• Abtreibung bei 15-jähriger Tochter ohne mein Wissen?!

    Guten Tag! Ich habe mich hier ganz neu angemeldet, um mein Problem zu schildern; die Seite schien mir seriös. Ich habe zuvor noch nie in einem Forum geschrieben, aber ich kann diese Angelegenheit zum Schutz meiner Tochter niemandem aus der Familie oder von meinen Freunden erzählen, obwohl ich es gern tun würde. Ich fange jetzt einfach mal an: Ich habe…
  • 185 Antworten
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    Genau das ist der Punkt, bei dem ich mich doch so mißverstanden fühle ;-). Hier beziehe ich mich auf den Ausgangspunkt des Fadens:


    Die TE selber war schon völlig verzweifelt bei nur dem Verdacht ihre Tochter sei schwanger und wolle abtreiben ohne ihr davon zu erzählen. Wie kann sie dann – innerhalb von ein paar Minuten sozusagen- umschwenken und ganz anders denken sobald es um das Kind einer anderen Mutter geht?


    Nicht bedenken, dass diese es vielleicht (oder sehr wahrscheinlich) auch wissen wollte? Hat nur sie das Recht auf diesen Wunsch?

    Wie die andere Familie das miteinander oder auch eben ohne einander regelt, geht sie aber ganz schlicht überhaupt nichts an.

    Manchmal sollte man doch den Fadentitel und somit das Kernthema nochmal lesen:

    Zitat

    Abtreibung bei 15-jähriger Tochter ohne mein Wissen?!

    Ohne IHR Wissen geht es natürlich nicht – aber andere Mütter anderer schwangerer Teenietöchter dürfen es nicht wissen wollen? Da wird noch unterstützt? Da ist es dann ok?


    Genau diese, ja: "Doppelmoral", dieses mit zweierlei Maß messen, ist es, die/was mich so stört.

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    Ohne IHR Wissen geht es natürlich nicht – aber andere Mütter anderer schwangerer Teenietöchter dürfen es nicht wissen wollen? Da wird noch unterstützt? Da ist es dann ok?


    Genau diese, ja: "Doppelmoral", dieses mit zweierlei Maß messen, ist es, die/was mich so stört.

    Isabell, es ist doch aber auch immer personen- und situationsbedingt. Da kann man doch eigentlich gar keine allgmeingültige Haltung vertreten. Zu Beginn (und mit dem Fadentitel) ging es um die Beziehung zwischen der TE und ihrer Tochter. Sie haben ein gutes Verhältnis und sie hätte ihre Tochter im Fall des Falles unterstützt. Darum ja auch ihr Wunsch, dass sich ihre Tochter ihr anvertraut, weil sie ihr eine Stütze hätte sein können. Und die Tochter hat es im übrigen genauso eingeschätzt, daher auch die Aktion mit dem "Zettel-Liegenlassen". Sie wollte von ihrer Mutter darauf angesprochen werden, sie wollte die Unterstützung. Somit haben Mutter und Tochter letztendlich das gleiche gewollt und es hat sich ja auch alles entsprechend gefunden.


    Wie es nun mit den Eltern des betroffenen Mädchens aussieht, ist von hier gar schlecht zu beurteilen. Es hat schon seine guten Gründe, warum auch ein Teenager eine Schwangerschaft ohne das Wissen der Eltern abbrechen kann, solange die nötige geistige Reife attestiert wird. Denn in bestimmt vielen Fällen hat das Einweihen der Eltern Konsequenzen, die nicht im Sinne der Betroffenen sind: das geht von Vorwürfen über Verstoßen bis hin zum Nötigen zum Austragen der ungewollten Schwangerschaft. Sowieso bereits komplizierte Eltern-Tochter-Beziehungen können davon einen nachhaltigen Schaden tragen. Daher ist es wirklich genau zu überlegen, ob es (für irgend jemanden) sinnvoll ist, die Eltern einzuweihen.


    Wäre die Tochter der TE betroffen gewesen, wäre es wahrscheinlich gut gewesen – und offensichtlich auch der Wunsch beider Seiten. Aber das ist nunmal deren Mutter-Tochter-Beziehung. Man kann das nicht verallgemeinern.

