• Erfahrung: Zwangsbeschneidung im Kindheitsalter, jetzt 22

    Liebes med1 forum, Da ich hier kürzlich mal als passiver Leser unterwegs war und gesehen habe, dass es hier öfter mal extrem zugeht dachte ich mir, ich schildere mal meine Erfahrung zu dem Thema Beschneidung. Es ist sicherlich schon aus dem Titel zu entnehmen, dass ich doch eher unglücklich über diese Operation bin, die mir dort aufgezwungen wurde. Ich…
  • 119 Antworten

    Ach ja: Ich beschwere mich auch nicht bei meinen Eltern, dass sie mir nicht andere Gene weitergegeben haben.


    Die Eltern dachten eben in diesem Moment, es sei das Beste für ihr Kind.

    Ich finde es ziemlich erbärmlich, wenn man den Kontakt zu seinen Eltern abbrechen möchte, nur weil sie eine Entscheidung getroffen haben, die sie damals (auf ärztlichen Rat) für richtig hielten.


    Da ist dann wohl auch schnell mal alles Gute vergessen, was sie dir getan haben, oder?

    @ Allestoll

    soweit ich gelesen habe bist du 14 und weiblich. Vielen Frauen geht das so in Sachen Fühlen der Geschlechtsorgane. Das entwickelt sich noch, wart's ab.

    ich wurde als baby wegen angeblicher phimose beschnitten. und ich kann den threadstarter voll verstehen - es fällt mir sehr schwer meine eltern für diese entscheidung nicht zu hassen.


    von wegen nur ein stück haut und nicht so wichtig. die vorhaut enthält mehr für sexuelles lustempfinden verantwortliche nerven als die eichel, zusätzlich zu dem schutzeffekt.


    Die dazu relevanten studien zeigen das ein nicht beschnittener penis ca vier mal empfindsamer ist als ein nicht beschnittener. durch die beschneidung empfindet man(n) durch sex weniger, das ist physiologisch einfach fakt. es ist schlicht und ergreifend nicht möglich mit einem bruchteil der nervenzellen unter einer vielfach dickeren hornhaut dasselbe zu empfinden. das ist bzw war ärztem auch schon lange klar, wie aufzeichnungen von entsprechenden ärzten zeigen. als vor 150-200 jahren die beschneidung in england und amerika voll aufkam war der hauptgrund dafür die "behandlung" von masturbierenden jungen. es gibt aufzeichnungen von jüdischen ärzten bis zurück ins 12. jahrhundert in denen sie selber sagen das die beschneidung den sexualtrieb mäßigen soll. der penis soll so weit verletzt werden das er zwar noch funktioniert, aber keine übermäßige lust mehr zulässt.


    alle diese informationen sind frei zugänglich und leicht zu finden. wenn ich hier in die unibibliothek gehe, in die medizinerabteilung, da sind teilweise lehrbücher aus den 60ern und 70ern in denen noch drinsteht das die beschneidung besonders hilfreich ist um die masturbation zu verhindern, da dank fehlender vorhaut sowohl die empfindsamkeit eingeschränkt wird als auch der mechanische vorgang an sich erschwert wird.


    die geschichte mit dem einen beschnittenen, der direkt beim eindringen gekommen ist: das ist in 99% der fälle ein problem mit psychischer ursache und hat mit beschneidung oder nicht nichts zu tun.


    bei mir ist es inzwischen so das ich eigentlich kaum noch interesse an sex habe. an sich habe ich eine durchaus ausgeprägte libido, allerdings spüre ich beim sex praktisch nichts. der einzige wirklich angenehme moment ist der orgasmus, alles davor ist gerade so genug spürbar damit ich eine chance habe auch zum orgasmus zu kommen. ob ich dann schnell oder komme oder ich lange sex haben kann ist dann hauptsächlich kopfsache, aber da sich sex für mich nicht wirklich gut anfühlt habe ich auch nur mäßig motivation das ewig hinauszuzögern. vor allem die die extreme reibung (bei erektion ist bei mir kein stückchen haut mehr bewegbar) auch meinen bisheringen partnerinnen schnell eher schmerzen bereitet hat. sprich wenn dann nur mit viel gleitgel.


