Spermiogramm sagt "alles tot", aber Ex-Freundin schwanger

    Hallo,


    ich bin jetzt 42 Jahre. 1987 lautete der Befund: Varikozele (Bundeswehr). Es wurde nix unternommen. Trotz einiger Beziehungen mit ungeschütztem Verkehr blieb es immer kinderlos. Nun bin ich in letztem Sommer mit meiner Ex zusammengekommen. Wegen der Diagnose bei der BW und meiner Erfahrungen (Ex-Freundinen wurden gelegentlich nach unserer Trennung schwanger), hielt ich mich in sehr hohem Masse für Zeugungsunfähig.


    Nun ist meine Ex dennoch schwanger geworden. Nunja, kann ja sein. Aber:


    Nach unserer Trennung bedenke ich: Da ist jemand der ggf. in Frage käme. Zur fraglichen Zeit konnte ich wegen Arbeit nur etwa 1 mal pro Woche bei ihr sein.


    Ich liess nun ein Spermiogramm erstellen. Heute bekam ich den Anruf des Urologen: 50 Mio Spermien vorhanden, aber 50 Mio tote Spermien. Der Test wird demnächst nochmal wiederholt.


    In wie weit reicht das für mich zum Aufatmen? Wäre ich nicht ziemlich dumm, unter diesen Bedingungen die Vaterschaft einfach anzuerkennen?


    Für meine Ex ist wohl klar, dass ich der Vater bin. logo. ;-)


    Wer kann mir bei der Einschätzung helfen.


    Ich hatte vor längerer Zeit hier schon unter dem Schalgwort "Varikozele" geschrieben, aber keine Reaktion erhalten.


    Ich wäre wirklich sehr froh, wenn jemand mit so etwas Erfahrung hat oder irgendwas weiss, was meine Situation besser einschätzen lässt.


    LG

  • 56 Antworten
    Zitat

    Wäre ich nicht ziemlich dumm, unter diesen Bedingungen die Vaterschaft einfach anzuerkennen?

    Du kannst dich doch erst mal zurücklehnen. Wate ab, ob der zweite Test das gleiche negative Ergebnis bringt.


    Dann warte ab, bis die Schwangerschaft beendet ist und erkenne die Vaterschaft nicht an. Eine dann zu erstellende DNA-Analyse wird dir 100% Gewissheit bringen.

    Nun, ausseinander sind wir nun seit etwa 2 Wochen. Sie ist jetzt im 6. Monat, Stichtag ist Anfang Oktober.


    Nein, ich habe ihr das Ergebnis nicht mitgeteilt. Ich bin mir noch nicht sicher ob und wenn, wie ich ihr das mitteilen will oder werde, warte aber in jedem Fall erst das 2. Ergebnis ab. Letztendlich geht es möglicherweise auch darum ggf. Prozesskostenhilfe bei einer Vaterschaftsklage von ihr zu bekommen, weil ich u.a. mit dem Spermiogramm Aussicht auf Erfolg anzeigen kann.


    Immer gerne Fragen... ;-)

    Richtig, das sehe ich ganz genauso.


    Allerdings, würden die Kosten einer Vaterschaftsklage sowie die Kosten des Vaterschaftstests mir auferlegt, wenn ich den Prozess verliere, also der Vater bin. Daher ist es wichtig für mich, als ALG-2 Empfänger Prozesskostenhilfe zu bekommen. Ich sprach mit einem Juristen, der mir sagte, dass ich schon eine Aussicht auf Erfolg vorzeigen kann, um in dem Fall auch Prozesskostenhilfe genehmigt zu bekommen. Dazu kann das Spermiogramm gut sein.


    Ob ich zweifelsfrei alleine als Vater in Frage komme (was ja dennoch sein kann), weiss letztendlich nur SIE. So könnte es sein, dass sie, wenn ich sie mit dem Ergebniss des Spermiogrammes konfrontiere, auf eine Klage verzichtet, da sie möglicherweise sehr grosse Sorge haben muss zu verlieren, nämlich dann, wenn sie auch nur einmal einen Seitensprung hatte.


    Aber: Was mich sehr interessiert. Bei dem Ergebniss des Spermiogramms: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es schon lange so ist, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich ein Kind gezeugt habe? Sind meine Chancen nicht recht hoch? Oder sollte ich doch noch sehr vorsichtig sein mit den Prognosen? Es geht mir darum, mit welchem Gefühl und Zuversicht ich die nächsten Monate verbringe. Kann ich mir sagen: Mit 80% er Wahrscheinlichkeit bin ich nicht in der Lage gewesen das Kind zu zeugen?

    Hallo Ullrich,


    wenn Deine Spermaqualität zum Zeitpunkt der Zeugung ähnlich war wie derzeit (und anscheinend gibt es keinen Grund etwas anderes anzunehmen), dann bist Du zu 99,99% nicht der Vater.


