So, da bin ich wieder. Hier ist es ja hoch her gegangen. Ich werde versuchen, alle Eure Fragen zu beantworten. Da muss ich aber zuerst zurück zu Seite 9 gehen...


    Uncommon hat geschrieben:

    Sicher halte ich Euch auf dem Laufenden. Das ist für mich hochinteressant, denn leider fehlt mir eine weibliche Bezugsperson, mit der ich so offen reden kann.


    Den Unterschied zwischen Deiner und meiner Geschichte sehe ich vor allem im Alter, schließlich sind meine Freundin und ich ganz und gar nicht zu jung. Ob sich dieser Altersunterschied "auszahlt", wird sich zeigen.

    Kitsune hat geschrieben:

    Zitat

    im Prinzip hat Knulli doch schon entschieden: er liebt diese Frau, er kann ihr das nicht übel nehmen, er zwingt sich, in die vaterrolle hinein zu wachsen, weil er das jetzt eben muss.


    ich frage mich zwar, wie man einen menschen, der es so gar nicht verdient, so sehr lieben kann, dass man sich all das gefallen lassen kann und brav das tut, was diese frau will, auch wenn das bedeutet, gegen sein innerstes selbst zu handeln, aber diese hörigkeit gibt´s wohl auch bei männern


    ob das gut für euch beide ist, oder ob das nur dazu führt, dass es eine grosse katatrophe gibt, weil der leidendsdruck irgendwann mal zu gross wird, weil das, was ihr erzwingen wollt, nicht klappt, weil sich arrangieren wollen und such arrangieren können, genauso wie verzeihen wollen und verzeihen können oder vertrauen wollen und vertrauen können, eben zwei paar stiefel sind, wird die zeit zeigen.

    und danach das:

    Zitat

    so wie ich das verstanden habe, will er mal sehen, ob er zu dem kind eine gute beziehung aufbauen kann, weil er nunmal vater dessen wird, ob er will oder nicht. und weil seine freundin eben eine familie will. er zweifelt zwar dran, dass es funtioniert, aber er will es versuchen.


    ansonsten hätte er gesagt: das Kind interessiert mich nicht, soll sie´s haben, aber ohne mich.


    so ist es ein "ich werde versuchen, diese rolle auszufüllen"

    Kitsune, Du hast mich eigentlich schon richtig verstanden, aber Du bringst immer den Willen meiner Freundin mit rein, das ist in diesem Zusammenhang so nicht richtig. Es stimmt, ich warte ab, wie ich zu dem Kind stehen werde, bis es da ist, vorausesetzt natürlich, dass die Beziehung zu meiner Freundin bestehen bleibt. Das tue ich ganz und gar nicht für meine Freundin und auch ncht für das Kind, das tue ich für mich. Insofern finde ich "Hörigkeit" nicht zutreffend.


    Ich sehe das so, dass ich jetzt, ob ich will oder nicht, in eine neue Lebenssituation hineinrutsche, egal wie ich mich entscheide. Ich habe schon irgendwo geschrieben, dass ich die Beziehung nicht rational beurteile, sondern emotional. Ich stelle mir also Fragen wie: Bin ich glücklich in der Beziehung? Freue ich mich, wenn ich meine Freundin sehe? Vermisse ich meine Freundin, wenn wir uns nicht sehen können? Alle diese Fragen kann ich uneingeschränkt mit "Ja" beantworten, deswegen halte ich an der Beziehung fest. Jetzt geht es um die Zukunft. Natürlich gefällt mir die Situation nicht, ich fühle mich meiner freien Entscheidung beraubt. Da gehe ich dann auch schon Mal an die Decke wie ein HB-Männchen, werde schwermütig oder besaufe mich sinnlos mit den Jungs. Ich zwinge mich aber auch, in die Zukunft zu blicken. Da ich diese emotional noch nicht erfassen kann, muss ich es rational tun. Da sehe ich vor allem zwei Exreme. Das eine ist die fröhliche Kleinfamilie, das andere ist die alleinerziehende Mutter und ein Kind ohne Kontakt zum Vater. Wenn ich jetzt den zweiten Weg einschlage, gibt es wahrscheinlich keine Möglichkeit mehr, auf den ersten Weg zu wechseln. Andererseits kann ich zu jedem Zeitpunkt ins Exil gehen, daran kann mich keiner hindern. Letztendlich muss ich für mich mit meiner Entscheidung klar kommen, ich möchte nichts bereuen. Für das Kind mag es zwischen "Ich wollte Dich nicht, also bin ich gegangen." und "Ich habe es versucht, es ging einfach nicht." kaum einen Unterschied geben, für mich ist es ein Quantensprung.

