• Erfahrung: Zwangsbeschneidung im Kindheitsalter, jetzt 22

    Liebes med1 forum, Da ich hier kürzlich mal als passiver Leser unterwegs war und gesehen habe, dass es hier öfter mal extrem zugeht dachte ich mir, ich schildere mal meine Erfahrung zu dem Thema Beschneidung. Es ist sicherlich schon aus dem Titel zu entnehmen, dass ich doch eher unglücklich über diese Operation bin, die mir dort aufgezwungen wurde. Ich…
  • 119 Antworten

    Wie wär's mit einer seriösen wissenschaftlichen Studie zum Thema (die nicht von einer fünftklassigen amerikanischen Uni stammt) statt bloßen Behauptungen und Einzelfällen?

    Meine Erfahrung als Frau geht auch nicht in die Richtung:


    Mit meinem Ex-Freund hatte ich immer sehr guten Sex, trotz Beschneidung und Hornhaut. Ich konnte tatsächlich auch darauf rumschnippen ohne das er mit der Wimper gezuckt hat. Er war auch etwas ausdauernde, aber auch weil er es eben durch Selbstbeherrschung zurück halten konnte. Vielleicht fehlte ihm da der Vergleich wie andere Männer es empfinden ???


    Ein weiterer Partner mit Vorhaut, hatte von Anfang an Probleme im Bett. Zunächst war es der Leistungsdruck und es ging einfach gar nichts. Dann ging es, es hat uns auch beiden Spaß gemacht, aber er hat nicht viel dabei Empfunden und kam auch sehr selten zum Orgasmus. Er schob das darauf, dass er als Jugendlicher ein Problem mit übermäßigem Konsum von Pornos und SB hatte und dadurch einen festeren Griff gewohnt war. Dann hat er doch nochmal bei seiner Mutter nachgefragt. Es stellte sich heraus, er hatte eine Phimose, die durch Vorhautdehnen versucht wurde zu lösen. Kann man jetzt schlecht beurteilen, ob für ihn eine Zirkumzision nicht besser gewesen wäre. Natürlich war es eine Einschränkung, auch als Frau macht man sich Gedanken, wenn man den Grund nicht weiß. Aber ich würde sagen, wir haben das beste draus gemacht und hatten trotzdem aufregenden Sex.

    es gibt wirklich keinen grund, warum eine beschneidung ggü der dehnungstherapie vorteilhafter sein sollte – es sei denn, die phimose ist zu massiv, um mit einer dehnungstherapie erfolge erzielen zu können.


    dass er wenig empfindet, hat _garantiert_ nichts mit einem glucocorticoid & der dehnung zu tun.

    Ich hab mir die Diskussion mal soweit durchgelesen. Ich finde es eigenartig, dass Probleme mit der Beschneidung auf die Beschneidung an sich zurückgeführt werden. Ich bin seit Kindesalter beschnitten, hab 'nen kleinen Penis und bin auch noch schwul. Und: Ich habe keine Probleme damit. Ich bin in der Schule nicht gehänselt worden, weder wegen der Größe noch wegen der Beschneidung.


    Ich hab aber auch nie ein Problem daraus gemacht oder mich "zurückgesetzt" gefühlt, weil mir da ein Stück Haut fehlt. Für mich war mein Penis bis zur Pubertät normal und danach war es mir egal, weil ich bei der SB oder Sex nicht darüber nachgedacht habe.


    Sicher kann ich es verstehen, wenn einer damit Probleme hat, aber die rühren m.E. nicht von der Beschneidung, sondern vom Umgang damit. Wieso haben ansonsten nicht 40% der Männer weltweit (so die Schätzung) Probleme mit ihrem Penis?


    Kleine Anmerkung: Ich lass mich nicht gern als "verstümmelt" bezeichnen, das bin ich nicht. Ich finde das Wort "Genitalverstümmelung" beleidigend.

