• Verantwortung für Verhütung an Partner abgeben?

    Man hört und liest es ja so oft: Frauen kümmern sich um die Verhütung. Und wenn man Ihnen sagt "Du bist jetzt dran, dich darum zu kümmern.", schauen sie blöd und haben kein Verständnis dafür. Auch persönlich habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass Männer die Verantwortung gern von sich schieben. Nur die wenigsten wollen Kosten für Pille, Spirale ö. ä. (…
  • 88 Antworten

    Verhüter du bist ein mann, ja ? (Wegen nickfarbe)


    Also normalerweise läuft das so ab... du gehst zu deinem frauenarzt und er empfiehlt dir eine Pille.


    Passt diese nicht, dann probiert ihr eine andre.


    Eine zeit lang zahlte ich 6 monate 67euro... jetzt bin ich bei 45euro...


    Aber ich hab mir die pille nicht nach den kosten ausgesucht sondern nach empfehlung des frauenarztes (natürlich hat der auch Kontakte oder Erfahrungen...weswegen jeder frauenarzt andre pillen einfach aufschreibt. Jedes mal wenn ich den frauenarzt wechselte wurde mir eine andre pille empfohlen.)

    Klar, der verdient ja auch dran. :-DSowas weiß auch ich als Mann. Eine Empfehlung ist das eh nicht.


    Deswegen kann frau aber auch einfach nach der günstigsten Fragen bzw. diese verlangen.

    Oder nach der mit dem geringsten Thromboserisiko. Ich habe mir nachdem ich älter als 16 war nie wieder ein Verhütungsmittel von einem Artz vorschlagen lassen, sondern schlicht nach dem verlangt, was ich für am geeignetsten hielt.. Das war lange Zeit ein Präparat der 2. Generation, mehr als 100€ pro Jahr habe ich nie gezahlt. Und man kann in der Apotheke auch nach dem günstigsten Generikum fragen ;-)


    Anschließend hatte ich die Gynefix, die ich mir zu Singlezeiten habe setzen lassen. Kosten habe ich übernommen..


    Inzwischen habe ich eine Spirale, ich habe meinen Partner gebeten die Hälfte der Kosten zu übernehmen, er wollte aber den ganzen Preis übernehmen, da ich ja schon das Einsetzen lassen und das Drumherum übernehme.


    Ich denke in jeder erwachsenen Beziehung sollte man über das Thema reden können und gemeinsam eine individuell passende Lösung finden können, wie auch immer die dann letzten Enden auch aussehen mag.

    Zitat

    Verantwortung für Verhütung an Partner abgeben?

    Meiner Ansicht nach geht es nicht um Verantwortung für die Verhütung, sondern um Verantwortung für einen Kinderwunsch. Du wünschst Dir ein Kind, möchtest aber nicht die Verantwortung dafür übernehmen, deswegen schiebst Du die Verantwortung für Deinen Kinderwunsch auf den Partner ab.


    Wenn er die (alleinige) Verantwortung für die Verhütung hätte, hieße es, dass er im Falle einer Verhütungspanne auch über eine Abtreibung entscheiden würde.

    Alle reden heute von Gleichberechtigung. Jedoch gibt es in Sachen Verhütung keine Gleichberechtigung. Die Frau hat mehr Rechte und Möglichkeiten, sich eines Kindes zu entledigen, aber der Mann muss im Falle eines Falles immer bezahlen. Ob nun gewollt oder durch Schwangerschaftsbetrug untergeschoben.


    Die Folgen könnt ihr im Männermagazin nachlesen. Ein Kind kostet Minimum 100.000 Euro und die Mutter kann auch mehrere zigtausend Euro Unterhalt bekommen, auch wenn man gar nicht verheiratet ist. Wer die Verhütung nur der Frau überlässt, ist nicht egoistisch, sondern handelt einfach nur fahrlässig. Das kann einem doch nicht einfach egal sein?


    Ich selbst bin vasektomiert und habe vorher Sperma einfrieren lassen. Meine bisherigen Partnerinnen waren überaus dankbar für diese Form der Verhütung. Ich hatte aber auch eine Freundin, die die Pille trotzdem weiter nehmen wollte, da sie dadurch weniger schmerzhafte und vorhersehbare Tage hatte.


