• Fachklinik(en) für Eßstörungen in Deutschland

    Hallo zusammen, Ich möchte mich mal hier für einen ehem. Mitschüler meines Bruders umhören, der unter Eßstörungen leidet. Am besten wäre für ihn eine Fachklinik, die nur auf Eßstörungen spezialisiert ist. Vielleicht ist das noch wichtig: der ehem. Mitschüler ist 30 Jahre alt. Hat jemand gute Erfahrungen gemacht und kann eine solche Klinik empfehlen?
  • 49 Antworten

    Hallo du. Die Klinik Schöneck da war mal eine ehemalige Mitschülerin in der uasbildung von minem Exfreund und zwar länger als 12 Wochen glaube ich. Erfahrungen weiss ich aber nicht....

    Hallo Ketzerin,


    habe deine Frage nur durch Zufall gesehen.


    Ich war vor einiger Zeit in Heidelberg in der Uniklinik, allerdings auf einer anderen Station (wegen Depressionen).


    Das ist wirklich wahr, kein Witz: bei uns lief das so ab, dass sich morgens alle Patienten auf Station versammelten. Alle saßen im Stuhlkreis. Es gab ein Zimmer, daneben noch eine kleine Teeküche und eben die Sprechzimmer. Wir saßen also alle im Stuhlkreis, einige vertrieben sich die Zeit mit MauMau-Spielen. Zweimal in der Woche hatte man ein Therapiegespräch, die restliche Zeit verbrachte man mehr oder weniger mit Warten.


    Es gab noch jeden Tag zum Tagesabschluss "progressive Muskelentspannung", aber oft war dies die einzige Aktivität des ganzen Tages.


    Die Ärzte waren zum Teil sehr nett, aber distanziert. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich ihnen als Einzelperson wichtig bin. Da es schlimmere Fälle gab als mich, wurde ich so gut wie nicht beachtet.


    Ich äußerte mehrfach Bedenken, dass mir die Therapie überhaupt nicht hilft, hierauf gingen die Ärzte und Betreuer aber überhaupt nicht ein.


    Jeden Dienstag hatten wir "Gruppennachmittag", was bedeutete, dass wir alle zusammen in ein verrauchtes Lokal zum Kegeln gingen. Wirklich, kein Witz!


    Ich kann es im Nachhinein gar nicht glauben, dass ich dort wirklich mehrere Monate geblieben bin. Wahrscheinlich war meine Sicht vernebelt, weil es mir selbst so schlecht ging, und ich den Ärzten vertraute.


    Vielleicht ist es auf einer anderen Station in Heidelberg besser. Schau es dir aber gründlich an, bevor du dort hingehst (bzw jemanden dorthin "schickst"). Ich glaube, es gibt bessere Kliniken!

    Hallo, erst mal danke für deine Rückmeldung!


    Schade, daß es für dich dort nicht so gut gelaufen ist.


    Ich finde es gut, daß du versucht hast, Feedback zu geben, auch wenn das leider nicht angenommen wurde.


    Als Möglichkeiten bei dir sehe ich nur einen komplett Wechsel der Klinik.


    Vielleicht kommt es auch sehr auf die jeweilige Station und das Personal dort an.


    Angeblich ist man in Heidelberg auf Eßstörungen spezialisiert und forscht dazu. Deshalb habe ich die Klinik hier erwähnt.

    Zur Haltung der Ärzte:


    natürlich machen die auch zum Teil einfach nur ihren Job, ja. Aber das sollte dann nicht so 'rüberkommen, daß man sich als Einzelperson nicht wichtig genommen und nicht beachtetet fühlt.

    Hallo, habe erst jetzt gesehen, dass du nochmal geantwortet hast.


    Ja, ich bin dann aus der Klinik weggegangen und habe dann eine (sehr gute) ambulante Therapie gemacht.


    Ich denke nach der Erfahrung in Heidelberg schon, dass es riesige Unterschiede bei den Kliniken gibt.


    Es ist eigentlich nicht meine Art, Dinge sehr kritisch zu sehen, aber von dieser Klinik hatte ich einen SEHR schlechten Eindruck.


    Du hast natürlich recht, die Ärzte machen natürlich einfach nur ihren Job, das ist klar.


    Andererseits denke ich, dass, wenn eine Patientin sagt, ihr nützt die Therapie nichts, dass man dann schon darauf eingehen sollte, und das nicht einfach unter den Teppich kehren sollte. Das Eingehen auf die Patienten gehört ja zum Job dazu.


    Wenn Heidelberg für dich (deinen Bekannten) in die engere Wahl kommt, schaut es euch am besten vorher an.


    Liebe Grüße nochmal,


    R.

    Ach ja, eine ehemalige Freundin von mir war einmal in der Sonnenberg-Klinik in Stuttgart. Ich habe sie dort besucht, und mein Eindruck war sehr positiv. Mein jetztiger Therapeut sagt auch, dass diese Klinik sehr gut sei.

    Schön, daß es für dich dann mit einer ambulanten Therapie gut funktioniert hat.


    -


    Aha, interessant. War diese Klinik in Stuttgart auf Eßstörungen spezialisiert? Hatte deine Freundin auch Probleme mit Eßstörungen?

    Meine Freundin war damals wegen einer Eßstörung in dieser Klinik, ja.


    Sie ist aber nicht ausschließlich auf Eßstörungen spezialisiert.


    Eine entfernte Bekannte war wegen Depressionen dort. Auch sie war sehr zufrieden.

    Danke für die Nachfrage. Ein Problem ist auch, daß der Schulfreund zur Zeit im Ausland ist, das macht es auch nicht leichter, an ihn "ranzukommen".


    Mein Bruder erzählte neulich, der Schulfreund reagiere nicht auf E-Mails von ihm, er würde sich auch sonst isolieren und er hatte zuletzt ein total depressives Gedicht online gestellt, was wenig Hoffung macht. :-(

    Einen nicht an sich ranlassen ist typisch bei dem Krankheitsbild. Nicht locker lassen ist zwar blöd wenn keine Antwort kommt aber trotzdem