Zitat

    ich habe die Mirena jetzt 6,5 Jahre drin, hätte eigentl vor 1,5 Jahren rausgemußt.


    Da ich aber keine Lust habe eine weitere Hormonspirale zu bekommen, lasse ich sie noch etwas liegen und hoffe dann mit den Blutungen durch zu sein.

    Exakt so geht es mir. Ich war immer sehr zufrieden mit der Mirena, aber in meinem Alter werde ich mir sicher keine weitere mehr legen lassen.


    Wegen der Kosten: Wenn man die 300 Euro, die sie gekostet hat, umrechnet auf Pille/andere Verhütungsmittel/Kosten für Tampons über die ganzen Jahre, so muss ich sagen, dass es sich ganz bestimmt rechnet.

    @ Likör

    Ich Dösel, danke dir ^^

    @ Kamillchen

    Ich weiß dass sie bis ins Gehirn gelangen – aber die Wirkung der Mirena wird immer so als lokal angepriesen (denn sie soll ja angeblich primär lokal wirken mit den Hormonen).

    Die Verhütungswirkung der Mirena ist lokal (hormonell auf die Schleimhaut wirkend/Fremdkörperreaktion= Spiralenwirkung).


    Das Gestagen (LNG) wird aber über die Schleimhaut aufgenommen und erreicht z.T. (MoniM hatte es für mich mal grob ausgerechnet und verglichen) Blutspiegel, die mit der Einnahme der klassischen Minipillen (28mini, Microlut) zu vergleichen sind.


    Bei manchen Frauen reicht dies, um den Eisprung zu unterdrücken, auch, wenn dies nicht die beabsichtigte Wirkung ist.


    Hierüber sind dann auch die häufigeren Zysten am Eierstock zu erklären.


    Natürlich können so auch alle anderen bei Gestagenen möglichen Nebenwirkungen entstehen.

    Monika und buddleia

    Zitat

    Die beabsichtigte Wirkung ist eher lokal.

    Zitat

    Die Verhütungswirkung der Mirena ist lokal (hormonell auf die Schleimhaut wirkend/Fremdkörperreaktion= Spiralenwirkung).

    Fremdkörperwirkung ok, das lass ich mir noch eingehen. Aber wie verändern Hormone die Schleimhaut, wenn sie direkt draufgegeben werden? Studien bitte :-) Wenn möglich nicht von Bayer selbst...


    Bayer hatte sogar Probleme mit dem Beipackzettel, weil sie gerne propagieren, dass die Mirena nur lokal wirke. Humbug. Sie mussten den Beipackzettel umändern in eine lokale Freigabe anstatt einer lokalen Wirkung. An einer anderen Stelle des Beipackzettels winden sie sich wieder mit einer "lokalen intrauterinen Wirkung" heraus.

    Zitat

    Das Gestagen (LNG) wird aber über die Schleimhaut aufgenommen und erreicht z.T. (MoniM hatte es für mich mal grob ausgerechnet und verglichen) Blutspiegel, die mit der Einnahme der klassischen Minipillen (28mini, Microlut) zu vergleichen sind.

    Das kann man so nicht sagen, weil hiernach:

    Die Blutspiegel sind von Frau zu Frau also sehr unterschiedlich.


    Im Wischzettel steht auch, dass bei Frauen mit weniger als 55kg Gewicht die Levonorgestrelkonzentration im Blut durchschnittlich um


    35% – 50% höher liegt.

    vanillasky

    Ich zitiere mal aus dem Beipackzettel zu den Nebenwirkungen, die in den Broschüren gerne mal nicht so zur Geltung kommen wie sie mMn müssten:

    Zitat

    Zu den sehr häufigen unerwünschten Wirkungen gehören uterine und vaginale Blutungen, hierunter Zwischenblutungen, Oligomenorrhö


    und Amenorrhö sowie benigne Ovarialzysten.

    Mir persönlich sind das zu viele "Häufig".