    Die günstigste Lösung auf Dauer ist die Vasektomie. Trotzdem wäre es ein feiner Zug, wenn der Mann sich an den Kosten der Verhütung beteiligt, in dem er sich selbst die passenden Gummis kauft, oder der Freundin einfach mal sagt "Du, Schatz, die nächste Pille zahl ich." :)_

    Zitat

    Die günstigste Lösung auf Dauer ist die Vasektomie.

    Zitat

    Ich selbst bin vasektomiert und habe vorher Sperma einfrieren lassen.

    Wenn man wirklich keine Kinder will, sicher.


    Das Problem für mich wäre nur: auch mit eingefrorenem Sperma kann man maximal mittels Reproduktionsmedizin ein Kind zeugen / schwanger werden. Das wäre mir als Frau mit Kinderwunsch zum Beispiel ziemlich unlieb. Ich möchte sicher keinem Mann ein Kind unterschieben, aber ich würde mir zum Beispiel dennoch wünschen, im Optimalfall auf herkömmlichen Wege schwanger werden zu können.


    Schnippschnapplösungen, was Verhütung angeht, finde ich zwar grundsätzlich nicht unsympathisch, aber erst bei abgeschlossenem Kinderwunsch.

    Zitat
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    Verantwortung für Verhütung an Partner abgeben?

    Meiner Ansicht nach geht es nicht um Verantwortung für die Verhütung, sondern um Verantwortung für einen Kinderwunsch.

    Ich denke, das geht ja Hand in Hand? Verhüten tut man je üblicherweise dann, wenn gerade kein Kinderwunsch besteht. In meiner Welt wird sowohl das Verhütungs- als auch das Kinderwunschthema von beiden Partner besprochen und dann eine für beide passende Lösung bzw ein Kompromiss gefunden.

    Zitat

    maximal mittels Reproduktionsmedizin

    richtig. Zuverlässiger und sicherer geht es doch gar nicht.

    Zitat

    mir als Frau mit Kinderwunsch zum Beispiel ziemlich unlieb

    mir als Mann wäre es ziemlich unlieb, wenn Frauen Fragen wie "Schatz! Liebst du mich eigentlich?!" und "Könntest du dir vorstellen, mal Kinder mit mir zu haben?" als Freibrief verstanden werden. Natürlich ist es der Frau unlieb, wenn sie die Kontrolle nicht hat und sie ihren Mann explizit fragen muss )"Schatz, möchtest du JETZT ein Kind?").


    Aber sobald es mit natürlicher Zeugung nicht klappt, werden alle Mittel in Erwägung gezogen (KiWu Zentrum), damit es klappt. Ja, es ist unlieb und unbequem, aber sieh es positiv:


    Für eine ICSI müssen ein paar Pillen geschluckt werden, aber dafür 255 Verhütungspillen weniger pro Jahr.


    Die Vasektomie ist die sicherste und hormonfreie Verhütung für den modernen Mann.

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    Natürlich ist es der Frau unlieb, wenn sie die Kontrolle nicht hat und sie ihren Mann explizit fragen muss )"Schatz, möchtest du JETZT ein Kind?").

    Warum sollte mir das unlieb sein? Natürlich wird ein Kinderwunsch mit dem Partner besprochen und auch gemeinsam umgesetzt.


    Wenn ich Kontrolle und sofort ein Kind haben wollte, dann könnte ich mir auch anonymen Spendersamen aus Dänemark bestellen. Mein Partner ist für mich aber wesentlich mehr als nur ein Samenspender. Und natürlich zählt seine Meinung ebenso viel wie meine.

    Zitat

    Ja, es ist unlieb und unbequem, aber sieh es positiv:


    Für eine ICSI müssen ein paar Pillen geschluckt werden, aber dafür 255 Verhütungspillen weniger pro Jahr.

    Kann man so sehen, muss aber nicht. Ich habe schon seit einigen Jahren keine Pillen mehr geschluckt und bin dennoch nach wie vor unschwanger. Weil, ich verrate dir mal was: es gibt auch sichere nicht hormonelle Verhütungsmittel für die Frau ;-D

    Zitat

    Die Vasektomie ist die sicherste und hormonfreie Verhütung für den modernen Mann.

    Klar, stimmt. Man gibt halt seine natürliche Zeugungsfähigkeit mit auf. Wenn man das bewusst in Kauf nimmt oder gar so haben möchte: Glückwunsch!


