• Abtreibung bei 15-jähriger Tochter ohne mein Wissen?!

    Guten Tag! Ich habe mich hier ganz neu angemeldet, um mein Problem zu schildern; die Seite schien mir seriös. Ich habe zuvor noch nie in einem Forum geschrieben, aber ich kann diese Angelegenheit zum Schutz meiner Tochter niemandem aus der Familie oder von meinen Freunden erzählen, obwohl ich es gern tun würde. Ich fange jetzt einfach mal an: Ich habe…
  • 185 Antworten

    Schwierige Situation. Aber die Idee mit dem Brief finde ich sehr gut. Da wird sie nicht überrumpelt und kann selbst entscheiden, wie sie vorgehen möchte. ich würde mich freuen, wenn du uns am Laufenden hältst. Alles Gute euch. @:)

    Zitat

    Eventuell wäre es ein Kompromiss, wenn du deiner Tochter einen Brief in ihr Zimmer legst mit dem Angebot dass sie sich jederzeit und mit allen Belangen dir anvertrauen kann, dass du sie liebst und immer hinter ihr stehen wirst?

    Hallo milchmithonig,


    Ich habe zwei Toechter so etwa im Alter deiner Tochter und denke, dass ich in solcher Situation in einer ruhigen Minute meine Tochter direkt darauf ansprechen wuerde, aber keinesfalls vorwurfsvoll oder vielleicht noch Enttaeuschung signalisierend (weil sie nicht sofort zu mir kam) , sondern eben behutsam und verstaendnisvoll. Ein Brief erscheint mir persoenlich eher unpassend, was ist, wenn sie


    darauf gar nicht reagiert ?


    Meine Schwester war mit 15 durch eine Kondompanne schwanger geworden und hatte dann eine Abtreibung, wobei unsere Mutter ihr nicht sehr helfend zur Seite stand und nur schnell den Abbruch wollte. Meine Schwester wollte die Schwangerschaft auch beenden, haette sich aber mehr Unterstuetzung gewuenscht..ich war damals auch noch zu jung, um ihr wirklich helfen zu koennen.


    Ich hab daher meiner grossen Tochter (die Kleine ist noch nicht so weit ;-) ),als sie ihren festen Freund kennenlernte gesagt, dass sie sich bei Problemen mit Verhuetung oder gar Schwangerschaft jederzeit an mich wenden kann und ich ihr helfen werde. Sie hatte dann auch mal einen Kondomunfall und mir ganz aufgeloest davon erzaehlt, sie bekam dann die 'Pille danach'.


    Ich wuensche euch jedenfalls alles Gute, und dass ihr die Situation gut meistern und verarbeiten koennt :)*

    Zitat

    Ein Brief erscheint mir persoenlich eher unpassend, was ist, wenn sie darauf gar nicht reagiert ?

    Außerdem gibt es ja meist eine gewisse Hemmschwelle, schwierige Themen anzufangen. Wann und wo und wie? Mit einem Brief lässt man dem anderen die Freiheit, den Zeitpunkt selbst zu wählen, verurteilt ihn aber zugleich auch dazu, diese Entscheidung zu treffen. Wie oft windet man sich und schiebt Unangenehmes auf, und wenn man es dann doch tut, stellt man fest, dass das Aufschieben das Schlimmste dran war (oder zumindest noch eine erhebliche zusätzliche Belastung)?


    Ich würde sie wohl auch darauf ansprechen, in einem ruhigen Augenblick, auch aushalten, falls sie erst einmal tobt – wenn es wirklich darum geht, dass sie abtreiben will, steht sie wahrscheinlich ziemlich unter Strom –, und ihr so weit beistehen, wie sie mich eben lässt. Da sein, Hilfe anbieten, nicht aufdrängen, ihr nicht hineinreden, aber bei Bedarf sehr genau zuhören. So gut es halt klappt. Euch beiden alles Gute!

    Ich denke auch, dass sie sich einfach schämt und vielleicht sogar erleichtert ist, wenn du sie darauf ansprichst und dir ihre Unterstützung zusicherst. Wenn du positiv auf sie zugehst, hat sie doch keinen Grund sauer zu sein.


    Sie hatte sicher Hemmungen offen mit dir zu sprechen (generell für Abtreibungen zu sein und zu wissen, dass das eigene Kind sowas vorhat, ist ein großer Unterschied), aber nun weißt du es. Sie nicht anzusprechen und sie in dieser Situation ganz allein zu lassen fände ich daher die schlechtere Version.

