Hormon-Spirale und Neurodermitis

    Guten Abend,


    meine Tochter, bald 18 Jahre alt, leidet leider unter ziemlich ausgeprägter Neurodermitis, die sich allerdings mit ca. 13/14 stark verbessert hatte und fast verschwunden war - bis sie mit 16 anfing, die Pille zu nehmen. Ein dreiviertel Jahr später bestand Verdacht auf Thrombose, weshalb sie sofort die Pille absetzen musste, dies hatte sich aber (Gott sei Dank) nicht bestätigt. Ein viertel Jahr später machte sie dann wider besseren Wissens mit dem Hormonring mit dem Ergebnis weite, sodass ihre Neurodermitis wieder blühte wie verrückt und sie sich alles blutig kratzte. Daraufhin ließ sie sich eine Gestagenpille verschreiben, das ganze Drama wurde besser, ging aber nicht ganz weg und seit es so warm ist, ist es wieder schlimmer geworden.


    Lange Rede, kurzer Sinn nun meine eigentliche Frage: mein 21-jähriges Patenkind ließ sich neulich die Hormonspirale einsetzen und behauptet, daß mit der so wenig Hormone freigegeben werden, die erst gar nicht in den gesamten Blutkreislauf kommen und nur lokal wirken, um überhaupt Schaden anrichten zu können und meine Tochter doch mal die ausprobieren soll. Hat sie damit recht?


    Meine Tochter sagt, daß sie auf keinen Fall mit Kondomen verhüten wolle, das sei ihr und ihrem Freund zu umständlich. Irgendwelche natürlichen Methoden halte ich bei ihr schwangerschaftstechnisch auch eher für ziemlich risikobehaftet. :-/


    Danke vorab schon mal!

  • 14 Antworten
    vanilla_sky schrieb:

    Hat sie damit recht?

    Nein, die Hormone müssen immer ins Hirn. Schöne Werbung durch den Frauenarzt.

    vanilla_sky schrieb:

    Meine Tochter sagt, daß sie auf keinen Fall mit Kondomen verhüten wolle

    Kupferspirale wäre dann wohl die Alternative.

    Verhueter schrieb:

    Nein, die Hormone müssen immer ins Hirn

    Nein, in dem Fall tatsächlich nicht. Die Hormonspirale ist nicht darauf ausgelegt, den Einsprung zu unterbinden (tut sie auch meist nicht, man kann nebenher teilweise ganz normale NFPkurven auswerten), sondern nur durch Veränderung der Gebärmutterschleimhaut und des Zervixschleims eine Schwangerschaft zu verhindern. Folglich MÜSSEN sie bei der Hormonspirale nicht ins Hirn. De facto TUN sie es aber oft genug, bei manchen Spiralenträgerinnen wurden Hormonwerte im Blut gefunden die Pillennehmerinnen gleichen. Ergo hat auch die eigentlich auf lokale Wirksamkeit ausgelegte Hormonspirale das gleiche Nebenwirkungsspektrum wie "normale" Hormone, kann man in der Packungsbeilage nachlesen.

    Verhueter schrieb:

    Kupferspirale wäre dann wohl die Alternative.

    Ja, wobei sich nach wie vor viele Frauenärzte weigern, sowas bei jungen Mädchen die noch nicht geboren haben zu legen. Dagegen kann man dann argumentieren, daß die Hormonspirale noch größer ist und damit auch nicht besser geeignet (wobei ich glaube, die gibts mittlerweile auch als Kette?). Evtl dann die Kupferkette, aber da das Legen aber auch nicht jeder kann, müßte man dann einen entsprechenden Arzt finden.


    Optionen also:

    -So lassen wie es ist und mit der Neuro leben

    -Hormonspirale legen lassen und hoffen, daß man nicht zu denen gehört die entsprechend viel Hormone ins Blut aufnehmen. Im Zweifelsfall hat man einen Haufen Geld in den Sand gesetzt, wenns klappt hat man aber immerhin ziemlich lang eine sorglose Zeit

    - was Kupferhaltiges legen lassen und hoffen daß man sie gut verträgt. Im Zweifelsfall hat man nciht ganz so viel Geld in den Sand gesetzt, wenns klappt aber auch sehr lang eine sorglose Zeit

    - die mühsame Hautpflege (meine Tochter hat auch Neuro, das Thema Verhütung ist aber zum Glück noch nciht aktuell) aufwendiger finden als Kondome. Um die Sicherheit zu erhöhen kann man ein Caya dazunehmen

    - hoffen daß es von selber besser wird wenns kühler wird und ggf im nächsten Sommer in die Arktis ziehen oder so.


    Eierlegende Wollmilchsäue gibt es in der Verhütung leider nach wie vor nicht, da muß jeder selber abwägen, was für einen das kleinste Übel ist.:)*

    registrierterSenf schrieb:

    Nein, in dem Fall tatsächlich nicht. Die Hormonspirale ist nicht darauf ausgelegt, den Einsprung zu unterbinden (tut sie auch meist nicht, man kann nebenher teilweise ganz normale NFPkurven auswerten), sondern nur durch Veränderung der Gebärmutterschleimhaut und des Zervixschleims eine Schwangerschaft zu verhindern. Folglich MÜSSEN sie bei der Hormonspirale nicht ins Hirn. De facto TUN sie es aber oft genug, bei manchen Spiralenträgerinnen wurden Hormonwerte im Blut gefunden die Pillennehmerinnen gleichen. Ergo hat auch die eigentlich auf lokale Wirksamkeit ausgelegte Hormonspirale das gleiche Nebenwirkungsspektrum wie "normale" Hormone, kann man in der Packungsbeilage nachlesen.

