Psychische Inkontinenz?

    Hallo,


    ich leide mittlerweile schon seit 3 Monaten an einer etwas merkwürdigen Blasenschwäche. Immer wenn ich bewusst an meine Blase denke, verkrampft diese und ich kann den Urin dann nur mit allerhöchster Mühe halten, aber sobald ich nicht mehr an meine Blase denke und ich dem Unterbewusstsein die Aufgabe der Blasenkontrolle überlasse, habe ich keinerlei Probleme mehr und kann problemlos den Urin halten. Natürlich werden jetzt Vorschläge wie "dann hör halt auf daran zu denken" kommen, aber das ist einfach nicht möglich. selbst wenn ich es einmal für ein paar Tage vergesse (ist schon ein paar Mal passiert), erinnert mich dann wieder irgendwas daran und dann kann ich schon wieder nicht aufhören daran zu denken.


    Ich habe im Internet nichts zu diesem Thema gefunden, also lautet meine Frage nun: Was soll ich tun?

  • 24 Antworten

    Die Psyche kann eine Menge Symptome bewirken. Ich habe dasselbe Problem zum Beispiel mit dem Darm. Wenn ich nicht dran denke funktioniert alles relativ normal aber es kommt vor, dass ich trotzdem Panik vor Durchfall bekomme, wenn ich unterwegs bin und keine Toilette in der Nähe ist. Das Problem dabei ist, dass das dann auch tatsächlich eintreten kann. Das Wissen, dass es nur psychisch bedingt ist hilft einen da wenig weiter.


    Ist es bei dir denn auch Angst oder Panik, dass was bei dir "in die Hose gehen" könnte wenn du daran denkst? Denkst du dass das zumindest eine unterbewusste Angst sein könnte?

    Eigentlich bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass ich nur daran denke weil ich Angst vor dem Einnässen habe (ist mir zwar vorher noch nie so richtig passiert, aber es kann vorkommen, dass sich ein paar Tropfen lösen wenn ich zu krampfartig versuche meine Blase zu kontrollieren). Ich bin mir ziemlich sicher dabei, weil ich eigentlich nur an meine Blase denke, während ich in der Öffentlichkeit bin. Also, wenn ich Gefahr laufe mich zu blamieren, denke ich daran, wenn hingegen diese Gefahr nicht besteht, ist mir das relativ egal.


    Hast du denn irgendetwas gegen dein Problem gemacht? Warst du bei einem Arzt oder bei einem Psychotherapeut? Können mir die vielleicht weiterhelfen?

    Ich bin momentan in psychiatrischer Behandlung aber wegen einen ganz anderen Problem. Beim Hausarzt und Gastroenterologen war ich damit schon öfter aber im Prinzip wurden da nur körperliche Dinge ausgeschlossen. Eine Darmspiegelung sollte auch mal gemacht werden aber dass das psychische Ursachen hat ist ziemlich eindeutig, sodass ich das erstmal nicht gemacht hab.


    Gegen die Angst vor Durchfall unterwegs hilft es mir schon etwas, dass ich Loperamid (Mittel gegen Durchfall) dabei habe. Das Hilft zwar nicht viel wenn ich schon unterwegs bin aber ich meide Grundsätzlich längere Strecken ohne Toilette. Und wenn ich dann auf der Arbeit Durchfall bekomme hab ich zumindest was womit ich den Weg nachhause überstehen kann.


    Es gibt auch Medikamente die die Blase beeinflussen aber die sind allesamt Verschreibungspflichtig. Würde es dir vielleicht schon helfen, wenn du unterwegs solche saugfähigen Einlagen nimmst? Es gibt auch sicherlich gewisse Entspannungstechniken, die helfen. Mir hat es auch ein wenig geholfen mich auf den Wegen abzulenken. Hörbücher sind dafür sehr geeignet.

    Wenn ich das hätte, würde ich zur Sicherheit Einlagen tragen. Die fallen ja von außen nicht auf. Es ist ja nur ein wenig, was abgeht, wie du sagst.


    Ich kenne das bei mir nur, dass ich, wenn ich rausgehe, Angst habe, ich könnte nötig zum Klo müssen und finde keines.


    Schon öfter ist mir das passiert, ohne, dass ich dran dachte. Hatte halt viel Wässriges gegessen und mußte dann zum Klo draußen. Da ist man aber in Nöten...inkontinent werde ich dann nicht, aber es ist extrem mistig, es auszuhalten, so nötig zum Klo zu müssen und nichts zu finden, wo man mal kann.