    oralsex kann ich völlig vergessen. dabei spüre ich so wenig das ich, obwohl ich oralsex vom kopf her extrem reizvoll finde, nicht nur niemals zum orgasmus komme, sondern ich verliere dabei nach einer weile die erektion. viel zu wenig stimulation möglich.


    so ziemlich jeder beschnittene den ich kenne der mit mir offen darüber geredet hat hat mir früher oder später die selben probleme geschildert, manche stärker manche schwächer. ein freund von mir, der sich im erwachsenenalter aus angeblichen hygienischen und ästhetischen gründen hat beschneiden lassen und hat das immer sehr positiv dargestellt. irgendwann waren wir dann dvd abend machen, waren irgendwann nachts nur noch zu dritt, er ordentlich angetrunken. da hat er dann unter tränen erzählt das es bei ihm genau so ist wie bei mir und die beschneidung der größte fehler war den er in seinem leben je gemacht hat.


    ein urologe hier in der gegend mit dem ich viel kontakt habe behandelt phimosen ausschliesslich durch dehntherapie. er hat damit eine erfolgsrate von über 90%, und meint die bei denen es nicht funktioniert dehnen nahezu alle falsch, glauben so dehnen zu müssen wie man sich die bänder dehnt um beweglicher zu werden. haut dehnen funktioniert aber anders. er selber beschneidet auch niemanden mehr, wenn jemand darauf besteht schickt er sie zu anderen ärzten.


    ps: die weitergabe von genen, etwas worauf man als elternteil keinerlei einfluss haben kann, mit der bereitwilligen verstümmelung der genitalien seines nachkommen gleichzusetzen finde ich mehr als grenzwertig.

    @ guybrush42

    danke für deine sicht der dinge. ich bin wirklich erschrocken darüber wie hier versucht wird das zu bagatellisieren.


    fakt ist, beschneidungen bei phimosen sind bei 99.9% der fälle absolut unnötig und das konnte man (der arzt wie auch eltern) schon 2000 wissen. du sagst ja selbst, das sind teilweise fachbücher und studien aus den 1960er jahren.


    in meinem speziellen fall, hätte man OHNE WEITERES warten können, da noch keine akuten schmerzen bestanden. mit 9-10 hätte ich auch eine eigene fundiertere entscheidung treffen können als jetzt mit 7 ("schnell vor einschulung"). und ich bezweifle dass ich entschieden hätte ein gesundes körperteil irreversibel abzutrennen, sofern es nicht *unbedingt hätte sein müssen*. warum kommen also leute mit 40 jahren lebenserfahrung zu einem anderen entschluss? das macht mich wütend.


    wütend ja, bringt aber alles nichts das weiß ich auch. meine sexualität ist bis zu meinem tod ruiniert und da kann ich schlecht was dran ändern. ist aber schön diese dinge mal in einem text aufzuarbeiten.

    @ Caramala

    15, aber ich kenne keine andere, der es genauso geht.


    Mit fast nichts fühlen meine ich fast nichts fühlen, Schmerzempfinden ist da auch kaum vorhanden.


    Heftiges Kneifen zB löst keinen Schmerz aus.

    @ allestoll,

    ich finde es macht einen gewaltigen unterschied ob etwas angeboren ist oder nicht. ich bin kurzsichtig, habe allergien und diverse weitere zickereien meines körpers die ich sehr eindeutig von meinen eltern geerbt habe. das ist zwar teilweise nicht schön, aber ich mache dafür niemandem vorwürfe.


    hätten meine eltern mir im kleinkindalter an meinen augen rummanipulieren lassen, mit einer operation von der seit jahrtausenden bekannt wäre das sie kurzsichtigkeit verursacht, dann würde ich ihnen das auf jeden fall vorwerfen.


    für gene können eltern nichts. für ein ja zur genitalverstümmelung schon.