    @Knulli

    Ich weiß,du bist wahrscheinlich noch am Beantworten,aber mich-und die anderen sicher auch-würde vor allem interessieren,wie du ihr denn nun vermittelt hast,wie du zu Kindern stehst...Hast du gesagt "vll mal irgendwann" oder war IMMER klar,dass du KEINE haben willst ??

    Es kang hier öfter an, dass ich ja jederzeit hätte selbst verhüten können, wenn ich schon keine Kinder will.


    Das ist richtig, und deswegen mache ich mir schwere Vorwürfe. Es war für mich ein schleichender Prozess. Ich hatte viel Vertrauen und dieses Vertrauen wird durch Verdachtsmomente nicht sofort zerstört. Ich vergleiche das mit einer Waage. Mit jedem Verdachtsmoment wird etwas Vertrauen abgebaut und Mißtrauen aufgebaut, aber bis die Waage kippt, muss eben einiges passieren. In meinem Fall war es leider zu spät.


    Dazu kommt die Tatsache, dass ich, wenn ich die Sterilisation scheue, eigentlich nur mit Kondomen verhüten kann, dass kann ich aber auf keinen Fall unbemerkt tun. Das ist meiner Meinung nach schon ein ziemlicher schwerer Schlag für eine Frau, wenn sie nach gemeinsamer Absprache die Pille nimmt, und der Mann nach 6 Jahre Beziehung mit Kondomen anfängt.


    Eben weil es ein heikles Thema ist, habe ich hier im Forum nach Rat gefragt, damit mir die weibliche Sichtweise dieser Situation verständlicher wird.

    @Knulli

    Vll hast du dadurch aber gelernt,dass man(n),solange es zu Kondomen und Sterilisation keine Alternativen gibt,eben auf Kondome zurückgreifen sollte,egal was ausgemacht wurde (deine Situation kam übrigens in meinem Psychotherapeutenkurs zur Sprache-habe nichts von deinem Fall erzählt-und da meinte einer,dass es einem seiner Freunde schon 3Mal :-o passiert sei,bei drei verschiedenen Frauen..also wenn der dann nichtmal SELBER an Verhütung gedacht hat,ist er selber Schuld,wenn er jetzt dreifach Alimente zahlt ;-D )

    Nur die Ruhe Mond, dazu wollte ich jetzt kommen.


    Am Anfang der Beziehung habe ich iher gesagt, dass ich eventuell mal Kinder haben will, aber betimmt nicht jetzt. Sie hatte damals die gleiche Meinung. Und das war nicht gelogen, denn als wir einmal mit Kondom verhütet haben, als sie irgendwie die Pille nicht nehmen konnte, ist dieses gerissen und sie ist sofort zum Krankenhaus gefahren und hat sich die Pille danach verschreiben lasssen. Ich glaube nicht, dass sie das gemacht hätte, wenn sie damals schon einen ausgeprägten Kinderwusch gehabt hätte. Dann kamen die fast 5 Jahre mit dem Verhütungsstäbchen, dass sie vorgeschlagen hat.


