baby beschneiden!?

    liebes forum!


    meine beste freundin ist schwanger und möchte, falls es ein sohn wird, ihn beschneiden lassen. einfach so!


    ich komme nicht darüber hinweg! ich finde das schlimm.


    bitte schreibt mir! helft mir sie zu überzeugen!


    ich bitte euch!


    auch wenn es mich nichts angeht, auch wenn ich eine frau bin, (ich weis ja nicht wie es ist beschnitten zu sein)


    mir bricht es das herz wenn ich auch nur daran denke was alles passieren kann...


    bitte schüttet euer herz für mich aus!


    ich danke euch von ganzem herzen dafür!


    vielleicht gibt es ja auch männer die wunderbar zufrieden mit ihrer beschneidung sind, auch für diese kommentare wäre ich sehr dankbar!

  • 13 Antworten

    Die negativen Folgen einer beschenidung werden selten in die Öffentlichkeit getragen.


    Die allermeisten Beschneidungen werden nur aus religiösen Gründen vorgenommen, einfach weil es angeblich so Tradition sein soll.


    Völlig sinnlos aus medizinischen Gründen.


    Die negativen Folgern sind in jedem Fall das Durchtrennen von zahlreichen filigranen Nerven, die man später nicht einfach wieder herzaubern kann. Diese Nerven sind sehr wichtig für das Empfinden. Wer Pech hat wird sogar niemals etwas so empfinden können wie Nichtbeschnittene.


    Außerdem besteht das Risiko einer verpfuschten Beschneidung mit dramatischen Folgen bis zur Amputation - alles schon vorgekommen.


    .


    Wer einfach mal so sein Kind unnötig beschneiden lässt, begeht ein Verbrechen an seinem Kind - das ist meine Meinung.


    :(v

    Wo will deine Freundin das Kind denn beschneiden lassen? In Deutschland wird das ja kaum erlaubt sein. Und wieso nur, wenn es ein Junge wird?

    Allein schon der Gedanke an eine Narkose beim kleinen Kind lässt mich erschaudern ...


    Bei einem Notfall, klar.... aber doch nicht, wenn es unnötig ist. Was da alles passieren kann :-(


    Im Fall einer Phimose bei med. Indikation, aber dann auch erst in höherem Alter (4-5)... nur wenn es absolut nicht anders geht und gesundheitl. Folgen hätte.

    ist es denn in deutschland gar nicht möglich einen jungen "einfach so" beschneiden zu lassen?! das wäre wunderbar!


    danke für eure beiträge! ich hoffe es kommen noch mehr @:)


    die gründe von ihr:


    sie findet es schöner...


    er ist auch von geburt an beschnitten... (muslimischer glaube seiner eltern)


    ich will die beiden ja nicht verurteilen, aber ich will mich informieren und sie hat mir VERSPROCHEN sich auch zu informieren.


    ich kömpfe für das kind und seine vorhaut! das klingt komisch aber ich stehe 100% dazu! und ich würde sie auch anschreien und schütteln wenn es sein muss!


    ich hoffe ich kann sie (beide) überzeugen!

    ja das war auch eines meiner argumente! "wenn es ein mädchen wird würdest du es auch nicht beschneiden lassen!"


    auch habe ich das grundgesetz genannt


    "die würde des menschen ist unantastbar und jeder hat das recht auf einen unversehrten körper!"

    Eigenartig.


    Da ist ein kleines unschuldiges Wesen noch nicht einmal geboren, da sinnt die Mutter schon nach einer Verstümmelung.


    Wenn der Knabe zum Mann reift, könnte er sich selbst um eine Beschneidung kümmern, dann hat er seine Rechte auf Selbstbestimmung.


    Ist einmal die Vorhaut samt empfindlicher Nerven weg, läßt sich nichts mehr reparieren. Schlimmstenfalls sind seine sexuellen Gefühle futsch.


    Darauf möchte ich persönlich keinesfalls verzichten.


    Glaube hin, Glaube her, nur weil es der Mutter gefällt, darf so eine Entscheidung nicht zum Nachteil des Jungen ausfallen.


    Ich hoffe du kannst deine Freundin noch vom Wahnsinn ihrer Gedanken lösen.