    Kann man aber auch anders handhaben. Und um mal wieder geschickt den Bogen zurück zum Thema zu spannen:


    In meiner Beziehung lief es anfangs so, dass wir ausschließlich mit Kondomen verhütet haben. Wir sind jedoch beide keine großen Fans von Gummis. Das Gespräch lief dann ungefähr so ab:


    Er: "Wärst du denn bereit in einer Beziehung die Verhütung zu übernehmen?"


    Ich: "Klar, Fan von Kondomen bin ich auch keiner. Hormone werde ich aber sicher nicht zu mir nehmen. Dafür habe ich aber gute Erfahrungen mit Kupfer-IUPs gemacht. Wärst du bereit die Hälfte der Anschaffungskosten zu übernehmen?"


    Er hat die Kosten dann komplett übernommen und wir haben nach dem Ausschluß der gängigsten sexuell übertragbaren Krankheiten auf weitere Verhütungsmittel verzichtet. Für den Fall einer ungeplanten Schwangerschaft haben wir beschlossen, dass wir zwar zwei oder drei Tage schreiend im Kreis rennen würden, uns dann aber mit der Situation arrangieren würden. Für uns passt das so.


    Wenn dir die Vasektomie und dein tiefgekühltes Sperma die Sicherheit geben, die du brauchst, dann passt das für dich ja auch so.


    Gibt da ja, je nach individueller Persönlichkeit und je nach Partnerschaft, durchaus verschiedene praktikable Möglichkeiten mit dem Fluch und Segen der Fruchtbarkeit umgehen zu können ;-D Solange es sowohl auf der individuellen, als auch auf der partnerschaftlichen Ebene passt, ist doch alles wunderbar in Butter!

    @ Verhueter

    Man sucht sich die Pille nicht nach der Farbe aus oder weil die Packung so schön ist. Der Frauenarzt empfiehlt nach der Untersuchung eine Pille, die er eben als geeignet ansieht. Was bringt eine billige Pille, wenn ich sie dann nicht vertrage oder Nebenwirkungen habe ohne Ende?


    Es ist schon ein Unterschied ob ich 10 Euro für 100 Kondome ausgebe oder ob ich zb 75 Euro für die Pille bezahle! meist ist es doch so dass man die Pille eh nur nimmt, damit Mann kein Kondom benutzen braucht.. Und deshalb bin ich schon der Meinung dass Mann da auch mal ein Rezept einlösen/bezahlen kann.

    Mit 16 haben die Eltern meines Freundes die Hälfte der Pille gezahlt ;-D Irgendwie komisch, aber war für sie wohl die einfachste Lösung. Mein nachfolgender und jetziger Freund hat dann auch die Hälfte übernommen (hier in Ö sind das ca. 100-200 Euro im Jahr+Rezeptgebühr). Das Absetzen war für mich keine Frage die ich diskutieren wollte, er wurde einfach informiert und wir besprachen gemeinsam wie es weiter geht. Jetzt zahlt er die Hälfte vom NFP ;-D sind nur 12 Euro im Jahr, aber he, das hat Symbolwirkung. 8-)

    Zitat

    Man sucht sich die Pille nicht nach der Farbe aus oder weil die Packung so schön ist. Der Frauenarzt empfiehlt nach der Untersuchung eine Pille, die er eben als geeignet ansieht. Was bringt eine billige Pille, wenn ich sie dann nicht vertrage oder Nebenwirkungen habe ohne Ende?

    Das stimmt doch so nicht. Der Frauenarzt verschreibt üblicherweise eine Pille, bei der am meisten Geld in seinem Geldbeutel landet.


    Und das sind meistens nicht die Pillen der 2. Generation, die das geringste Thromboserisiko haben ;-D


    Was die anderen Nebenwirkungen angeht ist es so, dass es absolut unmöglich ist, egal durch welche Untersuchung auch immer, vorherzusehen wer von welchen Nebenwirkungen von welchem Präparat betroffen sein wird.


    Google doch mal von verschiedenen Präparaten die Beipackzettel, du wirst rech rasch herausfinden, dass die möglichen Nebenwirkungen und deren Häufigkeiten bei so gut wie allen hormonellen Verhütungsmitteln ziemlich ident sind. Ob und welche Pille vertragen wird ist schlich Versuch und Irrtum.


    Wenn eine Pille nicht vertragen wird, dann wird halt vom Gyn geraten zu einem anderen Präparat zu wechseln.