    Schöner Beitrag ralf. :)= Und was du ansprichst empfinde ich auch so. Die fanatischen Beschneidungsgegner wollen all den Beschnittenen die sich wohl damit fühlen eine Verstümmelung zuschreiben. Weil angeblich ja alle Wissenschaftler der Welt einig sind dass das nicht anders bezeichnet werden kann. Quark. Käse. Ich fühl mich nicht verstümmelt. Mir gefallen beschnittene Penisse besser, ich find's praktischer. Um kein Geld der Welt würd ich meine Vorhaut wieder haben wollen. Und nein, ich habe nicht selbst entschieden, ich war 5 oder 6 Jahre alt.


    Besonders widerlich finde ich die Gleichstellung von weiblicher Genitalvestümmelung (wie beispielsweise in Teilen Afriks verbreitet) mit medizinisch indizierter Beschneidung im Westen. Wer diese Dinge auf eine Stufe stellt, vor dessen Moral hab ich nicht den geringsten Respekt. :(v :[] >:(

    Als Frau kann ich euch nur zustimmen. Ich hatte schon beide Varianten im Bett, kein beschnittener Mann hatte sexuell irgendwelche Probleme, auch für mich persönlich war der Sex viel besser und aus diversen Gründen auch viel angenehmer(beim Oralverkehr z.B)


    Die meisten fanatischen Beschneidungsgegner sind unbeschnittene Männer, die sich wohl zu oft mit den Meinungen von uns Frauen zu diesem Thema beschäftigt haben, das versuchen sie nun mit "Studien" von Beschneidungsgegnern zu verdrängen.


    Man muss ja nur mal beschnitten/unbeschnitten googeln und sich diverse Internetforen durchlesen, mehr muss man zu diesem Thema nicht wissen. ;-D

    Zitat

    Die meisten fanatischen Beschneidungsgegner sind unbeschnittene Männer, die sich wohl zu oft mit den Meinungen von uns Frauen zu diesem Thema beschäftigt haben, das versuchen sie nun mit "Studien" von Beschneidungsgegnern zu verdrängen.

    vielleicht ist das aber auch nur irgendeine völlig unbelegte behauptung... *schulterzuck*

    Ui...das ist ja eine ganz schöne Gerüchteküche hier...


    1) @ ralf: Du fühlst Dich also nicht verstümmelt. Das ist doch super. Keiner spricht Dir das ab.


    Ich weise Dich aber zur Versachlichung der Diskussion auf die Definition von "Verstümmelung" hin:


    "Als negativ empfundene radikale Veränderung des Körpers durch äußere Einwirkung"


    Nun zu den Fakten: bei einer Vorhautamputation wird durchschnittlich 50% der gesamten am Penis befindlichen Haut inkl. des aufgrund der epidermischen Struktur empfindsamsten Teils entfernt. Die natürliche Physiologie des Penis als Innen- und Außengewebe ist damit nicht merh vorhanden, das ehemalige Innengewebe entweder entfernt (innere Vorhaut) oder dauerhaft künstlich trockengelegt (Eichel) und damit zwangsweise einem Desensibilisierungsprozess ausgesetzt.


    Wer das nicht als negativ empfindet, für den trifft die Definition "Verstümmelung" nicht zu. Wer dies als negativ empfindet, für den allerdings.


    Du solltest bitte zur Kenntnis nehmen, dass auch die Bezeichung "weibliche Genitalverstümmelung" umstritten ist, da sich viele betroffene Frauen nicht als verstümmelt empfinden. Die Hilfsorganisation Terre des Femmes weist darauf auf ihrer Homepage hin.


    Ist als nicht so einfach mit den Begriffen!

    @ Milchmann und Ronja:

    Was bitteschön sind "radikale Beschneidungsgegner"?


    Sind das für Euch etwa Menschen, die sich politisch für gleiche Rechte aller Kinder auf unversehrte heile Genitalien, auf sexuelle Selbstbestimmung einsetzen?


