen Freundinnen, die man immer zum Essen überreden musste, in der Steinzeit wahrscheinlich toll überlebt, aber heute führt sowas zu Übergewicht. Und um das zu verhindern brauche ich extrem viel Disziplin, wahrscheinlich mehr als meine Mitmenschen.

    konjurer

    Zitat

    Erst als ich mit Leistungssport aufhörte und auf einen BMI von 29, also Übergewicht kurz vor der Adipositas, zunahm - ich hatte dann schon richtig fette Bäckchen und habe erste gesundheitliche Einschränkungen bemerkt (habe kein Treppenhaus mehr hoch geschafft ohne komplett außer Atem zu sein, habe schlechter geschlafen, geschnarcht, war allgemein weniger leistungsfähig etc)

    Darf ich fragen, wie das bei dir so entgleisen konnte?