    Ich habe das zu 99% nur mit Harndrang aber einmal mußte ich draußen auch supernötig kacken (kenne kein vernünftiges Wort dafür |-o ) Ich war im Auto und konnte kaum noch sitzen vor Schmerzen. Gott sei Dank konnte ich dann in einem Getränkemarkt mal das Klo benutzen. Denn meist lässt einen keiner. :-|

    Also Medikamente wären glaub ich unnötig, da meine Blase normalerweise überdurchschnittlich stark ist. Einlagen wären schon eine bessere Möglichkeit, nur besteht dann das Problem, dass ich dann immer welche dabei haben muss und dass ich sie niemals vergessen darf. Mir wäre es lieber, wenn mir jemand lehren würde, wie man seine Blase richtig steuert. Welche Muskeln man genau anspannen muss usw.

    Naja, bin mir nicht sicher, wie es bei einem Mann ist. ;-D


    Als Frau gilt: einfach unten zusammenkneifen.


    Mach es so, wie Du es auch machst, wenn Du normal ohne Angst daheim zu Klo mußt und gerade nicht gehst oder so, da hälst du ja auch ein. Genauso ist es dann auch draußen, wenn du Angst hast, es könnte danebengehen. Mehr wie zusammenkneifen kann man nicht. ":/


    Wegen den Einlagen: Du kannst Dir ja schon immer eine anbringen, bevor Du aus dem Haus gehst, dann brauchste keine mitnehmen. Oder steckst dir immer eine in die Tasche, zur Sicherheit. Das geht schon.

    Sorry, hab die Frage vermutlich falsch formuliert? Ich weiß schon welche Muskeln man anspannen muss, nur weiß ich nicht wie fest man diese anspannen muss. Wenn ich gerade dran denke, spanne ich sie einfach viel zu fest an, und das kann ich auf Dauer nicht aushalten. Da muss es doch irgendeinen Trick geben, aber ich komm einfach nicht drauf :-/

    Der Trick ist ja eigentlich dass man ihn kaum anspannen muss, da er das von ganz alleine macht. Dieses übermäßige anspannen führt ja wohl erst zu dem Problem. Mein Tipp: Versuchs mal mit Einlagen. Wenn es dann wieder losgeht versuch einfach den Drank zu unterdrücken den Muskel anzuspannen. Viel schiefgehen kann da nichts aber wenn da nichts kommt bekommst du vielleicht wieder etwas mehr nötiges Vertrauen in deine Blase ;-)

    So ist es bei mir auch. Auch wenn ich total nötig muß und schon schmerzhaften Druck auf der Blase habe, kann ich unten locker lassen, da läuft nichts raus. Ganz selten mal, dass ich merke , dass ich zusammenkneifen muß.

    Danke für eure Hilfe erstmal, wobei mir das mit den Einlagen nicht so gefällt. Immerhin bin ich erst 18, und dann soll ich mit Einlagen rumlaufen? ich weiß nicht :-/


    Kann mir wirklich kein Psychotherapeut, Psychologe oder wie auch immer helfen? Sorry, kenn mich in dem Gebiet zu wenig aus.

    Das mit den Einlagen würde ja keiner sehen. Und wenn alles so läuft wie geplant werden die nichtmal benutzt. Es geht ja nur darum dass du vertrauen in deinen Körper aufbaust.


    Ich denke Psychologen werden da auch nur wenig machen können wenn du nicht auch noch andere Probleme hast. Vor allem musst du dafür Monate warten bis du einen Platz hast...

    Wahrscheinlich kann Dir ein Psychotherapeut helfen – aber das geht nicht hier im Forum und mal eben von jetzt auf gleich!


    Unabhängig davon – Stress kann die Blase schon unter Dauerdruck setzen. Oder es ist ein Harnwegsinfekt und Du solltest das wenigstens vom Hausarzt klären lassen.

    Das mit den Einlagen sieht doch keiner. Wie nicnic88 schon sagte: die werden bestimmt nichtmal gebraucht, und wenn doch was rausläuft, bist Du froh, sie gerade zu tragen.


    Die sind ja nur zum Testen und nicht für den ewigen Gebrauch gedacht.


    Wenn ich das hätte, ich hätte das längst mal angetestet. *:)

    Mir geht es ähnlich. Habe im Zusammenhang mit Depressionen seit einigen Monaten Alpträume.


    Dabei kommt es während des Schlafes auch zum Einnässen. Zwar nicht ständig, jedoch schon einige male pro Monat.


    Seit dieser Zeit kommt es auch häufiger vor, dass plötzlich am Tage Harndrang auftritt, und ich Angst habe rechtzeigtig eine Toilette zu erreichen. Es ist auch schon mal etwas (einige Tropfen) in die Hose gegangen, bevor ich die Toilette erreichte.