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    Manchmal sollte man doch den Fadentitel und somit das Kernthema nochmal lesen:

    Ich lese das anders als Du. Sie schrieb nirgendwo, dass es nicht erlaubt sein sollte, sie war nur verstört, dass ihre Tochter sie möglicherweise bei so etwas Elementarem nicht ins Vertrauen zieht. Sie war nicht empört, sie hat nicht gewettert, sie hat nur ziemlich verwirrt und verzweifelt überlegt, wie sie es handhaben soll.

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    Ohne IHR Wissen geht es natürlich nicht – aber andere Mütter anderer schwangerer Teenietöchter dürfen es nicht wissen wollen? Da wird noch unterstützt? Da ist es dann ok?

    Sie hätte ihre eigene Tochter ebenfalls unterstützt. Sie HAT sie unterstützt – schon indem sie diese behutsamen Überlegungen angestellt hat, bereit war, die wie auch immer lautende Entscheidung der Tochter zu akzeptieren, und indem sie damit sehr diskret umgegangen ist und mit niemandem aus dem persönlichen Umfeld darüber geredet hat.


    Natürlich darf die Mutter des anderen Mädchens "es wissen wollen". Nur hat das mit den konkreten Handlungsmöglichkeiten für sie jetzt nichts zu tun. Sie kann hinrennen und es der Mutter erzählen, sie kann das Mädchen, dessen Familienverhältnisse sie nicht genauer kennt, zu überreden versuchen, es ihrer Familie zu erzählen, sie kann still Unterstützung anbieten, wenn gewünscht, sie kann sich komplett rausnehmen und sich rein darauf beschränken, ihrer eigenen Tochter Ohr und Schulter zu bieten. Ich empfinde die erste Option als groben Vertrauensmissbrauch, die zweite Option ist immerhin noch ziemlich penetrant. Die beiden Letzteren finde ich hingegen beide in Ordnung.


    "Doppelmoral" sehe ich hier bis zum Horizont nicht.

    L.vanPelt + Shojo


    Ja, Ihr habt ja recht.....:-/.


    Und nochmal: Ich sage ja nicht, dass sie zu der Mutter (den Eltern) hinrennen sollte – sprich, das Vertrauen des Mädchens mißbrauchen soll.


    "Doppelmoral" deswegen, weil ..... naja, ich könnte es eben nicht, das Mädchen sozusagen "hinter dem Rücken" der Mutter begleiten – also direkt zum Termin.


    Gespräche: Kein Thema, zu jederzeit.


    Können wir uns so einigen? ;-)

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    schwierig, wenn ich höre, meine Tochter hat abgetrieben und die Mutter ihrer Freundin (die ich vielleicht auch noch persönlich kenne) war mit und sagte mir nichts – ich wäre stinksauer und empört.

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    Warum?

    ich weiß was du meinst. Das Mädchen kann sich selbst Vertrauenspersonen für ihr Problem suchen und hat das Recht, wenn sie die bescheinigte Reife besitzt, ohne Einwilligung der Eltern abzutreiben.


    Nur hat sie sich die Eltern der Freundin nicht als Vertrauensperson selbst gesucht, sondern sie wurden durch den liegengelassenen Zettel dazu gemacht.


    Und ich gehe natürlich auch nur von meiner Tochter wieder aus, ich habe keine Ahnung, wie das Elternhaus dieses Mädchen ist.

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    ich persönlich würde auch nicht zu den eltern gehen, aber natürlich kann sie mit der freundin nochmal eingehender sprechen und ihr alternativen aufzeigen.

    Einem Kind das einem nichts angeht bei einer so schwerwiegenden Entscheidung Tipps zu geben finde ich Wucher. :(v

    :)z

    Ich würde auf keinen Fall mitgehen, allenfalls abholen. Aber mitgehen, bei dem Gedanken sträuben sich mir sämtliche Haare. Ich kann es nicht ändern, ich empfinde es als Hintergehen der Eltern der Freundin und ich müsste schon einen sehr tiefen Einblick in ihr Familienleben haben, um so zu handeln.