    Verhueter schrieb:

    Kupferspirale wäre dann wohl die Alternative.

    Ja, wobei sich nach wie vor viele Frauenärzte weigern, sowas bei jungen Mädchen die noch nicht geboren haben zu legen. Dagegen kann man dann argumentieren, daß die Hormonspirale noch größer ist und damit auch nicht besser geeignet (wobei ich glaube, die gibts mittlerweile auch als Kette?). Evtl dann die Kupferkette, aber da das Legen aber auch nicht jeder kann, müßte man dann einen entsprechenden Arzt finden.


    Optionen also:

    -So lassen wie es ist und mit der Neuro leben

    -Hormonspirale legen lassen und hoffen, daß man nicht zu denen gehört die entsprechend viel Hormone ins Blut aufnehmen. Im Zweifelsfall hat man einen Haufen Geld in den Sand gesetzt, wenns klappt hat man aber immerhin ziemlich lang eine sorglose Zeit

    - was Kupferhaltiges legen lassen und hoffen daß man sie gut verträgt. Im Zweifelsfall hat man nciht ganz so viel Geld in den Sand gesetzt, wenns klappt aber auch sehr lang eine sorglose Zeit

    - die mühsame Hautpflege (meine Tochter hat auch Neuro, das Thema Verhütung ist aber zum Glück noch nciht aktuell) aufwendiger finden als Kondome. Um die Sicherheit zu erhöhen kann man ein Caya dazunehmen

    - hoffen daß es von selber besser wird wenns kühler wird und ggf im nächsten Sommer in die Arktis ziehen oder so.


    Eierlegende Wollmilchsäue gibt es in der Verhütung leider nach wie vor nicht, da muß jeder selber abwägen, was für einen das kleinste Übel ist.:)*

    Sorry, hat mit dem Zitieren wohl nicht so ganz geklappt. ;-D


    Danke für die ganzen Ausführungen, sie klingen alle recht schlüssig und mir ist klar, daß man am Ende vielleicht die Pest gegen die Cholera eintauscht.


    Da sie unter 22 ist, würde sie die Spirale von der Kasse bezahlt bekommen, der Kostenfaktor fällt hier dann schon mal weg. Die Kosten der Kupferkette müssten meines Wissens nach aber selbst getragen werden.


    Und, naja, das Ding mit dem Vergleich, was mühsamer ist, Kondombenutzung oder die ständige Cremerei..... ihre bessere Hälfte hat es allen Anschein nach irgendwie geschafft ihr zu vermitteln, daß Gemeinwohl über Einzelwohl geht. Oder so. :-/

    vanilla_sky schrieb:

    Die Kosten der Kupferkette müssten meines Wissens nach aber selbst getragen werden.

    Nein, auch diese wird übernommen.

    vanilla_sky schrieb:

    ihre bessere Hälfte hat es allen Anschein nach irgendwie geschafft ihr zu vermitteln, daß Gemeinwohl über Einzelwohl geht. Oder so.

    Wurden wenigstens negative Tests für Geschlechtskrankheiten vorgelegt?

    Verhueter schrieb:
    vanilla_sky schrieb:

    ihre bessere Hälfte hat es allen Anschein nach irgendwie geschafft ihr zu vermitteln, daß Gemeinwohl über Einzelwohl geht. Oder so.

    Wurden wenigstens negative Tests für Geschlechtskrankheiten vorgelegt?

    Äh, also da muss ich passen, darüber hat sie mich nicht eingeweiht.

    Der Satz bezog sich aber darauf, daß ihr Freund hier wohl mehr Wert auf seinen Komfort und sein Wohlgefühl, als auf ihr Leiden mit der Neuro legt.

    Verhueter schrieb:
    vanilla_sky schrieb:

    Die Kosten der Kupferkette müssten meines Wissens nach aber selbst getragen werden.

    Nein, auch diese wird übernommen.

    Ah, okay, danke für die Info! Wobei die Schmerzen beim Legen (ebenso bei der Spirale) sicherlich nicht ohne sind, zumal bei einem jungen Mädchen, das noch nicht geboren hat.

    Ich habe auch nicht geboren, bin aber nicht mehr so jung. Aber trotzdem, eine Minute Schmerz für 5 Jahre sorgenfrei? Sofort.

    Goldspirale ist kleiner und wird besser vertragen, die Kosten würde ich als geringstes Problem ansehen, und alles Hormonhaltige erstmal außen vor lassen

    just_looking? schrieb:

    Ich habe auch nicht geboren, bin aber nicht mehr so jung. Aber trotzdem, eine Minute Schmerz für 5 Jahre sorgenfrei? Sofort.

    Da ist was dran. :)^

    Madame Charenton schrieb:

    Goldspirale ist kleiner und wird besser vertragen, die Kosten würde ich als geringstes Problem ansehen, und alles Hormonhaltige erstmal außen vor lassen

    Kannst Du mir bitte erläutern, wieso die Goldspirale, deren Kern sicherlich ebenso wie der der Kupferspirale, aus Plastik besteht, besser verträglich sein soll, wie eine Kupferkette? Aufgrund der geringeren Größe?


    Dies ist kein gehässiges Hinterfragen, sondern mir einfach nicht ganz schlüssig, warum dies so sein soll.


    Laut kurzer Recherche werden bei jungen Frauen unter 22 und z. Bsp. in Ausbildung die Kosten ebenso übernommen, davon ab, daß sich die Kosten tatsächlich im Rahmen halten.

    .....ach so, ich sollte vielleicht noch dazu sagen, daß meine Tochter während der Mens unter heftigen Krämpfen leidet, wäre in diesem Falle dann trotzdem noch eine Goldspirale/Kupferkette indiziert?