• Abtreibung bei 15-jähriger Tochter ohne mein Wissen?!

    Guten Tag! Ich habe mich hier ganz neu angemeldet, um mein Problem zu schildern; die Seite schien mir seriös. Ich habe zuvor noch nie in einem Forum geschrieben, aber ich kann diese Angelegenheit zum Schutz meiner Tochter niemandem aus der Familie oder von meinen Freunden erzählen, obwohl ich es gern tun würde. Ich fange jetzt einfach mal an: Ich habe…
  • 185 Antworten
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    Meine Tochter hat den Termin für sie ausgemacht, deswegen lag der Zettel bei ihr rum. Sie musste ihrer Freundin versprechen, nichts zu sagen, deswegen hat sie den Zettel absichtlich so hingelegt!!

    Das kapier ich irgendwie nicht. Weil sie nichts sagen sollte, legte sie den Zettel hin...also damit es DOCH rauskommt, nur nicht über sprechen sondern über Zettelfinden


    Verraten werden sollte es dann doch auf jeden Fall???


    Ansonsten hätte die Tochter geschwiegen und auch keinen Zettel rumliegen lassen, wenn sie verlässlich gewesen wäre.

    Zitat

    Das kapier ich irgendwie nicht. Weil sie nichts sagen sollte, legte sie den Zettel hin...also damit es DOCH rauskommt, nur nicht über sprechen sondern über Zettelfinden

    was genau verstehst du daran nicht?

    Dacht ich mir doch dass da was faul ist, drum stand da "SSA", damit die Krankenschwester-Mama das auch versteht ;-D


    Ansonsten sehr interessante Kommunikation die ihr da habt, die Tochter darf nix sagen, drum legt sie offensichtlich einen Zetteln hin, die Mutter antwortet per Brief :=o ???

    Zitat

    Das kapier ich irgendwie nicht. Weil sie nichts sagen sollte, legte sie den Zettel hin...also damit es DOCH rauskommt, nur nicht über sprechen sondern über Zettelfinden ??? ??

    Nunja wenn man spitzfindig vorgeht bzw. wortgenau und präzise, dann hat sie mit dem zettel, wenn sie versprochen hat nichts zu sagen, auch genau das nicht getan, nämlich nichts gesagt. Klar es kommt auf das gleiche hinaus, aber es bleibt dabei sie hat nichts gesagt. Das die freundin zuerst trotzdem sauer war ist wiederum nicht überraschend.


    Wobei es ja immernoch nen Unterschied macht ob man gezielt etwas mitteilt sei es mündlich oder schriftlich oder den Zettel nur liegen lässt und nicht direkt überreicht. Diese Fahrlässigkeit hatte dann zwar das gleiche Ziel, ist aber nicht identisch.


    Kommt halt darauf an wie weit man bestimmte Begriffe und handlungen fasst ob für einen dass das gleiche ist oder nicht.

    kalla

    Zitat

    Würdest du es direkt ihren Eltern sagen?

    Kommt darauf an.


    Sehe ich einen verzweifelten Menschen, dann sichere ich diesem erst mal ein gewisses, aber auch nur primäres, "Beichtgeheimnis" zu. Was in diesem Gespräch besprochen wird, bleibt dann auch definitiv unter uns.


    Viel relevanter (bzw. überhaupt relevant) sind die Konsequenzen die aus diesem Gespräch heraus entstehen. Ich würde – wenn wir den hiesigen Fall hernehmen- ganz deutlich sagen, dass ich mich in die Position einer/der Mutter reinfühle und mich somit in einem Konflikt befinde. Das muß eine 16-jährige auch verstehen können.


    Wie ich schon sagte, man übernimmt mit solchen "Aktionen" (nicht dem Gespräch selber, aber den eigenen Handlungen/Konsequenzen) so lieb und nett und hilfsbereit sie auch sein mögen, eine große Verantwortung. Man tritt in gewisser Weise an die Elternstelle.


