Rückfall in die Magersucht

    Hallo zusammen,


    Leider muss ich mir eingestehen, dass ich wieder in meine alte Krankheit zurückgefallenen bin und das schlimmer noch als damals.


    Es gab gute Zeiten aber aktuell auch wieder sehr schlechte Zeiten.


    Als ich das letzte Mal erkannt habe das ich in einer Essstörung stecke, war ich bei einem Gewicht von 50 kg (Größe 173cm. ) Im Laufe der Zeit habe ich gute 5kg zugenommen, womit ich Leben konnte und was mein Kopf aushalten konnte.


    Mit dem damaligen Gewicht von 50kg sind alle Alarmglocken bei mir aufgeschlagen.


    Zwischenzeitlich ( seit Ende letzten Jahres ) bin ich wieder extrem in meine Essstörung abgerutscht.


    Innerhalb von 11 Monaten habe ich bis zu 10kg verloren.


    In meiner schlimmsten Zeit (Oktober diesen Jahres ) stand ich mit 46 kg auf der Waage.


    Durch die diesmal starken körperlichen Beeinträchtigungen ( Kreislaufzusammenbruch, Schüttelfrost, massiver Haarverlust, Ödeme ) habe ich endlich wieder die Kraft zum Kämpfen gefunden.


    Innerhalb von 3 Wochen habe ich mich auf 49 kg hochgearbeitet. (Stand heute Morgen)


    Wie ich mich dabei fühle brauche ich wahrscheinlich niemandem zu erzählen.


    Auch wenn mein Gewicht immer noch unter dem damals schlimmsten Gewicht von 50kg liegt fühle ich mich furchtbar und kann die Zunahme nicht verkraften.


    Mein Kopf schreit mich geradezu an, wie ich mit wirklich gesunder Ernährung innerhalb kurzer Zeit so viel zunehmen konnte.


    Ich merke wie ich anfange einzelne Lebensmittel zu streichen und durch Magerprodukte zu ersetzen. Das einzige was hilft weiter zu kämpfen ist wenn ich immer wieder an den extremen Haarverlust denke, der leider auch weiterhin anhält.


    Vor einer Woche waren meine Worte noch "Hätte mir jemand erzählt ich würde meine Haare verlieren – ich hätte sofort angefangen zu Kämpfen und sofort alles getan um zuzunehmen.


    Jetzt eine Woche später stehe wich wieder da und bin geschockt, dass ich tatsächlich zugenommen habe und rudere zurück.


    Keine Ahnung was ich davon halten soll, oder was ich jetzt erwarte.


    Aber zumindest war es schon hilfreich alles nieder zu schreiben.


    Ich hoffe dass ich nicht wieder einbreche und weiterhin die Kraft zum Kämpfen finde und mein Leben lebenswert mache.


    Vielleicht hat jemand die gleiche Erfahrungen gemacht und ich finde hier etwas Unterstützung


    Viele Grüße die Schrulle

  • 4 Antworten

    Was mir an dir gut gefällt, ist dass du ein Krankheitsbewußstsein hast, und du bist bereit dich auseinanderzusetzen oder sogar zu kämpfen.

    Zitat

    Wie ich mich dabei fühle brauche ich wahrscheinlich niemandem zu erzählen.

    Doch, das bräuchtest du schon, denn es kann kein nicht Magersüchtiger verstehen wie du bei dem Gewicht fünf Kilo Gewichtszunahme als Fettleibigkeit einordnest (verschobene Selbstwahrnehmung, bzw. krankhafte Kontrollsucht). Das ist sehr bizarr.


    Hat sich denn an deinen Umständen etwas geändert? Sind Konflikte in deinen sozialen Bezügen (wieder vermehrt) aufgetaucht, über die du/die Betreffenden/ihr nicht reden könnt?


    Kannst du deine eigene Situation als Individuum und soziales Individuum wahrnehmen? Was sind deine Haupt-Spannungen?


    Erleidest du Schadwirkung und Manipulation von Außenstehenden in dieser kranken Gesellschaft? Wenn ja was? Versuche dich herauszuziehen, wenn es geht.