    :)*

    Nun, einfach so wird der Arzt das nicht machen, da es verboten ist eine Beschneidung ohne medizinische Notwendigkeit durchzuführen.


    Du kannst ihr den Link zeigen. Dort sind alle Risiken und Komplikationen aufgeführt:


    Du kannst ihr sagen das eine Beschneidung aus nicht medizinischen Gründen an einwilligungsunfähigen Kindern eine Körperverletzung darstellen.


    Komplikationen der Beschneidung

    Zitat

    In einem gemeinsam mit der Niederländischen Gesellschaft für Urologie, der Niederländischen Gesellschaft für Kinderchirurgie und der Niederländischen Gesellschaft für Chirurgie veröffentlichen Positionspapier zur Jungenbeschneidung erklärt der Niederländische Ärztebund bezüglich der Komplikationen des Eingriffs:


    "Den möglichen medizinischen Vorteilen steht eine große Anzahl an dokumentierten Komplikationen der Zirkumzision gegenüber: Infektionen, Blutungen, Sepsis, Nekrose, Fibrose, Harnwegsinfektunen, Menigitis, Herpes-Infektionen, Meatitis, Meatusstenose, Nekrose und nekrotisierende Komplikationen, die zur vollständigen Amputation des Penis geführt haben. Auch Todesfälle wurden dokumentiert." ...


    Neben diesen direkten medizinischen Komplikationen, wurden auch psychologische Probleme und Komplikationen im Bereich der Sexualität dokumentiert. Auch extreme Schmerzerfahrungen bei Neugeborenen sind dokumentiert, die Verhaltensveränderungen verursachen, die noch Jahre später feststellbar sind. Auch auf die hohen gesellschaftlichen Kosten der Zirkumzision infolge der Komplikationen wird verwiesen."[74]

    Hier weiter:


    Deutsche Kinderhilfe

    Zitat

    Die Entfernung der Vorhaut ohne entsprechende Indikation ist aus medizinischer Sicht eine sehr belastende und irreversible Operation. Es existieren zudem zahlreiche Studien zu diesem Thema, die keine Evidenz für eine Gesundheitsdienlichkeit als mögliche Rechtfertigung dieses Eingriffs im Sinne des Kindeswohls zeigen konnten. Die Zirkumzision ist eine schmerzhafte und belastende Operation, die wie jeder andere chirurgische Eingriff, mit Risiken behaftet ist.

    Eine Beschneidung stellt eine Körperverletzung an einem Kind dar:

    Zitat

    Mit wünschenswerter Klarheit hat das Kölner Landgericht als Berufungsgericht die Beschneidung zweifelsfrei als Körperverletzung qualifiziert. Dass eine Beschneidung die für den Tatbestand einer Körperverletzung erforderliche sog. Substanzverletzung des kindlichen Körpers darstellt, darüber besteht unter Juristen Einigkeit.

    Beschneidung ist Körperverletzung

    Zitat

    Die Eltern entscheiden sich unter Berufung auf ihre Religion für eine irreversible Körperverletzung ihres Kindes, das nicht in der Lage ist, eigenverantwortlich und selbstbestimmt darüber zu entscheiden, ob es in diese gravierende lebenslange Einschränkung wegen der Religionszugehörigkeit seiner Eltern einwilligt.

    Zitat

    ist es denn in deutschland gar nicht möglich einen jungen "einfach so" beschneiden zu lassen?!

    Doch ist es, aus religiösen Gründen. Es dürfen sogar religiöse Ritualbeschneider ein Kind beschneiden, die gar keine ärztliche Ausbildung haben, teilweise ohne professionelle Narkose. Leider ist das in Deutschland möglich. Der Bundestag hat das doch vor 2 oder 3 Jahren mit grosser Mehrheit so beschlossen. %-|

    Zitat

    ... und möchte, falls es ein sohn wird, ihn beschneiden lassen. einfach so!


    ich komme nicht darüber hinweg! ich finde das schlimm. ...

    Je länger ich darüber nachdenke, um so schlimmer finde ich es!


    Wie kann man ohne jeden Anlaß und ohne jede Kenntnis der anatomischen Gegebenheiten bei einem noch nicht geborenen Kind so eine Idee haben? Soll sie doch froh sein, daß es aus religiösen und aus allen anderen Gründen nicht nötig ist, ihrem Kind diese Verstümmlung anzutun.


