Risiken von Vasektomien und Tubenligatur psychosomatisch?

    Hallo,


    Sowohl Vasektomien als auch Tubenligaturen haben ja langfristige Risiken, deren Ursache nicht geklärt ist.


    Nach der Vasektomie kommt es bei bis zu 30% aller Männer (hängt davon ab, welche Studie man liest) zu chronischen Schmerzen im Skrotalbereich. Solche Schmerzen werden als Post Vasektomie Schmerzsyndrom bezeichnet. Ursachen hierfür sind eigentlich nicht bekannt, es gibt nur Theorien, vor allem wird vermutet dass es durch den Samenstau im Nebenhoden zu druckartigen Schmerzen kommen kann, eine Nervenschädigung wäre aber eine weitere Theorie. Der deutsche Urologenverband weist ausdrücklich auf das Syndrom hin (laut dem Verband werden zwischen 1-5% aller Männer davon betroffen), eine deutsche Wikipedia Seite gibt es nicht, aber eine englische schon:


    https://en.wikipedia.org/wiki/Post-vasectomy_pain_syndrome


    Wenn man im Internet nur mal "Vasektomie Schmerzen" eingibt, findet man zum Teil die erschreckendsten Horrorgeschichten.


    Bei der Tubenligatur kommt es bei etwa 2% der Frauen zum sogenannten Post Tubenligatur-Syndrom, was sich vor allem durch Menstruationsabnormalitäten und andere hormonelle Symptome wie Depressionen, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Gewichtszunahme manifestiert. Auch hierfür sind die Ursachen völlig unklar. Manche behaupten, dass durch die Tubenligatur die hormonelle Produktion gestört werden kann, aber dies ist nicht bewiesen und Studien haben noch nie zeigen können, dass die OP irgendeinen Einfluss auf die Hormone hat. Des weiteren haben viele Frauen, die glauben, von diesem Syndrom betroffen zu sein, keinen Hormonmangel. Im deutschsprachigen Raum gibt es auch keine Webseiten hierzu, aber hier ist eine recht ausführliche, englische Seite:


    http://tubal.org/symptoms-of-pts.htm


    Meine Frage wäre nun: Ist es denn nicht seltsam, dass sowohl die Sterilisation für Männer als auch die für Frauen zu Symptomen führen kann, für die die Ärzte keine wirkliche Erklärung haben? Würde vielleicht noch einer es für möglich halten, dass diese Symptome psychosomatisch sind? Vielleicht ist es so, dass Männer und Frauen von Natur her halt einen starken Drang haben, sich fortzupflanzen und dieses Bedürfnis nach einer Sterilisation unterdrückt wird und dies sich dann in den Symptomen manifestiert. Denkt ihr, dass die Psyche zu solch starken körperlichen Veränderungen führen kann? (Man muss bedenken, dass psychosomatische Symptome nicht eingebildet sind, die Psyche kann durchaus auch zu körperlichen Veränderungen führen).


    Wäre froh, wenn möglichst viele ihre Meinung hierzu teilen könnten. Danke im Voraus.


    MfG

  • 8 Antworten

    Ich glaube, wenn es "bis zu 30% der Männer" betreffen würde, dann würde jeder Chirurg mit entsprechender Erfahrung diese OP nicht mehr durchführen. Ein "Samenstau" war auch nur in den Anfängen dieser OP-Methode möglich, weil man da die Enden zugenäht oder verödet hat. Bei aktuelleren Methoden verbringt man sie offen in entgegengesetzte Gewebebereiche, wo sie ganz normal verwachsen. Spermien werden absorbiert und im Gewebe abgebaut.


    Ansonsten ist es halt eine ganz normale OP und ein Eingriff (wenn auch ein verhältnismäßig simpler). Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen.

    Zitat

    Wenn man im Internet nur mal "Vasektomie Schmerzen" eingibt, findet man zum Teil die erschreckendsten Horrorgeschichten.

    Weil jeder, der mit seinem Arzt unzufrieden ist, dies gerne öffentlich macht. Die Menschen ohne Probleme haben keinen Grund, überall was hinzuschreiben. Bei einer halben Million Männer, die dies bereits machen ließen, sind ein Dutzend Horrorgeschichten nun wirklich nicht repräsentativ, die findest du vermutlich über jeden Eingriff.

    Na ja, die Zufriedenen posten auch nicht so unbedingt....


    Wer nur Horror sucht, wird ihn finden....


