Pille - Kosten für Rezept, online kaufen?

    Guten Abend,


    meine Freundin (und ich) haben folgendes Problem:


    Meine Freundin ist aus Ecuador und vor etwa 5 Monaten für ihr Studium nach Deutschland gekommen. Seit etwa drei Jahren nimmt sie die Diane 35 und hatte damit keine Probleme, allerdings ist jetzt das letzte Päckchen weg.


    Nun wollte sie heute zur Apotheke um die Pille nachzukaufen, da haben wird festgestellt, dass die Pille in Deutschland verschreibungspflichtig ist (wusste ich nicht, wusste sie nicht, und bevor sie herkam, kamen wir auch nicht auf die Idee, uns darüber zu informieren).


    Also braucht sie jetzt ein neues Rezept vom Frauenarzt, die Kosten übernimmt ihre Krankenversicherung nicht. Mit welchen Kosten müssten wir für ein neues Rezept rechnen? Sind da zusätzlich irgendwelche Untersuchungen verpflichtend?


    Wenn das arg teuer ist, können wir uns das jedenfalls nicht leisten (bin auch Student). Nun habe ich gesehen, dass man [online] Rezept+Pille [...] bekommen könnte (ist in England wohl zulässig). Das entspricht zwar nicht der Beratung beim "vor Ort", aber ist besser als gar keine Pille. Und da sie mit der Diane 35 seit 3 Jahren keine Probleme hat, müsste da Risiko überschaubar sein, zumindest bis einer von uns arbeitet und Geld für den Frauenarzt verdient. Ist diese Seite seriös? Kommen die Medikamente auch wirklich an?


    Danke schon mal für eure Hilfe und evtl. sonstige Vorschläge.

  • 10 Antworten
    Zitat

    Und da sie mit der Diane 35 seit 3 Jahren keine Probleme hat, müsste da Risiko überschaubar sein

    Die Diane 35 ist aufgrund des erhöhten Thromboserisikos nicht unumstritten und ist eigentlich in Deutschland nicht explizit zur Verhütung zugelassen (auch wenn sie natürlich verhütend wirkt). Indikation für die Behandlung mit diesem Präparat laut Packungsbeilage:


    Was ist Diane-35 und wofür wird es angewendet?


    Diane-35 wird bei Frauen im gebärfähigen Alter zur Behandlung von Hauterkrankungen wie z. B. Akne, sehr fettiger Haut und übermäßigem Haarwachstum eingesetzt. Aufgrund seiner verhütenden Eigenschaften sollte es Ihnen nur dann verschrieben werden, wenn Ihr Arzt der Ansicht ist, dass eine Behandlung mit einem hormonalen Verhütungsmittel angebracht ist.


    Sie sollten Diane-35 nur dann einnehmen, wenn sich Ihre Hauterkrankung nach der Anwendung anderer Behandlungen gegen Akne einschließlich lokal angewendeter Behandlungen und Antibiotika nicht gebessert hat.

    Zitat

    Also braucht sie jetzt ein neues Rezept vom Frauenarzt, die Kosten übernimmt ihre Krankenversicherung nicht. Mit welchen Kosten müssten wir für ein neues Rezept rechnen? Sind da zusätzlich irgendwelche Untersuchungen verpflichtend?

    Die meisten Gyns die ich kenne verlangen halbjährliche Untersuchungen inklusive Abstrich um die Pille für ein weiteres halbes Jahr zu verschreiben. Ihr könnt ja einfach mal beim Arzt anrufen und fragen, was das als Privatleistung kosten würde bzw ob das ihre Krankenkasse übernimmt.


    Ich habe damals ein anderes Pillenpräparat (Generika der Leios) eingenommen und habe 80-90€ im gezahlt.


    Kondome (gibt's auch im Vorratspack) sind aber nochmal deutlich günstiger. Die kann man sich auch als Student leisten :-)

    Ist wohl eine private Versicherung (mawista). So ganz werd ich aus den Versicherungsbedingungen nicht schlau, aber da so ziemlich alles ausgeschlossen zu sein scheint, was kein akuter Notfall ist (z.B. Vorsorgeuntersuchungen)

    https://www.mawista.com/Versicherungsbedingungen_mawista_Student.pdf


    Deshalb ja die Frage, was beim Arzt tatsächlich gemacht werden muss. Wenn man sich einfach für 30 € mit ihm unterhält und ein Rezept bekommt, kein Problem. Wenn aber für 100 € und mehr ein Haufen Untersuchungen gemacht werden muss, sieht es schlecht aus.

    Ruft bei der Krankenkasse an und fragt nach, ob gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen (im Endeffekt ist es nichts anderes) abgedeckt werden.


    Das Rezept für die Pille + das Präparat selbst sind aber sicher keine Kassenleistungen.


    Und ein Gyn-Besuch samt Abstrichen ist, wenn ich das nicht komplett falsch in Erinnerung habe, schon so ein bisschen teurer als 30€. Mein letzter (Vorsorge + Abstrich, allerdings in Österreich) war eher näher an 100€ als an 30€ dran.


    Wie gesagt, Kondome sind günstig und bei richtiger Handhabe auch sehr sicher.

    Gut, das die Diane etwas "besonderes" ist, wusste ich nicht. Wurde aber vom Arzt empfohlen.


    Wenn das beim Gynäkologen 100€ kostet und [zum Online-Shop] oder ähnlichen Seiten keine Erfahrungen vorliegen, werden es wohl wirklich die Kondome werden...


    Soweit schon mal vielen Dank für die Antworten

    Hat sie im Heimatland die Pille wirklich gratis erhalten?


    Wieso geht sie nicht einfach mal zu einem Arzt, erklärt die Situation und bekommt eventuell erstmal ein Rezept für eine Pille? Im Nachgang kann man das ja mit der Untersuchung klären. Sie bleibt ja sicher etwas länger hier und wird sich normal krankenversichern.

    Nicht gratis, die Pille muss man wie hier bezahlen. Aber man brauchte kein Rezept, die Untersuchungen beim Arzt werden zwar empfohlen (und hat sie auch öfters gemacht), sind aber nicht zwingend vorgeschrieben.


    Kann sie die KV noch so einfach wechseln? Ich zumindest kann ja als (deutscher) Student nicht von der privaten in die gesetzliche wechseln.


    Wir werden dann wohl mal einen Arzt fragen, ob er ihr auch so ein Rezept geben kann... und die KV anrufen, ab es evtl doch übernommen wird.

    Du kannst mal bei [...] schauen. Dort füllt man online einen Fragebogen aus und bekommt dann ein Rezept ausgestellt. Dann kann man sich entweder das Rezept zuschicken lassen oder man kann das Rezept gleich an eine online Apotheke schicken lassen und man bekommt die Pille dann geliefert. Das Ausstellen des Rezeptes kostet glaube ich 19 Euro beim ersten Mal. Bei Folgebestellungen sind es dann nur noch 9 Euro.


    Dort habe ich auch öfters meine Pille bestellt, wenn ich keine Zeit für einen Termin beim Frauenarzt hatte.

    Haben die Pille jetzt online gekauft.


    Bei den Briten klappt das ja über "Ferndiagnose" mit Fragebogen. Hat auch einwandfrei funktioniert, kam zwei Tage später an. Sicher nicht optimal, aber besser als beim Gynäkologen oder Hausarzt ohne Untersuchung auf ein Rezept zu bestehen. Untersuchung beim FA können wir uns gerade nicht leisten und wird von Versicherung nicht übernommen (haben nachgefragt).


    Naja, wenn es wieder soweit ist, arbeite ich hoffentlich, dann können wir alles "richtig" machen.