• Erfahrung: Zwangsbeschneidung im Kindheitsalter, jetzt 22

    Liebes med1 forum, Da ich hier kürzlich mal als passiver Leser unterwegs war und gesehen habe, dass es hier öfter mal extrem zugeht dachte ich mir, ich schildere mal meine Erfahrung zu dem Thema Beschneidung. Es ist sicherlich schon aus dem Titel zu entnehmen, dass ich doch eher unglücklich über diese Operation bin, die mir dort aufgezwungen wurde. Ich…
  • 119 Antworten
    Zitat

    wenn ich durch ein prostatakarzinom meine prostata verlieren würde wäre das sicherlich dramatisch. allerdings wäre das etwas ganz anderes, ein tatsächlich notwendiger medizinischer eingriff aufgrund einer wirklichen, gefährlichen krankheit statt einer sinnlosen genitalverstümmelung aufgrund einer vermutlich physiologischen phimose.

    Ja, ich gebe dir da völlig Recht, das Gefühl, völlig sinnlos verstümmelt worden zu sein, wiegt sicher schwer. Ich empfinde das auch als schreckliches Unrecht und hoffe, dass sich durch die Aufklärung immer weniger Eltern dazu hinreißen lassen, solche Eingriffe leichtfertig vornehmen zu lassen.


    Das was du über den physischen Zustand deiner Eichel schreibst, klingt auch wirklich heftig, also reinkneifen zu können, ohne nennenswerte Reaktion {:( Das veranschaulicht schon sehr gut, wie stark die Einbußen sein müssen und ich finde es auch nicht fair, dir zu sagen, dass alles reine Kopfsache wäre. Ich schrieb zwar auch, dass sich "Geilheit" und schöner Sex sicher auch anders erzeugen und erleben lassen, aber es bleibt definitiv eine bittere Pille zu schlucken, dass man unnötigerweise etwas beraubt wurde.


    Ich denke, man muss auch unterscheiden zwischen dem, was man Betroffenen jetzt nur noch wohlwollend mit auf den Lebensweg geben will und kann, nämlich sich das Leben nicht durch Groll zu vergällen, sondern das Beste aus der Situation zu machen... und der völlig berechtigten Kritik, wenn solche Eingriffe leichtfertig vorgenommen werden. Letzteres sollte m.E. auf keinen Fall klein geredet und relativiert werden, in dem man darauf verweist, dass man "trotzdem" guten Sex haben kann.

    @ Guybrush42

    Und ich finde es krass, dass du eine etablierte und im Fall des TE medizinisch indizierte Standardoperation – die sicherlich schon 100e Millionen an sexuell vollkommen zufriedenen Männen hervogebracht hat – als Genitalverstümmelung bezeichnest. Genitalverstümmelung bedeutet z.B.: Afrika, Raiserklinge, weder Sterilität noch Betäubung, sexuelle Unterdrückung. Verstümmelung ist, wenn ich dir einfach mal so mit ner Säge das Bein abschneide. Nicht wenn ein perfekt ausgebildeter Arzt es unter Vollnarkose aus medizinisch notwendigen Gründen amputiert. Die medizinische Notwendigkeit, über die kann man diskutieren. Auch wenn das kein Körperteil zurückbringt. Aber eine Verstümmelung ist das nicht.

    @ edge of 17:

    ich versuche auch diese gefühle mein verhältnis zu meiner mutter nicht belasten zu lassen. aber leicht ist das nicht.

    @ milchmann76:

    verstümmelung, nach wiki: Verstümmelung (alternative Schreibweise: Verstümmlung, lat.: mutilatio) bezeichnet die als nachteilig bewertete, radikale Veränderung der Gestalt durch äußere Einwirkung.[1][2] Der Begriff kann sowohl für den Vorgang wie auch für das Ergebnis stehen.[3] Verstümmelung kann mit Verlust von Funktion oder wichtiger Bestandteile einhergehen.


    trifft auf die männliche beschneidung zu 100% zu. keine aktuelle studie kann die, erst in den leten jahrzenten formuliertien, angeblichen gesundheitlichen vorteile einer beschneidung statistisch signifikant untermauern. die potentiell entstehenden nachteile sind statistisch eindeutig signifikant nachgewiesen. die beschneidung kann mit verlust von funktion und wichtigen bestandteilen einhergehen.


    die beschneidung ohne einwilligung des patienten nicht als verstümmelung zu bezeichen ist eine gefährliche verharmlosung.


