• Zu lange/ starke nächtliche Erektionen

    Hallo, Ich (m, 34 J.) hab seit einigen Wochen zu lange/starke Erektionen in der Nacht. Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie schmerzhafte nächtliche oder starke morgendliche Erektionen, daher ist dies völlig neu und überraschend für mich. Erst merkte ich dass es beim Urinieren etwas brennt, und erst mit der Zeit realisierte ich dass der Grund…
  • 32 Antworten

    geh mal ins schlaflabor da wird mit einem speziellem Messgerät gemessen un wie lang und oft sie auftauchen die "Standhaftigkeit des besten stückes " und dann weisst du mehr .

    Hallo zusammen,

    ich habe mich mit der oben genannten Angelegenheit auch auseinandergesetzt bzw. gerade aktuell müssen:

    Es gibt eine Studie: "Sleep-Related Painful Erections—A Case Series of 24 Patients Regarding Diagnostics and Treatment Options"

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5693397/


    Es wird empfohlen Baclofen zu nehmen. Um einen weitren Austausch zu gewährleisten, würde ich mich auf eine Rückmeldung freuen.

    Gruß

    Markus

    Hallo allerseits,

    auch ich gehöre auch zu den Leidensgenossen der hier beschriebenen Symptomatik: Ich (52 Jahre alt, 70kg) leide seit ca. 6 Jahren unter sehr schmerzhaften nächtlichen Erektionen, so wie hier von einigen beschrieben. Ich war bei allen möglichen Ärzten, beim Urologen natürlich, auch bei einem Spezialisten in Hamburg, der nur Privatpatienten behandelt. Ich war auch im Schlaflabor der Charite Berlin und bin Patient der dortigen Schlafmedizin. Es wurde alles mögliche an Diagnostik gemacht, allein die Symptomatik bleibt unverändert, dass ich zwischendurch schon echt verzweifelt war, da ich nachts 3-7 mal aufstehen muss und oft nicht mehr einschlafen kann, geschweige denn je den Eindruck habe, mich im Schlauf wirklich zu erholen. Ich habe alle möglichen Medikamente ausprobiert, zuletzt hatte der Schlafmediziner ein Anti-Epileptikum vorgeschlagen. Das ist das einzige, was ich nicht ausprobieren wollte, weil mir die möglichen Langzeit-Nebenwirkungen zu riskant waren. Auch eine Psychotherapie habe ich gemacht.


    Ansonsten nehme ich seit ca. 4 Jahren Mirtazapin 15mg zur Nacht (meist eine halbe Tablette, ab und an eine halbe). Das ist ein nicht abhängig machendes Anti-Depressivum, das leicht sedierend, also schlaffördernd wirkt. Das kann ich auf jeden Fall empfehlen, es verschaffte mir nach dem ersten Einnehmen nach einer Horrorzeit echte Erleichterung und bringt mich so einigermaßen durch die Nacht. Bevor ich das genommen hatte, war ich oft total am Ende, weil der Schlaf so krass gestört war.


    Manchmal geht es bei mir, dass ich mit 2 mal aufstehen hinkomme (und dann einigermaßen wieder einschlafen kann), aber dann gibt es wieder Phasen, in denen nachts noch nicht mal das Pinkeln hilft und ich den Penis gefühlt minutenlang unter fließend kaltes Wasser halten muss, damit er wieder abschwillt...


    Wäre es nicht so traurig, man müsste drüber lachen...


    Vielleicht hat ja jemand hier neue Erkenntnisse, würde mich sehr interessieren, wir könnten dann weiter in Kontakt treten,


    viele Grüße

    Thomas G.

    Hallo Thomas,


    da bin ich wieder, wie schon vor fast 10 Jahren beschrieben leide ich unter genau dem Problem, nunmehr schon seit 1990, also bald 30 Jahre. Es wird nicht besser, seit der letzten Untersuchung bei einer Urologin (Blasenspiegelung) ist es durch das reizen der Harnröhre meines Erachtens noch schlimmer geworden.


