Das ist ja interessant. So genau habe ich das nie differenziert. Die Bekannte hat zudem Bulimie gehabt, über einige Jahre. Ich schätze bei ihr auch eher eine falsche Körperwahrnehmung ein und ja die Zentimeter bis zur nächst kleineren Größe hat sie auch gezählt. Unter 34 wollte sie aber nie kommen. Aber anstrengender Job und wenig Zeit zum Essen haben, dann den Rest getan.

    Ich hab den Einblick ja auch, sagen wir mal, ganz persönlich bekommen. ;-) Ich hab keine Magersucht gehabt, aber unter einer veritablen Köperbildstörung gelitten.


    Ich hoffe das es deiner Freundin gut geht und sie das Gewicht nun nicht mittels der Bulemie hält. Da sind die gesundheitlichen Risiken andere als bei Anorexie, aber keinesfalls zu unterschätzen.

    Danke, danae, da hab ich wieder etwas gelernt. Meine Bekannte hat auch keine Bulimie mehr. Sie hält ihr Gewicht mit normalem Essen im Rahmen, nimmt auch schon mal was zu, was aber kein Drama darstellt.

    1. 43kg mit 1,70 muss aus eigener Erfahrung (noch) nicht zwangsläufig lebensbedrohlich sein, selbst mit schweren körperlichen Erkrankungen.


    2. die Ausführungen der TE deuten imho deutlich auf eine Essstörung hin. Der gemeinsame Nenner aller Magersüchtigen ist auch nicht das Dünnsein-Wollen bis in letzte Konsequenz, sondern die (vermeintliche) Kontrolle über den Körper und ihr Leben. Klar: viele finden sich niemals dünn genug (aufgrund einer schweren Körperschemastörung); dass man aber nicht unter ein bestimmtes, wenn auch sehr niedriges Gewicht rutschen will (aus verschiedenen Gründen heraus), gibt es auch bei Magersüchtigen.


    3. Abgesehen davon schreibt die TE nur aus ihrer Sicht. Ich habe einige Magersüchtige getroffen, die recht intelligent, zumindest aber über derartige manipulative Fähigkeiten verfügten, dass sie anderen (selbst Ärzten) lange Zeit glaubhaft machen konnten, dass sie eigentlich gar nicht so dünn sein, sondern zunehmen wollten. Die durch Manipulation sich eine körperliche Diagnose verschaffen wollten, die das niedrige Gewicht erklärt hätte (und manchmal gelang ihnen das zumindest für eine gewisse Zeitlang auch).


    4.

    Zitat

    Nun hab ich dass gefühl dass ich schon bei 1100kcal zunehme (mehr schaff ich auch noch garnicht ) wie weit sinkt der GW?


    Und meint ihr ich kann erstmal ne weile auf 1100-1200 bleiben ?


    Schreibt ihr mir auch mal bitte wie es bei euch so istwar. Habt ihr von so wenig zugenommen ?

    Ich bin wirklich nicht jemand, der gleich "magersüchtig" und "lebensbedrohlich dünn" schreit, wenn jemand deutlich untergewichtig ist (aufgrund meiner eigenen Geschichte). Aber ich kenne eben auch die Unterschiede, gerade aufgrund meiner eigenen Erfahrungen und dem Erleben von Magersüchtigen. Wenn die TE ihren Körper wirklich als so abstoßend dünn empfände, dann würde sie sich nicht Gedanken darum machen, ob sie schon mit 1100kcal zunehmen werde. Dann würde sie nicht indirekt um eine Bestätigung bitten, dass 1100kcal für eine Weile in Ordnung seien.

    Die Differenzierung ob nun Magersucht oder nicht, mag ja rein theoretisch wichtig sein, praktisch könnte so eine Zerfieselung aber das Denken der FS noch bestätigen: Sie wäre demnach ja nicht so "richtig" essgestört, wenn sie keine klassische Magersucht hat. :|N Dass sie essen möchte, aber nicht kann - gerade das habe ich von "echten" Magersüchtigen öfters gehört.

    danae,


    ich schätze deine Beiträge in aller Regel wirklich sehr, aber hier sprichst du mit einem Allgemeingültigkeitsanspruch (alle Magersüchtigen haben Hunger, nur geben sie ihm nicht nach; alle Magersüchtigen sind sich nie dünn genug), der mir in diesem Faden und bei dieser TE nicht angebracht, ja gefährlich zu sein scheint. (Ganz abgesehen davon halte ich persönlich manche dieser Aussagen für nicht richtig, aber das ist nur meine Meinung und entspricht meinen Erfahrungen).


