• Die Rolle des Mannes beim Thema Abtreibung

    Hallo, ich bin mir nicht sicher, ob eine Diskussion unter diesem Thema erlaubt ist ??falls nicht, bitte gleich schließen oder löschen?? , aber ich habe gerade einige interessante Themen gelesen, wo es um die Rolle des Mannes bei Abtreibungen geht. (Bitte kein Für- oder Wider- zum Thema Abtreibung an sich!) Ich frage mich, ist es wirklich so ok, dass…
  • 327 Antworten
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    Prinzipiell weil er nicht für dich zahlt, sondern für das Kind und das ist, ob nun gewollt oder nicht, durch euch beide entstanden.

    Ja, aber nachdem das Kind entstanden ist hatte ich dann ja nochmal die Entscheidung, ob das Kind nun leben soll oder nicht. Und warum sollte dann der Mann für meine Entscheidung bezahlen, die ich alleine getroffen habe, ohne ihn einzubeziehen?


    Wenn der Mann mir in der 8. SSW klipp und klar sagt:"Wenn du das Kind bekommst, bin ich weg.", dann weiss ich ja woran ich bin und treffe meine Entscheidung für das Kind dann in dem Wissen, dass ich auch alleine dafür dann aufkommen muss. Meine Entscheidung, meine Kosten.

    Zitat

    Die Meinung "fremdes Geld würde ich nie nehmen" ändert sich nach einer Trennung ganz schnell in "Das steht mir aber zu!" und das Jugendamt wird das ähnlich sehen.

    Ja, weil das halt nicht fair geregelt ist.


    Fair wäre z.B., wenn beide nach Bekanntwerden der Schwangerschaft eine Entscheidung treffen können, ob sie das Kind nun wollen oder nicht. Beide, nicht nur einer. Für den Mann heisst das, dass er dann zumindest sagen kann:"Ich will das Kind nicht und bin für eine Abtreibung. Wenn die Frau sich anders entscheidet, tut sie das auf alleinige Verantwortung. Ich lehne jede Verantwortung für ihre Entscheidung dann ab." Und das müsste dann rechtsverbindlich sein.

    Fair wäre vor dem Sex per gesetzlichem Formblatt zu klären a) der Sex dient dem Spaß oder b) der Fortpflanzung (*inkl. Verpflichtungen).


    Wird niemals so kommen. Bei meinem Gehalt darf sich selbst mein mit mir nicht verheirateter one night stand auf einen gesamten Unterhalt von 1600 Euro pro Monat freuen. Für circa 12 Jahre lang.


    Die vasektomie ist die logische Konsequenz aus der aktuellen Gesetzeslage.

    Ja den Gedanken hatte ich auch mal Zauberfee aber in unserer optimierten Welt würden dann alle sagen "ich will das Kind nicht" und sich das dokumentieren lassen um im Zweifelsfall nicht für Unterhaltszahlungen herhalten zu müssen, einfach nur so als Absicherung vorweg, selbst wenn die Beziehung richtig tacko ist und beide insgeheim das Kind wollen. Weiterhin müsste dann der Staat für die ganzen Kinder aufkommen und das tut der nicht freiwillig. Du bist als Mann z.b. auch für die Kinder Unterhaltspflichtig die in der Ehe zur Welt kommen selbst wenn du hinterher beweisen kannst das deine Torte fremdgegangen ist und das Kind nicht von dir ist. Ein Gentest ohne Zustimmung der Mutter ist vor Gericht ebenfalls nicht zugelassen "weil es gegen die Persönlichkeitsrechte des Kindes verstößt". Der Staat findet schon irgendwen der dafür aufkommen wird.

    @ Die Zauberfee

    Zitat

    Wenn der Mann mir in der 8. SSW klipp und klar sagt:"Wenn du das Kind bekommst, bin ich weg.", dann weiss ich ja woran ich bin und treffe meine Entscheidung für das Kind dann in dem Wissen, dass ich auch alleine dafür dann aufkommen muss. Meine Entscheidung, meine Kosten.

    Wenn Du in der 8. SSW erst weist woran Du bist, würde ich sagen das über so ein wichtiges Thema vorher nicht gesprochen wurde, geschweige denn über Verhütung nachgedacht wurde.


    Deine Entscheidung, ja. Kosten....wenn Du ein "Vermögen" besitzt, ja. Aber die Mehrheit ist eben finanziell nicht gut gestellt. Und wie willst Du nach der Geburt dann den Lebensunterhalt bestreiten? Du wirst dann kaum umhin kommen, finanzielle Unterstützung an- einzufordern. Und da wird auch der Kindesvater in die Pflicht genommen. Denn schließlich sind Zahlungen aus Steuergeldern nicht Sache der Allgemeinheit.


    Wobei wir dann wieder beim Thema Finanzen und lebenslange Versorgung wären. Recht ermüdend, und wird dem Thema mMn nicht gerecht.