    Ich habe mal meine Freundin zu dem Thema befragt und sie sagte mir klipp und klar, sie hätte ihre Mutter gehasst, wenn sie sie darauf angesprochen hätte. Man kann nicht vorhersagen, was in diesem jungen Mädchen vorgeht und ich würde sie an Deiner Stelle NICHT darauf ansprechen. Du hast in ihrer Privatsphäre gewühlt, auch wenn Du das mit Aufräumen entschuldigst. Bei 15-jährigen Töchtern räumt man nicht ungefragt im Zimmer auf, das hat meine Mutter einmal gemacht, danach nie wieder und ich bin ein Sohn.


    Du kannst vielleicht aus irgendeinem Grund das Gespräch auf das Thema bringen, es gibt doch zahlreiche Sendungen über Teenie-Mütter, frage sie, ob sie so etwas schaut und lass irgendwie das Gespräch in Richtung SSA laufen. Lass Deine Einstellungen verlauten, dass Du so etwas nicht verurteilst etc....


    Wie gesagt, ich würde Dir dringend davon abraten, hier auf sie zuzugehen.

    Nur mal so am Rande:


    Welchen Sinn macht es denn auf den Zettel "SSA" zu schreiben. Erstens ist die Abkürzung im täglichen Sprachgebrauch eher nicht üblich, da würde ich eher "Abtr" erwarten oder sowas.


    Aber vor allem: Wieso sollte sie das drauf schreiben? Weil sie Angst hat zu vergessen weswegen sie am Mittwoch nen Termin beim Herrn Doktor xy hat?

    Eben, genau das fragte ich mich auch. Ich schreibe auf meinem Terminzettel vom Zahnarzt ja auch nicht drauf: wegen den Zähnen...

    Ohne Zustimmung kann Sie doch eh nicht abtreiben, bezweifel sehr stark dass ein Arzt bei einer 15 Jährigen Abtreiben wird ohne mal Zuhause anzurufen.


    Ich würde mich gar nicht erst einmischen, wer weiss worum es sich wirklich handelt.

    Ich notiere mir Termine schon so. Also "Dienstag, 17.06. Dr. XY -> Einlage Gynefix" oder "23.02. Zahnklinik XY -> Weisheitszahn kommt raus".


    Ich mache das so, weil ich ein fürchterlicher Schussel bin und dazu neige Termine zu vergessen. Oder deutlich zu spät zu kommen. Wenn ich weiß, was wann wo gemacht wird (und mir noch 5 Erinnerungen ins Handy programmiere), dann vergesse ich meine Termine nicht so leicht.


    Den eigenen Schwangerschaftsabbruch zu vergessen halte ich zwar für eher unwahrscheinlich, aber wenn es einem so wichtig ist und man es bald möglichst und ohne Ärgernis, wie zu spät zum Termin zu kommen, hinter sich bringen will, dann würde ich das wohl ähnlich notieren. Denke ich.

    Zitat

    Ohne Zustimmung kann Sie doch eh nicht abtreiben

    Doch, unter Umständen schon. Über 14 und unter 16 liegt es am Arzt, ob er eine Schwangerschaft abbricht ohne die Eltern zu informieren. Hält der Arzt das Mädchen für reif genug, dann braucht das Mädchen auch keine Einverständniserklärung der Eltern.

    http://www.aerztekammer-berlin.de/10arzt/30_Berufsrecht/08_Berufsrechtliches/06_Behandlung_von_Patienten_Pflichten_Empfehlungen/40_Merkblatt_Schwangerschaftsabbruch.pdf

    Komisch so ein Zettel, auf dem etwas notiert wird, was man selbst wohl kaum vergisst und was für einen Dritten sofort offensichtlich ist ":/


    Ansonsten ist es ja nicht schlecht, wenn sie ihre eigenen Angelegenheiten so selbstständig regelt. Ich versteh aber das Problem mit dem Ansprechen nicht. Sie ist 15, nicht 25 – da ist es normal, dass man als Mutter noch in der Erziehung drin ist.Kurzum: ich bin beim aufräumen auf diesen zettel gestoßen.

    Wegen dieser ganzen Spekulationen die hier jetzt ablaufen bin ich ja dafür, dass sie ihre Tochter anspricht. Offen und direkt. "Habe den Zettel gefunden, bin verwirrt"....Punkt. Sie muß doch gar nicht sagen "SSA bedeutet Schwangerschaftsabbruch und dieser Arzt nimmt solche vor – warum sagst Du mir das nicht....!?" usw.. Das fände ich auch völlig verkehrt. Die Fakten hernehmen die sie hat und nicht mehr.


    Wir kennen das doch Alle wie es so laufen kann, wie Mißverständnisse entstehen, wie blöd es manchmal laufen kann.