Raus aus der Essstörung

    Guten Morgen,


    Ca. Seit 4 Jahren leide ich an einer Essstörung bzw. Magersucht. Wie so oft, fing es recht harmlos an. Ich fand mich zwar nicht dick, aber etwas zu viel, hatte aber nie die Disziplin 2-3kilo abzunehmen. Dann bekam ich eine richtige Grippe, verlor in der Zeit einiges an Gewicht und hab es danach auch nicht mehr zugenommen. Und ich dachte toll, dann achte ich jetzt mal bisschen mehr auf die Ernährung und dann läuft das schon. Da wog ich bei 1,72 ca. 58kg.


    Ich fing an Kalorien zu zählen und abends keine Kohlenhydrate mehr zu essen. Da begann dann der Teufelskreis. Ich nahm weiter ab und wog 6 Monate später noch 53kg. Ich beschloss aufzuhören mit zählen und wieder normal zu essen. Das klappte auch ganz gut.


    Dann kam beruflicher Stress dazu, als Ausgleich dafür begann ich Laufsport zu betreiben und oh Wunder nahm weiter ab, hab aber weiterhin normal gegessen, nichts gezählt. Mit dem Sport wurde es aber mehr und mehr.


    Dann wechselte ich endlich den Job, arbeite nur noch Teilzeit und entdeckte die App "myfitnesspal" und zeichnete in meiner plötzlich frei gewordenen Zeit ab jetzt alles auf, sowohl was ich zu mir nahm als auch was ich sportlich so machte. Mit der Zeit war mein Ziel nur noch in dieser blöden App eine möglichst große Kalorienbilanz zu haben. Das ging ca. 5 Monate und ich wog nur noch 47kg.


    Ich wechselte erneut den Job und hatte endlich meinen Traumjob, wenn auch in vollzeit.


    Ich reduzierte den Sport erheblich und löschte die App. Es half aber nicht. Im Kopf rechne ich immer noch mit, wiege alles ab, habe Angst die Kontrolle zu verlieren und zuzunehmen. Dazu kommen am Wochenende FAs. Heute wiege ich noch knapp 44kg.


    Ich habe aber nie aufgehört zu essen, auch jetzt nicht. Ich nehme täglich mindestens 1500kalorien zu mir, am Wochenende deutlich mehr. Es ist sehr ambivalent: ich will zunehmen, gefalle mir selber nicht mehr, aber sobald die Waage mehr anzeigt, als am Vortag, ist die Laune hin...


    Klinik kommt momentan nicht in Frage, ich möchte meinen Traumjob nicht riskieren...wenn ich jetzt für einige Wochen ausfallen würde, wäre es dahin....


    Hat jemand einen Rat oder eine Idee, was ich tun könnte? Ich würde es gern selber schaffen...

  • 6 Antworten

    Aber die verworrene Vorstellung ist da, mit 44 kg weiterhin voll leistungsfähig zu sein....


    Wenn der Körper da mal mitspielt....


    Du wirst ohne therapeutische Hilfe scheitern.


    Und ich bezweifle stark, ob es wirklich zur täglichen Aufnahme von 1500 kcal kommt.


    Essgestörte haben völlig verzerrte Wahrnehmungen und Vorstellungen und 44 kg bei 172 cm ist schon krass.


    Aber ich glaube, es ist egal, was man hier schreibt, wärest Du janz wat ehrlich, würdest Du erkennen, was Sache ist, Dich klinisch behandeln lassen, um Deinen Körper stark zu machen für den Rest des Lebens.


    Aber wie Du schon schreibst, kommt das ja nicht in Frage. Du müßtest ja aktiv werden, müßtest völlig wegkommen von Kalorienzählen. Und solche Strategien lernt man eben in Kliniken, wird dort täglich auf die Waage gestellt und so weiter.


    Da Du das nicht willst, frage ich mich, welche Antwort Du hier eigentlich erwartest.


    Vielleicht: du kriegst das sicher toll alleine hin, Schulter klopf, alles bestens, juppieh, 44 kg sind echt toll.... Und die tollen 1500 kcal.


    Irgendwie sind die 1500 kcal mal bis ins Detail vorstellenswert.


    Würdest Du die wirklich essen, hättest Du nicht dieses Gewicht.

    Wäre ambulante Therapie nicht was für dich?


    Mir föllt es auch schwer zu glauben, dass du wirklich 1500kcal isst, wie sehen denn so durchschnittlich deine Tage essenstechnisch aus?

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    Hallo,


    Tatsächlich sahen meine Tage bisher wie folgt aus (wers nicht glauben mag, lässt es eben, auf so eine Ebene möchte ich mich gar nicht einlassen):


    Frühstück:


    -40 Gramm Biomüsli


    -50ml Milch


    -1 Apfel


    -1 Latte Macchiato


    -3 Würfel Zucker


    (Ca. 400kcal)


    Zwischenmahlzeit:


    -Müsliriegel (ca. 100kcal)


    Mittagessen


    - meist vegetarisch, z.B. Nudel-Gemüse-Pfanne, aber eher eine übersichtliche Portion (ca. 300-400kcal)


    Zwischenmahlzeit


    - Eis, Joghurt oder Milchschnitte (ca.100-130kcal)


    Abendessen


    - 100gramm Brot


    - 25gramm Sahnesxhnelzkäse


    -20 Gramm Schinken


    -Dazu Rohkost


    (Ca. 400kcal)


    Spätmahlzeit


    -Joghurt (ca. 120kcal)


    Am Wochenende kamen dann noch Alkohol und Chips dazu...da hab ich dann auch meist etwas zugelegt und das aber unter der Woche wieder verloren...


    Inzwischen habe ich mir einen Ernährungsplan erstellt mit der eigenen Vorgabe mind. 2000kcal zu mir zu nehmen. Dafür habe ich im Wesentlichen die Zwischen- und Spätmahlzeiten verdoppelt, die Portion beim Mittagessen erhöht und den Sahnesxhnelzkäse beim Abendessen durch 20gramm Butter ersetzt (ich wusste übrigens nicht, wieviel 20 Gramm Butter sind!!!!)


    Heute ist aber erst Tag drei und es läuft ganz gut...ich bin nur ziemlich satt langsam 😉

    Hallo Mrs.Mint,


    Ich würde ganz klar eine Therapie empfehlen. Ruf mal im Beratungungszentrum an.


    Du schaffst es nicht alleine- ich weiß wovon ich rede ich litt selbst mehrere Jahre an Magersucht und Bulimie-es ist ein scheiß Teufelskreis:' ( und mit den FA' s aufhören dachte ich auch das schaff ich allein. Hätte ich mir keine professionelle Hilfe gesucht ich weiß nicht ob ich heute noch da wäre... Und die folgen dieser scheiß Essstörung habe mir mein ganzes Verdauungssystem ruiniert und heute muss ich mit den Konsequenzen wohl oder übel leben. :(v


    Alles Gute für dich @:)


    Glg von ecuador

    Also als Außenstehender ist es natürlich schwierig zu beurteilen das ganze. Dennoch kann ich dir vielleicht ans Herz legen, dass du vielleicht das Kalorienzählen umdrehen kannst.. Meinst du nicht das wäre eine Idee? Also anstatt höchstens x Kalorien mindestens y Kalorien. Ich denke einen Versuch wird es wert sein.

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    Ich halt davon nichts, weil es bei der Sucht ja nicht nur um den Körper geht sondern vorallem um die ständige Beschäftigung mit dem Thema Essen an sich.


    Ich würde auch eine ambulante Therapie versuchen, Krankheitseinsicht ist ja da, Änderungswillen auch.