    zum thema sterilität, vor nicht allzu langer zeit sind in den usa noch einige babys in krankenhäusern an infektionen gestorben weil es im jüdischen brauch teilweise üblich ist das der arzt das blut mit dem mund aus der wunde saugt. die jüdische gemeinde in den usa verteidigt diese praxis weiterhin.


    zur narkose: beschneidungen an babys werden standardmäßig ohne narkose, betäubung oder schmerzmittel durchgeführt.


    sexuelle unterdrückung war der hauptgrund für die einführung der beschneidung in der westlichen welt, und auch jüdische ärzte berichten von diesem ziel der beschneidung, gibt darüber aufzeichnungen bis ins 12. jahrhundert zurück.


    zu guter letzt: so wie der TE es beschreibt war seine beschneidung kein medizinisch notwendiger eingriff. eine physiologische phimose kann bis ins späte teenageralter anhalten und ist völlig problemlos und nicht zu behandeln solange sie keine probleme macht. und so wie der TE es beschreibt kamen die probleme erst als die vorhaut gewaltsam zurückgezogen wurde.

    Der Eingriff war doch aber medizinisch indiziert. D.h. es wurde nicht aus kosmetischen oder religiösen Gründen gemacht sondern weil befürchtet wurde, dass sich Komplikationen ergeben. Von daher ist es m.E. keine Verstümmelung sondern ein medizinischer Eingriff.


    Die Eltern haben sich auf medizinischen Rat verlassen um Komplikationen zu vermeiden. Wenn überhaupt, könnte man dem jeweiligen Arzt einen Vorwurf machen (weil er medizinisch geschult ist im Gegensatz zu den Eltern), aber nur, wenn er es hätte besser wissen können.


    Ich finde es daher nicht richtig, den Eltern einen Vorwurf zu machen. Mag sein, es gibt andere "Baustellen" in der Beziehung zu den Eltern, aber der medizinische Eingriff ist wohl nicht mehr als ein Indikator.

    Zitat

    trifft auf die männliche beschneidung zu 100% zu.

    Sehe ich nicht so, weil es sehr viele Männer gibt, die absolut keine Probleme damit haben, siehe auch hier im Thread.


    Dann müsste jede OP mit Komplikationen als Verstümmelung durchgehen. Aber Verstümmelung hat etwas mit dem ursprünglichen Zweck zu tun. Und der ursprüngliche Zweck war, den TE vor späteren Komplikationen zu schützen.


    Ich muß mal eine Frage stellen, die NICHT provokant sein soll: Warum wollt ihr unbedingt als Opfer dastehen? Das ist doch viel belastender für die Psyche und das Ego als etwaige physische Folgen, die, wohlgemerkt, nur bei einigen eintreten, im Gegensatz dazu, was passiert, wenn man es nicht macht. Ist es nicht viel eher eine Einstellungsfrage? Es ist doch nicht so, dass kein Sex mehr möglich ist oder dass Sex schmerzhaft wäre oder dass die Zeugungsfähigkeit betroffen wäre. All das wären gravierende Auswirkungen, die ich nicht sehen kann beim TE.

    es gab keine kopmlikationen mit seiner vorhaut bis die eltern aus unwissenheit/anraten den kinderarztes gewaltsam versucht haben eine physiologische phimose zu lösen. die folge davon als medizinisch notwenig anzusehen ist meiner meinung nach sehr grenzwertig. auch da die konservative behandlungsmethode wohl nicht wirklich durchgeführt wurde und es eben auch alternative operationen zur radikalen beschneidung gibt, die inzwischen bei einer phimose völlig unnötig ist (triple incision und so).


    die negativen folgen->verlust von funktion ist eine kann-formulierung. klar, es gibt menschen die da keine negativen folgen draus haben. ich hab einen kumpel dem die hälfte von zwei fingern seiner linken hand fehlen, er empfindet daraus keinerlei nachteil. dennoch wäre das, wenn es absichtlich geschehen wäre, eine verstümmelung. und wie gesagt, ein großteil der medizinethiker der westlichen welt sieht es als verstümmelung und körperverletzung und der weiblichen beschneidung gleichzusetzen. das war übrigends auch das ergebnis einer studie die die bundesregierung im zuge der letzten beschneidungsdebatte in auftrag gegeben hatte. denn die beschneidung hat, wie gesagt, keine statistisch haltbaren positiven effekte (sprich:einzelfälle mit positiver folge gibt es, aber es sind insgesamt zu wenige um die operation als insgesamt förderlich zu rechtfertigen), die potentiellen negativen effekte sind gut dokumentiert und nachgewiesen, alternative konservative behandlungsmöglichkeiten sowie alternative operationstechniken können in nahezu allen fällen angewendet werden.