    Und was mir jetzt so klar wird: Ich würde das Mädchen unter diesen Bedinungen, in dieser Situation nicht begleiten. Das kann ich jetzt ganz klar sagen. Ich wäre für sie da, sie könnte mit mir reden – davor und danach, aber aus der Sache selbst, dem "Akt" der Abtreibung, würde ich mich raushalten.


    Wüßte die Mutter bescheid und würde sich weigern, könnte es nicht oder ich wüßte //definitiv, dass die Zustände zu Haus auf die eine oder andere Art unerträglich wären, oder, oder....das wäre was Anderes. Aber so. Nein.


    Also die Antwort auf Deine Frage:


    Ich würde es den Eltern nicht erzählen, wenn das Mädchen mich darum bittet. Aber ich würde sie auch nicht begleiten. Denn außer in Extremzuständen des zu Hauses, handelt es sich dann um reine Konfliktvermeidung.


    Man kann nicht immer je nach Situation sagen "Hey, sie ist doch alt genug" oder eben "Mensch, sie ist doch immer noch ein hilfloses Kind". So wie es passt. Das geht nicht. Auch mit 16 hat man die Entscheidung, sie wird ihr auch rechtlich gelassen – wie gesagt: Ich wäre vorher und auch nachher für sie immer da. Aber die Entscheidung mitzutragen in dem ich sie begleite, ohne Wissen der Eltern: Klares Nein.

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    Das kapier ich irgendwie nicht. Weil sie nichts sagen sollte, legte sie den Zettel hin...also damit es DOCH rauskommt, nur nicht über sprechen sondern über Zettelfinden


    Verraten werden sollte es dann doch auf jeden Fall ?


    Ansonsten hätte die Tochter geschwiegen und auch keinen Zettel rumliegen lassen, wenn sie verlässlich gewesen wäre.

    Ich verstehe das schon. Da hat eine 15-jährige "Schweigepflicht" aufgebrummt bekommen, die sie einerseits nicht brechen will, während sie andererseits aber mit der ganzen Situation vielleicht überfordert ist. Vielleicht hat sie auch gemerkt, dass ihre Freundin da wirklich den Beistand eines Erwachsenen braucht. Mangelnde Verlässlichkeit will ich ihr nicht vorwerfen. Und wenn sie wirklich einen Zettel absichtlich so liegen gelassen hat, dass die TE ihn findet, muss sie ihre Mutter wirklich gut kennen und darauf vertraut haben, dass diese aus den kryptischen Informationen von selbst die richtigen Schlüsse zieht. Ziemlich clever eigentlich.

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    Nunja wenn man spitzfindig vorgeht bzw. wortgenau und präzise, dann hat sie mit dem zettel, wenn sie versprochen hat nichts zu sagen, auch genau das nicht getan, nämlich nichts gesagt. Klar es kommt auf das gleiche hinaus, aber es bleibt dabei sie hat nichts gesagt. Das die freundin zuerst trotzdem sauer war ist wiederum nicht überraschend.

    diese Art, Regeln auszulegen, ist unter Jugendlichen glaube ich nicht unüblich. Hab auch mal ein Gespräch mitbekommen, da haben sich ein paar Mädchen darüber unterhalten, dass ein anderes Mädchen irgendeinen Jungen haut. Sie haben dafür plädiert, dass der Junge das Mädchen treten solle, da man Mädchen nicht schlagen darf. Kinder o:)

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    Ansonsten hätte die Tochter geschwiegen und auch keinen Zettel rumliegen lassen, wenn sie verlässlich gewesen wäre.

    ich wäre stolz auf meine Tochter gewesen, dass sie sich gut und richtig eingeschätzt hat. Wenn sie die Zettel nicht liegengelassen hätte wäre sie vielleicht an dieser auferlegter Schweigepflicht zerbrochen, sie ist erst 15 (!). Da verspricht man schon eine Menge ohne das man eine genaue Ahnung hat, was auf einen zukommt.


