Zitat

    Ich denke einfach, dass in diesem Fall die Frage Verhütung gemeinsam geklärt wurde und man sich in einer Beziehung aufeinander verlassen sollte.

    Hätte man vielleicht mal dann nochmal gemeinsam besprechen sollen, nachdem er ihr sagt, dass er keine Kinder will, denn die Situation ist eine andere. Er hat ihr nur die Botschaft überbracht und dann haben sie einfach weitergemacht, so wie es sich anhört. Ohne weiteres Gespräch oder eine Stellungnahme von ihr.

    Hallo Mädels,


    da bin ich wieder. Ich möchte noch einige Antworten und Kommentare verfassen, das könnte wieder etwas dauern.


    Auf Seite 15 hat Steffi folgendes geschrieben:

    Mir ist in der Tat nach diesem Gespräch nichts besonderes aufgefallen. Sie hat mich gelegentlich angesprochen und versucht, mich doch noch in Richtung Kinderwunsch zu bringen, das war natürlich ein hoffnungsloses Unterfangen. Ich stand auf dem Standpunkt, dass jetzt etwas von ihr kommen müsste. Solange keine Trennung von ihr kam, und die kam nicht, habe ich die Beziehung ganz normal weitergeführt. Ich habe insgeheim gedacht, dass sie abwarten wollte, bis ich beruflich wegegehen würde und wir damit räumlich getrennt wären. Dann hätte sie, so dachte ich, mir noch einmal die Pistole auf die Brust gestzt und dann Schluss gemacht. Was den Sex angeht, kann ich Dir gar nicht genau sagen, was los war. Nach einem furiosen Start nach der Entfernung des Verhütungsstäbchens ist das Sexleben wieder stark abgeflacht. Das war, wenn ich mich richtig erinnere, schon vor dem Gespräch der Fall. Wir waren also nach dem Gespräch noch sexuell aktiv, aber nicht sonderlich. Mir kam das nicht komisch vor. Ich wusste, dass sie mich liebt. Das hatte sie mir gesagt und das war auch der Grund, warum sie nicht sofort nach dem Gespräch Schluss gemacht hat. Wenn sie mich liebt und mich begehrt, warum sollte sie nicht mit mir schlafen?

    Auf Seite 16 schrieb die Sanfte:

    Zitat

    Für mich kommen Kinder wohl nie in Frage, das weiß er, meine Standpunkte hat er schon zig Mal gehört. Somit steht Kinderwunsch der absoluten Kinderverweigerung gegenüber. Muss ich mich deshalb trennen? Muss ich sagen, dass es keine Zukunft gibt? NEIN. Wenn, müsste er sich das überlegen, ob er mit der Situation klar kommt oder nicht. Für den Parnter, der keine will, ist die Situation klar, es ändert in der Beziehung nichts und vielleicht wurde das Thema sogar sehr klar ausdiskutiert und der andere Partner weiß von dem nicht vorhandenen Kinderwunsch. Aber dann muss im Grunde immer noch der Partner entscheiden, ob er die Beziehung so weiterleben will oder nicht, der einen Kinderwunsch hat. Für den Partner mit Nicht-Kinderwunsch besteht ja keine akute Handlungsnotwendigkeit - außer man sagt von sich selbst "ok, ich sehe, du hast einen ausgeprägten Kinderwunsch, ich stehe dem nicht im Wege, mit mir wirst daher nicht glücklich, auf Wiedersehen".

    Das sehe ich genauso und aus diesem Grund bin ich selbst nicht aktiv geworden, habe meiner Freundin aber alle Informationen gegeben, die sie für ihre eigene Entscheidungsfindung benötigt.

    Monika schrieb:

    Zitat

    Es ist nicht zu verleugnen, dass in diesem Konflikt, Kinder ja, nein, jedes Geschlecht ganz spezifische Nachteile hat. Die Frau, kann, wenn sie will, sich ein Kinde "erschleichen", umgekehrt sitzt sie in vielen Fällen mit der alleinigen Verantwortung da, weil sich die Väter aus dem Staub machen. Und sie ist auch diejenige, die ungewollte Schwangerschaften in der einen oder anderen Form ausbaden muss, auch übrigens Anwendungsfehler bei Gummis seitens des Mannes. Der Mann wiederum ist, sofern er nicht peinlich genau Gummis benutzt, immer auf die Verhütungssorgfalt und Ehrlichkeit der Frau angewiesen. Und das unterschätzen sie eben häufig genug. Mit diesen Nachteilen muss man letztlich leben, Sex ist von Natur aus immer noch zum Kinderzeugen da und jeder lebt mit dieser natürlichen "Gefahr". Einfach sagen, ich will kein Kind und trotzdem Sex zu haben, dabei auf die Verhütungspflicht des Partners bauen, das kann sehr wohl in die Hosen gehen.