    warum wir als opfer dastehen wollen? für andere kann ich diese frage nicht beantworten. für mich: damit vielleicht irgendwann diese kranke praktik eingestellt wird. klar, menschen wie oldman, die sich bewusst und aus freien stücken als volljähriger mensch dafür entscheiden können das gerne machen, spricht nichts dagegen. aber die beschneidung von kindern aus an den haaren herbeigezogenen gründen ist barbarisch und gehört gestoppt. es wird aber nie aufhören solange diejenigen die unter den folgen leiden mit den schultern zucken, sagen naja so isses jetzt halt, pech gehabt, muss ich halt anders spass haben. dann wird sich nie was ändern und die nächsten generationen haben dasselbe problem. klar, es gibt viele für die es kein ding ist.

    Zitat

    [...] die als nachteilig bewertete [...]

    Genau da liegt der Hund begraben. Bewertet. DU fühlst dich verstümmelt, das ist auch deutlich erkennbar. Der TE ebenfalls. Einige Andere hier im Forum wie auch ich empfinden sich jedoch nicht als verstümmelt. Ich empfinde mich auch nicht als verstümmelt weil ich keinen Blinddarm mehr habe oder keine Mandeln, beides auch Teile des Körpers die eine durchaus wichtige Funktion erfüllen!


    Das ist auch das, was ich als Kopfsache bezeichne. Jemand dem ein Arm abgenommen wurde, der kann sich ebenfalls verstümmelt fühlen. Oder aber lernen, seinen Körper auf die neue eingeschränkte Art zu akzeptieren. Ich sage nicht dass das jemand tun muss. Es ist jedem selbst überlassen ob er sein Leben in Frust, Gram, Wut, Verzweiflung führen möchte. Entscheidend ist nicht was das Leben uns gibt (oder nimmt) sondern was wir daraus machen. Beinahe jeder wurde oder wird in seinem Leben in dieser Hinsicht (noch) geprüft (werden).


    Noch etwas philosophischer: wenn dein Enkel dich irgendwann über dein langes Leben ausfragt, was erzählst du ihm dann? Wie Scheiße alles ohne Vorhaut war? Dass du ganz ganz bestimmt glücklich hättest sein können, aber nur mit Vorhaut? Erzählst du über Jahrzehnte voller Wut und Verzweiflung? Spuckst du irgendwann aufs Grab deiner Eltern denen du nie verziehen hast, wegen deiner Vorhaut? Ich mein das ernst! Siehst du dein Leben als dauerhaft und endgültig ruiniert an, oder hast du vor zumindest irgendwann noch mit deinen Eltern, deiner Vorhaut und dir selbst ins Reine zu kommen?

    nein, nicht ich bewerte das als verstümmelung, die medizinethik bewertet es als verstümmelung. wem ein arm abgehackt wurde ist verstümmelt. ob er damit gut zurecht kommt oder schlecht zurecht kommt ändert nix daran das er verstümmelt wurde. die tatsache das man verstümmelt wurde ändert sich nicht durch die art und weise wie man damit umgeht, das sind zwei sehr verschiedene paar schuhe.


    wenn mich mein enkel irgendwann mal fragen sollte werde ich natürlich nicht sagen das in meinem leben alles scheisse war und alles furchtbar und ich unglücklich durchs leben gegangen bin weil ich keine vorhhaut hatte. ich habe nie behauptet das ich mit meinem leben nicht glücklich bin. das bin ich. ich bin auch nicht nur von wut und verzweiflung getrieben. ich habe in keinem satz je erwähnt das ich mein leben als ruiniert ansehe. mein sexualleben ist eingeschränkt aufgrund einer völlig hirnrissigen und unnötigen operation zu der ich nie eingewilligt habe und die bei mir stark negative folgen hatte. aber sexualität ist nur ein teil meines lebens. ich werde ganz sicher nie auf die gräber meiner eltern spucken, sie waren und sind wunderbare eltern. aber, wie alle menschen, machen sie fehler. und bei mir haben sie, wie sich an den folgen herausgestellt hat, einen gravierenden fehler gemacht. ja, das macht mich traurig und wütend. allerdings finde ich nicht das trauer und wut einem das leben zerstören müssen. gefühle, in all ihrer bandbreite, sind ein teil des lebens. wenn man damit umgehen kann zerstören sie einem nicht das leben. damit umgehen heisst aber meiner meinung nach nicht sie nicht mehr empfinden. ich bin bis heute traurig über den tod meines vaters, wütend über die art und weise wie es passiert ist. aber das hindert mich nicht daran dennoch glücklich zu sein, ich kann damit umgehen. ich bin traurig über meine beschneidung, wütend das das mit mir gemacht wurde, das meine eltern sich in dem fall nichtmal informiert haben was da passiert. aber dennoch bin ich gut in der lage eine sehr innige und positive beziehung mit meiner mutter zu haben. das schliesst sich nicht aus, jedenfalls nicht für mich.