    Erst im letzten Jahr kam der Kinderwunsch. Ich habe ihr dann genau das gesagt, was ich ihr auch am Anfang der Beziehung gesagt habe, eventuell, aber nicht jetzt. Das mit der beruflichen Situation mag wie eine Ausrede klingen, war aber für sie durchaus nachzuvollziehen. Ihr Kinderwunsch wurde stärker, wir haben öfter darüber gesprochen. Ich konnte ihr dazu nichts neues sagen. Das klingt wie eine Hinhaltetaktik, aber wie soll ich denn jetzt abschätzen, was noch alles passiert in meinem Leben? Ich glaube, es ist wesentlich wahrscheinlicher, irgendwann einen Kinderwunsch zu entwickeln, als einen Kinderwunsch zu vergessen, insofern konnte und wollte ich einen Kinderwunsch nicht ausschließen.


    Dann habe ich irgendwann hier im Forum einen sehr langen und interessanten Faden über genau dieses Thema gelesen. Es ging um eine Frau, die einen Kinderwunsch hat und von ihrem Mann hingehalten wurde. Sie hat ihm daraufhin die Pistole auf die Brust gesetzt. Ich habe beim Lesen sehr viel über den weiblichen Kinderwunsch erfahren. Daraufhin habe ich meiner Freundin gesagt, dass ich niemals Kinder will. Das ist drastischer als ich es wirklich fühle, denn es ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Trotzdem war ich der Meinung, dass eine klare Ansage nötig sei und ehrlich gesagt habe ich befürchtet, dass sich meine Freundin danach von mir trennt. Das hat sie aber nicht gemacht, und heute denke ich, dass dieses Gepräch vielleicht der Auslöser für sie war, die Pille heimlich abzusetzen, aber da sie nichts zugibt, werde ich das wohl nie erfahren.

    @Knulli

    Ich bin ruhig ;-) Ich lass mir das alles nur nochmal durchn Kopf gehen..Meine Tante hats mit meinem Onkel nämlich auch so gemacht (nur etwas anders als bei euch-sie hat sich nach zwei Monaten Beziehung ein "TroPi" gegönnt). Und ich versteh die Frauen ja..so sehr wie die ein Kind wollen,habe ich keines gewollt und krampfhaft einen Arzt gesucht,der mich sterilisiert..Finds aber gut von dir,dass du nachher gesagt hast,dass du NIE ein Kind willst,dann war es wirklich das hinterletzte von ihr...

    Kitsune

    Aber so ganz falsch wären die doch nicht. Immerhin ist er sich unsicher genug um sich nicht sterilisieren zu lassen. Ich versteh es schon, was er wollte, aber im Prinzip hat er gelogen. Und er hat damit gerechnet, dass er sie deswegen verlässt, dann versteh ich es noch weniger.

    er hat das gesagt, dass sie sich keine Hoffnungen macht, und nur wegen dieser hoffnung bei ihm bleibt. im prinzip hat er sie vor den "worst case" gesrtellt und ihr die wahl gelassen: mich ohne kind, oder gehen, und nen anderen suchen.


    er will halt auf absehbare zeit kein kind, kann aber nicht ganz ausschliessen, dass sich das mal ändernt-in 5, 10, 15, 20 jahren. aber so lange will er sie nicht hinhalten.


    ich mag zb die nächsten 5 -10 jahre auch garantiert noch kein kind. und ich könnte wohl auch insgesamt prima ohne leben, zweifle auch daran, ob ich mich das je trauen werde-aber trotzdem will ich mich nicht sterilisieren lassen, denn man weiss ja nicht, wie man in einigen jahren denkt.


    und genauso geht´s knulli-auch er kann nicht hellsehen. aber er wollte wohl einfach nicht, dass seine freundin sich an einen strohhalm klammert

    Ja schon klar, aber das hätte er ja auch so sagen können und/oder Schluss machen. Für mich klingt das ein bisschen so, als hätte er provozieren wollen, dass sie Schluss macht, weil er sich nicht traut.

    Zitat

    Für mich klingt das ein bisschen so, als hätte er provozieren wollen, dass sie Schluss macht, weil er sich nicht traut.

    naja aber er will ja nicht Schluss machen - er kann sich ja auch ne beziehung ohne Kind vorstellen ... und hat das deshalb so krass gesagt, damit sie selber entscheiden kann, ob sie ihn auch ohne Kind "behalten" würde oder sich eben trennt