    Hier noch die Grazer Studie, die Mirena-Trägerinnen zu ihrer Zufriedenheit u. ä. befragt hat:

    Zitat

    88 Prozent der Befragten gibt an Beschwerden zu haben. 12 Prozent haben keine


    Beschwerden.

    Interessant. Selbst wenn im Beipackzettel die Nebenwirkungen aufgelistet werden, haben viele Ärzte einen Zusammenhang abgestritten. Wenn du dir die Mirena legen lässt, macht dich darauf gefasst, dass dein Frauenarzt dich nicht ernst nehmen könnte, wenn du damit Probleme hast. :-/

    Ich verstehe auch nicht, wie du die Freigabe von Kupferionen als unheimlich ansehen kannst, die Freigabe von körperfremden Hormonen aber nicht ":/

    Die "Grazer Studie" ist keine Studie im wissenschaftlichen Sinn, sondern eine online-Befragung mit freiwilliger Teilnahme.


    Naturgemäß nehmen an einer solchen Befragung dann die Frauen teil, die (belastende) Nebenwirkungen haben, zudem war hier in dieser Befragung auch ein deutliches Informationsdefizit erkennbar sowie ein Negieren möglicher Nebenwirkungen durch die beteiligten GynäkologenInnen.


    Eine Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen ist bei diesem Eingriff zwingend, inzwischen in D sogar in schriftlicher Form vorgeschrieben.

    "Grazer Studie"



    Zitat

    Im Wischzettel steht auch, dass bei Frauen mit weniger als 55kg Gewicht die Levonorgestrelkonzentration im Blut durchschnittlich um


    35% – 50% höher liegt.

    Meinst du die Fachinformation? Hier wird angegeben, dass die Serumspiegel bei Frauen < 55 kg die mittlere Serumkonzentration um das 1,5fache höher liegt als bei Frauen über 55 kg. Dies hat aber logischerweise einen direkten Zusammenhang mit unterschiedlichen Verteilungen gleicher LNG-Mengen.


    Hormonspiegel sind prinzipiell individuell, abhängig von Eiweißbindungen, Menge des Fettgewebes, persönlicher Metabolisierung.


    Die mir zugänglichen Quellen geben jedoch an, dass die LNG-Spiegel vergleichbar mit anderen LNG-Anwendungen sind.




    Wie bei jeder Verhütungsmethode sollte vor Einlegen der Mirena eine umfassende Information erfolgen, dies gilt aber auch für Pille und Kupferspirale.


    Prinzipiell scheint mir dies eher ein Problem in der Kommunikationsstruktur Arzt-Patient als ein "Mirena-Problem" zu sein.


    Deutlich z.B. hier:


    http://www.med1.de/Forum/Gynaekologie/615661/


    http://www.med1.de/Forum/Verhuetung/614946/ für eine Kupferspirale,


    deutlich werdend aber auch in unzähligen Pillenfäden dieses Forums, in denen immer wieder das Abstreiten möglicher Pillennebenwirkungen durch Gyns zu lesen ist.

    buddleia

    Zitat

    Die "Grazer Studie" ist keine Studie im wissenschaftlichen Sinn, sondern eine online-Befragung mit freiwilliger Teilnahme.

    online-Befragungen können auch zu wissenschaftlichen Studien gehören, aber das ist hier natürlich nicht das Thema. Mir ging es darum, dass es da gehäufte Aussagen von Frauen gibt, die das Gefühl haben nicht über die Risiken und Nebenwirkungen richtig aufgeklärt zu werden und die mit ihren Beschwerden alleine gelassen werden.


    Und das hat die Grazer Studie doch eindeutig ausgesagt, oder?

