• Wie sagt man einer Freundin, dass sie abnehmen sollte?

    Hallo Forianer, bedingt durch meine Krankheit und momentane Lage habe ich mehr Kontakt zu einer langjährigen und lieben Freundin also vorher. Es geht um ihr Übergewicht und das Eßverhalten. Dadurch, dass sie immer für einige Tage bei mir war, habe ich einen Einblick in ihr Eßverhalten bekommen, was eben vorher nicht der Fall war. Sie hat ungefähr 40…
  • 137 Antworten
    Pfefferminzbonbon schrieb:

    Auf Feiern habe ich als übergewichtiger Mensch auch nicht mehr gegessen als andere, normalgewichtige. Ich hab genauso zwei Stücke Kuchen gegessen, aber zu mir wurde gesagt: Meinst du wirklich, dass du noch ein zweites Stück Kuchen essen solltest??!!! während meiner normalgewichtigen Schwester das dritte Kuchenstück aufgenötigt wurde.

    also ich würde nie einer übergewichigen Person sagen , dass sie das und das nicht essen sollte und bei Feiern schon gar nicht, da darf jeder mal über Strenge schlagen.


    Aber darum ging es nicht - es ging darum ob es zu viel ist ...und da muss man schon sagen dürfen ja und Brötchen sind per se auch nicht günstig, Weißbrot auch nicht.


    und dass eben ein zweites ,vielleicht noch großes Tortenstück zu viel ist für Übergewichtige ist eben nur die Wahrheit. und klar eine schlankere Person schon mal mehr essen.


    Aber darum geht es hier auch nicht ... die Tatsache vorausgesetzt , dass ein Mensch übergewichtig ist sollte er eben überlegen wie viel er isst. Will er übergewichtig bleiben , tja dann kann er ruhig weiter zu viel essen.


    Nur ob man es ev. taktlos gesagt bekommt oder nicht, seid euch sicher, denken tun es die Leute sowieso : oh , na kein Wunder, dass sie so dick ist, sie isst ja auch ganz schön viel.

    Das ist es, was ich meine. So viel Fleisch, zwar auch Gemüse, aber dieses in Aufläufen verpackt mit viel Käse oben drauf usw. Sind das nicht enorm viele Kalorien?

    Mich stört eben eher, dass sie immer sagt, sie würde nicht viel essen, aber das ist so nicht richtig. Oder dass sie meine angefangene Chipstüte dann leer isst, weil ich den Rest nicht schaffe oder für den nächsten Tag weglege. Ich finde, das macht man nicht, bin da eben anders erzogen. Sie selbst hatte an dem Abend ja Kekse, aber sie wollte dann eben auch noch meine Chips futtern. Aber bin ja selbst Schuld, weil ich nie was sage. Ich hätte natürlich auch "Du, sei mir nicht böse, ich habe nicht so viel Kohle und möchte die Chips für morgen Abend zur Seite legen" sagen können, aber habe ich nicht und sie den Rest davon essen lassen. Wollte auch irgendwie nicht kleinlich rüberkommen, versteht ihr?

    Zum Thema Brötchen: ich glaube, sie essen mehr Brot als Brötchen und zwar Körnerbrot usw., also schon auch gesunde Sachen. Gesünder als ich vermutlich sogar. Nur eben in anderen Mengen. Wir denken, dass sie sich in unserer Gegenwart eventuell auch mit dem Essen eher noch zurückhält und zuhause das ganz anders aussieht. Ich bekomme das ja mit, wenn sie mit Familie wegen Essen und Einkauf telefoniert.

    Jeder hat seinen eigenen Blick auf die Dinge. All das ändert aber nichts daran, dass ich sie gern habe und auch um ihre Gesundheit besorgt bin. Aber abgesehen vom Diabetes und dem Übergewicht scheint sie gesund zu sein und das ist doch gut.

    Habe ich hier eventuell das Problem und nicht sie?

    Alias 975102 schrieb:

    Mich stört eben eher, dass sie immer sagt, sie würde nicht viel essen, aber das ist so nicht richtig.

    Nimmt sie denn aktuell zu? Wenn nein, dann sind diese Mengen eben auch, was sie durchs höhere Gewicht verbrennt. Und da man pi mal daumen zum Abnehmen nicht mehr als max. 500kcal am Tag einsparen sollte, wären dann evtl. auch ihre Portionen zum effektiven Abnehmen in deinen Augen noch viel zu viel.

    Alias 975102 schrieb:

    Habe ich hier eventuell das Problem und nicht sie?

    Jep. Du machst dir viel zu viel Gedanke um ihr Essverhalten.


    Lass sie reden und essen. Es wird nicht viel bringen, weiter drauf zu achten und sie ggf. darauf anzusprechen.


    Wie ich bereits schrieb, auch ich war übergewichtig, wusste es, sah es aber nicht.

