Harnröhrenentzündung oder doch was anderes?

    Hallo liebe Forenmitglieder,


    hoffe dass mir hier jemand wertvolle Tipps oder auch Ideen geben kann, wie ich meinem Leidensweg ein Ende bereiten kann.


    Seit etlichen Jahren verfolgen mich folgende Sympthome:

    :-(Phasenweise und unvermittelt heftiger Harndrang (Phasen können lange anhalten)

    :-(Manchmal Schmerzen nach Ejakulation und ab und an rötung der Eichel sowie anschwillen der Vorhaut.

    :-(Brennen der Harnröhre

    :-(sowie einige Gefühle, für die ich keine Wörter finde


    Wie einige hier, habe auch ich einen regelrechten Marathon an Ärzten durch und war unter anderem beim Neurologen, habe den Kernspint hinter mir und war bei diversen Urologen, urologischen Fachkliniken, beim Kreiskrankenhaus sowie der Uniklinik.


    Der erste Urologe hatte eine Reizblase vermutet und ist nicht näher auf meine anderen Beschwerden eingegangen, was zur Folge hatte, dass ich diverse Medikamente gegen Reizblasen über einen längeren Zeitraum eingenommen habe, welche mir nicht haben helfen können, aber unangenehme Nebenwirkungen hatten.


    Ein Chefarzt der urologischen Abteilung des Kreiskrankenhauses konnte bei einer Untersuchung meines Spermiums, Hautbakterien feststellen, die so (scheinbar) nicht im Spermium vorkommen können, es aber dennoch getan haben.

    Diese wurden durch eine entsprechende Behandlung entfernt und es wurde eine Entzündung meiner Harnröhre festgestellt, welche ebenfalls behandelt wurde.


    Ebenjene Entzündung tritt aber nun immer wieder auf und geht manchmal auch einfach wieder .


    Die unvermittelt kommenden Beschwerden, nehmen mir meine Lebensqualität und oft auch die Lebensfreude und belasten mich auch außerhalb unangenehmer Phasen sehr.


    Für Tipps, Ideen oder ähnliches, wäre ich sehr sehr dankbar.


    Bin übrigens aus dem Großraum Stuttgart, falls jemand einen motivierten Arzt hier kennt, bitte ich darum, mir diesen zu nennen.


    Liebe Grüße und Danke im Vorraus

  • 12 Antworten

    hallo,

    Kann auch ein CPPS sein, da musst du dich mal einlesen. (Zu empfehlen der englischsprachige Wiki Artikel)

    Bzgl der Hautkeime kann ich nur sagen, dass diese durchaus normal sind im sperma und zwar aus zwei Gründen...zum einen gehören einige dieser Bakterien zur normalflora der Harnröhre (Staph Epidermidis, vergrünende streptokokken und noch einige mehr - siehe Wikipedia Artikel ‚Harnröhre‘) zum anderen ist es fast unmöglich bei einer spermauntersuchung so steril zu masturbieren, dass haufkeime aus angrenzenden hautflachen in die Probe springen), daher verstehe ich auch die Behandlung durch das Krankenhaus nicht. Wobei Urologen generell schon gerne Antibiotka ohne keimnachweis verschreiben obwohl dies überhaupt nicht nötig ist, ist wohl der Ratlosigkeit geschuldet.


    Hast du viel Stress und/oder bist mit dir nicht im reinen? Gerade urologische Probleme haben häufig psychosomatische Hintergründe...


    Ansonsten kann man online natürlich nur bedingt Tipps geben. Wenn du aber mit deinem Urologen unzufrieden bist, würde ich mir einen neuen suchen, bei dem du dich gut aufgehoben fühlst.


    Alles gute!

    Hallo K1,

    K 1 schrieb:

    ... Untersuchung meines Spermiums, Hautbakterien feststellen, die so (scheinbar) nicht im Spermium vorkommen können [...] Diese wurden durch eine entsprechende Behandlung entfernt und es wurde eine Entzündung meiner Harnröhre festgestellt, welche ebenfalls behandelt wurde.
    Ebenjene Entzündung tritt aber nun immer wieder auf und geht manchmal auch einfach wieder .

    ad1)

    War diese Ejakulat-Untersuchung eine "reguläre" (~einfache) oder event. eine erweiterte "FertilitätsUntersuchung"?