    Auch wenn ich hier angefeindet werde, sage ich es nochmals:


    Es ist in keiner Weise zielführend, den Eltern "Schuld" zuzuweisen. Möge es aus heutiger Sicht auch falsch gewesen sein, so haben sie damals – und daran habe ich keinen ernsthaften Zweifel – nach "bestem Wissen und Gewissen" gehandelt. Es bringt überhaupt nichts, mit Wut im Bauch zurück zu blicken und die Eltern zu verdammen! Im Gegenteil! Es hemmt eine Weiterbildung und Fortentwicklung. Ein Mensch ist sein ganzes Leben lang fähig, sich weiter zu entwickeln, doch er muss dazu auch bereit sind und nicht erstarrt in Wut und Ärgernis. Der Verlust eines Hautstückchens, und sei es an dem Körperteil, den du für den wichtigsten hälst, darf nicht den Rest deines Lebens beeinträchtigen. Selbst nach der Amputation eines Beines kann ein Einbeiniger noch skifahren und er wird Freude daran haben. Er muss sich aber auf Neues einlassen und darf sich nicht vergrämt in sein Kämmerlein im Rollstuhl zurückziehen.


    Blicke nach vorne! Lasse dich offen auf das ein, was die Liebe bringen wird. Das wird konstruktiver sein als voll Wut die Faust zu ballen.

    Beschneidung ist ja ein Thema da scheiden sich die Geister. Extrem. von mir selbst kann ich sagen ich wurde mit 5 oder 6 beschnitten – Phimose. Ich hatte nie Probleme damit, weder psychisch noch körperlich. Alles 1A, ich liebe meinen Penis und er gefällt mir. ;-D Bisher hat noch keine Partnerin über die fehlende Vorhaut gemosert, und ich selber empfinde Sex auch als absolut toll. Wenn jetzt unbeschnittene Männer ("75% Sensibilitätsverlust") viermal so viel empfinden sollen dann kratzt mich das nicht. Sex und SB sind absolut geil für mich, mehr braucht absolut nicht zu sein.


    Wie schon von Anderen gesagt: Beschneidung macht längst nicht Jedem Probleme. Es ist eine kleine Minderheit, die Probleme hat. Genau wie mit DSL-Anschlüssen, Stromversorgern usw. Und genau wie bei diesen Themen auch treffen sich alle Unzufriedenen im Internet. Das ist auch gut so, aber es verzerrt das Bild. Es macht den Eindruck als hätte Jeder Probleme, so viele negative Stimmen wie man zu diesen Dingen findet. So ist es aber nicht. Die wenigen Unzufriedenen versammeln sich, und die meisten Zufriedenen melden schreiben nichts. Schon allein deswegen ist medizinische Beschneidung nicht vergleichbar mit Genitalverstümmelung (an Frauen) wie sie z.B. in Afrika betrieben wird. DAS ist brutale Metzgerei unter schlimmsten Bedingungen und beraubt 100% aller Betroffenen der allermeisten ihrer sexuellen Empfindungen.


    Das heißt nicht dass es nicht Fälle gibt, wo Beschneidung absolut negative Folgen hat! Aber nicht generell, sondern Einzelfälle. Zusätzlich ist/war es die Standardmethode bei Phimose. Und wenn ein Arzt dazu rät, und Eltern sich um ihr kleines Kind sorgen, dann verstehe ich absolut dass der Eingriff auch durchgeführt wird. Heute ist man sensibler bei dem Thema, aber diese Erkenntnis setzt sich erst langsam durch. Das deinen Eltern vorzuwerfen finde ich insofern absolut ungerecht. Sie haben nach bestem Wissen und Vertrauen in den Arzt gehandelt, und du kannst dir absolut sicher sein dass sie dir nicht schaden wollten und wollen. Ich versteh aber auch dass du für dein persönliches Unglück erst mal jemanden suchst der schuld ist, dem du all das aufladen kannst wo du dich hilflos fühlst. Aber ich wünsche dir dass du deinen Eltern irgendwann die Schuld, die sie nicht haben, wieder abnehmen kannst. Wer ist dann schuld? Der Arzt? Die Medizin? Die Gesellschaft? Meiner Meinung nach niemand. Aber es ist nicht leicht, auf einen Schuldigen zu verzichten auf dem man seine ganze Wut und Verzweiflung abladen kann. :)*