    Ich bin seit fast 30 Jahren sterilisiert. Hatte nie Probleme. Meine Partner in ebensolchen Jahren waren es zufällig auch. Empfanden es als befreiend und nö, es gab nie Probleme.


    Die haben das auch nicht ins Internet gesetzt.


    Und wat n Schwachsinn, dass Frauen von Natur aus Drang verspüren... nee nich.


    Wenn Männern in jungen Jahren da nicht eher die Hormone durchgehen .... :-X

    Mit welcher Intention und vom wem finanziert sind denn diese Studien? nicht zufällig von Unternehmen, die gerne ihre Hormonpräparate an die Frau bringen wollen?


    Die Landschaft medizinischer Studien ist so verworren, es gibt unzählige Verbindungen zwischen Firmen und Geldgebern - da blickt man als Laie einfach nicht durch. Zumal sich aus den selben Daten sehr unterschiedliche Resultate herleiten kassen, hängt nur davon ab, was für Ergebnisse man haben möchte. Denn für Laien gleich klingende Formulierungen können mathematisch sehr unterschiedliches bedeuten, und somit ganz unterschiedliche Ergebnisse bringen.


    Mein Mann hat nach seiner Vasektomie Null Probleme. Und das nirgends gepostet.


    Das OP Risiko, was es bei jedem Eingriff gibt, gibt es natürlich auch bei der Vasektomie. Undnatürlich kann durch Fehler oder blöde Zufälle etwas schief gegen. Das Risiko ist aber sehr gering, die Risiken von hormoneller Verhütung sind vermutlich nicht kleiner.

    Hatte meine Vasektomie mit 30. Bin jetzt 53 und es gab nie Probleme. Außer das meine Freundin meinte: " Mist 500€ umsonst für die Spirale. " Sie konnte ja nicht wissen das ich sterilisiert bin. Haben uns 3 Monate nach dem einsetzen kennen gelernt. ]:D

    zum Thema Vasektomie.


    Ich habe vor fast 2 Jahren eine Vasektomie machen lassen, obwohl ich vorher genau dieses Forum, indem Horrorgeschichten geschrieben sind, gelesen habe. Ich empfehle dir aber mal das Forum genauer anzuschauen:


    1. Die dort verfassten Horrorgeschichten und mehr als 50% der Beiträge sind von einer handvoll Leute verfasst worden.


    2. Die Forenbetreiber weisen daraufhin,dass sie keine positiven Berichte zur Vasektomie auf ihrer Seite veröffentlichen wollen.


    Ich möchte die Leidensgeschichten dort nicht mindern und schon gar nicht selbst erleben. Wenn es aber wirklich bei 30% der Männer diese Nebenwirkungen gäbe müsste das Forum doch einen größeren Zulauf haben. Denn gerade die negativ Betroffenen posten doch viel häufiger als die positv Betroffenen, oder? Sie würden doch im Internet gerade solche Foren suchen? Anstatt dessen ist dieses benannte Forum sehr schwach frequentiert und es posten immer wieder die Gleichen.


    Wenn du dir mal vor Augen führst,das pro Jahr mindestens 50.000 Vasektomien in Deutschland durchgeführt werden, müssten bei 30 % Nebenwirkungen 15.000 unter dauerhaften Schmerzen leiden. Glaubst du wirklich, dass Diese alle still leiden würden, oder würden wir nicht eine generelle Diskussion in der Öffentlichkeit dazu führen. Wir leben in Deutschland, wo hohe medizinische und ethische Standards gelten. Das lasse ich auch den Vorwurf der Forenbetreiber, diese Nebenwirkungen würden verschwiegen werden, weil es ein gutes Geschäft für die Ärzte ist, nicht gelten.


    Natürlich will man nicht bei den 1-5% dabei sein, die unter dauerhaften Schmerzen leiden und wenn man generell ängstlich ist, dann sollte man sich jede OP gut überlegen.


    Ich habe es machen lassen, weil ich persönlich mindestens 10 Männer kenne, die vasektomiert sind (und das sogar schon mehr als 15 Jahre).


    Ich war nach 3 Tagen absolut schmerzfrei und habe bis heute keine Nebenwirkungen.

    Danke für Antworten. Der deutsche Urologenverband gibt für das Post Vasektomie Schmerzsyndrom eine Statistik von 1-5% an. Das sind dann aber eher die schlimmeren Fälle. Bei Umfragen bei sterilisierten Männern kommen dann Statistiken wie 18-33% raus, die zumindest gelegentlich leichte Schmerzen verspüren.