    ich würde meinen enkel nicht anlügen. ich würde ihm sagen, es gab wunderbare momente in meinem leben, erfahrungen die ich unglaublich genossen habe. und es gab dunklere seiten in meinem leben, dinge die ich lieber vermieden hätte und ohne die mein leben sicherlich schöner verlaufen wäre. wer hat das nicht.


    und ich würde ihm sagen das ich dafür kämpfen würde das er körperlich so lange intakt gehalten wird bis er selber alt und reif genug ist um zu entscheiden was mit seinem körper passiert, ein privileg das mir leider verwehrt geblieben ist.


    ich bin mit meinen eltern/meiner mutter im reinen. sie weiss wie ich zu dem thema empfinde, ich weiss das sie es ebenfalls bereut, und wir kommen beide klar damit. aber an dem gefühl der wut kann und wird das nichts ändern.

    Zitat

    es gab keine kopmlikationen mit seiner vorhaut bis die eltern aus unwissenheit/anraten den kinderarztes gewaltsam versucht haben eine physiologische phimose zu lösen.

    Eine Phimose stellt, im Grunde genommen, bereits eine Komplikation dar. Der TE war damals 6 oder 7 Jahre alt und ich bezweifele, dass er damals schon in der Lage war zu beurteilen, ob etwas problematisch ist oder nicht. Die Eltern haben Lösungsversuche unternommen - auf Anraten des Kinderarztes. Das hat nicht geklappt, also wurde ein Eingriff vorgenommen um das Problem zu beheben. - Ich sehe absolut kein Fehlverhalten der Eltern.


    warum wir als opfer dastehen wollen? für andere kann ich diese frage nicht beantworten. für mich: damit vielleicht irgendwann diese kranke praktik eingestellt wird. klar, menschen wie oldman, die sich bewusst und aus freien stücken als volljähriger mensch dafür entscheiden können das gerne machen, spricht nichts dagegen.


    Das verstehe ich, allerdings kann man mitunter nicht warten, bis ein Junge ein mündiger Erwachsener ist, weil sonst teilweise schwere Komplikationen ins Haus stehen.

    Zitat

    aber die beschneidung von kindern aus an den haaren herbeigezogenen gründen ist barbarisch und gehört gestoppt.

    Vorausgesetzt, Du sprichst von Jungen: Hier gehört auch differenziert: "an den Haaren herbeigezogen" - was ist das? Aus kosmetischen Gründen? Was aber, wenn der Betroffene psychische Schäden aufgrund seiner Wahrnehmung davonträgt? Aus religiösen Gründen? Auch hier kann der Betroffene darunter leiden, wenn es nicht gemacht wird. Aus hygienischen Gründen? Wer permanent Entzündungen hat, sieht es bestimmt als Erleichterung. Und nicht zuletzt aus medizinischen Gründen - da würde ich am allerwenigsten von "an den Haaren herbeigezogen" reden. Wenn nämlich später Schäden wegen Unterlassung entstehen, ist das Geschrei groß, dann sind die Eltern schuld, weil es ihnen scheißegal war.... Klar. Ich kanns nur immer wieder sagen, der Hund liegt beim TE sicherlich woanders begraben, die medizinisch indizierte Beschneidung ist nur das Ventil.

    Zitat

    Noch etwas philosophischer: wenn dein Enkel dich irgendwann über dein langes Leben ausfragt, was erzählst du ihm dann? Wie Scheiße alles ohne Vorhaut war? Dass du ganz ganz bestimmt glücklich hättest sein können, aber nur mit Vorhaut? Erzählst du über Jahrzehnte voller Wut und Verzweiflung? Spuckst du irgendwann aufs Grab deiner Eltern denen du nie verziehen hast, wegen deiner Vorhaut?