    milchmithonig

    Deine Tochter ist genauso klug, wie Du :)^ . Indem sie den Zettel offen liegen gelassen hat, hat sie ihre Freundin nicht verraten, sich aber Unterstützung geholt, die auch richtig reagiert und ihr hilft und auch der Freundin. Hätte sie Dir nicht vertraut, im Sinne, dass Du nicht sofort zu den Eltern des Mädchens gehst, hätte sie es sicher nicht getan. Das zeugt von einem sehr guten Mutter-Tochter-Verhältnis. Die Freundin Deiner Tochter hat Dich nun auch ins Vertrauen gezogen. Auch würde sie Dir dieses Vertrauen sicher sofort entziehen, wenn Du es nicht respektieren würdes, falls sie ihre Eltern doch nicht ins Vertrauen ziehen will. Wohl auch Deine Tochter. Du kannst eine mütterliche Freundin für die Freundin Deiner Tochter sein, das, was offensichtlich ihre eigenen Mutter nicht schafft. Aus der Sicht eines 16jährigen Mädchens, das in so einer schwierigen Situation ist und sich natürlich nach einer Mutter die ihr beisteht sehnen würde, der sie sich anvertrauen kann und nicht so eine hat, ist so ein Verhalten wie Deins Gold Wert :-) . Vor allem stärkst Du ihr Selbstvertrauen, was offensichtlich seitens der Eltern nicht zur Genüge passiert. Ich denke ein zusätzlicher Verrat durch einen Erwachsenen, würde ihr ganz schön zusetzen. Du bietest ihr dort Hilfe an, wo sie Hilfe will und so hilft man nach meiner Definition.

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    Und Alternativen werde ich auf jeden Fall aufzeigen, sehe es als meine Pflicht, so gut wie ich kann zu informieren!

    Wenn Du es mit dem selben Fingerspitzengefühl machst, wie Du es auch bei Deiner Tochter vorgehabt hättest, kann nichts schief gehen. Du streckst die Hand aus und bietest Hilfe an und akzeptierst die Wünsche der Betreffenden. Was kann man sich in dem Alter (natürlich nicht nur) wünschen?

    Zitat

    Aber dass ICH es den Eltern sage? Das will ich ehrlich gesagt nicht.

    Warum auch. Würde ich auch nicht tun.

    Ich würde erstmal im Gespräch mit dem anderen Mädchen ausloten wieso genau sie nicht mit ihren Eltern sprechen möchte. Meine Mutter hätte mich gezwungen ein Kind auszutragen, in dem Glauben das Beste für mich zu tun. Sie war immer der Meinung ich würde daran in jedem Fall zerbrechen- Wäre ich wirklich entschloßen gewesen ein Kind nicht zu bekommen hätte sie es nicht erfahren dürfen, in keinem Fall. Dürfte sie auch heute noch nicht, es würde unsere Beziehung runinieren.


    Was nicht bedeutet hätte das ich mich nicht über eine erwachsene Schulter gefreut hätte, zum Anlehnen.


    Wenn mich das Mädel also überzeugt das die Eltern in der Hinsicht indiskutabel sind und sie das Kind nicht bekommen will, wirklich nicht will und nicht nur nicht bekommt um vor ihren Eltern nicht schlecht dazu stehen oder so, wäre ich bereit sie zu begleiten.

    amyle

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    schwierig, wenn ich höre, meine Tochter hat abgetrieben und die Mutter ihrer Freundin (die ich vielleicht auch noch persönlich kenne) war mit und sagte mir nichts – ich wäre stinksauer und empört.

    Das könnte an der Eitelkeit als Mutter kratzen.


    Meine Mutter war immer froh, wenn ich jemanden zur Seite hatte, wenn sie nicht da war oder ich mich ihr nicht anvertraute - ab dem Alter von 15 war es nie der Grund, dass wir ein schlechtes Verhältnis hatten, denn wir hatten ein gutes Verhältnis und nicht wie hier im Falle der Freundin der Tochter. Meine Mutter wollte für mich das Beste und war weder beleidigt noch stinksauer noch empört.


    Umgekehrt, wenn ich meiner Mutter etwas anvertraute und meinem Vater nicht, dann hat sie es für sich behalten. Hätte meine Mutter es meinem Vater gesagt, hätte ich ihr lange nichts mehr anvertraut. Dasselbe galt und gilt auch heute für jedes Vertrauensverhältnis, das ich zu jemandem habe. Verrat geht gar nicht und das passiert, wenn ich jemanden ins Vertrauen ziehe, der dann damit hausieren geht.

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    Das könnte an der Eitelkeit als Mutter kratzen.