    Das wäre eine seltsame Definition von Radikalität...dann ist unsere Verfassung radikal, die UN-Kinderrechtskonvention, die Allgemeinen Menschenrechte...


    "Die meinsten Beschneidungsgegner sind unbeschnittene Männer..."


    Diese Behauptung ist natürlich Unsinn.


    Die Bewegung der Beschneidungskritiker hat ihren Ursprung in den USA, wo zeitweilich bis zu 90% aller männlichen Babies sofort nach der Geburt zwangsbeschnitten wurden (glücklicherweise ist diese Quote stark rückläufig). Auch die beiden deutschen Organisation MOGiS e.V. und intaktiv setzen sich ganz wesentlich aus betroffenen Männern zusammen.

    @ milchmann:

    Nun die Sache mit dem Vergleich mit weiblicher Genitalverstümmelung.


    Du hast völlig Recht: eine medizinisch indizierte Vorhautamputation (wobei das in Deutschland immer noch über 10 Mal so häufig wie z.B. in Finnland passiert, aber falsche medizinische Indikationen sind noch ein anderes Thema) kann man nicht mit weiblicher Genitalverstümmelung vergleichen, wie sie in Afrika oft erfolgt.


    Man kann aber sehr wohl weibliche Genitalverstümmelung in Afrika mit männlicher Genitalverstümmelung in Afrika vergleichen. Die sieht nämlich nicht selten so aus:


    http://ulwaluko.co.za/Photos.html


    Mit nicht selten meine ich: alleine in einer südafrikanischen Provinz über 500 tote Jungen und rund 500 000 (!) Verletzte und Schwerverletzte, die in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten seit 2008.


    Darum schert sich kein Rotes Kreuz, keine Ärzte ohne Grenzen, keine UNICEF.


    Männliche Opfer von Genitalverstümmelungen sind tabu.


    Was man aber auch vergleichen kann: männliche Genitalverstümmelung und weibliche Genitalverstümmelung in Ägypten. Das wird nämlich beides ganz überwiegend von Medizinern ausgeführt (und bei Mädchen natürlich nicht die Radikalvariante mit Zunähen).


    Auch dann nähern sich die Opferzahlen an: nämlich sehr gering, Todesfälle eher durch Narkoseunfälle als durch Verbluten o.ä. Auch der weiblichen Genitalverstümmelung werden dort medizinische Vorteile angedichtet.


    Für weitere fundierte Informationen jenseits von Gerüchten und Mythen empfehle ich die Vorträge des wissenschaftlichen Symposiums "Genitale Autonomie", das pro familia NRW und MOGiS e.V. am 6. Mai in der Kölner Universität ausrichteten.


    Die WissenschaftlerInnen dort können das besser erklären als ich ;-)


    http://genitale-autonomie.de/videos-der-vortraege/

    Oberyn, ich finde es sehr mutig von Dir über Dein Problem öffentlich zu schreiben, vielen Dank dafür!


    Und es tut mir leid, dass ihr Betroffenen auch noch so viel Kritik aushalten müsst und Euer Problem oft ins lächerliche gezogen wird.


    Was ist Kopfsache, man liest es so oft als Argument. Es ist als Frau nicht sehr angenehm mit einem Mann im Bett zu sein, der sich irgend welche Fantasien ausdenkt um bessere Gefühle zu haben.


    Den besten Sex in meinem Leben war immer dann, wenn der Verstand ausgeschaltet hat und der Körper nur noch von Gefühlen geleitet würde.


    Zu so viel Gefühl waren in meinen Beziehungen nur unbeschnittene Männer imstande.


    Mit Beschnittenen gab es auch sehr schöne Momente und ich war nur mit Männer zusammen die ihre Beschneidung gut fanden und auch darauf stolz waren aber wenn man auf ihre Körperreaktion geachtet hat merkt man den Unterschied dass die Gefühle nicht so intensiv sind wie bei den Unbeschnittenen.