    Auch ich dachte mir oft "och das kann ich ja auch noch essen"

    Solange es bei einem selbst nicht "Klick" macht, kann man nicht viel machen.

    Das idt aber verlogene Kacke, sorry. Wenn es für den übergewichtigen zu viel ist, ist es das für den Schlanken auch bzw erst recht, oder soll der etwa auch so dick werden?

    Mir kommt es so vor als hätten dicke immerzu nur daran zu denken, dass sie zu dick sind und abnehmen müssen und auf jeden Fall weniger zu essen als Normalgewichtige.

    Die allermeiste Zeit denkt auch ein dicker Mensch eben nicht: omg ich bin so fett ich muss abnehmen.

    Genauso wie ein schlanker Mensch nucht immer denkt, juchu ich bin schlank, immer her mit dem Futter.

    joa, die Mengen sind es, und zwar die welche man sich täglich reinhaut.

    Ich esse immer noch Aufläufe, Nudeln, Brot. Aber eben deutlich weniger als früher. Und wenn eine 1,68 m große Frau dieselbe Menge isst wie ihr fast 2m großer Mann, dann ist das kein Wunder wenn sie irgendwann einen bmi von 30 hat.

    >>"doof" nicht, aber Kennzeichen sozialer Beziehungen, die derart geprägt sind, ist ja nunmal, dass das "Opfer" davon nichts merkt bzw die schuld immer bei sich sucht, wenn was nicht gut läuft, und in der Tat erst nach vielen Jahren, oft auch durch med1-Hilfe, erkennt, was wirklich Sache ist. Solche Fäden wie dieser passieren ja oft im Kontext eines "ersten Aufbegehrens".<<


    Dem würde ich zustimmen. Bei mir hat es auch 3 Jahre lang gedauert, bis ich es gerafft habe, und manchmal denke ich heute noch, alles wäre meine Schuld gewesen. Es gibt ja auch Frauen, die bei ihren prügelnden Männern bleiben, weil sie denken, sie hätten es verdient. Man ist in Beziehungen halt nicht immer rational; Vieles ist auch Wunschdenken und Selbstbetrug, Abhängigkeit und Manipulation.

    Aber die TE hat doch gar nicht den Grundgedanken "Ich bin schuld und habe es nicht anders verdient". Also so gar nicht. Sie reflektiert im völlig gesunden Rahmen, inwieweit sie zu empfindlich ist oder nicht":/

    Ich verspüre bei dem was die TE schreibt durchaus ein wenig zumindest die Möglichkeit des gefangen-seins in derartigen psychischen Strukturen und ein nicht-klar-peilen, womit man es da zu tun hat. Es geht genau in die Richtung dessen, was cleasan-teine schreibt. Nicht so krass natürlich und es ist keine Beziehung sonder nur eine Freundschaft, aber es fühlt sich für mich so an.


    Von daher erscheint mir ein gewisses Wachrütteln, dass das zumindest eine pathologische, destruktive soziale Beziehung, bei dem wer sich energietechnisch zu ihren Kosten bereichert, durchaus angebracht.

    Eben, vor allem im weiteren Verlauf des Fadens habe ich es genau so verstanden. Um zu viele oder zu wenige Kalorien oder zu dick bzw. zu dünn geht es im Grunde genommen auch nicht, da die Kritik der Freundin auch eine ganz andere sein könnte.

    Von daher erscheint mir ein gewisses Wachrütteln, dass das zumindest eine pathologische, destruktive soziale Beziehung, bei dem wer sich energietechnisch zu ihren Kosten bereichert, sein könnte, durchaus angebracht.


    rr2017 schrieb:

    Von daher erscheint mir ein gewisses Wachrütteln, dass das zumindest eine pathologische, destruktive soziale Beziehung, bei dem wer sich energietechnisch zu ihren Kosten bereichert, durchaus angebracht.

    Das könnte höchstens eine sein, das zu wissen und wachrütteln zu können liegt nun wirklich nicht an dir und Forums-Ferndiagnosen.

    rr2017 schrieb:

    Von daher erscheint mir ein gewisses Wachrütteln, dass das zumindest eine pathologische, destruktive soziale Beziehung, bei dem wer sich energietechnisch zu ihren Kosten bereichert, sein könnte, durchaus angebracht.


    Brav aber letzlich ja auch nur pro forma, du meinst es ja nicht als "könnte".

    rr2017 schrieb:

    Von daher erscheint mir ein gewisses Wachrütteln, dass das zumindest eine pathologische, destruktive soziale Beziehung, bei dem wer sich energietechnisch zu ihren Kosten bereichert, sein könnte, durchaus angebracht.

    Dieser Konflikt muss aber keineswegs der Grund dafür sein, dass eine langjährige Freundschaft beendet wird. Eine gründliche Aussprache erscheint mir aber unbedingt nötig.