    Sollte es sich später doch als nötig erweisen, aus rein medizinischen Gründen, dann kann man ("Mann") damit leben, aber wünschenswert ist es nun mal definitiv nicht! Und schon gar nicht als Entscheidung einer nicht auch nur ansatzweise Betroffenen!!!

    In Deutschland ist es erlaubt, Jungen beschneiden zu lassen. Einen besonderen Grund muss man dafür nicht angeben. Nicht einmal einen religiösen.


    Wenn der Junge älter als ein halbes Jahr ist, muss es aber ein Arzt oder eine Ärztin fachgerecht durchführen. Davor kann es auch ein religiöser Beschneider machen. Wenn der Junge älter als ungefähr zwölf ist und kein dringender medizinischer Grund vorliegt, dann darf der Arzt ihn nur beschneiden, wenn auch der Junge damit einverstanden ist.


    Kann man alles in § 1631d BGB nachlesen.

    @Californierin

    Zitat

    Im Fall einer Phimose bei med. Indikation, aber dann auch erst in höherem Alter (4-5)...

    Äh, wo ist'n das ein höheres Alter? Ist ja lächerlich, einen 5-Jährigen aus "medizinischen Gründen" beschneiden lassen zu wollen.


    Fakt ist: Es gibt heute quasi keine medizinischen Gründe mehr für eine Beschneidung. Nicht einmal das allseits oft so gern zitierte Ballonieren der Vorhaut beim Pipi machen ist ein solcher Grund.


    Ironischerweise sind es ausgerechnet die Amerikaner, die dahingehend endlich weitaus weiter sind, während wir hierzulande gerade den Schwachsinn übernehmen, den man dort seit 1999 nicht mehr krankenversicherungstechnisch finanziert - nämlich überflüssige Beschneidungen.


    Die Ärzte, die sich dort der neuen Faktenlage endlich offen zeigen (und derer werden es immer mehr) lassen die Kinder auch mit Phimose bis ins tatsächlich "hohe" Kindesalter (12/13/14 Jahre und länger) vollständig und geben der Natur ihre Zeit. Und ei guck: Von den dortigen Jungs, die eine Phimose haben "dürfen" wird kaum einer beschnitten.


    Gleiches gilt schon seit wesentlich längerem für die skandinavischen Länder. Dort "dürfen" die Jungs ihre Phimose auch bis ins (tatsächlich) "hohe" Jungenalter haben - und sieh mal an, deren Geburtenrate ist höher als die hierzulande, und über flächendeckend sexuelle Frustration in diesen Ländern ist auch nichts bekannt.


    Muss also wohl doch was dran sein, die Jungs "da unten" einfach mal in Ruhe zu lassen, Phimose hin oder her!


    Zum Rest deines Beitrages meine vollste Zustimmung :)^

    Zitat

    Ist ja lächerlich, einen 5-Jährigen aus "medizinischen Gründen" beschneiden lassen zu wollen.

    Zitat

    Es gibt heute quasi keine medizinischen Gründe mehr für eine Beschneidung.

    Aber das hängt doch vom Einzelfall ab, vom jeweiligen Befund?


    Medizinische Entscheidungen sind doch Einzelfallentscheidungen?


    Und man braucht doch eine entsprechende berufliche Qualifikation, um den Befund beurteilen und einordnen zu können?

    Zitat

    Aber das hängt doch vom Einzelfall ab, vom jeweiligen Befund?

    Deswegen steht das "quasi" da in meinem Beitrag drin.


    Dass eine Vorhaut, die akut Schmerzen verursacht, behandelt gehört, ist klar. Allerdings bedeutet das noch lange nicht, dass die Behandlung "Beschneidung" heißen muss. Kein anderes Körperteil wird beim ersten Problemchen sofort entfernt/raus-/weggeschnitten. Nur bei der männlichen Vorhaut ist man da überhaupt nicht zimperlich, weil dieser Schwachsinn mit den angeblichen Vorteilen sich hartnäckig hält, obwohl genügend Mediziner und Forscher das Gegenteil bewiesen haben.


    Deswegen nochmal die Klarstellung meines Satzes:


    Es gibt heute quasi keinen medizinischen Grund mehr für eine Beschneidung.