Fachklinik(en) für Eßstörungen in Deutschland

    Hallo zusammen,


    Ich möchte mich mal hier für einen ehem. Mitschüler meines Bruders umhören, der unter Eßstörungen leidet. Am besten wäre für ihn eine Fachklinik, die nur auf Eßstörungen spezialisiert ist. Vielleicht ist das noch wichtig: der ehem. Mitschüler ist 30 Jahre alt.


    Hat jemand gute Erfahrungen gemacht und kann eine solche Klinik empfehlen?

  • 49 Antworten

    Danke schon mal für eure Hinweise.


    Es wurde bei ihm noch nicht diagnostiziert, deshalb können wir noch nicht viel sagen. Wir machen uns aber große Sorgen um ihn.


    Er hungert extrem, z.B. wollte er zuletzt eine Woche durchhungern.

    Er hat Untergewicht, hält sich aber noch für zu dick, meint, er hätte einen zu dicken Bauch etc..


    Wir meinen, ein Klinikaufenthalt wird früher oder später für ihn unumgänglich sein.

    ...aber wenn er es selber nicht einsieht und sich nicht helfen lassen möchte, dann bringen ihm die Kliniken auch nichts. ER muss es wollen.

    Ja, das ist uns schon klar. Mein Bruder hofft auch noch, daß er von ihm einen Rat in der Sache annimmt.


    Wenn er z.B. erst in die "normale" Klinik kommt, wenn das Gehungere lebensbedrohlich wird, wird er danach sicher in eine Spezialklinik weitermüssen.

    War jemand von euch selbst in den oben vorgeschlagenen Kliniken Patient/in?


    Wie waren eure Erfahrungen dort und warum habt ihr gerade diese Kliniken hier empfohlen?

    Ich war in der Klinik Bad Bramstedt. Die Therapie dort beruht auf Eigeninitiative. Wer nicht mitarbeitet und selbstständig isst bzw. abnimmt, "fliegt" halt wieder raus und wird nach Hause geschickt. Für viele ist die Klinik daher zu lasch. Jedoch würde es auch nichts nützen, wenn man zum Essen gezwungen wird. Kaum zu Hause, würde man alles wieder runterhungern...das ist unabhängig von der Klinik!


    Die Klinik ist jedoch nicht nur auf Essstörungen, sondern auch auf Angststörungen und vieles mehr spezialisiert.


    Es gibt:


    - Einzeltherapie


    - Gruppentherapie


    - Ernährungstherapie


    - Bewegungstherapie


    - Essprotokollrunde (Man muss täglich notieren, was man isst und wie man sich davor/danac fühlt und kann diese dort vorstellen und sich von anderen beraten lassen)


    - Progressive Muskelentspannung (Traumreisen usw.)


    - Lehrküche (Selber kochen und sich wieder mit "Verbotenem" anfreunden)


    uvm.

    Wie Soul schon schrieb, war ich auch in der Klinik in Bad Bramstedt und mir hat sie sehr wahrscheinlich das Leben gerettet!


    Aber wie auch schon erwähnt, leider müssen Magersüchtige oft erst ganz unten sein, es muss ihnen so schlecht gehen, bis sie die Hilfe wirklich wollen, ansonsten wird es nicht viel bringen.


    Bei mir war es so und daher war ich auch nur einmal in der Klinik, viele Essgestörte haben ja leider richtige "Klinikkarieren " hinter sich.


    Allerdings bin auch nach 3 Jahren immer noch in ambulanter Therapie, das ist auch sehr wichtig um Rückfälle zu vermeiden.

    Danke erst mal für deinen Beitrag.


    Wie fandest du es, daß wie oben schon geschrieben, die Klinik keine reine Spezialklinik für Eßstörungen ist? Gab es dort Therapeuten, die auf Eßstörungen spezialisiert waren?


    "Aber wie auch schon erwähnt, leider müssen Magersüchtige oft erst ganz unten sein, es muss ihnen so schlecht gehen, bis sie die Hilfe wirklich wollen, ansonsten wird es nicht viel bringen."-


    Ja, das ist mir und meinem Bruder klar. Aber vielleicht kann der ehem. Schulfreund die Empfehlungen gut brauchen, wenn es dann unumgänglich ist.

    In der Klinik werden versch. Krankheitsbilder behandelt, es gibt aber eine reine Essgestörten Station, auf der ich auch war.


    Also ist es im Prinzip nichts anderes als eine reine Essgestörtenklinik.


    Die Therapeuten sind auf Es spezialisiert.