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    Sorry, aber da steht, dass die Frist verlängert und nicht abgeschafft werden soll. Irreführender Titel von dir....

    Sensationsheischende Überschrift vom Journalisten, die mit dem Vorschlag nichts zu tun hat. :(v


    Das absurde Werbeverbot zu streichen ist überfällig. Eine Verlängerung der Frist auf 22 Wochen finde ich aber nicht gut.

    Ich fände eine Verlängerung gut. Gerade in ländlichen katholischen Gegenden in denen frau vielleicht ihre Schwangerschaft den Eltern gegenüber verheimlichen muss, der Arbeitgeber fragt warum sie Urlaub braucht, und dann kostet eine Abtreibung schließlich auch Geld bzw die Kostenübernahme muss beantragt werden !


    Und da das ganze wieder in eine Pro- und Contra- Abtreibung- Diskussion ausarten wird, Frage an alle Abtreibungsgegner:

    Kämpft ihr dafür dass Frauen mit unehelichen Kindern genauso gleichgestellt werden wie Frauen mit ehelichen Kindern ? Also keine Diskriminierung mehr ! Kindertagesstätten für Kinder ab einem Jahr, besser ab 6 Monaten (also tatsächlich, nicht nur auf dem Papier) oder für Frauen die gerne zuhause bleiben möchten mehr Geld als das bissel ALG 2 ! Es redet sich alles so einfach... (und ja, Rechte für Väter - aber bitte auch Pflichten !)

    der Titel passt wirklich nicht ganz. und ich denke auch nicht dass jemand 8 Monate mit Baby im Bauch rumrennt, nur im dann im 9. Monat abzutreiben.

    Verlängerung auf 22 Wochen fände ich nicht gut oder hilfreich. Es ist einer Frau zuzumuten das sie diese Entscheidung frühzeitig trifft und nicht unnötig heraus zögert. Eine Entscheidung die man in 3 Monaten nicht trifft wird meistens in 5 Monaten nicht leichter.


    Über eine Abtreibung bis zum 9. Monat braucht man gar zu sprechen. Das Kind wäre bereits alleine lebensfähig, eine Tötung noch im Körper der Mutter wäre daher Mord, und Ärzte die das Kind lebendig zur Welt kommen lassen und dann nicht versorgen würden sich der unterlassenen Hilfeleistung strafbar machen.


    Entscheidungsfreiheit ist eine schöne Sache. Die Freiheit eines einzelnen hört aber da auf, wo die eines anderen anfängt. Und ein lebensfähiges Kind ist hier der "andere".


    Die Kirche würde zudem so eine Regelung niemals dulden, in einem Land in dem es immer noch ein Geschäftsöffnungsverbot an Sonntagen gibt und homosexuelle Paare nicht richtig absolut gleiche Rechte in Sachen Heiraten und Ehe haben, wird es keine legalen Spätabtreibungen geben. Da bin ich mir recht sicher. Da kann die SPD Jugend schwadronieren bis sie grün werden, es gibt immer noch ein paar CSU/CDU Hardliner der alten Schule die die nächsten 50 Jahre lang sowas nicht durch winken werden.

    Silbermondauge schrieb:

    ländlichen katholischen Gegenden in denen frau vielleicht ihre Schwangerschaft den Eltern gegenüber verheimlichen muss

    Das Argument ist irgendwie aus der Zeit gefallen, gibts sowas überhaupt noch? ":/ Aber selbst wenn der Zugang zu Abtreibungen in einigen abgelegenen Gegenden schwieriger ist, dafür sind ca. 6 Wochen Zeit und das sollte reichen.

    Silbermondauge schrieb:

    Kämpft ihr dafür dass Frauen mit unehelichen Kindern genauso gleichgestellt werden wie Frauen mit ehelichen Kindern ? Also keine Diskriminierung mehr !

    Ebenfalls aus der Zeit gefallen, die Gleichstellung ist längst vollzogen. Welche rechtlichen Ungleichbehandlungen gibt es denn noch?

    Die jetzige Regelung ist gut. Bestraft werden nur die Ärzte, wenn sie einen Schwangerschaftabbruch ohne Indikation machen.



    Die Frau macht sich nur strafbar, wenn keine Beratung erfolgt war und/oder die Frist von 12 Wochen überschritten war.


    Warum soll man das ändern?

    Der Werbeparagraph muss weg, im Strafgesetzbuch hat die Abtreibung auch nichts verloren.


    Von einer Verlängerung der Frist halte ich nichts. 12 Wochen reichen vollkommen aus um sich damit auseinander zu setzen. Va. kann im dem Zeitraum die Abtreibung medikamentös oder durch Absaugung erfolgen. Später läuft es dann auf eine Geburt hinaus und will das schon? Außerdem ergibt sich dann wieder die Möglichkeit gechlechter abhängig abzutreiben. Oder müssen Ärzte dann bis zur 22 Woche das Geschlecht verheimlichen?

    Yurika schrieb:

    im Strafgesetzbuch hat die Abtreibung auch nichts verloren.

    Vieles ist strafbar, etwa das Herunterladen von Filmen in Tauschbörsen. Da ist eine nicht indizierte Abtreibung doch wohl schlimmer?


    In der Regel macht sich doch nur der Arzt strafbar, nicht die Schwangere! Siehe oben.

    Also die Äußerung

    "Unser Beschluss sieht keine Frist vor"

    in Verbindung mit den folgenden Einlassungen

    "Es ist absurd zu glauben, dass eine Frau sich im achten oder neunten Monat auf einmal zu einem Abbruch entscheidet. Selbst dann können Ärzte verweigern, Abtreibungen durchzuführen. Trotzdem gilt aber auch: Das Selbstbestimmungsrecht der Frau muss auch respektiert werden"

    legitimiert den Titel dieses Fadens durchaus.

    Welcher Arzt tut das denn? Ohne Indikation heißt ja: ohne Beratungsnachweis, gegen den Willen der Patientin, ohne medizinische Begründung, etc.

    Dass jedes Jahr über 100.000 Babies in Deutschland abgetrieben werden zeugt wohl nicht gerade von einem Informationsdefizit bzgl der Verfügbarkeit von Abtreibung. Scheinbar sind der SPD 100.000 noch nicht genug.

    Yurika schrieb:



    Von einer Verlängerung der Frist halte ich nichts. 12 Wochen reichen vollkommen aus um sich damit auseinander zu setzen.

    Ich kann den Vorstoss aus der feministischen Logik heraus verstehen. Wenn man den Willen der Frau über alles stellt, ist es doch auch vernünftig alle Schranken bei der Abtreibung auch abzuschaffen.


    Ich habe im Bekanntenkreis mehrere Fälle gehabt, wo die Frau ihre Schwangerschaft erst deutlich nach der 12. Woche überhaupt bemerkt hat.


    Ausserdem können sich die Launen, Wünschen, Lebensumstände, Meinungen der Frau ja im Verlauf der Schwangerschaft auch jederzeit ändern.