    Warum? ... bei letzterer werden sehr viele periphere (Substanz)Parameter des Ejakulats mitbestimmt. Manche dieser "Saft-Beimengungen" neigen, je nach ausgeprägtem Mißverhältnis der "BeiMischung" gerne auch mal dazu, dass die hochempfindliche Schleimhaut der HR eine gewisse Reizung erfahren kann.

    Dies könnte ein mögliches Moment der deinerseits eher unspezifisch beschriebenen Symptomatik sein.


    ad2)

    Dann - In welchem zeitlichen Zusammenhang steht diese von dir hier beschr. Ejakulat-U. zum ERSTEN EntzündungsGeschehnis/-gefühl?

    Wurde denn tatsächlich ein positiver Entzündungsstatus der HR bzw. event. sogar mit Beteiligung der HarnBlase (HB) seitens eines behandelnden (Fach)Arztes geführt?


    ad3)

    Noch zur Einordnung ... bei Dir sind alle relevanten körperlichen Entwicklungen v.a. die des Urogenitaltraktes "bautechnisch" abgeschlossen, mithin Du bist zum Schreibzeitpunkt mind. älter 23 Jahre?

    Sind Dir i.d.Zshg. irgendwelche "Bauteil-EntwicklungsAuffälligkeiten" bekannt, resp. wurden da bei deinem "Marathon" irgendwelche "NormAbweichungen" festgestellt, z.Bsp. ein verkürzter Blasenhals, Strikturen der HR u.a.?


    Gut - erstmal bis hierhin ...

    LG - Yonas

    Erstmal vielen Dank für eure Antworten... freue mich sehr, darüber :)


    Franz69 : Das mit dem CPPS wäre möglich und mir bisher so auch noch nicht bekannt. Diesbezüglich sollte ich tatsächlich einmal auf einen Urologen zugehen.


    Psychosomatische Gründe könnte es durchaus ebenfalls haben, wobei ich aufgrund des Zeitraumes über den ich zu kämpfen habe (auch schon zu Zeiten, in denen es mir deutlich besser ging), dies als einzigen Grund für mich eher ausschließe... dass es jedoch den Verlauf des Ganzen negativ beeinflusst, davon bin ich überzeugt.

    Ich bin aktuell recht viel Stress ausgesetzt und habe für mich auch so ein Stück weit an Rhythmus verloren (bin Student).



    Yonas4.0 : Inwieweit die Untersuchung des Spermas im KKH nun ausführlich oder eher einfach untersucht wurde, kann ich leider nicht sagen. Der Chefarzt meinte jedoch zu mir, dass mein Sperma soweit in Ordnung sei, fügte aber noch als Möglichkeit hinzu, dass ich gegen es allergisch sein könnte, was aufgrund langer sexueller Aussetzer (wegen eben jener Probleme) und dennoch weiter gehender Probleme, ausschließbar ist.


    Die Beschwerden mit und auch ohne Zusammenhang zu Ejakulationen gingen schon Jahre voraus und erst viel später wurde mein Sperma untersucht.

    Damals hatte der Arzt des KKH mehrere trockene und feuchte Abstriche aus der Harnröhre genommen und eine Entzündung dieser wohl festgestellt, welche mit Antibiotika behandelt wurde.

    Es fiel von einem Jungarzt auch die Äußerung, dass die Harnröhre entsprechend rosa gefärbt sei und dies ein Zeichen einer entsprechenden Entzündung sei.

    Die Harnblase wurde jedoch nicht wesentlich untersucht (es fand bisher keine Blasenspiegelung statt).


    Ich bin 29 Jahre alt und die Beschwerden verfolgen mich schon seit frühem Jugendalter. Besonderheiten hatte der Arzt jetzt keine festgestellt, bis auf einen Leistenbruch, welcher nie behandelt wurde und selbst wieder verheilt ist.

    K 1 schrieb:

    Ich bin 29 Jahre alt und die Beschwerden verfolgen mich schon seit frühem Jugendalter.

    Wurde speziell unter diesem Aspekt nachgesehen? Es klingt schon mehr nach einer Unverträglichkeit oder chronischen Geschichte, als einem akuten Infekt.

    Möglicherweise bist du gegenüber bestimmten AB längst resistent, wenn es denn überhaupt die Richtigen waren. Ein unspezifisches AB sorgt zwar kurzzeitig für Linderung, räumt aber nicht gut genug auf. Welche AB hattest du denn schon?