    Die Wahrscheinlichkeit ist nicht Null (vielleicht hat's ja wirklich dieses eine geschafft) .. aber im Vergleich dazu wäre ein Lotto-6er quasi eine bombensichere Sache.


    Die Frage, die mich interessieren würde .. welches Ergebnis wäre Dir denn weniger unangenehm??

    Hallo Nighter,


    danke für Deine Einschätzung. Dein Wort in Gottes Ohr. ;-)


    Mir ist absolut klar, das bei jedem Spermiogramm- oder Untersuchungsergebniss IMMER noch die Möglichkeit besteht, dass ich letztendlich DOCH der Vater bin. Aber mit jedem "negativen" Ergebniss steigt der Prozentwert der Prognose, den du mit 99,99% angegeben hast.


    Nun, von einem unangenehmen Ergebniss kann eigentlich nicht die Rede sein. Aber wenn ich der Vater wäre, dann würde das für mich ein Problem darstellen, vor allem finanzieller Art. Also wäre mir das andere Ergebniss natürlich viel lieber, selbst dann, wenn es bedeuten würde, dass ich niemals Kinder haben werde. Natürlich weiss ich nicht genau, ob mir das dann vielleicht mal leid tun kann, aber ich habe mich eh schon seit einigen Jahren damit abgefunden, kinderlos zu bleiben, das ist völlig ok für mich.


    Ich bin inzwischen soweit, dass meine Einschätzung nicht mehr 50-50 ist, sondern wegen der Aussage des Urologen bezüglich meines Spermiogramms: 70 % nicht Papa. Und wenn nächste Woche das 2. Ergebniss auch so ausfällt, fühle ich bestimmt eine über 80%ige Sicherheit. Dann kann ich mit besserem Gefühl in die Zukunft gehen.


    Die Sorge über die ganze Angelegenheit lähmt mich seit Wochen sehr.


    Gruss

    Danke, Clara,


    naja, das wäre eine Sache, die mich jetzt nicht mehr so sehr verletzen kann. Unsere Beziehung ist aus ganz anderen Gründen gescheitert. Trotz allem sollte das Mitgefühl vielleicht eher IHR gelten, da sie nun das 2. Kinde bekommt, wieder "ohne" Vater.


    Ich finde, selbst bei einem Seitensprung hat sie das nicht verdient.

    Zitat

    Trotz allem sollte das Mitgefühl vielleicht eher IHR gelten, da sie nun das 2. Kinde bekommt, wieder "ohne" Vater.


    Ich finde, selbst bei einem Seitensprung hat sie das nicht verdient.

    Mal im Ernst: Glaubst du das wirklich? Also wenn meine Ex mich betrogen hätte und dann auch noch nicht geschafft hat zu verhüten, dann ist sie selber schuld, wenn sie schwanger ist und mit Mitgefühl von mir könnt sie dann echt net rechnen.... :=o


    Aber gut - ist ja schön, wenn du offensichtlich nicht stinksauer auf sie bist. :-)

    Nein, ich bin nicht stinksauer auf sie. Nicht dafür.


    Stinksauer bin ich eher wegen anderer Dinge, die letztendlich auch dazu geführt haben, dass ich mich getrennt habe.


    Dennoch: Es geht mir nicht darum herauszufinden, ob und wann und mit wem sie mich betrogen hat.. ist mir JETZT nach der Trennung alles egal. Ich will nur wissen: Muss ich bezahlen in Zukunft (dazu kommen ja auch noch die Vorwürfe von ihr und Ihrer Familie: Verpflichtung und Verantwortung übernehmen etc....) oder nicht.


    Wenn der Tag kommt, an dem feststeht, dass ich NICHT der Vater bin, definitiv, wird Deutschland von einem Erdbeben erschüttert werden, das ist der Fels, der mir dann vom Herzen gefallen ist. DANN ist alles wieder gut.

    Zitat

    Ich bin inzwischen soweit, dass meine Einschätzung nicht mehr 50-50 ist, sondern wegen der Aussage des Urologen bezüglich meines Spermiogramms: 70 % nicht Papa. Und wenn nächste Woche das 2. Ergebniss auch so ausfällt, fühle ich bestimmt eine über 80%ige Sicherheit.

    Ich denke mal, die Wahrscheinlichkeit, dass du nicht der Vater bist, ist höher als 70 %. Dass Spermiogramm sagt aus, dass du derzeit keine lebenden spermien produzierst. Selbst wenn das vor sechs, sieben Monaten anders war, und ein Anteil lebender Spermien produziert wurde, waren diese in ihrer Vitalität derart beeinträchtigt, dass eine Zeugung eher ausgeschlossen werden kann.

    Zitat

    Daher ist es wichtig für mich, als ALG-2 Empfänger Prozesskostenhilfe zu bekommen.

    Mal andersherum gedacht: Warum sollte dir deine Ex ein Kind unterschieben wollen, Unterhaltszahlungen kann sie ja offenbar nicht erwarten?