    Auch reagierte jeder Beschnittene unterschiedlich, manche kamen schnell, manche brauchten ewig, dass es schon schmerzhaft werden konnte. Bei einem könnte man mit den Zähnen über die Eichel, der merkte dabei nichts der andere hat vor Schmerzen aufgejault. Es brauchte bei den beschnittenen Männer meist Anweisung, wie man was machen soll um ihnen nicht weh zutun oder es fester zu machen.


    Bei Unbeschnitten fällt das, um so besser man sich kennt weg, da kann ich dann nach meinem Gefühl handeln.


    Nur wegen der Hygiene zu beschneiden finde ich sinnlos, denn auch beschnittene Männer riechen nach einem Tag ungeduscht zwischen den Beinen nach Schweiß und das Smegma, vor dem sich so viele ekeln, haben wir Frauen auch.

    Jetzt hab ich fast das Wichtigste vergessen, die Höhepunkte bei Beschnitten und Unbeschnitten sind ähnlich aber was viele nicht wissen, dass man den Männlichen Höhepunkt auch steigen kann und dazu sind wohl die Nerven der Vorhaut nötig, denn bei Beschnitten funktioniert diese Technik nicht.

    Michi_kr, ich hab das jetzt nicht aus irgendwelchen Büchern, sondern mit einem Freund selbst herausgefunden.


    Ich stell es mir ähnlich vor, wie bei der Frau, dass man erst herausfinden muss, dass es mehrere Möglichkeiten gibt einen Höhepunkt zu bekommen ausser durch die Klitoris, zB durch den G-Punkt oder einen Vaginalenorgasmuss.


    Das Frenulum zB kann man x mal berühren und nichts passiert, es ist wie ein wachküssen von Gefühlen, was nicht mit schnellem Sex funktioniert.


    So auch die Vorhaut, ich kann sie als Frau rauf und runter bewegen, der Mann hat ein Höhepunkt und das wars, wenn man sich aber intensiver damit beschäftig stellt man mit der Zeit fest, dass da eine Menge unterschiedlicher Gefühle drin stecken und die kommen am besten zum Vorschein, wenn man den Mann bis zu einem bestimmten Punkt bringt und dann kurz unterbricht, dabei muss man sehr genau auf die Atmung und seine Körper Reaktion achten, so kann man dass sehr lange hinauszögern und eine Menge Gefühl erzeugen, bis er einen Höhepunkt erlebet wo der Mann selbst nicht wusste das er dazu imstande ist.


    Bei beschnitten Männern hab ich das auch jedesmal versucht aber sie reagieren auf feine leichte Berührungen nicht, sie können die nicht fühlen und dann geht meist im falschen Moment der gleit Effekt verloren oder mir tut mit der Zeit die Hand und der Kiefer weh auch stimmt die Atmung und Körperreaktion nicht so gut überein, dass man weiß an welchen Punkt seine Gefühle sind, es fehlt einfach für diese Feinabstimmung der Gefühle die Vorhaut.

    auch wenn es erfahrungsgemäß wenig bringt (milchmann zb ignoriert ja eh weiterhin die definition von verstümmelung):


    http://www.holmputzke.de/images/stories/pdf/2008_fs_herzberg_beschneidung.pdf


    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/offener-brief-zur-beschneidung-religionsfreiheit-kann-kein-freibrief-fuer-gewalt-sein-11827590.html


    http://jme.bmj.com/content/30/3/248.full.pdf+html


    http://etn.sagepub.com/content/10/2/181


    http://www.welt.de/politik/deutschland/article108314004/Kinderaerzte-Koerperverletzung-wird-bagatellisiert.html


    http://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/berufsverband-der-kinder-und-jugendaerzte-bvkj-zum-beschneidungs-gesetz-gesetz-missachtet-kin/