    Und ich wäre stolz auf sie das sie von mir (als Mutter) eine gute Meinung hat, das sie weiß, dass ich sie nicht im Stich lassen werde, das sie Vertrauen zu mir hat.

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    Auch die Begleitung, ich würde das ebenfalls anbieten.

    Bei jedem anderen Menschen – ich auch.


    Aber nicht bei einer Freundin meiner minderjährigen Tochter, in deren Situation seitens der Mutter ich mich noch vor extrem kurzer Zeit selbst befunden habe...(oder vermeintlich befunden habe).


    Oder eben: selbst befinden könnte.


    So wie die Meisten wohl die Unterstützung das Mädchen zu begleiten hier in den Himmel loben – finde ich die Solidarität bezüglich ihrer Mutter genauso wichtig. Und dass man das Mädchen trotzdem noch gut unterstützen kann, ihr gleichzeitig auch was von Werten und Eigentverantwortung damit vermittelt – naja, das habe ich schon beschrieben.

    Zitat

    Auch die Begleitung, ich würde das ebenfalls anbieten.

    schwierig, wenn ich höre, meine Tochter hat abgetrieben und die Mutter ihrer Freundin (die ich vielleicht auch noch persönlich kenne) war mit und sagte mir nichts – ich wäre stinksauer und empört.


    Diesem jungen Mädchen würde ich selbstverständlich meine Hilfe anbieten, mit ihr reden, ihr aber ganz klar sagen wo die Grenze meines Tuns ist. Ebenso würde ich ihr anbieten mit ihr zusammen mit ihrer Mutter/ ihren Eltern zu reden.

    Inwiefern handelt die Freundin denn nicht eigenverantwortlich? Sie hat anscheinend eigenverantwortlich die Entscheidung getroffen die Schwangerschaft abbrechen lassen zu wollen. Und zwar alleine, ohne Wissen ihrer Eltern. Was ihr gutes Recht ist.


    milchmithonigs Tochter hat sich nun quasi an ihre Mutter gewandt und milchmithonig hat der Freundin der Tochter angeboten sie zu unterstützen.


    Ich wüsste nicht, was die Mutter der 16jährigen nun auf einmal mit der Sache zu tun haben sollte? Die 16jährige Freundin will ja offensichtlich mit allen Mitteln verhindern, dass ihre Familie etwas von ihrer ungewollten Schwangerschaft mitbekommt.


    Ich hätte mich mit 16 wohl ähnlich entschieden. Schon bevor ich sexuell aktiv wurde, war mir klar dass ich, so lange ich noch zur Schule gehen würde, kein Kind bekommen würde. Zum Glück hatte ich nie eine Verhütungspanne und wurde nicht ungewollt schwanger. Wäre ich ungewollt schwanger geworden, ich hätte ohne großartig darüber nachdenken müssen abgetrieben. Ohne meine Eltern zu informieren.


    Damals war für mich glasklar, dass im Falle einer ungewollten Schwangerschaft eine Abtreibung für mich die einzige Möglichkeit gewesen wäre mit so einer Situation umzugehen. Ich war damals ziemlich kompromisslos in meinem Denken (viel mehr als ich das heute bin) und hätte das wohl auch so durchgezogen.


    Natürlich soll man die Freundin nicht zu einer Abtreibung drängen. Und sie ZUM Arzt begleiten, hm, das würde ich wohl auch eher nicht machen. Aber sie abholen und ihr Unterstützung anbieten, ja, würde ich machen. Auch wenn das heissen würde die Freundin, wenn es ihr schlecht geht oder wenn sie sich das mit der Abtreibung anders überlegen sollte, bei einem Gespräch mit ihren Eltern zu unterstützen.

    Zitat

    Ich verstehe das schon. Da hat eine 15-jährige "Schweigepflicht" aufgebrummt bekommen, die sie einerseits nicht brechen will, während sie andererseits aber mit der ganzen Situation vielleicht überfordert ist. Vielleicht hat sie auch gemerkt, dass ihre Freundin da wirklich den Beistand eines Erwachsenen braucht.