    Nach deinen Schilderungen ist mein Eindruck, dass der Großteil deines Problems psychischer Natur ist. Sexuell funktioniert offenbar alles so wie es soll, du hast Orgasmen, bist ausdauernd ohne dass es eine Ewigkeit bis zum Orgasmus dauert. Die Optik, unter der du leidest ist eben Geschmackssache, wie alles Aussehen. Haben Frauen sich schon über deinen Penis beschwert? Ich vermute nicht. Nicht die Welt hat ein Problem mit deinem Penis sondern du. Das Problem ist in deinem Kopf. Das macht es nicht weniger schlimm! Aber lösbar, ohne jeden medizinischen Eingriff. :)z Irgendwas ist in deiner Geschichte von Anfang an schief gegangen. Du fühltest dich unwohl, wurdest gehänselt usw. Bei mir wurde im gleichen Alter auch alles weggeschnibbelt aber ich hab das nie als Problem empfunden. Sozusagen begleitet dich das Problem, psychisch nicht mit der OP zurecht zukommen, von Anfang an. Und mich von Anfang an nicht. Ich weiß du kannst über das Thema hinweg kommen, aber womöglich werden davor noch einige Jährchen ins Land ziehen.

    mein vater ist gestorben bevor ich mit ihm darüber geredet habe.


    meine mutter macht sich heute selber viele vorwürfe wegen der entscheidung.


    ich wurde ende der 80er beschnitten, damals die standardbehandlung gegen phimose.


    die informationen über die negativen folgen einer beschneidung gehen allerdings mindestens bis ins 12. jahrhundert zurück und waren der hauptgrund der einführung der beschneidung in der westlichen welt. diese informationen sind und waren auch damals, grade für zwei junge ärzte (meine eltern), völlig problemlos zugänglich, steht ja sogar in medizinischen lehrbüchern die in der zeit noch aktuell waren. aber sie haben sich nicht informiert.


    für die die meinen die eltern haben ja nur das getan wozu ihnen die ärzte geraten haben: abgesehen von notoperationen habe (und werde) ich nie ärzte etwas machen lassen ohne zweitmeinungen einholen und mir studien und leitlinien durchzulesen. ärzte sind auch nur menschen. sicherlich menschen die einiges drauf haben, aber auch die haben fehler, haben unter umständen veraltetes oder schlicht und ergreifend falsches wissen. sich nicht selber zu informieren halte ich für grob fahrlässig.


    und sobald man sich mit dem thema vorhaut beschäftigt werden solche aussagen wie nur ein unwichtiges stück haut schnell zu blankem schwachsinn. ca 4000 nervenenden an der eichel, 20000+ in der vorhaut. die mit abstand empfindsamsten stellen, alle in der vorhaut. (ich weiss das anzahl der nervenenden nicht eins zu eins gleichzusetzen ist mit empfindsamkeit, aber es hat großen einfluss)


    man hat übrigends zur selben zeit in den usa masturbierenden mädchen die klitoris mit karbolsäure behandelt. auch die beschneidung von mädchen wurde bis in die 50er durchgeführt, man hat das nur weniger häufig gemacht und irgendwann damit aufgehört weil man es damals für weniger notwendig hielt das weibliche lustempfinden zu dämpfen.