    Gibt es nicht sonst etwas, dass du als Leidenschaft betreiben kannst außer Kontrolle? Eventuell etwas wo man einen gesunden, funktionierenden Körper einsetzt, in der Natur, oder mit Kumpels?


    Viel Erfolg.


    Kann ein Magersüchtiger sich nicht einfach rücksichtslos auf die Grenze zwischen Untergewicht und Normalgewicht bringen.


    Es mag naiv sein, als Außenstehender, aber ist es nicht besser sich als fett, machtlos, häßlich, verachtet fühlen und der Kopf schreit einen an, aber gesund leben und einen funktionierenden Körper haben, statt Ödeme, Haarausfall, Kollaps... oder vielleicht Tod weit vor der Zeit...?


    Bist du eigentlich in professioneller Beratung, um Hilfe bei der Analyse deiner Krankheitsursache zu erhalten?

    Guten Morgen,


    vielen Dank für deine Antwort.


    Glücklicherweise habe ich noch rechtzeitig erkannt, dass ich wieder mitten drin stecken.


    Als Fett würde ich mich nicht unbedingt bezeichnen, zumindest nicht immer.


    Mein Gefühl ist natürlich auch sehr stark von der Tageszeit und von meinem Essverhalten abhängig.


    Morgens kann ich die Gewichtszunahme besser ertragen als im Laufe des Tages.


    In meinem Kopf ist mir bewusst, dass man bei diesem BMI nicht fett sein kann.


    Aber erklär das mal einem kranken Hirn.


    In meinem Umfeld, hat sich nichts verändert bzw. es sind keine Konflikte oder Probleme aufgetreten.


    Ich war schon immer extrem ehrgeizig, erfolgsorientiert und zielstrebig


    Ganz egal ob es in der Schule, in meinem Beruf beim Sport oder bei anderen Dingen war.


    Bei mir gibt es keine halben Sachen, was angefangen ist wird auch zu Ende geführt und das zu 100%


    Vermutlich hat mich aber genau diese Einstellung wieder in die Magersucht getrieben.


    Der Ehrgeiz beim Sport und die 100% Kontrolle über mein Gewicht und mein Essverhalten haben mich Stück für Stück verhungern lassen.


    Einen Tag ohne Sport auszuhalten ist unerträglich.


    Ungeplante Tage ( was zumindest das Essen angeht ) sind unvorstellbar.


    Unter 1 - 1,5 Stunden Training pro Tag gebe ich nicht auf.


    Mir ist bewusst, dass auch das Verhalten ein Symptom der Essstörung ist.


    Die Angst bzw. das schlechte Gefühl, was ich derzeit mit der Zunahme ertrage, ist vermutlich auf den Kontrollverlust zurückzuführen.


    Sicherlich habe ich die Zunahme durch die Steigerung der Lebensmittel ein Stück weit kontrolliert, aber was wenn es nicht aufhört ?


    Was wenn mein Körper immer mehr einlagert und ich gezwungen bin noch mehr Sport zu treiben womit dann auch wieder die Unruhe und Nervosität zurückkommt.


    Momentan bin ich bei einer Heilpraktikern, welche mir SEHR SEHR geholfen hat.


    Eigentlich sollte das nur zum Übergang dienen, bis ich einen Therapieplatz gefunden habe.


    Nachträglich muss ich aber sagen, dass diese Frau mir mehr geholfen hat, als es ein Therapeut wahrscheinlich kann.


    Nichts desto trotz bin ich ab nächster Woche bei einem Therapeuten welcher auf ES spezialisiert ist.


    Das Thema mit meine Haaren ist mittlerweile besser geworden, die Wassereinlagerungen sind verschwunden und auch meinem Kreislauf geht es deutlich besser.


    Heute morgen konnte ich 2 Stunden ohne Probleme trainieren.


    Durch alle diese Fakten schreit mein Kopf gleich wieder "so schlimm ist das ganze doch nicht" eigentlich ist doch alles wieder gut und du bist gesund.


    Aber genau das ist eben nicht der Fall.


    Ich versuche jeden Tag weiter zu kämpfen um wieder gesund zu werden.


    Nicht aufgeben !!!!


    Schöne Grüße


    Die Schrulle