    Ich habe einige Magersüchtige mit schwerem UG kennengelernt, deren Magen-Darm-System so in Mitleidenschaft gezogen war, dass sie zu Beginn der Therapie in der Klinik tatsächlich auch erhebliche körperliche Probleme mit dem Essen hatten, d.h. z.B. nach kleinen Mengen voll waren, weil der Magen zu langsam entleerte etc.pp. Eine verzögerte Magenentleerung ist bei vielen, insbesondere restriktiven Patienten vorhanden, und diese bessert sich erst im Verlauf der Renutrition. In der Zwischenzeit liefen viele Patientinnen mit Heizkissen auf dem Bauch herum, und hatten nur unter einem sorgsam kontrollierten Abführmittelgebrauch eine halbwegs passable Verdauung.

    Zitat

    Dass sie essen möchte, aber nicht kann - gerade das habe ich von "echten" Magersüchtigen öfters gehört.

    Und zwar in dem Sinne, dass das "nicht können" an körperlichen Ursachen läge. Sie gaben dann vll zu, dass sie initial abnehmen wollten und/oder mentale Probleme mit dem Essen hatten, dass es aber jetzt nicht mehr so sei, und sie zunehmen wollten, aber nicht mehr (körperlich) könnten.


    Man darf nicht unterschätzen, welche Manipulationsfähigkeiten insbesondere die Magersucht zu Tage fördert, und irgendwann wird dann die zunächst noch bewusste Manipulation auch für die Patientin unbewusst und zur Wahrheit.

    Zitat

    Und zwar in dem Sinne, dass das "nicht können" an körperlichen Ursachen läge.

    ...wobei die körperlichen Probleme ja tatsächlich zum teil vorhanden waren, siehe verzögerte Magenentleerung. Die sich aber nur wieder mit einer Renutrition verbessern konnten. Dies wurde den Patientinnen auch immer gesagt, doch einige schienen dankbar um die körperlichen Probleme, auf die sie dann ihr Nichtkönnen schieben konnten.


    Ich selbst wäre beinahe von einer Patientin eingespannt worden um über das Erzählen meiner Geschichte ihren Eltern begreiflich zu machen, dass sie ja wolle, aber nicht könne, und eine organische Problematik (nun) vorläge. Aufgrund meiner Geschichte (falsche, fast fatale Anorexie-Diagnose bei schwerer organischer Magen-Darm-Erkrankung) war ich dafür natürlich empfänglich. Naja, ich habe dann doch noch gemerkt bzw. herausbekommen, dass das nur Manipulation war.

    pelztier


    Natürlich kann die Te hier lügen. Ich kenne kaum Magersüchtige die zu Beginn zugeben das sie Hunger haben. Alle haben tausend und eine Ausrede weshalb sie keinesfalls essen können oder müssen. Irgendwann so in der Mitte kommt das dann schon, gekoppelt an die Angst vor dem Kontrollverlust.


    Mein Beitrag bezog sich vorallem auf Caramalas Beitrag, denn das was sie da beschrieben hat, hat meiner Erfahrung nach einfach echt nichts mit einer Magersucht zu tun.


    Ob die Te an einer Magersucht leidet oder nicht, kann ich natürlich nicht wissen, aber Erfahrungsgemäß wird da viel mehr über Aussehen und Gewicht und viel mehr Zahlen geschrieben. Und der fehlende Hunger steht meist nicht so am Anfang. In jedem Fall aber finde ich, dass man erstmal gerne körperliche Ursachen checken sollte, einfach weil es eben auch etwas anderes sein könnte und wenn wirklich ein fehlendes Hungergefühl am Anfang stand, dann sollte man erstmal da alles abchecken, bevor man gleich "Magersucht" drauf schreibt.


    Und wenn ihr das Essen wirklich unangenehm ist, dann finde ich es auch nur logisch zu fragen ob 1100 kcal erstmal reichen, wer isst schon mehr, wenn er danach Bauchschmerzen bekommt?