    @ wolfgang:

    was heisst hier "schuld" in anführungsstrichen? die eltern haben die genitalverstümmelung in auftrag gegeben, wie können sie nicht daran schuld sein? und meinst du nicht das dein einbeiniger skifahrer nicht auch sauer auf seine eltern wäre wenn die ihm sein völlig normales bein abgehackt hätten mit der begründung sieht doch viel schöner aus so und ist hygienischer, du musst es nicht mehr waschen und bekommst keinen fußpilz?


    von bestem wissen und gewissen kann keine rede sein wenn sich eltern nicht selber informieren, glauben das die vorhaut 2 wochen nach geburt komplett nach hinten verschiebbar sein muss usw.


    die eltern, die nicht wissen wie wichtig die vorhaut ist, sich nicht informieren, blind einem arzt vertrauen und ihre kinder verstümmeln lassen - diese eltern haben meinem empfinden nach den hass durchaus verdient. und das ist leider der regelfall.


    ich versuche meine eltern nicht dafür zu hassen. ich habe ein gutes verhältnis zu meiner mutter ud hatte ein gutes zu meinem vater. aber es ist schwer. sehr, sehr schwer. und selbst wenn ich wollte, es gibt keinen schalter den ich umlegen kann um meine gefühle zu ändern. dieser tiefe groll für die genitalverstümmelung wird immer da sein.

    Zitat

    diese eltern haben meinem empfinden nach den hass durchaus verdient.

    Es gibt verschiedene Wege mit Problemen umzugehen und wenn dies dein Weg ist, so ist das gut für dich. Dann bist du aber nicht offen für andere Wege.

    Zitat

    von bestem wissen und gewissen kann keine rede sein wenn sich eltern nicht selber informieren, glauben das die vorhaut 2 wochen nach geburt komplett nach hinten verschiebbar sein muss usw.

    So wie du deinen Fall beschreibst, stimme ich dir zu. Deine Eltern hätten als Mediziner zur damaligen Zeit die Möglichkeit gehabt, sich besser zu informieren und ja, ich würde auch so weit gehen, zu sagen, sie hatten eigentlich die verdammte Pflicht, sich besser zu informieren. Die Wut darüber kann ich gut nachvollziehen.


    Es gibt aber Fälle, da bin ich den Eltern gegenüber milder gestimmt. In der Familie meiner Mutter wurden z.B. 3 Söhne zur gleichen Zeit beschnitten, weil es den Eltern nach einer Untersuchung in der Volksschule geraten wurde. Die Eltern waren einfache Leute, lebten recht abgeschieden auf dem Dorf, besaßen außer der Bibel kein einziges Buch in ihrem Haushalt und was der Herr Doktor sagte, war Gesetz. Ihnen wäre es im Traum nicht eingefallen, die Worte eines Mediziners anzuzweifeln. Natürlich kann man hergehen und sagen, oh Leute, was wart ihr einfältig, wieso habt ihr nicht hinterfragt, seid nicht in die nächste Stadt gefahren (wobei es da auch schon wieder losgeht: kein Auto, kein Führerschein) und habt eine Zweitmeinung eingeholt, gar in Fachbüchern nachgelesen (die ihr sowieso nicht verstanden hättet). Bei ihnen bin ich der Meinung, dass sie durch ihre Lebensumstände gar keine rechten Mittel und Möglichkeit hatten, sich besser zu informieren und sich über die Tragweite des Eingriffes bewusst zu sein. Man machte das halt damals so, man hatte das schon oft von anderen Familien und deren Buben gehört, es war in ihren Augen keine große Sache.


    Solche und ähnliche Geschichten kenne ich mehrere. Ich bin froh, dass heute besser aufgeklärt und Eltern für die Thematik sensibilisiert werden. Deshalb von mir :)^ für jeden, der seine Geschichte öffentlich macht. Freilich gibt's auch genug, die nicht unter den Folgen der Beschneidung leiden, aber ich finde, die können nicht der Maßstab sein, denn auch nur ein einziger Mensch, der unnötig darunter zu leiden hat, ist einer zuviel (zumal ich sowieso nicht wüsste, woher es verlässliche Zahlen über das Empfinden des Einzelnen geben sollte, so dass man mit Bestimmtheit sagen könnte, dass nur eine "kleine Minderheit" darunter leidet).