    Meine Erfahrung: Den Urologen so lange wechseln, bis es passt.

    Hallo K1,

    ich sehe es ähnlich wie die Vorredner, da du das Problem wohl schon recht lange hast, scheint es meiner Meinung nach kein akutes Problem zu sein. Meiner Meinung nach kommen hier zum einen psychosomatische Einflüsse (laufen häufig unbewusst an einem vorbei, entwickeln sich auch schon in Kindheitsalter) zum anderen könnten auch Abnormalitäten wie eine Harnröhrenstriktur dafür verantwortlich sein. Auch ein CPPS ist möglich, spannst du manchmal unbewusst deine Beckenbodenmuskulatur an? (z. B. der sogenannte PC Muskel) - das äußerst sich häufig mit brennen in der Harnröhre...

    Dadurch, dass du wohl keine Schmerzen beim wassserlassen hast, scheint es meiner meinung nach keine bakterielle Entzündung zu sein, es muss zwar nicht immer brennen, aber bei ner "richtigen" Entzündung brennt die Harnröhre schon beim urinieren...


    bzgl. den Hautkeimen (mein Vater ist Labormediziner) kann ich dem User Franz69 nur Recht geben, es ist eigentlich unmöglich eine so saubere Ejakulatprobe abzugeben (die meisten Urologen sagen auch, da ist nichts gewachsen, obwohl Hautkeime gefunden wurden - weil es einfach normal ist und sie den Patienten nicht verunsichern wollen), desweiteren gibt es ja in der Harnröhre eine Normalflora, die wie oben schon geschrieben zum Teil auch aus Hautkeimen besteht...


    Das gerade der junge Urologe meint, rosa Schleimhaut würde für eine Entzündung sprechen finde ich ganz wild. Schau dir mal in den Mund, jede Schleimhaut ist rosa, manchmal sogar rötlich, das ist ganz normal, liegt ja auch an der Durchblutung. Das führt mich zu deinem Problem mit der geröteten Eichel nach SB - durch die Errektion ist der Penis/Harnröhre/Eichel ja viel mehr durchblutet und es kommt dann eben auch zu Rötungen. Das finde ich nicht ungewohnt und/oder abnormal...


    und zu guter letzt noch zum Harndrang...gerade Harndrang hat häufig mit Emotionen zu tun. Ich hatte das vor einigen Jahren in einer akuten Stressphase auch (unbewusst), musste teilweise jede halbe Stunde aufs Klo...


    Wie Evoluzzer schon sagt, suche dir solange einen Urologen bist du das Gefühl hast es passt. Meiner Meinung nach ist das gerade bei Urologen sehr sehr wichtig!


    LG

    Hallo K1,

    ich danke dir für deine (weiterführenden) Antworten.


    In diesem Zusammenhang haben Franz69 , Evoluzzer und Pingels089-7 umfassende, wie sachlich und v.a. - im Rahmen des Forums hier in perfekter Weise - fachlich profunde (Zusatz)Informationen widergegeben und in hervorragend erklärender Form thematisiert - Ganz TOLL > meine Gratulation und auch mein herzlicher Dank dafür ... :)^

    Also dieser gebotenen Sachverhaltsdarstellung ist grds. erstmal nichts abredend hinzuzufügen.


    Der Hinweis von Evoluzzer > "Weidenröschen-Tee1" (Kraut vom kleinblütigen WR, phyt.: Epilobium parviflorum) ... also auf dem konservativ kurativen Wege unmittelbare Linderung via eines potenten Phytologicums zu erzielen -

    ... ist sehr gut und m.E. mind. den Versuch (sinnvoll) wert.


    1) Anw.Beispiel: 1-0-1, je 1 Tasse ~200 ml > 2 TL TeeKraut, mind. 10 Min. Ziehzeit


    ... bin noch in zwei anderen Richtungen unterwegs (~in medias res).

    Bis dahin - Dir erst noch Gute Besserung @:) :)*

    LG - Yonas

    VerständisNachfrage ...


    K 1 schrieb:

    ... die Beschwerden verfolgen mich schon seit frühem Jugendalter. Besonderheiten hatte der Arzt jetzt keine festgestellt, bis auf einen Leistenbruch, welcher nie behandelt wurde und selbst wieder verheilt ist.


    > besteht da event. ein zeitlicher Zusammenhang?