    Zitat

    Ein "Samenstau" war auch nur in den Anfängen dieser OP-Methode möglich, weil man da die Enden zugenäht oder verödet hat. Bei aktuelleren Methoden verbringt man sie offen in entgegengesetzte Gewebebereiche, wo sie ganz normal verwachsen. Spermien werden absorbiert und im Gewebe abgebaut.

    Des weiteren haben Studien gezeigt, dass der Samenstau im Nebenhoden (den gibt es durchaus langfristig) und die manchmal daraus resultierenden Rupturen eigentlich asymptomatisch sind. Bei den meisten Männern mit einer Vasektomie ist der Nebenhoden zumindest leicht "aufgebläht", aber nur eine Minderheiten hat wirklich starke Schmerzen.


    Meine Frage war eigentlich eher, ob jemand es für möglich hält, dass die Symptome die nach einer Tubenligatur oder einer Vasektomie auftreten können, psychosomatisch bedingt sind. Die eigentlichen Ursachen dieser Phänomene sind nicht geklärt und wären doch interessant zu wissen. Dann müsste man sich nicht so viele Gedanken um die Horrorgeschichten im Internet machen.

    Bin auch vasektomiert und habe null Probleme. Wie Detlef Bräunig das so schön gesagt hat "Wenn vor der Vasektomie der Pickel am A.... juckt, wird er danach auch noch jucken."


    Die vasektomie ist heute Routine, früher hat man noch experimentiert und nicht die hohen Hygienestandards und Leitlinien wie heute.


    Habe selbst auch null Probleme. Keinerlei schmerzen. Selbst nach der OP habe ich auf schmerzen gewartet, aber es kam gar nichts.


    Die Spermien werden im Nebenhoden direkt wieder resorbiert bzw vermindert gebildet. Bitte nicht von Horrorgeschichten beeindrucken lassen.


    Das Problem bei diesen Horrorgeschichten ist, dass man es nicht überprüfen kann. Eine Zahn OP oder Herz OP kann man mit Röntgen kontrollieren. Wenn der Operateur bei der Vasektomie nen Nerv durchtrennt, weil er blind ist oder zu wenig Erfahrung hat, und der Sack dann zu ist, isser zu. Dann heißt es eben Post Vasektomie Syndrom.


    Habe auch gedacht "nicht, dass sich da mit meiner Psyche was tut....", aber auch die Angst war unbegründet. Ejakulat ist wie vorher, nur einfach ohne Spermien. Wunderbar. Keine Angst mehr, eine Frau zu schwängern.


    Zur absoluten Sicherheit habe ich Spermien einfrieren lassen, ich denke aber dass ich den Vertrag auslaufen lasse.


    Die vasektomie war die richtige Entscheidung und hätte ich viel früher machen sollen.


    Mein Urologe macht das nun seit 20 Jahren sagt er und es kommen pro Woche ca. 6-8 Männer zur vasektomie. Früher waren es wohl 0-1.


    Die vasektomie ist eine gängige, risikoarme und hormonfreie Verhütungsmethode.


    Der Sex ist viel entspannter und es kann nichts passieren. :)^

    Zitat

    Meine Frage war eigentlich eher, ob jemand es für möglich hält, dass die Symptome die nach einer Tubenligatur oder einer Vasektomie auftreten können, psychosomatisch bedingt sind.

    Ich bin kein Mediziner aber aus meiner Sicht sind Komplikationen von 1-5% wahrscheinlich durch medizinische Fehler begründet und somit nicht psychosomatisch. Was daüber hinaus geht ist meines Erachtens psychosomatisch bedingt.


    Aber was bringt dir diese Aussage?


    Viel schlauer ist es doch sich das besagte Forum mal genau anzuschauen und seine Schlüsse zu ziehen, wie ich es dir schon beschrieben habe.


    Auch bei den geschilderten Horrorgeschichten ist doch überhaupt nicht bewiesen, dass die Vasektomie ursächlich für die dort aufgetretenen Probleme sind. Wenn ich nach einer Vasektomie Hodenkrebs bekommen würde könnte ich ja auch sagen, dass ich Hodenkrebs bekommen habe, weil ich mich habe vasektomieren lassen. Das ist medizinsch Schwachsinn, aber keiner kann mich davon abhalten es in einem Forum einfach mal zu behaupten.


    Bei einer solchen Etnscheidung würde ich mich weniger auf Horrorgeschichten eines Laienforums für meine Entscheidung stützen sondern vielmehr mit einem vertrauensvollen Arzt darüber sprechen. Er wird dich aufklären und hat keinen Grund dich zu belügen.