    Das sehe ich genauso, jedes Geschlecht hält gewisse Trümpfe in der Hand.


    Ich zitiere jetzt ein paar Aussagen von Dir auf den letzten Seiten, weil ich da gerne etwas zu schreiben möchte:

    Zitat

    Einerseits definitiv kein Kind zu wollen, andererseits nicht selbst für die Verhütung zu sorgen, ist inkonsequent und bequem.

    Zitat

    Ich sage mal so, ein Mann, der absolut kein Kind will, muss auch selbst dafür sorgen. Ein Mann, der wie hier im Thread sagt, er sei kein Fan von Gummis, erwartet dann von der Frau, die ein Kind will und das noch lieber heute als morgen, die Verhütung Tut mir leid, das kann ich nicht nachvollziehen, das ist blauäugig und unfair in meinen Augen.

    Zitat

    Auch die Verhütung muss doch dann überdacht werden auf Seiten des Mannes. Eine Frau, die ungern verhütet, neigt - auch wenn sie nicht heimlich die Verhütung ganz einstellt - zu fehlerhafter Einnahme. Das ist menschlich, mich würde es zumindest unruhig machen.


    Mein Freund damals jedenfall, der wusste, dass ich ein Kind will, hat dann höllisch aufgepasst.

    Ich denke ich habe Verhütung wesentlich anders empfunden als Du und deswegen bin ich anders damit umgegenagen. Für mich war Verhütung eine Absprache, genau so wie man sich zum Beispiel abspricht, dass ich den Müll rausbringe und meine Freundin dafür die Spülmaschine ausräumt. Das wird dann so gemacht und gut. Wenn nun ein Partner damit ein Problem hat, dann muss man erneut darüber sprechen und einen Konsens finden. Ich kann mich nicht unendlich in andere Personen hineinverstzen, oft bleibe ich an meinem eigenen Horizont hängen. Dass es für meine Freundin eine Quälerei ist, trotz Kinderwunsch für die Verhütung verantwortlich zu sein, habe ich so nie gesehen, das habe ich erst durch diese Diskussion erfahren. Schau doch mal auf Seite 1 nach, da erklärt es mir die Sanfte.


    Ich habe doch gar nicht gewusst, dass meine Freundin nicht gerne verhütet, woher auch wenn sie es mir nicht sagt? Und die Verhütung mit der Pille hat immer sie vorgeschlagen. Ich maße mir nicht an, eine Verhütung vorzuschlagen, die mit einem Einriff in den Hormonhaushalt der Partnerin verbunden ist. Aber meine Freundin hat es angeboten und hatte soweit ich weiß keinerlei Probleme damit, weder psychisch noch physisch.


    Es stimmt, ich bin kein Fan von Kondomen, insofern habe ich Ihr Angebot, die Pille zu nehmen, dankend angenommen. Ich weiß, Frauen sind nicht Schuld, dass es kaum Verhütungsmittel für den Mann gibt und sollten es deswegen auch nicht ausbaden müssen, aber ich bin doch genauso wenig Schuld. Ich weiß nicht, wie eine Frau den Sex mit Kondom erlebt, aber ich spüre definitiv weniger und damit geht etwas verloren, dazu kommt noch die Unterbrechung, weil man das Kondom vor jedem Sex anlegen muss. Meine Freundin findet Kondome übrigens auch nicht überragend toll, wir waren uns da einig.


    Du benutzt Worte wie "unfair", "bequem" oder "blauäugig". Vielleicht war ich blauäugig, ich konnte mich in ihre Sitauation nicht hineinversetzen. Unfair finde ich mein Verhalten nicht, das impliziert ja ein bewusstes Handeln, jedenfalls meiner Meinung nach. Wir haben die Verhütung gemeinsam bespochen und beschlossen, was ist daran bequem? Ist jeder Mann bequem, der seiner Frau die Verhütung überlässt? Ist jede Frau bequem, wenn der Mann mit Kondomen verhütet? Ich finde nicht.


