Cerazette und Thromboserisiko

    Ich (24), leicht übergewichtig, habe gestern von meiner FA die "neue Minipille" Cerazette verschrieben bekommen. Ich habe zu ihr gesagt, dass ich eine Minipille möchte um das Thromboserisiko in Grenzen zu halten. Sie sagte, dass durch die Minipille das Thromboserisiko zwar auch leicht erhöht sei, aber nicht so stark wie bei kombinierten Präparaten. Und Minipillen wie die Cerazette sollen ja angeblich auch für Raucherinnen über 35 Jahre geeignet sein. Jetzt habe ich etwas im Internet recherchiert und war erst mal entsetzt. Ich habe einen älteren Bericht gefunden, welcher besagt, dass das Gestagen Desogestrel welches in der Cerazette enthalten ist das Thromboserisiko STARK erhöht. Und zwar soll das thromboembolitische Risiko bei Präparaten mit Desogestrel sogar doppelt so hoch sein wie bei "normalen Mikropillen" die dieses spezielle Gestagenhormon nicht enthalten. Ich mein da lass ich mir extra ne Pille verschreiben die kein Östrogen enthält und dann soll diese sogar ein doppelt so hohes Thromboserisiko haben wie normale Mikropillen? Jetzt bin ich erst mal total perplex und wollte fragen ob jemand von euch da mehr weiss oder ob ich da einfach was falsch verstanden habe. Denn jetzt bin ich erst mal am überlegen ob ich das Rezept einlöse. Übrigens kann man den Bericht nachlesen auf http://www.infomed.org/pharma-kritik/pk08b-95.html


    Danke Euch. Hoffe auf Rückmeldungen

  • 23 Antworten

    Nein das mit dem doüppelten Tromboserisiko stimmt nicht!


    Ich selber nehme die Cerazette UND habe ein Implanon im Arm, was ja die gleichen wirkstoffe hat.


    Die Cerazette nehm ich nur da ich leicht schmierblutungen mit dem Implanon hatte.


    So und reihn theoretisch müsste ja das Tromboserisiko bei mir dann 4 mal so hoch sein. Ist es aber nicht.


    Und wenn es so wäre wäre ich sicherlich schon tot, denn ich rauche noch.


    Und als ich mich für das Implanon entschieden habe, fand ich das gut, dass man trotz Hormoneller verhütung weiter rauchen darf.


    Ich habe auch extra den Arzt gefragt, der meinte Ja rauchen kein Problem, wenns nicht mehr als 20 am Tag sind (ich rauche höchstens 5 oder 6).


    Er meinte dieses Gelbkörperhormon würde nicht so schnell das Tromboserisiko erhöhen.


    Und eine Freundin von mir durfte nie die PIlle nehmen, weil sie ein stark erhöhtes Tromboserisiko hat und der Arzt hat ihr auch die Cerazette verschrieben.


    Also mach dir keine Sorgen, Cerazette ist nicht trombosesteigernd!

    So sehr würd ich mich nicht drauf verlassen,was die Ärzte sagen..Manchmal spielen die wirklich mitm Leben eines Patienten,wenn sie grad wem mit Thromboseneigung ne Pille verschreiben..mich z.B. hat meine frühere FÄ gar nicht gefragt und in meiner Family sind Krampfadern sehr hoch im Kurs(bekam dann die Diane 35 und hatte ständig Wadenkrämpfe!!),da kann man dann ja auch Thrombosen kriegen...

    Von Krampfadern kriegt man Trombose?!?!


    Außerdem die Firma von der Cerazette macht doch extra Werbung dafür, dass es eben KEIN zusätzliches Tromboserisiko hat.


    Das steht da auf der Internetseite glaub ich!

    @boardbabe

    Die Pillenfirmen sagen auch künstliche Hormone wären super..(du hast doch selbst schlechte Erfahrungen damit oder irre ich mich da jetzt

    Wenn man ne Krampfaderneigung hat,kanns auch gut sein,dass man in den Beinen(in den Krampfadern) ne Thrombose kriegt,so hat mans mir mal erzählt...

    Soweit ich weiss, ist die Thrombosegefahr beim Desogestrel in Kombination mit Östrogen höher. Sprich Mikropillen, die Desogestrel enthalten sollen eine höhere Thrombosegefahr bewirken. Bei Pillen, die ausschliesslich Desogestrel enthalten, konnte dies wohl nicht nachgewiesen werden. Ich weiss nicht 100%ig, ob diese Info so stimmt, aber ich hatte das mal irgendwo so gelesen.


