• Abtreibung bei 15-jähriger Tochter ohne mein Wissen?!

    Guten Tag! Ich habe mich hier ganz neu angemeldet, um mein Problem zu schildern; die Seite schien mir seriös. Ich habe zuvor noch nie in einem Forum geschrieben, aber ich kann diese Angelegenheit zum Schutz meiner Tochter niemandem aus der Familie oder von meinen Freunden erzählen, obwohl ich es gern tun würde. Ich fange jetzt einfach mal an: Ich habe…
  • 185 Antworten

    Shojo


    Ich verstehe was Du meinst.


    Mich betreffend kann ich dazu nur sagen:


    Früher dachte ich auch, dass Helfen darin besteht, dass zu tun was mein Gegenüber "in Not" meint es würde ihm guttun. Meine eigenen Grenzen spielten dabei keine Rolle, das erschien mir egoistisch


    Irgendwann kam ich dann aber auf den Trichter, dass genau das oftmals nur Eines bedeutet: Das Gegenüber bürdet Dir eine Verantwortung auf, die es eigentlich selber tragen muß. Und Du hast dann mit den Konsequenzen zurecht zu kommen. Das muß vom Gegenüber gar nicht "böse" oder manipulativ gemeint sein. Es wird einfach irgendwann zu einem Selbstläufer innerhalb der Interaktion. Also meine Grenze setze ich an dem Punkt, an dem ich eine Verantwortung mittrage, die ich nicht mittragen will.


    Und die Abtreibung einer 16-jährigen, die ich kaum kenne, dazu noch ohne Einbindung der Eltern – die trage ich nun mal nicht mit. Das hat gar nichts damit zu tun ihr nicht trotzdem zu helfen.


    Ich kann allerdings nur immer wieder betonen: Das ist meine grundsätzliche Haltung – der Einzelfall kann immer wieder anders aussehen.

    Danke Isabell, du konntest das, was auch ich meine, besser in Worte fassen! :)z




    Wie ist das eigentlich, muss eine Abtreibung nicht auch selbst bezahlt werden? ":/ Ich weiß jetzt nicht, wie es bei Minderjährigen ist. Aber als erwachsene Frau muss man den Eingriff doch schon bezahlen, wenn kein medizinischer Notfall (wie schwere Behinderung des Kindes oder Gefahr für Mutter und Kind) vorliegt, oder? In dem Falle würde es dann ja sowieso rauskommen.


    LG! @:)

    Zitat

    Wie ist das eigentlich, muss eine Abtreibung nicht auch selbst bezahlt werden? ":/ Ich weiß jetzt nicht, wie es bei Minderjährigen ist. Aber als erwachsene Frau muss man den Eingriff doch schon bezahlen, wenn kein medizinischer Notfall (wie schwere Behinderung des Kindes oder Gefahr für Mutter und Kind) vorliegt, oder? In dem Falle würde es dann ja sowieso rauskommen.

    Das ist einkommensabhängig.

    Zitat

    Irgendwann kam ich dann aber auf den Trichter, dass genau das oftmals nur Eines bedeutet: Das Gegenüber bürdet Dir eine Verantwortung auf, die es eigentlich selber tragen muß. Und Du hast dann mit den Konsequenzen zurecht zu kommen. Das muß vom Gegenüber gar nicht "böse" oder manipulativ gemeint sein. Es wird einfach irgendwann zu einem Selbstläufer innerhalb der Interaktion. Also meine Grenze setze ich an dem Punkt, an dem ich eine Verantwortung mittrage, die ich nicht mittragen will.

    Danke, das kann ich mit der Erklärung ein Stück weit besser nachvollziehen.

    Isabell

    Ich sehe es haargenauso wie du. :)z

    EmilieA

    Zitat

    Was ist denn, wenn meine Tochter nicht damit klar kommt, dass sie bei der Abtreibung dabei war, oder wenn die Freundin hinterher wirklich bereuen sollte und das bei meiner Tochter ablädt? Auch das würde ich ihr so weit wie möglich abnehmen wollen

    Der Gedanke ist mir auch durch den Kopf gegangen. Allerdings würde ich im Zweifelsfall anders entscheiden. Nicht es ihr abnehmen und mitgehen, sondern sie davon abhalten, mitzugehen. Das müsste man im Gespräch miteinander erfühlen, man kennt sein Kind ja auch.


    Das die TE das aber gar nicht zur Sprache brachte, ist es höchstwahrscheinlich auch kein Thema im konkreten Fall.

    Rechtlich könnte es einzig nur heikel werden, wenn der durchführende Arzt eine Volljährige Person als Abholer einträgt und den Namen verlangt. Bei Komplikationen könntest in die Pflicht genommen werden. In der Regel ist das aber natürlich kein Problem.