    Zitat

    Mir geht es nur um diese Doppelmoral:


    Mann hat kein Bock auf ein Kind -> macht sich aus dem Staub -> wird juristisch verfolgt und gesellschaftlich als Charakterschwein geächtet.


    Frau hat kein Bock auf ein Kind -> treibt ab -> wird nicht juristisch verfolgt und gilt als selbstbestimmte, emanzipierte, starke Frau.

    Das deckt sich nicht mit meiner Wahrnehmung. Weder wird es durchgängig geächtet, wenn Männer sich nicht um ihre Kinder kümmern (Es gibt z.B. durchaus Frauen, die bereit sind weitere Kinder mit solchen Männern in die Welt zu setzen, noch kenne ich irgendjemanden, der einer Frau Beifall klatscht, wenn und weil sie abtreibt. Das ist doch für 99% eine schwierige Situation und ich würde damit keinerlei positive Zuschreibungen verbinden. (Eher noch würde ich mich fragen, ob da nicht Verantwortungslosigkeit im Spiel war.)

    Zitat

    noch kenne ich irgendjemanden, der einer Frau Beifall klatscht, wenn und weil sie abtreibt. Das ist doch für 99% eine schwierige Situation und ich würde damit keinerlei positive Zuschreibungen verbinden.

    Eben, beides wäre auch eher meine Erfahrung - hier wird zwar so oft gesagt, dass der Mann sich ja vorher Gedanken machen kann, letztendlich ist es aber viel "salonfähiger", wenn der Mann sagt, dass er das halt so nicht wollte.


    Die Frau dagegen bekommt gefühlt schneller den Vorwurf, dass sie ja für Verhütung hätte sorgen können, wenn sie das Kind nicht will. Und sowieso, eine Frau hat ja ein Kind zu wollen, immer.

    Zitat

    Wird niemals so kommen. Bei meinem Gehalt darf sich selbst mein mit mir nicht verheirateter one night stand auf einen gesamten Unterhalt von 1600 Euro pro Monat freuen. Für circa 12 Jahre lang.


    Die vasektomie ist die logische Konsequenz aus der aktuellen Gesetzeslage

    Wie kommst du auf 12 Jahre?

    Zitat

    Ja, weil das halt nicht fair geregelt ist.

    Seit wann ist das Leben fair? Kommt außerdem immer auf den Standpunkt an.

    Zitat

    Wenn die Frau sich anders entscheidet, tut sie das auf alleinige Verantwortung. Ich lehne jede Verantwortung für ihre Entscheidung dann ab.

    Das geht deshalb nicht, weil es nicht ein Recht der Frau auf Unterhalt und Erbansprüche ist, sondern ein Recht des Kindes. Wie fair wäre es denn, dem Kind dieses Recht zu nehmen? Ist doch schon besch.. genug für das Kind, dass es von einem Vater abstammt, der schon wegen der Unterhaltszahlungen Gezeter macht, geschweige denn Interesse für es hat. Brauch sich doch jeder selber mal an die Nase fassen und überlegen, ob er so aufwachsen will.


    In dem Fall hat der Mann halt die schlechteren Karten (obwohl auch das auf den Standpunkt ankommt..). Das ist nun mal so, manches muss man einfach hinnehmen, es ist auch oft genug anders herum. Regelungen wo in so einem Fall jeder glücklich aus der Situation herauskommt, gibt es eben nicht.

    Das die Entscheidung bei der Frau liegt ist in der Natur der Sache begründet und die einzige logische Herangehensweise, jedenfalls in der Theorie, denn es gibt genug Fäle in denen Männer Druck auf die Frau ausüben und dadurch die Entscheidung beeinflussen. Teilweise geht das bis zur körperlichen Gewalt.


    Wenn der Partner kein Kind möchte, sollte er natürlich auch nicht dafür zahlen müssen. Wenn ich alleine ein Kind bekommen möchte, ist es meine Pflicht auch finanziell für das Kind zu sorgen. Ich würde mich dafür schämen, wenn ich von jemanden, der absolut kein Kind möchte, nach einer Verhütungspanne Kindesunterhalt fordere. So ehrlich sollte man sich selbst gegenüber schon sein.


    Wurde nicht verhütet (also seriös, nicht CI oder ein Voodoozauber von Mama Leone) sind jawohl beide Personen gleichermaßen schuldig und sollten dazu stehen, mit allen Konsequenzen.

    Zitat

    Wurde nicht verhütet (also seriös, nicht CI oder ein Voodoozauber von Mama Leone) sind jawohl beide Personen gleichermaßen schuldig und sollten dazu stehen, mit allen Konsequenzen.

    Ich finde, das gilt auch bei einer Verhütungspanne! Pannen hat man schließlich nicht freiwillig!

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    Wenn der Partner kein Kind möchte, sollte er natürlich auch nicht dafür zahlen müssen.