    Gruß, Bulli

    @ stilleswasser:

    Danke für Deine Beiträge, das tut richtig gut.

    @Steffi:

    Ich habe Dich nicht persönlich gemeint, als ich mich beschwerte, hir wie auf der Anlagebank zu sitzen. Manchmal kommen einige Beiträge zusammen, in denen sich der "Ton" für mich so wirkt wie ein "selber Schuld". Wenn mehrere von dem kaliber kommen, dann beschwere ich mich schonmal, das war nicht auf ein speziellen Beitrag von Dir gemünzt.

    Knulli

    Und wie kommst du jetzt so mit der neuen Situation zurecht?


    Siehst du dir Ultraschallbilder an, kannst du damit etwas anfangen?


    Und wenn nicht, merkt deine Freundin überhaupt, dass du dich nicht freuen kannst, stört sie das überhaupt?

    Zitat

    Hätte man vielleicht mal dann nochmal gemeinsam besprechen sollen, nachdem er ihr sagt, dass er keine Kinder will, denn die Situation ist eine andere. Er hat ihr nur die Botschaft überbracht und dann haben sie einfach weitergemacht, so wie es sich anhört. Ohne weiteres Gespräch oder eine Stellungnahme von ihr.

    Das wichtige hier an der Sache ist, dass etwas von Ihr kommen musste! Da nichts kam, war es für ihn genauso wie vorher, gut sie wollte Kinder, er sagte, dass er keine wollte, sie sagte dazu nichts, also nahm er wohl an, dass sie entweder warten oder darauf verzichten könne. Bei ihm liegt hier kein Fehler, denn in einer vertrauensvollen Partnerschaft würde ich nicht davon ausgehen, dass in so einem Falle der Partner, der kein Kind möchte, sofort mißtrauisch wird und denkt, sie würde ihm eins unterschieben wollen oder es fahrlässig drauf anlegen, schwanger zu werden.


    Im ungekehrten Fall wäre es ja genauso, sollte der Mann ein Kind wollen und man hätte sich vorher auf Gummis geeinigt als Verhütung, geht die Frau ja auch nicht davon aus, das er jetzt das Gummi "vergisst" oder noch schlimmer mit ner Nadel perforiert. Frau hätte dann immernoch die Möglichkeit abzutreiben, wenn der Mann sie gegen Ihren Willen schwängert. Ein Mann ist da voll dem Willen der Frau ausgeliefert.

    Zitat

    Im ungekehrten Fall wäre es ja genauso, sollte der Mann ein Kind wollen und man hätte sich vorher auf Gummis geeinigt als Verhütung, geht die Frau ja auch nicht davon aus, das er jetzt das Gummi "vergisst" oder noch schlimmer mit ner Nadel perforiert. Frau hätte dann immernoch die Möglichkeit abzutreiben, wenn der Mann sie gegen Ihren Willen schwängert. Ein Mann ist da voll dem Willen der Frau ausgeliefert

    Das ist allerdings wahr. Wir verhüten auch mit Kondomen (die Prozedur um Kauf, Anwenden, Überrollen etc. liegt sowieso an mir) und ich hoffe doch nicht, dass ich deshalb von meinem Partner annehmen muss, dass er die Kondome auf Grund des Kinderwunsches (ob nun stark oder nicht) manipuliert. Wäre ja schlimm, wenn man das dem Partner unterstellen müsste bzw. davon mal ausgeht. Die Informationspflicht - wie es weitergeht, ob man damit zurecht kommt, ob man nicht mehr oder anders verhüten will etc. - liegt auf jeden Fall auf seiten des Partners mit Kinderwunsch.

    stillesWasser

    Zitat

    Das wichtige hier an der Sache ist, dass etwas von Ihr kommen musste!

    Ja das sag ich doch!!! Mich wundert halt, dass von ihr nix kam und er trotzdem weiter mit ihr ins Bett geht und sich nicht wundert.


    Wenn ich mir überlege ob ich mich trenne oder auf Kinder verzichte, (was ist als würde man zwischen Pest und Cholera entscheiden), dann hab ich doch keine Lust auf Sex! :-/


    Da sie unbedingt Kinder will und er auf keinen Fall hätte man doch da sich ne neue Verhütung ZUSAMMEN überlegen müssen in dem Moment. Es wrde scheinbar gar nicht darüber gesprochen.

