Prostatitis - gesund ohne Antibiotika?

    Liebe Forenfreunde, Interessierte und Leidensgenossen,


    aus aktuellem Anlass und hohem Leidensdruck möchte ich mir eure Meinung und ggf. Rat einholen.


    Mich m 36, quält seit Wochen eine unangenehme Prostatitis.


    Wird nicht besser und verschlimmert sich.


    Spezielle Begleitumstände stellen mich vor bislang unlösbares Problem: Ich darf kein AB einnehmen.


    (Weil ich niemand mit seitenweise Text erschlagen will aber wegen der Zusammenhänge auch keine Details unter den Tisch fallen lasse möchte, schreibe ich alle Details und fasse die Fakten fett am Ende zusammen.)

  • 46 Antworten

    Entstehung:


    Es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang mit vorangegangenem Liebesspiel. Keines der Symptome war vorher vorhanden und alles entwickelte sich in den folgenden Stunden und Tagen.


    - vorangegangenes Liebesspiel war: ungeschützt, GV, franz. akt. und pas., Finger waren bei beiden mit allen Schleimhäute inkl. anal in Kontakt


    - ich hatte die Woche vorm Liebesspiel eine Erkältung/Atemwegsinfekt, die noch nicht ausgestanden war


    Unmittelbar nach sexuellem Kontakt mit Partnerin binnen 24h unangenehme Symptome entwickelt:


    - Jucken im Intim- und Afterbereich, Brennen in Harnröhre, Harndrang und Krämpfe Blase/Prostata


    - Augenentzündung mit Brennen, Tränen, Lichtempfindlichkeit (nie im Leben vorher gehabt)


    - binnen der nächsten Tage wurde alles schlimmer statt besser, Darmsymptome kamen dazu


    Partnerin gesund, Symptomatik betrifft nur mich allein

    Symptome:


    Prostata


    - Krämpfe im Schambereich und Druck auf Blase (als wären 2 Liter drin, die ich schon seit Stunden anhalte)


    - ständiger Harndrang


    - Gefühl alle 30 min Wasserlassen zu müssen


    - kurz nach WC-Gang, schon wieder Druckgefühl


    - Nachts 1 bis 2 mal aufwachen Wasserlassen


    - keine Erektion (keine Morgenlatte mehr)


    - Auffälligkeit: nach einer Ejakulation werden oben genannte Beschwerden für bis zu 48h schlimmer, dazu kommt Brennen in Harnröhre, noch häufigerer Harndrang, muss in Folgenacht 4 bis 5 mal raus Wasserlassen


    Hoden


    - schmerzhaft bei Berührung oder engen Hosen


    Darm


    - Blähungen, Pupsen, Gasbildung im Mastdarm, dabei neuer ungewohnter ekliger Geruch


    - ganz extreme Gasbildung bei: allem Zuckerhaltigem, Backwaren, Hefehaltigem, Pilzen, Alkohol


    - Stuhlgang: statt wie üblich 1 mal groß morgens, nun: 3 bis 4 mal, sobald etwas Kot im Mastdarm ist drückt es, - Stuhl etwas faulig riechend


    - häufig Blut im Stuhl und am Klopapier

    Diagnostik:


    Venerolgie auf STDs checken lassen 23.09.2016


    Nach 6 Tagen kam Laborergebnis: 29.09.2016


    - Abstrich aus Harnröhre: keine bekannten STDs festgestellt


    - Abstrich aus Analbereich: keine bekannten STDs festgestellt


    - Urinprobe: keine bekannten STDs festgestellt aber vermehrte Bakterien im Urin festgestellt


    Fazit: Weil trotzdem Beschwerden da sind, Empfehlung: zum Urologe zu gehen.


    Urologe 1 10.10.2016


    - Urinprobe: Schnelltest - nix festgestellt


    - Ejakulatprobe: offen


    - Ultraschall:Nieren okay, Hoden okay, Restharn in Blase, Prostata zwar normal groß aber deutliche Veränderung: in einem Teil wie eine Weintraube innerhalb der Prostata weiß abgegrenzt: Entzündungszeichen, Verkalkung


    - Tasten: schmerzhaft, Prostata weich


    Nach dem deutlichen Ultraschallbefund und Schilderung der Beschwerden:


    - Rezept Cipro 2 x 500 mg tgl. auf 14 Tage


    - Rezept Voltarenkapseln auf 10 Tage


    - Rezept Tamsublock auf 10 Tage


    - nach Auswertung Ejakulatprobe: Urethrakeime feststellbar 24.10.2016


    Urologe 2 14.10.2016


    (Um zeitnahen Termin zur Zweitmeinung zu bekommen auf Privatbasis 160 EUR für Vorsorgeuntersuchung bezahlt.)