    Zitat

    Naturgemäß nehmen an einer solchen Befragung dann die Frauen teil, die (belastende) Nebenwirkungen haben

    Hier im Faden haben sich auch einige positiv zur Hormonspirale geäußert. Ich verstehe worauf du hinauswillst, jedoch wissen viele Frauen aufgrund mangelnder Aufklärung schlichtweg nicht, dass ihre Beschwerden von der Hormonspirale kommen können. Wer sagt mir also nicht, dass der Anteil an Frauen mit Nebenwirkungen nicht um einiges größer ist als angenommen? Es laufen sicher einige Frauen mit Beschwerden herum, die von der Hormonspirale kommen können, wissen dies aber nicht und empfehlen die Hormonspirale weiter – obwohl sie eigentlich Probleme damit haben. Das Problem bei hormonellen Sachen ist aber gerade, dass sie oft unspezifisch sind. Wenn ich öfter mal grundlos traurig bin, dann hab ich halt eben Stress. Wenn ich öfter mal keine Lust auf meinen Partner habe, dann liegt das wohl daran, dass die Libido in einer langjährigen Partnerschaft und/oder mit Kindern schwächer wird. Usw.

    Zitat

    Eine Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen ist bei diesem Eingriff zwingend, inzwischen in D sogar in schriftlicher Form vorgeschrieben.

    Ja, da gibt dir der Arzt etwas zum unterschreiben und man unterschreibt, weil man dem Arzt vertraut. Und das heißt dann "aufklären". Das Blöde ist, dass man mit seiner Unterschrift bestätigt, dass man aufgeklärt worden wäre. Da wird das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt ausgenutzt. Viele Frauenärzte kennen sich mit der Verhütung auch nicht richtig aus.

    Zitat

    Meinst du die Fachinformation? Hier wird angegeben, dass die Serumspiegel bei Frauen < 55 kg die mittlere Serumkonzentration um das 1,5fache höher liegt als bei Frauen über 55 kg. Dies hat aber logischerweise einen direkten Zusammenhang mit unterschiedlichen Verteilungen gleicher LNG-Mengen.

    Ich meinte die Packungsbeilage. Wurdest du z. B. darüber aufgeklärt? Bekommt eine sehr zierliche und schlanke Frau gesagt, dass sie täglich Hormone abbekommt, die der 1,5-fachen Menge einer Minipille entsprechen? (Deiner Rechnung zufolge.)

    Zitat

    Die mir zugänglichen Quellen geben jedoch an, dass die LNG-Spiegel vergleichbar mit anderen LNG-Anwendungen sind.

    Interessant, welche Quellen sind das? Sind das auch die 36-monatigen "Langzeitstudien"? Sind die Quellen herstellerfinanziert? Zulassungsstudien etwa?

    Zitat

    Wie bei jeder Verhütungsmethode sollte vor Einlegen der Mirena eine umfassende Information erfolgen, dies gilt aber auch für Pille und Kupferspirale.

    Da stimme ich dir zu. Leider wird das zu selten gemacht und oft auch (bewusst?) falsch oder "geschönt" informiert.

    Zitat

    Prinzipiell scheint mir dies eher ein Problem in der Kommunikationsstruktur Arzt-Patient als ein "Mirena-Problem" zu sein.

    Das "Mirena-Problem" ist die mangelnde Aufklärung und dann einen Zettel unterschreiben zu müssen, auf dem steht, man wäre aufgeklärt worden. Das ist eine Absicherung für Hersteller und Ärzte, nichts weiter. Die Mirena kostet ja auch nicht gerade wenig, aber man vertraut dem Arzt zumeist – bis man anderes gelehrt wird.


    Wenn ein Arzt den Zettel bei seiner Patientin vorlegt, wird er wohl kaum sagen: "Es gab da massive Probleme mit der Hormonspirale bei den Patientinnen, deswegen wurde rechtlich festgelegt, dass Patientinnen vorab diesen Zettel hier unterschreiben müssen, damit sie bestätigen, sie seien über die Nebenwirkungen aufgeklärt worden."

    Zitat

    Die Verhütungswirkung der Mirena ist lokal (hormonell auf die Schleimhaut wirkend/Fremdkörperreaktion= Spiralenwirkung).

    Die Darstellung ist Quatsch. Lokal ist, dass sich dank Fremdkörper in der Gebärmutter nix einnistet, da könnte man auch ein Stück Plastik reinlegen. Es hat solche Plastikspiralen gegeben, mit einem höheren PI.