    Zitat

    Und wenn ihr das Essen wirklich unangenehm ist, dann finde ich es auch nur logisch zu fragen ob 1100 kcal erstmal reichen, wer isst schon mehr, wenn er danach Bauchschmerzen bekommt?

    Das hat sie aber nicht geschrieben. Sie fragte eben nicht, ob es ausreiche xy kcal zu sich zu nehmen um weiter zuzunehmen, weil sie nach dem Essen starke Beschwerden habe.


    Wenn Sie schon bei der Kalorienmenge zunimmt, dann wäre ja so gesehen alles in Ordnung und müsste hier nicht diesbezüglich nachfragen, wenn es wirklich nur den von dir genannte Grund wäre.


    Auch das Ansprechen und Fragen bzgl. des Hungerstoffwechsels kenne ich so von Magersüchtigen. Ich selbst hatte damals, als ich so stark wegen meiner massiven Beschwerden abnahm, lange Zeit überhaupt keine Ahnung von Kalorienmengen und schon gar nicht von der Existenz eines Hungerstoffwechsel; diese Themen hätten auch gar keine Rolle gespielt, selbst wenn ich darum gewusst hätte.


    Und wenn sie sich schon mit 48kg von ihrem Aussehen her unwohl gefühlt hat - warum hat sie dann hier nicht eingegriffen? Jeder, der wegen einer organischen Erkrankung abnimmt, würde ab diesem Punkt schon zum Arzt gehen, insbesondere, wenn jeder einen auf die Gewichtsabnahme anspricht.


    Abgesehen davon spricht die Tatsache, dass sie bei der Kalorienmenge zunimmt, eher gegen eine organische Ursache (auch wenn sie sie nicht komplett ausschließt).

    Du nimmst 800-1200 kcal am Tag zu dir und wunderst dich, dass du Untergewicht hast? Wenn du so wenig Hunger hast stimmt was nicht mit dir. Dann muss man sich vielleicht auch einmal mal überwinden und mehr essen oder den Salat abends durch 2 Tafeln Schokolade ersetzen.

    Zitat

    Erfahrungsgemäß wird da viel mehr über Aussehen und Gewicht und viel mehr Zahlen geschrieben.

    Habe ich so nicht durchgängig erlebt, gerade bei denen, die zunächst erfolgreich Manipulation betrieben.

    Ich glaube nicht, dass man das so sagen kann. Nicht für jeden ist es gleich so ein Problem, dass man gleich die ganz harten Geschütze auffährt (zumal ich von dem zeug kotzen muss *brrr*).


    Mh, also ich hab das so verstanden: sie fühlte sich unwohl, einfach essen hat nicht geklappt, also ist sie irgendwann zum Arzt. Der sagte sie muss Minimum 1200 zu sich nehmen, ohne Bewegung. Sie hat es probiert, aber es geht ihr damit ziemlich bescheiden (kann natürlich am wenigen Essen vorher liegen oder an einer Lebensmittelunverträglichkeit oder was weiß ich) also fragt sie ob 1100 auch reichen, wenn sie denn damit zunimmt. Fände ich auch nur mit körperlichen Beschwerden noch nachvollziehbar, weil ich dann auch versuchen würde einen Kompromiss zu gehen zwischen Essen und mich körperlich jämmerlich fühlen.


    Das sie nach einem Arzttermin da noch nicht alles durch hat finde ich logisch. Also sowas wie flüßige Nahrung und so. Klar, kann alles Manipulation sein, aber sie selbst hat ja "Magersucht" in den Ring geworfen, wäre auch ungewöhnlich, da wird ja meist erstmal auf körperliches fokussiert, schon weil man sich das selbst oft glaubhaft eingeredet hat.


    Also alles in allem finde ich, nach einem Arzttermin kann man da nicht sicher von einer Essstörung ausgehen und der Check der körperlichen Sachen geht einfach schneller als eine komplette Therapie, die dann im schlimmsten Fall am Thema vorbei geht. Spricht ja nichts dagegen paralell zu fahren, also Ernährungsberatung zu machen, wie ärztlich empfohlen und sich trotzdem einmal grundlegend durchchecken zu lassen und einen Unverträglichkeitstest zu machen.