Pille danach oder Abtreibungspille?

    Hallo,


    oft ist es doch so, dass nach ungeschütztem Sex, bei einem geplatztem Kondom, .... eine nur geringe Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Frau schwanger geworden ist.


    Trotzdem wird eigentlich immer geraten, dass die Frau die Pille danach nehmen soll.


    Wie wäre es aber, die Pille danach nicht zu nehehmen und dann zum frühstmöglichen Zeitpunkt einen Schwangerschaftstest zu machen.


    Wenn die Frau nicht schwanger ist wäre doch alles ok.


    Wenn sie schwanger wäre wäre doch noch genügend Zeit für die Abtreibungspille.


    Nun ist natürlich die Frage, in wie weit die Abtreibungspille schädlicher für den Körper ist als die Pille danach?


    Liebe Grüße


    lonesome

  • 9 Antworten

    Es ist auf jeden Fall besser eine Schwangerschaft zu verhindern als eine abzubrechen.


    Ein tatsächlicher Abbruch stellt eine ganz andere psychische und körperliche Belastung dar. Außerdem kann es sein das mit der Abtreibungspille Gewebereste in der Gebärmutter verbleiben und mit einem Eingriff entfernt werden müssen.


    Außerdem muss einem Abbruch immer eine Konfliktberatung vorangehen.

    Das ist auf jeden Fall das erhebliche aufwändigere Verfahren. Du musst erstmal die Schwangerschaft ärztlich feststellen lassen, ein selber gemachter Test reicht da nicht. Beratungstermin, 3 Tage warten, nach Einnahme der Pille muss man etliche Stunden später wieder hin und bekommt Prostaglandine. Manchmal sogar 2mal. Nachuntersuchung. Das heißt, du musst mehrere Mal in die Klinik und dich auch dort einige Stunden aufhalten. Zusätzlich das Risiko, dass es nicht wirklich klappt, schmerzhaft kann es ebenfalls sein, ist sogar sehr wahrscheinlich.


    Alles in allem nicht vergleichbar mit der Pille danach. Eine einmal bestehende Schwangerschaft ist nicht einfach so mit einmal Pillenschlucken zu beenden.

    Das kommt noch dazu, die Kosten. Das ist genauso wie bei einem normalen Abbruch, entweder du trägst das selber oder musst Kostenübernahme beantragen.


    Alles in allem keine gute Idee als Alternative zur Pille danach.

    Zitat

    Das kommt noch dazu, die Kosten.

    Genau, die Kosten eines Abbruchs sind nicht unerheblich... dagegen ist die Pille danach ein Schnäppchen.


    Der medikamentöse Abbruch ist übrigens körperlich meist sehr unangenehm... Schmerzen, Blutungen, das alles zu Hause... mehrere Male in die Klinik pilgern... und wenn es nicht klappt, muss dennoch noch nachkürettiert werden.


    Also ganz ehrlich, liebe TE? Auch wenn die PD eine Hormonbombe ist, so würd ich die noch 100 x lieber einwerfen, als einen Abbruch durchmachen zu müssen.


    Und wenn ich einen Abbruch machen müsste, würde ich mich definitiv nicht für den medikamentösen Abbruch entscheiden.

    gibt es denn irgendwelche zahlen darüber, wieviele pillen danach "umsonst" genommen werden.


    wenn es jetzt zum beispiel so wäre, dass nur jede hundertste pd sinn macht, find ich die überlegung gar nicht mal so verkehrt.

    es wird ja niemand gezwungen, bei einem ausrutscher die pd zu nehmen! kann ja jeder für sich entscheiden, ob er die pd, die spirale danach oder bei ner eintretenden schwangerschaft abtreiben möchte.


    das kann jede für sich entscheiden.


    aber ich finde die möglichkeit der pille danach super! mit einer abtreibung könnte ich niemals leben und würde das kind also bekommen. das wär in meiner situation zwar nicht besonders wünschenswert, aber irgendwie zu schaffen.


    deshalb würde ich bei einer panne auch zur notfallverhütung greifen.

    Zitat

    gibt es denn irgendwelche zahlen darüber, wieviele pillen danach "umsonst" genommen werden.

    Soweit ich weiß gibt es sowas nicht.


    Ich persönlich würde aber lieber das Risiko eingehen die PD für nöppes zu nehmen anstatt vor der Situation "Abtreibung ja oder nein" zu stehen.

    Prinzipiell kann ich den Gedankengang verstehen, weil man sich eben vorstellt, eine medikamentöse Abtreibung wäre sowas ähnliches wie die Pille danach, einmal schlucken und das wars und dann muss man es eben nur machen, wenn wirklich was passiert ist. Aber so ist es eben nicht, es ist sehr viel aufwändiger, eine richtige Abtreibung eben. Die instrumentelle Abtreibung geht dagegen wesentlich schneller über die Bühne, man muss ja auch keine Vollnarkose machen.


    Die Entscheidung im Zweifelsfall heißt nicht, Pille danach oder Pille, falls was passiert ist, sondern Pille danach oder Abtreibung, denn auch mit Mifegyne ist es eine Abtreibung, die mit der Pille danach nicht zu vergleichen ist, auch körperlich gesehen.


    Prinzipiell sehe ich das aber auch so, ich hatte sicher häufiger den Fall, wo ich die Pille danach hätte nehmen müssen, ich es aber nicht tat und es ist aber nichts passiert. Man kann schon für sich abwägen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, das muss jeder selbst entscheiden.


    Ich glaube nicht, dass es eindeutige Zahlen dazu gibt, wie oft die Pille danach umsonst genommen wird.

    Zitat

    Ich glaube nicht, dass es eindeutige Zahlen dazu gibt, wie oft die Pille danach umsonst genommen wird.

    Wie sollte das denn überhaupt gehen? :|N