    Abgesehen davon, dass ich eine Frau bin, ich kann einfach nicht verstehen, wie man einen derartigen Aufriss um eine Vorhaut machen kann (unter der Voraussetzung, dass Zeugungsfähigkeit und Potenz vollumfänglich erhalten sind, was ja der Fall ist). Ganz ehrlich, liebe Männer, es gibt sehr viel wichtigeres als Vorhäute, und es gibt sogar wichtigeres als Penisse. Auch wenn Letztere natürlich ne nette Sache sind ;-D

    Wenn ich jetzt die Verstümmelungs Diskussion lese komme ich immer mehr zum Schluss, "ist wohl hauptsächlich ein psychisches Problem".


    Ich konnte in meinem etwas längeren Leben oft genug erfahren, was der Kopf so alles bewirken kann. Da haben Leute echte körperliche Probleme obwohl es medizinisch gesehen keine Grund dafür gibt. Oder anders herum medizische Probleme verschwinden wenn es dem Kopf gut geht. Oder noch anders herum, es gibt keinen sachlichen Grund und trotzdem spielt der Kopf verrückt.


    Dem Kopf ist es auch vollkommen egal wenn man ihm mit sachlichen Argumenten sagt, dass es anders ist. Wenn ein bestimmtes Gefühl da ist helfen Argumente gar nicht.


    Mal ein paar Beispiele:


    Mein jetzige Frau hatte vor meiner Zeit eine an sich unheilbare chronische Erkrankung. Seit wir zusammen sind, weg.


    Ein Freund von mit leidet sehr stark unter Depressionen, alles um ihn herum ist sachlich gesehen in Odnung, er bekommt die Depressionen nicht weg.


    Meine Schwiemu hatte bis ins hohe Alter Migräne Attacken, medizinisch gesehen war sie vollkommen gesund.


    Ich hatte Anfangs mit meine heutigen Frau das bekannte Leistungsdruck Phänomen. Ich von Pontius zu Pilatus gerannt, ich bin werde imotent. Alle möglichen Untersuchungen durchgeführt bis zu einer richtigen "hard core" Maßnahme. Ergebnis ich habe eine Leck im Schwellkörper. Nix war's, als ich meinen Leistungsdruck im Griff hatte funktionierte das Teil prima.


    Will damit sagen, wer ein psychichsches Problem mit seiner Beschneidung hat kann durchaus auch körperliche Probleme damit haben.


    Vielleicht habe ich nur deshalb keine Probleme weil ich ganz einfach froh bin, ein für mich überflüssiges Stück Haut los zu sein.

    eben nicht, eine phimose ist keine komplikation. eine phimose ist zunächst physiologisch und völlig normal. bei der masse der jungen löst sie sich in den ersten lebensjahren von alleine, aber das kann auch bis weit in die pubertät hinein dauern und ist auch dann keine komplikation sondern kann völlig normal sein.


    ob es eine komplikation ist oder nicht kann man mit 6-7 jahren problemlos beurteilen. wenn es schmerzen verursacht ist es eine, wenn nicht dann nicht. praktisch jede behandlungsbedürftige vorhautsituation hat als leitsymptom schmerz (aussage urologe und urologische lehrbücher). und ich glaube schon das man einen siebenjährigen fragen kann ob er schmerzen hat. wenn er keine hat lässt man den penis einfach in ruhe und gut ist. gewalttätiges herrummanipulieren an der vorhaut führt nur zu verletzungen, die dann behandlungsbedürftig werden. wobei hier eben so gut wie nie eine beschneidung wirklich medizinisch notwendig ist.


    deshalb kann man in den allermeisten fällen problemlos warten bis die person erwachsen ist. konservative behandlung korrekt durchgeführt hat eine erfolgsrate von über 90%, es gibt op methoden bei denen die vorhaut komplett intakt bleibt.


    aus kosmetischen gründen, meinst du was ist wenn er psychische schäden davonträgt weil er eine vorhaut hat und das in seiner wahrnehmung falsch ist? wenn du das meinst, darf man dann babys auch andere körperteile abschneiden, könnte ja sein das es ihn irgendwann mal stört das er ohren hat? Körperliche unversehrtheit geht meiner meinung nach eindeutig vor.


