Pille mit 14 jahren noch zu früh?

    hallo,


    meine freundin hat gestern mit ihrer mama über die pille gesprochen, diese meinte aber das sie noch zu jung is und weil sie gerade im wachstum is würde sie eher in die breite wachsen ;-). Bevor sie zum FA geht wollte ich nun fragen ob das stimmt oder ob sie die pille ohne bedenken nehmen kann. Danke schonmal :-)

  • 75 Antworten

    Ich persönlich hätte andere Bedenken als Gewichtszunahme, wenn ich eine 14jährige Tochter hätte und die mich nach der Pille fragen würde :-/. Aber nichts für ungut, heute sind die Mädels halt ein paar Jährchen früher dran als zu meiner Zeit, und sicherlich ist die Pille im Endeffekt noch das kleinere Übel im Vergleich zu einer ungewollten Schwangerschaft. Wenn es der Wunsch Deiner Freundin ist, Sex zu haben und die Pille zu nehmen, sollte sie sich an einen FA wenden. Der wird sie gynäkologisch untersuchen und nach entsprechender Abwägung eine geeignete Pille verordnen.

    Ich würde euch raten, euch über die Nebebenwirkungen gut zu informieren. Denn nicht selten kommt es vor, dass das Mädchen/die Frau nach Monaten oder auch nach Jahren diverse Nebenwirkungen bekommt. Das kann von Stimmungsschwankungen bis hin zum Lustverlust und kein Feuchtwerden mehr beim Sex reichen. Deshalb - wenn dies irgendwann während der Pilleneinnahme auf lange Sicht vorkommt - sofort hinterfragen, ob es nicht auch mit der Pille zusammenhängen kann.


    Ansonsten darf sie eben eines nicht vergessen: durch die Pille wird sie in ihrem hormonellen Wachstum eingedämmt. Das heißt, ihr Zyklus wird mal komplett lahmgelegt, auch einige Organe wachsen nicht mehr weiter (Gebärmutter z.B.) wie es normal wäre. Und da ihr Körper eben noch im Wachstum bzw. in der "Reifung" ist, kann die Pille eben schon sehr viel durcheinander bringen. Gerade in einem sehr jungen Alter ist das nicht gerade förderlich :-/


    Aber wenn für euch die Pille ein gutes Verhütungsmittel ist und ihr die potenziellen Nebenwirkungen und Risiken alle in Kauf nehmt, dann sollte es kein Problem sie, sie vom Arzt zu verschreiben lassen. Vielleicht überlegt ihr euch aber auch andere Verhütungsmethoden (Kondome, Diaphragma z.B. kombiniert), um sicher zu verhüten.


    Ihr müsst eben abwägen, wie konsequent und zuverlässig ihr im Umgang damit seid!

    ich find es prima, daß ein 14jähriges mädchen sich über verhütung informiert.


    was (mal wieder an dieser stelle) der rubrik "grober unfug" zuzuordnen ist:


    die pille hemmt nicht das wachstum innerer organe wie z.b. der gebärmutter, sie verhindert auch nicht, daß nach dem absetzen ein natürlicher zyklus einsetzt.


    die pille begünstigt auch das "wachstum in die breite" nicht


    ein verantwortungsbewußter arzt klärt ein mädchen natürlich über mögliche risiken auf, er macht ihr aber auch keine unnötige angst.

    @bvgonsen

    ich habe die pille auch mit 14 schon genommen;-) (von 14-20 und dann wieder von 24 an) besser so als mit 14 schwanger.

    Ich wäre froh gewesen, wenn mir mit 14 die Pille verschrieben worden wäre, denn in diesem Alter hatte ich bereits sehr starke Blutungen und starke Regelschmerzen. Lieder ist es so, dass ich aus einer relativ kleinen Stadt komme und es dort damals eine FÄ (weiblich) und zwei männlich FÄs gab. Nun war es so, dass zu dieser Ärztin zuerst JEDER hingegangen ist, da die ja soooo nett war und angeblich total viel konnte und deshalb irgendwann keine neuen Patientinnen mehr annahm. :(v und :°(


    Heute gehen da die wenigesten Frauen hin, da diese Ärztin fast alles privat anbietet (vom Ultraschall bis zu diversen speziellen Tests für die Darmkrebserkennung). Im Wartezimmer denkt man, dass man im Versandhaus ist, da unzählige Mappen mit Preislisten ausliegen. Das reicht von Attests bis hin zu den osten für Verhütungsmittel, wie die Dreimonatsspritze.


    Okay, back to topic: Ich finde, dass Deine Freundin es versuchen sollte, denn es gibt ja schon niedirg dosierte Pillen, wie Lamuna20.

    Das kam bei mir auch dazu. Mit 13/14 (und älter) hatte ich besonders am Rücken richtig große Pickel, de saumäßig wehtaten (sorry, für die platische Beschreibung %-|). Mit der Pille war dann alles weg.