    Also hattest Du den "Leistenbruch" und simultan/zeitnah bzw. anschl. sind "diese Beschwerden" losgegangen?

    > Welche Art (med. Ausprägung) war dieser "Leisten"Bruch ...

    Kannst Du dich da event. an die (med.) Fachbezeichnung,1 erinnern und/oder gibt es med. Niederschriften (~ArztBrief) wo du nachsehen könntest?


    1) z.Bsp. innere (~ZwerchfellHernie) oder äußere Hernien > ~indirekte/direkte LeistenHernie u.a. (?)


    Die AW's auf diese Nachfrage(n) können zumindest geeignet erscheinen, einen bzw. weitere Verdachtsmoment(e) auszuräumen.


    Vielen Dank vorab für Dein Bemühen i.d.Sache

    LG - Yonas

    Vielen Dank für die vielen Antworten :)


    das hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich gar so viele gute und auch hilfreiche Antworten erhalten würde.


    Habe nun einen Termin bei einem örtlichen Urologen gemacht und werde diesen speziell auf die von euch genannten Dinge ansprechen, in der Hoffnung, er ist motiviert genug, sich diesen tatsächlich zu stellen.


    Evoluzzer : welche Antibiotika ich genau bekommen hatte, kann ich leider nicht mehr sagen. Es sind insgesamt gesehen inzwischen schon einige verschiedene gewesen und z.T. auch richtige Kracher, von denen es dann zu Häutungen der Eichel kam und Anschwellen der Vorhaut.

    Den Weidenröschentee muss ich wohl probieren :)


    Pingels089-7 : ich denke auch, dass die Psyche bei mir eine gewisse Rolle spielt und meine Sympthome verstärkt. Natürlich steigt hier auch meine Angst, zu unpassenden Momenten diese zu bekommen, wodurch es nicht gerade positiv beeinflusst wird.

    Das mit dem Anspannen wäre möglich und auf das CPPS werde ich den Urologen einmal ansprechen.

    Eine Infektionserkrankung schließe ich nach all den Proben, welche genommen wurden auch aus, auch weil meine Sympthome eigentlich so gut wie nie mit dem eigentlichen Krankheitsbild übereinstimmten.


    @Yonas 4.0: einen zeitlichen Zusammenhang kann ich nicht gänzlich ausschließen. Ich kann mich erinnern, im frühen Kindesalter schon einmal beim Kinderarzt gewesen zu sein, wegen häufigem Harndrang, wenn auch die eigentlich gravierenden Beschwerden erst im Jugendalter auftraten.

    An die genauen Bezeichnungen kann ich mich leider nicht mehr erinnern und von damals bestehen auch keine Unterlagen mehr, in die ich einsehen könnte.

    Den (scheinbar) verheilten Leistenbruch konnte bisher aber annährend jeder Urologe bei mir ertasten.


    Zur Ergänzung sei vielleicht noch gesagt, dass bestimmte Sitzpositionen akute Beschwerden bei mir lindern und Kälte im Oberschenkel- als auch Intimbereich diese negativ beeinflussen.

    Desweiteren habe ich durchaus ab und an merkwürdige Gefühle (ob ich es schon Schmerzen nennen kann, weiß ich nicht) im Bereich unterhalb des Bauchnabels und kürzlich auch mehrfach spontan auftretende stechende Schmerzen im Bereich des Anus (welche ich auf eine vorhergehende Grippe schob).

    Rückenschmerzen, welche in die Brust ausstrahlen und teils auch im Kiefer spürbar sind, plagen mich von Zeit zu Zeit auch. Diese treten spontan stechend auf und verschwinden nach einiger Zeit auch wieder.

    All das stimmt z.T. mit den Beschreibungen des CPPS in diversen Foren oder auf Seiten des Internets überein, weshalb ich gezielt darauf den Urologen einmal ansprechen möchte.


    Natürlich halte ich euch über weiteres auf dem Laufenden und kann mich nur noch einmal bei allen hier bedanken

    Soooo, ergänzung zum Thema...


    war heute bei einem Urologen, der mit Abstand am wenigsten Bock von allen bisher probierten Urologen hatte.

    Er hat nicht untersucht, sämtliche Beschwerden mit "och des is normal" relativiert und gemeint, dass er nichts hören möchte, was aus dem Internet stammt.


    Sehr ernüchternd :(