    aus religiösen gründen halte ich ehrlich gesagt auch nichts von. ein baby kann sich nicht aktiv für eine religion entscheiden, es wird zwangsweise einer amputation unterzogen ohne einverständnis. aber das religionsgruppen ziemlich grausam sein können ist ja nichts neues. wie bereits erwähnt war den jüdischen ärzten bereits im 12. jahrhundert klar was sie da genau tuen und welche wirkung das hat. sexuelle lust einschränken war das ziel. auch sind heute einige der wichtigsten autoren die sich mit der relevanz der vorhaut beschäftigen juden.


    aus hygienischen gründen ist eine beschneidung nur in ganz extrem seltenen fällen überhaupt sinnvoll und so gut wie nie notwendig. regelmäßiges waschen reicht bei so gut wie allen menschen aus. klar, es gibt so fälle wie oldman bei denen es mehr aufwand macht, aber keinesfalls in einem umfang das die beschneidung im kindes- oder babyalter notwendig macht. oldman konnte man auch problemlos alt genug werden lassen das er die entscheidung selbst treffen konnte.


    aus medizinischen gründen ist so gut wie immer eine phimose (bei der eine beschneidung so gut wie nie notwendig ist, dehntherapie funktioniert in 9x% der fälle und es gibt minimalinvasive operationsmethoden bei denen die vorhaut komplett erhalten bleibt), dinge wie entzündungen lassen sich in den allermeisten fällen auch konservativ behandeln. einfach abschneiden ist ein unglaublich radikaler ansatz, der bei kaum einem anderen körperteil derartig leichtfertig über die köpfe der betroffenen hinweg gemacht wird.


    ja, es gibt die medizinisch wirklich notwendigen beschneidungen. die machen einen winzigen, knapp einstelligen prozentsatz der durchgeführten beschneidungen aus.


    man kann einen derartigen aufriss um die vorhaut machen weil sie das am stärksten innervierte gewebe des männlichen körpers ist. es die am stärksten erregbare zone, die am meisten lust bringen kann. es ist nicht ein kleines stück haut das abgeschnitten wird, es wird dreiviertel der empfindsamkeit des penis weggeschnitten. das ist ja das tragische an der ganzen sache, selbst viele ärzte die beschneidungen durchführen wissen nicht das die nervenverteilung am penis so ist das die eichel sekundär und die vorhaut primär fürs lustempfinden zuständig ist. klar, vielen männern reichen die verbleibenden nerven in der eichel, aber einigen eben auch nicht. diese als kollateralschaden mal eben. in kauf nehmen nur weil wir schon immer ohne zu hinterfragen beschnitten haben finde ich ziemlich krass.


    und sorry, mir gehts beim sex echt nicht nur um die frage krieg ich einen hoch und kann ich kinder kriegen.

    ach und oldman: es is ja echt schön das die beschneidung bei dir positiv gelaufen ist, aber kannst du dir echt nicht vorstellen das eine reduktion von 20000+ spezialisierten nervenzellen auf ca 4000 plus die chance auf eine dicke hornhaut über diesen verbliebenen 4000 einen unterschied darstellen können? klar, müssen nicht, jeder empfindet anders. aber das automatisch auf muss psychisch sein schieben finde ich schon etwas weit hergeholt. klar, es kann psychisch sein, es kann auch psychisch bedingt verstärkt werden, aber dem entfernen von zehntausenden und damit dem weit größeren teil der spezialisierten nerven keinerlei potentielle bedeutung beizumessen... widerpricht allen erkenntnissen der anatomie und der medizin insgesamt. klar, es kann passieren das es nicht oder unwesentlich einschränkt. aber das risiko einer physischen beeinträchtigung ist erwiesen und, aus anatomischer sicht, völlig logisch.


    ich habe halt das "glück" eine sehr schnelle und sehr starke hornhautbildung zu haben. ich geh ein zwei mal klettern und hab danach hornhaut auf den händen wie jemand der seit 15 jahren aufm bau arbeitet. ich hab mitm gitarre spielen angefangen, mein gitarrenlehrer meinte das ich wenn ich auf stahlsaiten spiele am anfang probleme haben werde weil die saiten einschneiden, mit den monaten bildet sich dann aber hornhaut und ich kann ohne probleme spielen. nach zwei drei wochen hatte ich hornhaut auf den fingern wie ein berufsmusiker. dummerweise macht meine eichel dasselbe und ist inzwischen wie gesagt so das ich reinkneifen und draufschnippen kann ohne ernsthaft was zu spüren.