    Interessante Diskussion. Natürlich habe auch ich ganze 14 Jahre lang die positiven Begleiteffekte der Pille geschätzt: die vorherseh- & beeinflußbare, schmerzarme und leichtere Blutung. Aber diesen Effekt konnte und kann man auch auf anderem Wege erzielen, dafür stehen pflanzliche Mittel zur Verfügung, die nicht so radikal in den noch nicht völlig ausgereiften Körper eingreifen. Unter dem Aspekt der ungewollten Schwangerschaft ist zweifellos die Pille das kleinere Übel, gar keine Frage. Dennoch, ich frage mich, ist "frau" mit 14 wirklich schon so reif, daß sie GV haben möchte - oder ist es heute vielmehr so, daß ein Mädel mit spätestens 14 sexuell erfahren sein muß und die Tatsache, daß mit hormoneller Verhütung gynäkologischerseits so offen umgegangen wird, hierzu entsprechend beiträgt? Daß vielleicht auch die jugendlichen Partner in Unkenntnis der möglichen Gegenanzeigen und Nebenwirkungen das Mädchen nicht ausreichend abwägen und sich hineinhorchen lassen, nach dem Motto: Es gibt doch die Pille, die wirfst du dir ein, und alles ist paletti?

    Zitat

    daß mit hormoneller Verhütung gynäkologischerseits so offen umgegangen wird, hierzu entsprechend beiträgt? Daß vielleicht auch die jugendlichen Partner in Unkenntnis der möglichen Gegenanzeigen und Nebenwirkungen das Mädchen nicht ausreichend abwägen und sich hineinhorchen lassen, nach dem Motto: Es gibt doch die Pille, die wirfst du dir ein, und alles ist paletti

    Ja, da hast Du wirklich recht. Zu Zeiten, als ich noch zum FÄ ging, habe ich mich ehrlich gesagt immer ein wenig geärgert, dass ich mit akuten Schmerzen (wegen der Zysten) mehr oder weniger noch belächelt und/oder für doof erklärt wurde. Kamen jedoch die jungen Mädels (okay, ich war ja auch nicht soooo viel älter) an die Rezeption und haben erklärt, dass sie "Probleme mit der Pille hätten", wurden ide gleich von der Helferin ins Sprechzimmer gelotst. Wahrscheinlich dachten die Mädchen, dass die Pille obligatorisch ab dem 15. Lebensjahr ist und haben nie möglichen Nebenwirkungen nicht beachtet und wurden höchstwahrscheinlich auch von der Ärztin nicht aufgeklärt. Sicher dachten sie dann, okay, ich nehm die Pille und nichts mehr kann passieren. Dem ist aber nicht so.

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    Aber diesen Effekt konnte und kann man auch auf anderem Wege erzielen, dafür stehen pflanzliche Mittel zur Verfügung

    Da hast Du natürlich recht, aber bei mir persönlich ist es so, dass ich eine hyperandrogene Hormonstörung habe, die man nur mit antiandrogenen Pillen, wie die Valette behandeln kann. Leider hat das lange kein Arzt herausgefunden. :(v

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    Da hast Du natürlich recht, aber bei mir persönlich ist es so, dass ich eine hyperandrogene Hormonstörung habe, die man nur mit antiandrogenen Pillen, wie die Valette behandeln kann.

    Das ist natürlich etwas anderes, dagegen ist wohl kein anderes Kraut gewachsen. Meiner Schwiegermum ging es genauso, sie nahm lange die Diane 35 bis zur Steri, ist aber, soweit ich weiß, nicht mehr State of the Art.

    Also ich hab früher echt übelste Probleme mit meiner Periode gehabt und meine Mutter, die eigentlich gegen die Pille ist, hat mich 4 Jahre lang mit pflanzlichen Sachen vollgestopft.


    Es hat rein garnichts geholfen. Außer der Pille dann später.

    Zitat

    ... meine Mutter, die eigentlich gegen die Pille ist, hat mich 4 Jahre lang mit pflanzlichen Sachen vollgestopft. Es hat rein garnichts geholfen.

    Das ist unerfreulich. Ich hatte das Glück, bei meiner zweiten FÄ an eine sehr professionelle Medizinerin zu geraten, die die Problematik sehr differenziert betrachtete und nicht leichtfertig den Rezeptblock zückte: Ging es mir nur um die Kontrolle über Menstruationsprobleme (gelöst werden sie durch die Pille nicht, nur überlagert, das ist uns ja klar), oder wollte ich auch zuverlässig verhüten? Ich fand den kritischen Umgang mit einer so weitreichenden Entscheidung sehr wohltuend, auch rückblickend betrachtet noch. Dabei war ich damals schon 19.

    Ich finde starke Regelschmerzen rechtfertigen die Pille sogar noch eher als der Verhütungsaspekt. Verhüten könnte man theoretisch auch anders. Naja, aber das führt jetzt dann echt zu weit vom THema weg

    Zitat

    Ich finde starke Regelschmerzen rechtfertigen die Pille sogar noch eher als der Verhütungsaspekt.

    So gesehen schon. Nur wird dieser Ansatz, beides separat zu betrachten, oft vernachlässigt. Die Pille findet sicherlich auch deshalb so viel Anklang, weil sie in vielen Fällen die medizinische Indikation mit dem Verhütungskomfort - zudem bei hohem Sicherheitsniveau (und somit uneingeschränktem Spaßfaktor ;-)) - verbindet. Wer möchte schon mit Diaphragma, Femidom u. a. Methoden hantieren, wenn ohnehin Regelbeschwerden vorliegen, bei denen kein anderes Mittel greift? Etwas anderes ist es m. E., wenn unter dem Deckmantel des Leidensdrucks aufgrund von Regelschmerzen jungen Mädchen suggeriert wird, daß die Pille ihr Problem löst, und sie zeitgleich in die Rolle der erwachsenen, selbstbestimmten Frau gedrängt werden, die über ein bestimmtes Maß an sexueller Erfahrunge verfügen sollte.