    Zitat

    und meinst du nicht das dein einbeiniger skifahrer nicht auch sauer auf seine eltern wäre wenn die ihm sein völlig normales bein abgehackt hätten mit der begründung sieht doch viel schöner aus so und ist hygienischer, du musst es nicht mehr waschen und bekommst keinen fußpilz?

    ohn medizinische indikation finde ich eine beschneidung auch fragwürdig. also, wenn eltern allein aus ästhetischen und (vermeintlichen) hygienegründen – religiöse gründe lasse ich mal außen vor – eine beschneidung am eigenen kind vornehmen, dann kann ich durchaus den zorn des erwachsenen kindes verstehen.

    milchmann, sorry aber es ist nicht eine kleine minderheit die nach der beschneidung probleme hat. aktuelle studien zeigen zahlen von 40% und mehr. was auch sinn macht, bis in die mitte des 20. jahrhunderts war das das erklärte und offen propagierte ziel der beschneidung.


    wie die genauen zahlen nun sind schwankt von studie zu studie, was in solchen fällen normal ist. die genaue zahl ist aber auch egal: 75% sensibilitätsverlust, komplikationen die immer mal wieder zum tod führen, negative bis stark negative auswirkungen auf das sexualleben bei xx% der patienten durch eine operation mit 0 belegten vorteilen nur aufgrund ihrer schädlichkeit verbreitung gefunden hat.


    mir wurden die große masse an nervenenden entfernt, die wichtigsten erogenen zonen abgeschnitten in einer prozedur die über jahrhunderte zum ziel hatte, sexuelles lustempfinden einzuschränken. und nun ist mein eingeschränktes sexuelles lustempfinden psychischer ursache?


    es ist schön das sex und sb geil für dich ist, sehr schön. da hast du glück gehabt das das ursprüngliche ziel der beschneidung bei dir nicht gegriffen hat. bei mir leider schon.


    denn sexuell funktioniert bei mir nicht alles wie es soll. ja, ich kann orgasmen haben. das wars aber auch schon. sex ist für mich nicht besonders geil, sb auch nicht. der orgasmus ja, der rest kein stück.


    das aussehen meines penis ist mir ehrlich gesagt, so wie mein restliches aussehen auch, schon immer völlig egal gewesen.


    nein, ich wurde nie wegen meinem penis gehänselt. es ist auch kein problem in meinem kopf, ganz im gegenteil. ich hatte, wie die meisten menschen (insbesondere die beschnittenen), keine ahnung wie wichtig die vorhaut ist. ich hatte jahrelang sex, der so war wie ich beschrieben habe. deshalb habe ich überhaupt erst angefangen mich zu informieren, bin zum urologen gegangen usw. weil ich mir dachte das kann doch nicht sein das sich sex so nach...gar nichts anfühlt.


    von daher, die das ist alles nur psychisch hypothese ist - bei mir - quatsch. ich hatte nie einen gedanken an meine vorhaut verschwendet habe mich ohne nie unwohl gefühlt, wurde wie gesagt nie deswegen gehänselt. erst meine sexuellen erfahrungen haben mich schlussendlich darauf gebracht. was auch nicht mein erster gedanke war.


    keiner ist schuld? sorry, aber bei aller liebe: wenn irgendwo irgendjemandem etwas mit voller absicht und elterlichem auftrag abgehackt wird, dann ist definitiv jemand schuld. je nach dem wie mans sieht der arzt für die beratung oder die eltern für die zustimmung/die fehlende selbstinformation. es geht hier nicht um tragische krankheiten, es geht um bewusste verstümmelung der genitalien.


    übrigends ist die von dir angesprochene genitalverstümmelung bei frauen absolut zu recht geächtet. auch die klitorisvorhautbeschneidung, die von den meisten medizinethikern mit der beschneidung eines mannes gleichgesetzt wird. kleiner unterschied: bei der frau liegt die masse der nerven in der klitoris, beim mann in der vorhaut. bei der vorhautbeschneidung wird beim mann mehr zerstört als bei der frau.


    beschneidung der vorhaut eines jungen: ach stell dich nich so an, is doch nich schlimm.


    beschneidung der vorhaut eines mädchens: grausam, menschenverachtend, verstümmelung.