    :)z


    ich hätte mit 15 sicherlich ähnlich gedacht. Auch wenn man selbst nicht betroffen ist, dann liegt das einem mit 15 doch sehr auf dem Herzen. Ich habe auch ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mutter und hätte in einer solchen Situation sicher mit ihr reden wollen. Aber eben auch die Freundin nicht verpetzten wollen.


    Mit 24 Jahren ist mir auch klar, dass sie im Endeffekt die Freundin trotzdem irgendwie verraten hat aber ich hätte diesen Konflikt damals wohl genauso gelöst.


    Ebenso wäre ich wohl im Falle einer eigenen Schwangerschaft froh gewesen, wenn meine Mutter es irgendwie herausgefunden hätte ohne dass ich es ihr sagen muss. Ich hab damals auch gewusst, dass meine Mutter hin und wieder auf meinem Schreibtisch räumt und wenn ich was dort liegen lassen, dann gehe ich das Risiko ein, dass sie es dort findet. Für mich ist der Gedankengang des Mädchens nachvollziehbar.


    Hätte ich was zu verbergen gehabt, hätte ich es in meinen Nachttisch gelegt und dort wäre ich auch böse gewesen, wenn meine Mutter es gesehen hätte. Weil klar war, dass sie dort nicht dranzugehen hat. Und das auch nicht gemacht hat.

    blackheartedqueen

    Zitat

    Inwiefern handelt die Freundin denn nicht eigenverantwortlich? Sie hat anscheinend eigenverantwortlich die Entscheidung getroffen die Schwangerschaft abbrechen lassen zu wollen. Und zwar alleine, ohne Wissen ihrer Eltern. Was ihr gutes Recht ist.

    Sicher, ihre Entscheidung zur Abtreibung trifft sie eigenverantwortlich. Ich würde meiner eigenen Tochter auch komplett die Entscheidung überlassen.

    Zitat

    Ich wüsste nicht, was die Mutter der 16jährigen nun auf einmal mit der Sache zu tun haben sollte?

    Genau das ist der Punkt, bei dem ich mich doch so mißverstanden fühle ;-). Hier beziehe ich mich auf den Ausgangspunkt des Fadens:


    Die TE selber war schon völlig verzweifelt bei nur dem Verdacht ihre Tochter sei schwanger und wolle abtreiben ohne ihr davon zu erzählen. Wie kann sie dann – innerhalb von ein paar Minuten sozusagen- umschwenken und ganz anders denken sobald es um das Kind einer anderen Mutter geht?


    Nicht bedenken, dass diese es vielleicht (oder sehr wahrscheinlich) auch wissen wollte? Hat nur sie das Recht auf diesen Wunsch?

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    Und sie ZUM Arzt begleiten, hm, das würde ich wohl auch eher nicht machen. Aber sie abholen und ihr Unterstützung anbieten, ja, würde ich machen. Auch wenn das heissen würde die Freundin, wenn es ihr schlecht geht oder wenn sie sich das mit der Abtreibung anders überlegen sollte, bei einem Gespräch mit ihren Eltern zu unterstützen.

    Das sage ich doch auch, würde ich auch tun.

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    Natürlich soll man die Freundin nicht zu einer Abtreibung drängen. Und sie ZUM Arzt begleiten, hm, das würde ich wohl auch eher nicht machen. Aber sie abholen und ihr Unterstützung anbieten, ja, würde ich machen. Auch wenn das heissen würde die Freundin, wenn es ihr schlecht geht oder wenn sie sich das mit der Abtreibung anders überlegen sollte, bei einem Gespräch mit ihren Eltern zu unterstützen.

    Ja, genau so – mit Begleitung meinte ich nicht, dass ich mit hingehen und rumglucken würde, das war missverständlich.

    Zitat

    schwierig, wenn ich höre, meine Tochter hat abgetrieben und die Mutter ihrer Freundin (die ich vielleicht auch noch persönlich kenne) war mit und sagte mir nichts – ich wäre stinksauer und empört.

    Warum?