    Wäre vielleicht auch ein Ansatz für die Steuergesetzgebung: Wer keine Steuern zahlen möchte, sollte dafür auch nicht zahlen müssen. ;-D Das klingt doch nach einem System mit Weitblick! :)^

    Zitat

    Wäre vielleicht auch ein Ansatz für die Steuergesetzgebung: Wer keine Steuern zahlen möchte, sollte dafür auch nicht zahlen müssen. ;-D Das klingt doch nach einem System mit Weitblick

    Äpfel und Birnen Vergleiche sind immer eine sehr gutes Diskussionsmittel.

    Es gibt eben keine wirklich faire Lösung, wenn ein ungewolltes Kind entstanden ist und die beiden Beteiligten unterschiedlicher Meinung sind. Man darf nie vergessen: Es geht nicht darum, die Mutter zu umsorgen, sondern dem Kind Rahmenbedingungen finanzieller Natur zu bieten. Denn das Kind kann am allerwenigsten für die Misere. Das muß den ganzen Mist "nur" aushalten.


    Es ist halt nun mal so. Man hat Sex. Man kann verhüten, und zwar explizit auch Mann! Dann hat er auch die Kontrolle (Gummi), wenn was schief geht. Was selten genug ist (kommt vor - ist uns auch passiert). Aber die beiden Komponenten zusammen genommen - Panne und Frau grad fruchtbar - müssen erst mal zusammen kommen. Insofern ist das ein geringes Risiko. Und DAS muß man dann eben nehmen - wie in vielen anderen Dingen im Leben. Und zu dem Risiko gehört auch, daß man dann Vater werden kann, weil es nun mal die Entscheidung der Frau ist. Da muß er dann durch - die Frau ja auch. Es kann beim Thema Abtreibung keinen Zwang für die Frau geben. Und die wenigsten Frauen werden bei einer wirklichen Panne leichtfertig entscheiden.


    Aber ich stehe definitiv zu der Aussagen, daß der Mann viel selbst steuern kann. Aber viele sind dazu zu bequem (Gummi). Oder schieben irgendwelche fadenscheinigen Gründe vor. Ja, es ist ja auch unheimlich bequem, wenn die Frau die Pille nimmt (egal ob der ONS oder in einer Beziehung). Schön einfach. Aber wenn man kein Kind will, muß man die Bequemlichkeit eben über Bord werfen. Fertig. Oder sich eben sterilisieren lassen. Ob mit Einfrieren von Sperma oder ohne sei mal dahin gestellt.


    Aber verdammt, Geilheit hin oder her, auch die Männer haben Hirn im Kopf und wissen was passieren kann. Und wenn man kein Kind will, dann hat man das auch bei der größten Geilheit im Kopf. Und wenn es dafür nicht reicht, dann muß man(n) auch die Konsequenzen tragen.


    Immer dieses Geheule ums Geld danach. Die Frau hat es in aller Regel auch nicht leicht als Alleinerziehende. Es ist sauanstrengend. Selbst mir -und ich verdiene gut und wäre nicht auf Zahlungen von meinem Mann angewiesen - ist die Vorstellung ein Graus. Nur Leute, die Kinder haben, können wirklich beurteilen, wie anstrengend das mit Kindern sein kann. Und dann noch alleine! Ich beneide niemanden, der ein oder gar mehrere Kinder allein erzieht, egal ob Mann oder Frau. Wir teilen uns das hier in der Familie gut auf, und trotzdem ist es oft anstrengend.


    Es gab wirklich mittlerweile genug Verbesserungen für die Väter was die Zahlungen angeht. Aber Kindesunterhalt ist nun mal fällig. Und ein Kind braucht dieses Geld auch, damit lebt es noch lange nicht im Luxus, und die Mutter auch nicht.


    Und diese beschriebene Doppelmoral habe ich auch noch nicht erlebt. Eher werden solche Frauen - sofern es überhaupt bekannt wird -schräg angesehen. Abtreibung ist ganz bestimmt nicht gesellschaftsfähig, zumindest nicht in meinem Umfeld. Nicht umsonst sind Abtreibungen nach wie vor umstritten.


    Es gab mal eine Situation, in der ich befürchtete, vor dieser Entscheidung stehen zu müssen. (Und damit meine ich nicht die Kondom-Panne vor vielen Jahren.) Meine Entscheidung war klar, ich hätte es nicht haben wollen. Und meine größte Angst wäre gewesen, wenn mein Mann gesagt hätte, daß er es will und wir das schon schaffen. Klar hätten wir es geschafft. Aber ich wollte nicht. Gott sei Dank war bestätige sich meine Befürchtung nicht. Aber ich habe Rotz und Wasser geschwitzt (und nicht gewagt, einen Test zu machen). Das ist mir sehr sehr nah gegangen. :-X Ich hätte mit niemandem - außer meinem Mann - darüber reden können, weil kein Mensch Verständnis dafür gehabt hätte.


    Das war dann auch der Punkt, an dem ich gesagt habe, er möge sich entscheiden, ob er die Vasektomie durchzieht oder nicht (gesprochen hatte er schon länger davon), ansonsten hätte ich mich unters Messer gelegt, und zwar umgehend.