    http://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/rituelle-beschneidungen-bei-minderjaehrigen-kinder-und-jugendaerzte-fordern-allein-das-recht-ein/


    http://www.fr-online.de/wissenschaft/beschneidungen-unterschaetztes-trauma-risiko,1472788,16643734.html


    http://www.foerderverein-medizinrecht.de/publikationen/aufsaetze/beschneidung/


    http://www.cirp.org/library/anthropology/bell1/


    http://www.cirp.org/library/death/


    zu milchmanns grandiosem todschlagargument "jüdische weltverschwörung":


    http://books.google.de/books?id=PmL-LogqJ-YC&pg=PA147&dq=%22Similarly+with+regard+to+circumcision%22#v=onepage&q=%22Similarly%20with%20regard%20to%20circumcision%22&f=false


    http://www.zeit.de/2013/28/genitalverstuemmelung-gesetz-frauen/komplettansicht


    http://www.bmj.com/content/341/bmj.c3888.long


    http://www.bmj.com/content/342/bmj.d978.long


    http://books.google.de/books?id=PBZAAAAAcAAJ&pg=PA345#v=onepage&q&f=false


    http://www.cirp.org/library/history/darby4/


    ein winziger ausschnitt, sind teilweise studien, teilweise bücher, aussagen von ärzten und juristen.


    das es MÖGLICHE (!) negative auswirkungen durch die beschneidung gibt ist keine frage von meinung und persönlicher einschätzung, das ist inzwischen erwiesen. MÖGLICH heisst nicht das es keine negativen auswirkungen geben kann nur weil es auch viele gibt die keine probleme durch ihre beschneidung haben. Wie häufig diese negativen auswirkungen sind ist bisher nicht eindeutig, je nach studie kommen unterschiedliche zahlen raus. unklare häufigkeit hat aber keinen einfluss auf die tatsache das es zu negativen folgen kommen kann.


    auch unter medizinern gibt es inzwischen mehr umdenken, so weigert sich das die kinderklinik der uniklinik münchen schon seit jahren beschneidungen aus kulturellen, religiösen oder ästhetischen gründen durchzuführen.

    Pizarro73

    Zitat

    Was bitteschön sind "radikale Beschneidungsgegner"?

    Was verstehst du unter einem Linken, und was unter einem radikalen Linken? Sinngemäß auf Beschneidungsgegner anwendbar. Ich empfinde hier im Forum Einige nicht bloß als Gegner der Beschneidung, sondern in ihrer Argumentation als radikale Gegner. Ich bin übrigens kein Freund von radikalegalwas. :=o Dass du schreibst "dann ist alles radikal" zeigt mir dass du dich selbst nicht so einstufst. Was nichts daran ändert dass ich dich so einstufe.


    Auch zum Thema Genitalverstümmelung in Afrika. Egal ob Mädchen oder Jungen... Äpfel sind keine Birnen! Ich besitze kein anerkanntes medizinisches Lexikon, insofern stütze ich mich mal auf Wiki:


    Genitalverstümmelung steht für [...] (bewertend) medizinisch nicht indizierte Anwendungen der [...] Zirkumzision


    http://de.wikipedia.org/wiki/G…28Begriffskl%C3%A4rung%29


    Das ist genau das was du geflissentlich ignorierst. Dass es eine Genitalverstümmelung erst dann ist wenn die medizinische Indikation fehlt. Alles Andere würde auch dem hippokratischen Eid widersprechen. Oder willst du behaupten es wird selbst in Deutschland (bzw. aufgeklärte reiche erste Welt) systematisch und absichtlich seit Jahrzehnten mit jeder Beschneidung z.B. wegen Phimose der hippokratische Eid verletzt? Nein, das ist keine Verstümmelung. Wofür eben nebenbei auch die vielen zufriedenen Beschnittenen sprechen, die sich in keinster Weise verstümmelt wahrnehmen. Ich fühle mich von Ärzten geheilt, und nicht verstümmelt. Vielleicht hätte man mir auch anders helfen können. Ist mir egal, weil mir nichts fehlt.