    (keine Medikamente in Zwischenzeit eingenommen)


    - Urinprobe: Schnelltest - nix festgestellt


    - Ejakulatprobe: offen


    - Blutprobe: offen


    - Ultraschall: Nieren okay, Blase okay, Zyste im Hodensack, Prostata zwar normal groß aber deutliche Veränderung: in einem Teil wie eine Weintraube innerhalb der Prostata weiß abgegrenzt: Entzündungszeichen, Verkalkung


    - Tasten: schmerzhaft, Prostata weich


    Angebot Arzt: Sofort AB oder makrobiologische Untersuchung abwarten für gezieltes AB


    - Ejakulatprobe: nix festgestellt 17.10.2016


    - Blutprobe: PSA okay, Testo okay 20.10.2016

    Spezialproblem:


    Ich kann kein AB, schon gar keine aus der Klasse der Fluorcholine einnehmen, weil es zu einer irreversiblen Verschlechterung einer erblich bedingten Vorerkrankung (Myopathie) führt.


    In meinem Fall konkret: Muskelzellen gehen irreversibel kaputt.


    Der Prozess den die AB dabei spielen ist noch nicht ganz abschließend erforscht. Man geht heute davon aus, weil die Mitochondrien in meinen Zellen eine verwechselnd ähnliche Struktur wie Bakterien haben, dass sie von den intrazellulär wirkenden AB beschädigt werden.

    Zusammenfassung


    sehr wahrscheinlich bakterielle Infektion nach Sex


    Folgen: Prostatitis, Zyste Hoden, Augenentzündung, Darmproblematik


    nach 6 Wochen Leidenszeit bis auf Augen noch keine Verbesserung sondern Verschlechterung


    verantwortlicher Erreger nicht identifiziert


    Erreger verursacht bei Partnerin keine Symptome


    Antibiotika-Therapie (Fluorcholine) aufgrund einer Vorerkrankung nicht einsetzbar


    Ratlosigkeit

    Eure Meinung und eure Erfahrung ist gefragt:


    DREI FRAGEN


    1. Wie bekomme ich Ruhe rein und die Entzündung weg?


    2. Wie findet man den verantwortlichen Erreger? (Wäre doch sehr unwahrscheinlich, dass die Prostatitis, die Hodenzyste und die Darmprobleme zwar zeitgleich entstehen aber unterschiedliche Ursachen haben.)


    Hat die Ejakulat-Untersuchung Schwächen? War 2 Tage Ausbrütezeit der Keime zu kurz? Ist was durchs Raster gefallen weil Labor nicht danach gesucht?


    3. Was würdet ihr mir generell aufgrund eurer persönlichen Erfahrung für den Moment empfehlen?


    ZUSATZFRAGE: Wie wurden denn Prostataentzündungen und bakterielle Infektionen die es doch seit Jahrtausenden gibt, vor Erfindung von AB geheilt?


    Bin sehr gespannt auf eure Antworten.


    Vielen Dank im Vorab!


    LG

    Zitat

    Ich kann kein AB, schon gar keine aus der Klasse der Fluorcholine einnehmen, weil es zu einer irreversiblen Verschlechterung einer erblich bedingten Vorerkrankung (Myopathie) führt.

    Dass Fluorcholine extrem schädliche Nebenwirkungen haben können ist mittlerweile bekannt, kam neulich in einem Fernsehbericht.


    Wie sieht es mit anderen AB-Wirkstoffgruppen aus? Kannst du die auch alle nicht nehmen?


    Bakterienstamm beim Urologen klären lassen. Wichtig: Urintest morgens und vorher vier Stunden nicht aufs Klo, sonst finden die nichts.


    Viel trinken, Weidenröschentee beruhigt und lindert sehr gut. Ibuprofen in erlaubter Dosis vor dem Schlafengehen beruhigt den nächtlichen Harndrang, wirkt außerdem antibakteriell.


    Ich hoffe du findest eine verträgliche chemische Keule gegen deine Bakterien.

    Versuche es bitte mal mit Solidago-Kapseln. Also echter Goldrute. Die hat mir sehr geholfen.


    Ansonsten Angocin und frischen Meerrettich ins Essen raspeln.


    Trimethoprim als AB soll verträglich sein. Stimmt, Cipro und generell Fluorchinolone sind mehr als schädlich, aber es gibt zig andere Möglichkeiten. Ich hatte ein ähnliches Problem.


    Was helfen könnte:


    Solidago,


    Angocin,


    D-Mannose falls Ecoli


    natürliches Antibiotikum selbstgemacht nach Rezept


    Kleiblütiges Weidenröschen


    Kurkuma, Zwiebeln, Knoblach, Meerrettich, Chili, Apfelessig


    Ibuprofen

    Falls du bei Facebook bist: Gehe in die Gruppe "Anti Pharma pro Natur". Die haben immer super Tipps.


    Ich hatte drei Monate lang chronische BE und es mit natürlichen Mitteln geheilt. Kam auch nach GV.

    Vielen Dank für die interessanten und freundlichen Hinweise!

    @ Evoluzzer:

    Auch andere AB Wirkstoffklassen bereiten mir leider irrevesible Schäden.


    Die Frage ist, wer und wie der Erreger gefunden wird. Es wurde ja bereits bei zwei unabhängigen Urologen 2 mal Urin und Ejakulat gecheckt aber der Erreger leider nicht gefunden.


    (Je nach Erregertyp und Resistenzcheck bestimmt sich ja das geeignete AB.)