    Habe mir einen Termin bei einer Psychotherapeutin geholt und auch schon eine Sitzung hinter mir.


    Es ist ziemlich eindeutig die Psyche, die dieses Problem verursacht.


    Da ich nach den ersten nächtlichen Unfällen angefangen habe, Vorlagen und Inkontinenzunterhosen in der Nacht zu tragen habe ich diese Sachen vorrätig. Habe dann auch versucht eine Einlage am Tag zu tragen. Allerdings ist diese nie an der Stelle, an der sie sein sollte...


    Nehme ich eine größere, dann ist mir das zu dick und auffällig.


    Jetzt trage ich die Inkontinenzhosen (Unterhosen aus Plastik) auch am Tag. Nachts mit der erwähnten großen Vorlage und am Tag nur so oder mit einer kleinen Einlage im Schritt.


    Es hat schon Überwindung gekostet, aber jetzt fühle ich mich sicher und traue mich wieder unter Menschen. Es fällt so auch nicht auf, da nichts aufträgt. Seit dem habe ich auch keine Panik mehr am Tag. Wenn etwas daneben geht, fällt nichts auf.


    Hoffe mit der Therapie die Ursache abstellen zu können. Bis dahin habe ich aber zumindest eine gute Übergangslösung. Also nicht unterkriegen lassen! Die Einlagen und Hosen gibt´s im Sanitätshaus.

    also, nach ein paar Monaten bin ich jetzt wieder hier um mal ein Update abzugeben.


    ich hab jetzt eine Methode gefunden um das ganze halbwegs in den Griff zu bekommen, jedoch funktioniert diese nicht immer und außerdem ist sie keine dauerhafte Lösung. ich hab mir jetzt mal folgendes überlegt: da ich diese Beschwerden NUR dann habe, wenn ich daran denke, ist meine Blase doch vollkommen gesund, ich hab nur vergessen wie man sie korrekt einsetzt. also sollte das alles geheilt werden, wenn mir jemand lehrt wie es richtig geht. wisst ihr zufällig wohin ich da gehen muss? zum Hausarzt, zum Urologen, oder doch gar zum Psychotherapeuten?

    @ waterman:

    danke für den Tipp, jedoch hört sich das bei dir etwas anders an als bei mir. Inkontinenzhosen brauche ich auch eher nicht, da ich stets die temporäre Methode anwenden kann, obwohl diese nicht gerade optimal ist. trotzdem danke

    Frag mal einen männlichen Psychotherapeuten mit Richtung Verhaltenstherapie.


    Therapeutin deswegen nicht, weil zumindest ältere Therapeutinnen noch mit "Hofdamenblase" erzogen wurden. Es gibt auch ein Beckenbodentraining für Männer.

    Es ist möglich über die Gedanken, die Organe zu beeinflussen. Ich habe einmal von einem Mann gelesen, der, als er für ein paar Wochen im Krankenhaus lag bewusst entspannen geübt hat ohne Anleitung. Da hat er gemerkt das er den Herzschlag bewusst verlangsamen konnte.


    Solche Gedanken die in eine negative Richtung gehen haben immer eine Ursache, meist Ängste irgendetwas nicht zu können. Es ist, wie ein Spiegel in den man hineinschaut, denn in Wahrheit macht die Blase ihre Arbeit prima, aber Ängste können, zusammen mit einem entsprechenden Glaubenssatz, dazu führen, dass sie genau das macht, was man eigentlich befürchtet. Das ist keine Hexerei und auch nicht ungewöhnlich, denn man kann im Grunde alles mit den Gedanken machen.


    Es gibt aber keine guten und keine schlechte Gedanken, sondern immer nur man selbst und ein Wille, mit dem man die Gedanken lenkt. Zweifel sind auch eine Willensbekundung und sie ziehen automatisch entsprechende Gedanken an. Das ist ganz normal. Das kann irgendwann einen Auslöser gehabt haben, den man aber vergessen hat. Ist man sich der Gedanken und des eigenen Wirkens dabei bewusst, dann kann man das auch bewusst wieder rückgängig machen.


    Es gibt z.B. das Gupta-Retraining, dass man zwar bei einer bestimmten Erkrankung einsetzt, ich glaube sie heißt CFS, aber im Grunde geht es darum Gedanken umzuprogrammieren. Das zu lernen ist meine ich kein Verlust. Man lernt viel über das eigene Unterbewusstsein und wie Programmierungen funktionieren.