    Tavor Tabs Antidepressiva die mir Jahrelang geholfen haben (und die ich immer nur selten und wenn in Maßen genommen habe) helfen leider absolut gar nicht mehr.


    Das mit der harten Matratze scheint tatsächlich etwas zu helfen, wenn aber nur ganz gering. Bin nun was Motivation für neues probieren angeht auch am Ende und weiß nicht mehr was noch helfen soll gegen die nächtliche schmerzhafte Erektion von 3-4 x pro Nacht.


    Grüße


    Ar T.

    Hallöchen

    Ich kenne schmerzhafte Erektionen sehr gut. Ich habe mal die "No Fap Challenge" gemacht, eigentlich mehrmals. Dabei habe ich festgestellt, dass schmerzhafte Erektionen besonders häufig auftauchen, wenn nicht regelmäßig masturbiert wird. Tatsächlich hat in der Phase manchmal bereits eine einminütige Erektion ausgereicht, um starke ziehende Schmerzen im Unterbrauch auszulösen. Da fiel mir dann auch das Gehen schwer. Das ist nicht ungewöhnlich. Das wird als "blue balls" oder Kavaliersschmerzen bezeichnet. Wie Wikipedia da sagt:

    Zitat

    Kavaliersschmerzen oder Bräutigamsschmerzen, auch Blaue Hoden (englisch blue balls) oder im Volksmund „Hodenkrampf“ genannt, reichen von unangenehmen Spannungsgefühlen bis hin zu Schmerzen im Hodenbereich, die nach sexueller Erregung ohne folgende Ejakulation auftreten und auch nach einer Ejakulation anhalten können, wenn die Erektion besonders lange aufrechterhalten wurde.

    Quelle: Wikipedia

    Ob das jetzt tatsächlich bei euch der Fall ist, weiß ich nicht. Ich dachte nur, ich erwähne das mal, damit ihr es zumindest in Betracht zieht. Erwähnt hat es bisher nämlich niemand ":/

    Wenn es das ist, wäre "keusch" leben genau der falsche Ansatz. Ich drücke euch die Daumen :/

    Hallo,

    hier ein kurzes Update mit den gesammelten Erfahrungen der letzten Jahre, von mir und anderen Betroffenen.

    Erstmal vorab, wir sind nicht alleine... es haben sich schon viele mit dem Problem über diverse Foren bei mir gemeldet.
    Mit 2 weiteren Leidensgenossen tausche ich mich regelmäßig aus, per Mail oder Telefon, was wir alles schon ausprobiert haben, bei welchen Ärzten wir waren, usw.


    Um die Erfahrungen mal kurz zusammen zu fassen:
    Die Krankheit ist real, keine Einbildung oder psyschische Erkrankung.
    Sie nennt sich SRPE, sleeep-related painful errection. Über diesen Suchbegriff findet man dann auch einige Artikel über google.
    Die meisten Ärzte, auch Fachärzte, Neurologen, Urologen, Schlafmediziner kennen sie nicht.
    Es gibt wenige Studien darüber.
    Die meisten Betroffenen kämpfen meist lange damit, bevor sie zum Arzt gehen.
    Ein Zusammenhang mit Rücken oder LWS Problemen ist nicht ganz auszuschließen.
    Es gibt bisher keine bekannte Heilung, allerdings haben sich einige Medikamente heraus kristallisiert, die Linderung schaffen:
    1. Chlonazepan/Rivotril
    2. Pregabalin
    3. Baclofen
    Die ersten beiden bekämpfen nicht die Ursache, sondern eine der Nebenwirkungen ist, dass die Medikamente schläfrig machen, und man dadurch die Errektionen nicht bemerkt und nicht aufwacht.
    Das 1. kann bei psychisch labilen Menschen abhängig machen, wirkt aber sehr gut...!!!
    Das 2. ist gut verträglich, muss aber in der Dosis regelmäßig erhöht werden, Gewöhnungseffekt.
    Das 3. ist uns erst seit kurzem bekannt, es wurde in einer Studie erwähnt, welche wir durch einen Hinweis hier im Forum im Internet gefunden haben.
    Es bewirkt eine Entspannung der inneren Beckenmuskulatur, wodurch die Errektionen verursacht werden könnten. Wir sind in der Testphase, ich versuche noch die richtige Dosierung zu finden.
    Die ersten beide Nächte waren gut, hatte nur etwas Druck im Unterbauch, dann waren zwischendurch Nächte, wo es weniger geholfen hat, dann mit leicht höherer Dosierung wieder besser. Nebenwirkungen bemerke ich momentan keine...