    Weidenröschentee besorg ich mir.

    @ Nina

    Danke für den Tip! Ich werde mir das besorgen und ausprobieren.

    @ Sapient

    Mit Heilpraktikern in Vergangenheit leider nur negative Erfahrungen gemacht. Ich behalte es im Hinterkopf.

    Aber falls du eh kein AB nehmen kannst, ist es doch auch egal, was für ein es Erreger ist, oder?


    Die natürlichen Mittel wirken ja allgemein. Auch gegen Viren und Pilze. Es könnte auch ein Pilz sein, oder?


    Und es gibt ja auch Entzündungen ohne Bakterien.


    Ich denke es ist ganz ganz wichtig, dass du allgemein dein Immunsystem stärkst. Ubiquinol ist dafür gut. Gesunde Ernährung, viel trinken usw.


    Das klingt erst wie blabla, ich weiß, aber ich habe es so geschafft.

    Einen Heilpraktiker empfohl ich im Zusammenhang mit kolloidalem Silber nur bzgl der Dosierung und um abzuklären, in welcher Konzentration Du es nehmen solltest. KS ist ein natürliches Antibiotikum, vielleicht liest Du dich da mal ein und kombinierst dann mit anderen Tips, die Du hier bekommen hast. Viel Erfolg @:)

    Hallo,


    für den Harndrang kannst Du "Pollstimol" nehmen (pflanzlich).


    Ansonsten kannst Du es mit der Broccoli-Kur versuchen (bei einigen soll es super helfen, bei anderen wieder gar nicht, aber in Deiner Situation wäre es einen Versuch wert).


    Wobenzym plus sind zwar sehr teuer, aber hemmen Entzündungsprozesse sehr gut.


    Wenn in der Ejakulatprobe nichts gefunden wurde könnten es Chlamydien sein => rufen bei Frauen meist keine Symptome hervor, bei Männern dagegen relativ häufig. Des Weiteren ist der Test häufig negativ, obwohl man doch welche hat. Behandelt werden diese mit Doxycyclin oder Azithromycin. Kannst Du diese eigentlich gut verträglichen Antibiotika auch nicht nehmen (wirken bakteriostatisch und nicht bakterizid) ?


    Wenn "alle" meine Vorschläge nichts bringen sollten, wär ein guter Heilpraktiker unerlässlich.


    Im übrigen muss die Verkalkung, sollte es eine sein, unbedingt beseitigt werden (ACC akut für Ejakulatverflüssigung, falls Du diese nehmen darfst; allerdings ist dann auch häufiges Spülen wichtig ;-) ). Eventuell ist es ja auch ein Prostatastein. Dort sammeln sich immer Keime. Dagegen kann auch ACC akut helfen.


    Ich würde auch auf ein MRT bestehen => dort sieht man wesentlich mehr als im Ultraschall (auch die Samenblasen).


    Beste Grüße

    Hallo Garfield.


    Ich bin zwar eine Frau, aber ich habe seit 11 Monaten das, was du beschreibst.


    Ich kann auch gar keine AB nehmen. Das Zeug greift mich an.


    Bitte halte uns auf dem Laufenden und schreibe auch, wenn es dir wieder besser gehen sollte und was du gemacht hast.


    Danke und LG

    Vielen Dank für eure Hinweise und Empfehlungen!

    @ Nina

    Danke.


    Den Erreger zu identifizieren halte ich schon für wichtig:


    1. Um gezielt zu bekämpfen (auch ohne AB).


    2. Auch wenn es einem hoffentlich körperlich wieder besser geht, kann ja Ansteckungsgefahr für Partner bestehen.


    3. Um Therpieerfolg messen zu können.


    Hast du weiterführende Hinweise (Link) auf Pilzbefall von Prostata/Hoden? Hab davon bisher noch nichts gehört/gelesen.

    @ Rentier

    Ist bestellt. Werde ich einnehmen.

    @ Sapient

    Ich mache mich schlau zu KS, Danke.

    @ GregHouse

    Danke.


    Wie sieht die optimale Brokkolie-Kur aus?


    Pollistimol wirkt meines Wissens nach nicht antibakteriell: Ich hab das vor 5 Jahren mal bekommen und allergisch darauf reagiert obwohl kein Heuschnupfen bekannt.


    Angenommen es wären Chlamydien:


    Erklärt sich dadurch die zeitgleiche Darmproblematik bzw. Hodenzyste?


    Spricht nicht die kurze Inkubationszeit von weniger als 48h dagegen?


    Geht da beim Mann nicht Ausfluss aus Harnröhre ähnlich wie bei Tripper den anderen Beschweren voraus?


    Die wären dann bei neg. Ejakulat, Urin, Abstrich aber per Antikörper-Reaktion im Blut 100% nachweisbar?


    Danke für ACC-Tipp (Voltaren ist ein anderer Wirkstoff, oder?) und MRT Empfehlung.

    @ theempress

    Oh je, du hast mein Mitgefühl.


    Natürlich halte ich dich auf dem Laufenden und hoffe das dir recht bald geholfen wird!


    LG