    Zitat

    Ein Freund von mit leidet sehr stark unter Depressionen, alles um ihn herum ist sachlich gesehen in Odnung, er bekommt die Depressionen nicht weg.

    depressionen haben in den seltensten fällen ihren ursprung im lebensumfeld, oftmals sind sie symptome einer körperlichen krankheit (z.b. schilddrüse) oder eben einer veränderung der hirnchemie (serotonin etc.).


    bist du jemand, der depressiven leuten den tipp gibt mal spazieren zu gehen und alles positiver zu sehen? dann besser nichts sagen! ;-)


    auch deine anderen beispiele klingen wie aus dem buch eines gurus. ich meine, der kopf kann vieles beeinflussen, ohne frage – aber es ist für einen betroffenen, bei dem die ursachen woanders liegen, blanker hohn dinge unterstellt zu bekommen, die nicht den tatsachen entsprechen.

    Mal zwei Sachen, um einen größeren Bogen zu spannen. Das mit der Hornhaut ist natürlich ein echtes Problem, aber soweit ich weiß gibt es dafür Lösungen hier im Forum. Auch wenn die umständlich sein mögen ist es vermutlich immer noch besser als MIT Hornhaut. Ich denke es gibt so einige Möglichkeiten, die Empfindsamkeit zu verbessen. Auch 4000 Nervenenden sind kein Pappenstiel, wenn man z.B. bedenkt wie angenehm Berührungen am Rücken sein können und der menschliche Rücken ist ja nervlich halbwegs taubes Gebiet. :-) Ich kann da schlecht mitreden weil ich keine Hornhaut habe und nichts Anderes als eine trockene Eichel kenne – und keine Probleme damit habe. Meine 4000 Nervenenden sind Spitze. ;-D Aber es gibt wohl Techniken, Mittelchen usw. die Haut weicher, feuchter, empfindsamer, ... zu machen. Hast du dich da schon schlau gemacht?


    Was Anderes, was mich persönlich sehr stört sind die Scheuklappen bzw. der Tunnelblick, der bei diesem Thema des Öfteren bei den fanatischen Gegnen bemerkbar ist. Kaum jemand befürwortet Operationen die sinnlos sind, und wenn es nicht-operative Methoden gibt ist es sinnvoll diese vorzuziehen. Erhalten sollte wenn sinnvoll möglich vor wegschneiden gehen. Egal um welches Körperteil es geht. Das ist doch normal. Die hier angesprochenen Beschneidungen fanden statt bevor Kliniken Operationen als Mittel zur Aufbesserung ihres Finanzhaushaltes entdeckt haben. Es ist also nicht nötig so zu tun als wäre die deutsche Mehrheit operationsgeil. Das Gegenteil ist der Fall, und kaum jemand lässt gerne an seinem oder dem Penis seines Kindes rumschneiden. Früher, als Ärzte noch Götter in weiß waren, war Ärztewort eben oft Wahrheit, und anerkannte schnelle Operationen oft das Mittel der Wahl.


    Darum gefällt es mir persönlich nicht, wenn das Ganze einseitig als elterliche Ignoranz bezeichnet wird, als jüdische Verschwörung oder als probates Mittel um die männliche Lust zu reduzieren. Es werden auf problematische Art Statistiken, Halbwahrheiten und persönliche Meinungen zu einem negativen Argumentationsbrei zusammengemischt, der nur eine Sicht zulässt, nämlich die Eigene. Ich mag jetzt hier gar nicht auf die teils verqueren Argumentationen eingehen. Wenn gewünscht per PN.


    Was ich gut finde ist Aufklärungsarbeit zu leisten. Das ist ein Medizinforum, hier kann man was lernen. Auch zum Thema Beschneidung, wann sie nötig ist, wann nicht, welche Alternativen es gibt, welche möglichen Folgen usw. Ich hab hier auch schon einiges gelernt. Aber eher aus eigener Recherche. Denn die immer wieder sehr negativen, teils abstrusen, scheuklappenartigen Argumentationen die strikte Beschneidungsgegner hier manchmal von sich geben laden geradezu dazu ein dagegen zu argumentieren. Wer hier ist um zu überzeugen, um seine Meinung zu verbreiten, der wird das mit Wut, Frust und Verschwörungstheorien wohl nicht schaffen.