    Da es aber eine Hormonspirale ist, findet ihre Wirkung übers Blut in der Hirnanhangdrüse und im Hypothalamus sowie in den Eierstöcken statt. Wie jedes hormonelle Verhütungsmittel. Egal, was für dämliche und dreiste Versprechungen die Werbung macht.

    @ kamillchen

    Zitat

    Die Darstellung ist Quatsch.

    Ok, du musst es ja wissen. Persönlich bevorzuge ich aber einen etwas.....neutraleren Ton, auch, wenn du anderer Meinung bist als ich.


    Falls du es überlesen hast: ich schrieb Verhütungswirkung. Dass systemische Wirkungen möglich sind, habe ich nie bestritten.


    Ich habe allerdings unter Mirena per NFP stinknormal ablaufenden Zyklen mit Eisprung dokumentieren können.


    Das Unterdrücken des Eisprungs ist nicht gewünschte Wirkung der Mirena, wenn auch in einem gewissen Prozentsatz bei Anwenderinnen auftretend.

    Zitat

    Meinst du die Fachinformation? Hier wird angegeben, dass die Serumspiegel bei Frauen < 55 kg die mittlere Serumkonzentration um das 1,5fache höher liegt als bei Frauen über 55 kg. Dies hat aber logischerweise einen direkten Zusammenhang mit unterschiedlichen Verteilungen gleicher LNG-Mengen.

    Zitat

    Ich meinte die Packungsbeilage. Wurdest du z. B. darüber aufgeklärt? Bekommt eine sehr zierliche und schlanke Frau gesagt, dass sie täglich Hormone abbekommt, die der 1,5-fachen Menge einer Minipille entsprechen? (Deiner Rechnung zufolge.)

    Meiner Rechnung zufolge? War eventuell etwas missverständlich: die Fachinformation gibt Serumspiegel in einer gewissen Bandbreite an, die aber wohl unterhalb der Werte einer entsprechenden LNG-Pille liegen.


    Bei Frauen < 55 kg liegen diese um das 1,5fache über den durchschnittlichen Mittelwerten.


    Vor dem Legen der ersten Mirena bin ich über mögliche Nebenwirkungen und Risiken aufgeklärt worden. "Mein" Gyn führt ähnliche Gespräche aber auch vor Verordnung einer Pille oder Einlegen der Kupferspirale und ist damit augenscheinlich eher die Ausnahme, legt man die gängigen Erfahrungen der Forenschreiberinnen hier zugrunde.


    So sollte es aber sein: da die Mirena in erster Linie für Verhütungszwecke genutzt wird, sollte komplett wie bei jedem anderen Verhütungsmittel auch über Risiken und Nebenwirkungen informiert werden.

    Die Serumspiegel lassen auch nach, sind am Anfang etwas höher. Ich hatte allerdings auch einen ganz normalen Zyklus mit Eisprüngen, das die Periode schwächer wird oder auch ausbleibt liegt nun wirklich an der lokalen und beabsichtigten Wirkung. Das macht diese Spirale ja auch so sicher.


    Muss jeder selber wissen, aber ich habe keinen Unterschied nach Ziehen der Spirale gemerkt, noch habe ich irgendetwas (außer anfänglichen Unterbauchschmerzen) gemerkt, was auf eine Hormonwirkung hindeuten würde.


    Da aber viele Frauen von der Pille auf Mirena umsteigen, könnten diese das ganz anders erleben. Meiner Ansicht nach wurde das nie richtig differenziert.


    Aber letzten Endes entscheidet das jeder für sich. Mein größtes Problem war eher die Passivität bei der Verhütung, das war ich nicht gewöhnt, ich habe sicher 3 Schwangerschaftstests gemacht bis ich Vertrauen fassen konnte.

    Ist bei Hormonspirale auch nicht ganz einfach: wenn du Nebenwirkungen hast, verlierst du je nach Preis des einzelnen Arztes bis zu 400 € auf einmal.


    Vielleicht machst du vorher wirklich einen Probelauf mit einer reinen Gestagenpille?