    Klar ist bei Einnahme hormoneller Verhütung das Risiko immer etwas höher als ohne, aber das Thromboserisiko während einer Schwangerschaft zum Beispiel ist nochmals wesentlich höher.

    Danke erst mal für eure Antworten @:)


    Vor allem gings mir ja darum, weil es in diesem obigen Bericht hiess, dass die Gestagene der dritten Generation (wo eben das Desogestrel dazugehört) gegenüber den älteren Gestagenen der ersten und zweiten Generation ein höheres Risiko haben sollen.


    Hab jetzt aber auch noch mal ein bisschen weitergeschnüffelt und bin dann auf einen etwas neueren Bericht in einem Ärztemagazin gestossen, der das Thromboserisiko so nebenbei aufgreift. Jedenfalls kommt hier raus, dass dieser "Verdacht" des erhöhten Thromboserisikos der Gestagene der 3. Generation im Vergleich zu den älteren Gestagenen relativiert werden muss :-)


    D.h. es ist zwar schon ein etwas erhöhtes Thromboserisiko bei der Cerazette vorhanden, aber nicht so stark wie bei normalen Mikropillen.


    Zumindest ein bisschen beruhigt bin ich jetzt ;-)


    Aber vielleicht findet ja noch jemand was dazu 8-)

    ich habe ein angeborenes erhöhtes thromboserisiko und darf die cerazette lt ärztin nicht nehmen. wundere mich auch,weil auf der hp der firma steht,dass genau diese pille perfekt für mich wäre. ich habe eine mirena(hormonspirale). die hat das gleiche hormon wie die cerazette. aber viel niedriger dosiert. und die ärztin sagt,dass das hormon hat kaum in den blutkreislauf gelangt und deshalb nicht schadet. da ich probleme mit der spirale habe,wollte ich auf die cerazette umsteigen. die gibt sie mir aber nicht.

    @ Daniela:

    In der Mirena ist nicht das gleiche Gestagen enhalten wie in der Cerazette. In der Mirena ist Levonorgestrel, ein recht altes und bewährtes Gestagen (1. Generation, glaube ich). In der Cerazette ist Desogetrel, 3. Generation.

    Sämtliche Östrogen und Gestagenpräparate erhöhen das Thrombose-Risiko. Jemandem der sowieso schon ein erhöhtes Risiko hat eine Pille zu verschreiben ist Irrsinn. Reine Gestagenpräparate erhöhen das Risiko zwar nicht so stark wie Kombi-Präparate, aber eben doch.

    Da sieht mans doch wieder mal...Danielas FA sagt für sie wäre die Mirena das beste aber auf keinen Fall die Cerazette und Artelle will ihr die Cerazette andrehen...Da fragt man sich doch,ob die Ärzte selber überhaupt ne Ahnung haben und grad wenn ich sowas les/mitkrieg,würd ich mich doch auf keinen Arzt mehr verlassen oder ??

    @ MondInBlauemWasser:

    Das Problem ist halt, dass bei erhöhtem Thrombose-Risiko eigentlich überhaupt keine Hormone genommen werden sollten. Es gibt aber dann genügend Leute die das eben nicht wahrhaben wollen und partout hormonell verhüten wollen. Die betteln dann eben den FA an ob es nicht doch irgendeine hormonelle Methode gibt die für sie vertretbar ist. Die reinen Gestagenpräparate haben insgesamt ein niedrigeres Thromboserisiko als die Kombipräparate, und daher gibt halt der Arzt dann ein Gestagenpräparat. Welches, ist dann wohl Geschmacks- bzw. Ansichtssache des jeweiligen Arztes.

    @ MondInBlauemWasser

    Ich hoffe du meinst mit Artelle nicht mich, denn ich will hier bestimmt niemanden was andrehen, bin doch selber sehr skeptisch.


    Und zu den Ärzten, naja man kann sich wirklich nicht drauf verlassen, weil irgendwie anscheinend jeder Arzt was anderes sagt. Ich denke, dass es dazu auch einfach viel zu wenig aussagekräftige Studien gibt, und so jeder Arzt irgendwie seine eigene subjektive Meinung hat. Schade, denn als Nutzerin wird man so nicht wirklich detailliert über die genauen Risiken aufgeklärt.

    @Artella_

    Ups,doch..hab dich gemeint...aber sorry,wenn ich das falsch interpretiert hab..Ich,wenn ich in der gleichen Situation wäre,würde mich auf jedenfall gegen Hormone entscheiden (was ich so oder so getan habe..).Mit einer Thrombose ist schließlich nicht zu spaßen