    Genauso gut kann man aber auch direkt fragen, ob man bitte ein Rezept für die Pille XY ausgestellt bekommen kann. Als Patient hat man immer die Wahl!

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    Es ist schon ein Unterschied ob ich 10 Euro für 100 Kondome ausgebe oder ob ich zb 75 Euro für die Pille bezahle! meist ist es doch so dass man die Pille eh nur nimmt, damit Mann kein Kondom benutzen braucht.. Und deshalb bin ich schon der Meinung dass Mann da auch mal ein Rezept einlösen/bezahlen kann.

    Ich habe knappe 8 Jahre lang die Pille genommen, weil ich es für eine gute Idee hielt meinen Körper auf diese Weise zu kontrollieren. Und Kondome in Beziehungen mag ich auch nicht. Die Pille, die ich genommen habe, hat gute 80€ pro Jahr gekostet, ich finde das nicht teuer. Da ich die Pille nehmen wollte, habe ich selbstverständlich auch niemanden dafür zahlen lassen. Fast die Hälfte der "Pillenjahre" war ich ja sowieso (mehr oder weniger) Single.


    Natürlich kann der Mann auch mal ein Rezept bezahlen, aber müssen tut er das nicht. Das wird ja meistens individuell verhandelt. Meine Schwägerin fände es zB albern ihren Partner an den Verhütungskosten zu beteiligen, da sie das in ihrer Partnerschaft als Frauenangelegenheit sieht. Ihr Partner zahlt dafür andere Dinge, die sie nicht zahlt.


    Wäre mir persönlich zB ein zu starres Konstrukt, aber für die beiden passt das so. Seit vielen, vielen Jahren.


    Wie gesagt: für individuelle Probleme können auch individuelle Lösungen gefunden werden. Wenn man darüber spricht und diskutiert.

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    In meiner Welt wird sowohl das Verhütungs- als auch das Kinderwunschthema von beiden Partner besprochen und dann eine für beide passende Lösung bzw ein Kompromiss gefunden.

    In der Welt der TE offensichtlich nicht, siehe

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    Sollte er sagen, er will nicht verhüten, wäre das ok für mich. Die Kinderplanung hängt an ihm, ich warte auf sein ok. :=o

    Daher hat m+s das mE genau richtig formuliert.


    Ich finde es albern, auf diese Weise eine "Entscheidung" über Kinder herbeizuführen.


    Für die Verhütung war ich von Anfang an selber verantwortlich, schließlich wollte ICH nicht schwanger werden. Es ist mir auch egal ob sich ein Mann für die Verhütung interessiert oder nicht. Ich nehme die Pille, das reicht, zu diskutieren gibts da nichts weiter. Auf die Idee, von einem Mann Geld für die Pille zu verlangen, wäre ich nicht gekommen.

    Zwar OT, aber man liest es hier ja immer wieder. Wie verdient ein Frauenarzt an der Pille. Entschuldigt meine Unwissenheit, aber als nicht Deutsche bin ich halt nicht ganz im Bilde, eigentlich dachte ich ja dass man in DE, wie auch in meiner Heimat, mit dem Rezept zur Apotheke geht. Aber anscheinend ja nicht ansonsten würde der FA ja nicht mit verdienen ??? Könnte mir jemand dieses Konzept erklären ":/


    Back to topic. Wenn mein Partner aus reiner Ignoranz nicht zur Verhütung beitragen würde, wäre es spätestens dann, für mich der richtige Zeitpunkt um die Beziehung zu hinterfragen. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen mit solch einem Egoisten zu leben, schließlich will er auf die angenehme Seite der Verhütung nicht verzichten. Wie gesagt für mich wäre es ein No Go, auch wenn ich mir persönlich um die Verhütung naturgemäß keine Gedanken machen muss :-p

    Ein kleiner Einblick in die Verwicklungen von Medizinern und Pharmaunternehmen:


    Pharmaindustrie zahlt eine halbe Milliarde Euro an Ärzte


    Ärzte bekommen Fortbildungen gesponsort, teilweise auch Praxiseinrichtungen und teure Geschenke zu Weihnachten etc gibt es von den Pharmavertretern auch. Ich habe selbst bei den Exschwiegereltern schon mal zu Weihnachten sündteuren Champagner vom Pharmavertreter getrunken ;-D