    Warten wir's ab...

    Gruß.

    Thomas

    Hallo zusammen,


    tut das gut zu lesen, dass auch andere diese Beschwerden haben. Ich bin in München in Behandlung. Für Urologen und Neurologen scheint es eine absolut unübliche Krankheit zu sein.

    Ich bin parallel noch bei einem Physio. Es scheint so zu sein, dass langes Sitzen (daher Verkrampfung in der Bauchmuselregion) viel damit zu tun hat (meine Wahrnehmung).

    Ich mache viele Übungen für den Beckenboden



    Was sehr gut hilft ist eine Kombi aus Baclofen (abends 2mg) und morgen Tizanidin (1mg).

    Höhere Dosen machen mich ziemlich fertig. Auch vertrage ich das alles nur ca. 1 Woche.


    GRuß

    M

    tomtom001 schrieb:



    Die Beschwerden sind so stark, dass ich nach ca. 3..4 h nachts nicht mehr kann, wenn die Erektion auftritt. Wenn ich dann aufstehe, verschwindet die Erektion nach ca.2-3 Minuten vollständig, lege ich mich wieder ins Bett, kommt diese nach ein paar Minuten wieder, das geht dann bis morgens wenn ich aufstehen muss, jede verfluchte Nacht.



    Hast du mal versucht, bei so einer Erektion, dir einen runter zu holen? Danach sollte die Erektion verschwinden und du kannst wieder durch schlafen.

    Das sagst " du doch zur Verkäuferin wenn du einen Koffer Kaufen willst "


    es heisst doch eine e oder Mastubieren !!!

    Hallo zusammen.

    Ich bin ebenfalls seit ca. 1 Jahr von den beschriebenen Symptomen betroffen.

    Erst einmal vielen Dank an Thomas für die hilfreiche Zusammenfassung vom 30.7.19.

    Leider hat mein Urologe bei mir nach 2 x erhöhten Prostatawerten ( 6,7 ) Prostatakrebs festgestellt. Wie es aussieht noch in gut heilbarem Stadium.

    Ich weiß natürlich nicht, ob das Problem der belastenden nächtlichen Erektionen mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen, aber vielleicht sollten alle hier betroffenen, soweit noch nicht geschehen, auch einmal ihre PSA-Werte überprüfen lassen.

    Liebe alle,


    die ihr hier geschrieben habt, vielen Dank für Ihre Erfahrungen. Gero, das tut mir natürlich wahnsinnig leid - und ich wünsche dir alles Gute bei der Behandlung und das alles gut ausgehen möge!


    Den PSA-Wert lasse ich 1x im Jahr überprüfen, da war alles unfällig beim letzten Check. Vor Baclufen bin ich immer noch zurückgeschreckt, wegen der Nebenwirkungen, auch wenn diese unwahrscheinlich sind. Wie sieht es mit den weiteren Erfahrungen seit deiner letzten Nachricht vom 30.7., Thomas, mit der Einnahme von Baclufen aus? Hält die Wirkung an oder hast du es zwischendurch vielleicht schon wieder abgesetzt?


    Viele Grüße

    Thomas G.

    Hallo Tomtom001,


    du hattest mir geschrieben. Leider geht deine "Freenet" Mail-Adresse nicht.

    Würde mich über einen Austausch mit anderen freuen.

    Gruß

    Markus