    Ich sehe es als mangelndes Vertrauen und ja, das würde sehr an mir kratzen, allerdings weniger an so etwas nichtigem wie Eitelkeit. Und deshalb würde ich das auch einer anderen Mutter nicht antun, jedenfalls nicht so aktiv, vor allem, wenn ich wenig von dieser Mutter weiß.

    @ isabell

    Ich verstehe deine Gedanken da schon, allerdings finde ich es nicht so schlimm bzw wäre ich nicht so gegen eine "Begleitung" des Mädels. Vielleicht ist es einfach die pubertäre Scham/Angst das Mutti es nicht versteht und erst mal schimpft und dem will sie entgehen, vielleicht weiß das Mädel aber auch ganz genau was ihr blüht, wenn ihre Mutter von der SS erfährt. Nicht alle Mamas sind da so eingestellt wie die TE und würden ihre Entscheidung akzeptieren. (Meine Mutter wäre ihres Lebens nimmer froh, wenn ich ein Kind/ihr Enkelkind abtreiben würde, auch wenn unser Verhältnis sehr gut ist und ich erwachsen. So was hätte und würde ich ihr nie nie nie erzählen) In dem Fall wäre die Mutter keine Unterstützung, sondern eher ein zusätzliches "Problem" in der ganzen Situation. Versuche es mal so zu sehen, dieses Mädchen sollte in dieser Lage nicht alleine gelassen werden und es ist bestimmt nicht schlecht, wenn ihr jemand Erwachsenes beisteht. Klar ist es traurig, wenn dies nicht die eigene Mutter ist, aber wie gesagt, wir wissen ja nicht wie das Verhältnis der beiden ist. Vielleicht sollte die TE genau dahingehend mal nachfühlen, was der genaue Grund ist, warum sie es Mama partout nicht sagen will. Volle Unterstützung würde ich ihr aber trotzdem zusagen, das Mädel muss mit ihren 16 ja grad komplett überfordert sein.

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    Ich sehe es als mangelndes Vertrauen und ja, das würde sehr an mir kratzen, allerdings weniger an so etwas nichtigem wie Eitelkeit. Und deshalb würde ich das auch einer anderen Mutter nicht antun, jedenfalls nicht so aktiv, vor allem, wenn ich wenig von dieser Mutter weiß.

    Mir täte es auch weh, wenn mein Kind sich mit so etwas nicht an mich wenden würde. "Stinksauer und empört" ist für mich aber dennoch eine eitle Reaktion, ganz bei sich und den eigenen Gefühlen und nicht beim anderen. Wäre ich in milchmithonigs Situation und würde das Mädchen jetzt so weit unterstützen, wie sie es eben möchte, und irgendwann kommt eine Furie an und tobt herum, und es stellt sich heraus, dass es die Mutter des Mädchens ist, die die unschönen Gefühle aufgrund der nicht ganz so vertrauensvollen Beziehung zwischen ihr und der Tochter auf mich projiziert und an mir abzureagieren versucht, und wäre das nicht eine erste Reaktion im Schmerz, sondern ihre langfristige Position zu der Sache – dann würde ich denken: "Ach so, deshalb konnte sich das Mädchen ihr nicht anvertrauen. Weil sie eine von den Leuten ist, die ihre Baustellen und die der anderen nicht voneinander unterscheiden können."
    Ein Kind ist kein Besitz und sein Vertrauen kein einem zustehendes Eigentum, das kein anderer anfassen darf. Vertrauen ist ein Privileg, das ein Mensch dem anderen gewährt oder eben nicht, manchmal zu Recht, manchmal nicht. Wenn mein Kind mir nicht vertraut, dann ist das eine Baustelle zwischen mir und meinem Kind, und auch wenn es sicher wehtut und einen auch verletzt und persönlich angreift, würde ich zusehen, dass ich solche albernen Eitelkeiten wie Zorn und Empörung nicht zwischen mich und die sehr viel wichtigere Frage kommen lasse, weshalb mein Kind glaubte, sich mir nicht anvertrauen zu können. Oder warum es möglicherweise sogar recht damit hatte, dass das keine sehr gute Idee wäre.

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    Wenn mich das Mädel also überzeugt das die Eltern in der Hinsicht indiskutabel sind und sie das Kind nicht bekommen will, wirklich nicht will und nicht nur nicht bekommt um vor ihren Eltern nicht schlecht dazu stehen oder so, wäre ich bereit sie zu begleiten.

    Ja.