    Zum Menschlichen kann ich dir schwer was raten, da ich Euch drei ja nicht kenne und man schlecht generell da eine Ferndiagnose erstellen kann.

    Hallo liebe Forenmitglieder.


    Ich wollte euch mal berichten, wie es weitergegangen ist: Ich habe mit der Freundin meiner Tochter bestimmt 2 Stunden gesprochen. Sie konnte mir glaubhaft versichern, dass die Eltern es nicht wissen sollten, und soweit ICH das beurteilen kann, halte ich das auch für besser. Sie sind nicht streng katholisch, sondern Zeugen Jehovas. Das hat auch meine Tochter zum ersten Mal gehört an dem Tag, da ihre Freundin das sonst für sich behält. Sie selbst glaubt aber nicht an all das. Wie streng dieser Alltag nun ausgelebt wird, weiß ich nicht, da meine Tochter nun oft dort war und ihr nie etwas aufgefallen ist. Andererseits hat die Freundin auch erzählt, dass die Familie mit ihrem älteren Bruder seit 3 Jahren kein Wort mehr spricht, da dieser homosexuell ist. Unter diesen Umständen kann ich es sehr gut verstehen, dass die Eltern es nicht wissen sollen. Wie weit jetzt was zu 100% stimmt, kann natürlich niemand wissen, da meine Tochter wie gesagt vorher all das auch noch nicht von ihrer Freundin gehört hatte, aber ich glaube einfach mal an das Gute im Menschen und vertraue darauf, dass es die Wahrheit ist, was ihre Freundin uns erzählt hat.


    Ich habe natürlich auch stark nachgehakt, ob sie das Kind von sich aus nicht will oder nur wegen der Eltern (damit diese nichts vom vorehelichen GV erfahren), aber auch hier bin ich, soweit ich es beurteilen kann, überzeugt, dass sie es wirklich nicht bekommen wollte, weil SIE kein Kind möchte.


    Gestern jedenfalls war die Abtreibung. Ich war nicht dabei, aber habe sie abgeholt, da meine Tochter und die Freundin das so wollten. Ich habe meiner Tochter natürlich gesagt, dass sie nicht mit ihrer Freundin mit muss, wenn ihr das nicht recht ist, aber sie hatte kein Problem damit. Die Freundin war nach dem Abbruch sehr gefasst, sie blieb dann noch 2 Stunden bei uns, hat zwar erst vom Eingriff geredet, zwischendurch aber auch wieder von anderen Dingen... Allgemein hat sie auf mich einen guten Eindruck gemacht.


    Mit eventuellen Konsequenzen, so etwa, dass sie mir die Schuld gibt o.ä. rechne ich ehrlich gesagt nicht, aber selbst wenn, kann ich das durchaus aushalten und auch vor den Eltern würde ich zu meinem Handeln stehen (fänden sie es denn je heraus). Meine Tochter ist mit der Sache auch im Reinen, sie wollte ihre Freundin auch unbedingt begleiten.


    Ich werde das weiterhin "verfolgen" und stehe weiterhin als Gesprächpartner zur Verfügung. Ich bin aber auch froh, dass die Sache nun vorbei ist!


    Liebe Grüße


    MilchmitHonig ;-)

    :)= :)* :)* :)_


    Unter den gegebenen Umständen hätte es – meiner Ansicht nach – keinen besseren Ablauf geben können.


    In meinen Augen hast Du alles, aber auch wirklich alles richtig gemacht.


    :)_ :)_

    milchmithonig


    Im normalen Alltag merkt man kaum den Unterschied zwischen katholiken und Zeugen. Da eine gewisse Ausgrenzung kommt wenn man sich als Zeuge outet finde ich die Erklärung der Tochter schlüßig.


    Finde es ist soweit möglich optimal gelaufen.

    @ MilchmitHonig

    du hast dich optimal verhalten, besser geht es gar nicht. ein glück für das mädchen, dass du und deine tochter für sie da waren. ich hatte ja von anfang an den verdacht, dass es eigentlich nicht um die schwangerschaft deiner tochter geht.


    – aber auch kompliment an sie: sie hat dich involviert ohne ihre freundin ernsthaft zu "hintergehen". hut ab! @:)

    Mich rührt dieser Thread sehr. Das arme Mädchen wird noch viel Schlimmes vor sich haben, wenn sie es später schafft, sich aus diesen Kreisen zu lösen. Dann wird es wichtig für sie sein, sich an dich und deine Tochter zu erinnern, die damals zu ihr gehalten und sie in einer sehr schweren Situation so konsequent begleitet haben. Ich wünsche Dir, deiner Tochter und dem anderen Mädchen von ganzem Herzen alles Gute.

    Danke! Euer positives Feedback freut mich sehr! @:)


    Ich will mich auch bei euch bedanken, denn dieses Forum war für mich schon eine Hilfe, da ich ja niemandem davon erzählen konnte!


    Danke :)^