    Zitat

    ...dass sie entweder warten oder darauf verzichten könne.

    Und das macht irgendwie halt beides keinen Sinn. Beim warten führt man keine normale Beziehung inklusive Sex weiter als wär nix und hätte sie sich entschieden, hätte sie was gesagt. Mal davon abgesehen, dass es sowieso extrem unwahrscheinlich ist, dass eine Frau mit Kinderwunsch so eine Entscheidung trifft, würd ich mal behaupten.

    @dieSanfte

    Zitat

    Die Informationspflicht - wie es weitergeht, ob man damit zurecht kommt, ob man nicht mehr oder anders verhüten will etc. - liegt auf jeden Fall auf seiten des Partners mit Kinderwunsch.

    Wie es weiter geht klar. Aber wie man verhütet geht beide was an! Das muss man zusammen entscheiden und nicht einer der dann den anderen informiert. Soll sie sagen, aus ANgst vor einem sie überkommenden Aussetzer wegen dem Kinderwunsch möchte sie lieber doppelt verhüten? Das ist ja sein Interesse und nicht ihres.

    Knullibulli

    Zitat

    Ich denke ich habe Verhütung wesentlich anders empfunden als Du und deswegen bin ich anders damit umgegenagen. Für mich war Verhütung eine Absprache, genau so wie man sich zum Beispiel abspricht, dass ich den Müll rausbringe und meine Freundin dafür die Spülmaschine ausräumt.

    Im Prinzip ja, kann ich schon verstehen. Aber ich denke, da hast du jetzt dazu gelernt, denn Verhütung ist schon was Anderes als den Müll rausbringen. Es ist ein sehr sensibles Thema, das ist vielen Männern einfach überhaupt nicht bewusst. Die Frau verhütet und das ist es dann für sie in der Regel, Frauen leben damit monatlich, haben Angst, dass es daneben gegangen ist, rätseln herum, ob die Periode doch noch kommt, ob der Durchfall gestern womöglich die Pillenwirkung beeinträchtig, versuchen, die Nebenwirkungen nicht zu beachten oder beachten sie viel zu sehr, oder sie messen jeden Tag Temperatur und beobachten ihren Körper minutiös..Ganz zu schweigen von Pille danach und Abtreibungen. Was auch immer sie tun, es IST ein permanentes Thema und nicht das Ergebnis einer einmal erfolgten Absprache. Und in dem Augenblick, in dem eine Frau ein Kind will, verhütet sie gegen ihr inneres Empfinden. DAS sollte jedem Mann klar sein. Es liegen wirklich Welten zwischen den üblichen Alltagsabsprachen und Verhütung.


    Bitte, ich will ihr Verhalten nicht rechtfertigen, einem Mann ein Kind unterzuschieben, ist nicht in Ordnung. Ich will dir nur klarmachen, dass du daran beteiligt warst, du bist nicht das alleinige Opfer. Dir war das nur nicht klar genug.

    Ich

    find sowieso prinzipiell,was kann der Mann tun,um der Frau das verhüten "auszugleichen" ?? Fängt er dann vll das Rauchen an,damit er das gleiche Krebsrisiko hat wie die Frau oder wie ?? Also ich stimme Monika zu..das hat mit Müll rausbringen und Abwasch gar nichts zu tun..Ein Mann kann eine Frau für Verhütung nicht entschädigen,außer sie machen GEMEINSAM NFP,aber sonst gar nicht.

    @Steffi

    Ja,du nicht..viele Frauen sicher auch nicht,aber wenn man sie mal drauf aufmerksam machen würde (z.B. aufs erhöhte Krebsrisiko hinweisen würde etc.),dann wären sie sicher nicht zufrieden mit einer finanziellen Beteiligung.

    Mond

    Man macht sie drauf aufmerksam, steht ja in der Packungsbeilage. Ich denk den meisten Frauen ist das bewusst und sie nehmen das Risiko für die Sicherheit in Kauf.


    Sicher gibts auch Frauen, die die Packungsbeilage nicht lesen, denen ist dann eh nicht mehr zu helfen :-/

    Naja aber eigentlich sind die gesundheitlichen Risiken nicht das Thema. Ich denk Monika wollt Knulli damit nur sagen, dass es für eine Frau nicht eine einmalige Absprache ist und damit ist es erledigt wie für den Mann, sondern dass man sich ständig darüber Gedanken macht als Frau und sich damit auseinander setzt.