    Was ich völlig respektiere und nachvollziehen kann ist wie sehr man darunter leiden kann wenn die sexuelle Empfindsamkeit durch Zirkumzision massiv eingeschränkt wurde. Noch dazu, wenn man nicht weiß ob es vielleicht doch ne andere Möglichkeit zur Heilung der Phimose gegeben hätte. Aber das macht auch aus diesen Beschneidungen keine Verstümmelungen sondern tragische Schicksale. Durch medizinische Fehler, falsche Behandlungsmethode, individuelles Pech o.ä. Aktiv dafür zu arbeiten dass Alternativbehandlungen bekannter werden und vorrangig genutzt werden finde ich gut! Jede vermeidbare OP sollte generell vermieden werden! Daraus Verstümmelungen zu machen finde ich aber radikal.

    Guybrush42

    Zitat

    so weigert sich das die kinderklinik der uniklinik münchen schon seit jahren beschneidungen aus kulturellen, religiösen oder ästhetischen gründen durchzuführen.

    Auf das Thema Religion(sfreiheit?) und Beschneidung will ich hier nicht weiter eingehen. Das gehört nicht zum Fadenthema, würde den Rahmen sprengen, und passt nicht zu den Fadenteilnehmern. Dass das in Deutschland nichts desto trotz ein Thema ist dürften die Meisten mitbekommem haben. Es gab hier nen eigenen Faden dazu. Für die überwiegende deutsche Mehrheit (> 95%) spielen kulturelle oder religiöse Gründe aber eben überhaupt keine Rolle, wenn es um die Beschneidung geht!!!


    Beschneidung aus ästhetischen Gründen? Das liegt in der Eigenverantwortung. Manche Frauen wollen unbedingt Silikonbrüste, Andere lassen sich an ihren Schamlippen rumschneiden. Freiwillig. Ist das übrigens Verstümmelung? Und vielleicht wollen sich manche Männer aus optischen Gründen ihre Vorhaut entfernen lassen. Wer's bezahlen kann und mit den Konsequenzen leben mag soll's tun. Er wird eine andere Klinik finden die's macht. Hat mit diesem Faden auch so gar nichts zu tun.

    wie zu erwarten, links ignoriert. wie die diversen, in den links aufgeführten rechtwissenschaftler und ärzte aussagen ist der vergleich männliche und weibliche beschneidung kein vergleich zwischen äpfel und birnen, sondern die beschneidung der klitorisvorhaut und die beschneidung der penisvorhaut wird als identischer eingriff angesehen.


    die große masse der beschneidungen in deutschland(und der restlichen westlichen welt) werden nicht aus medizinischen gründen vorgenommen. mit den heute bekannten konservativen behandlungsmethoden und den minimalinvasiven operationsmethoden gibt es auch heutzutage im prinzip keine medizinische notwendigkeit für eine beschneidung mehr. von daher, nein, der abschnitt "medizinisch nicht indizierte Anwendungen der Zirkumzision" wird nicht ignoriert. zirkumzision ist in so gut wie keinem fall medizinisch indiziert in anbetracht der aktuellen forschungslage und behandlungsmöglichkeiten.


    und eine beschneidung aus ästhetischen gründen, die an einem baby oder (klein)kind vorgenommen wird, liegt nicht in der eigenverantwortung des patienten. wird aber mit großer regelmäßigkeit so gemacht. ist übrigends absolut üblich das dann als prophylaxeoperation (was nicht valide haltbar ist) oder als phimosebehandlung zu deklarieren.


    es ist zwar typisch und nochmal darauf hinzuweisen wird nix bringen, aber ich mach es trotzdem nochmal:


    ich habe überhaupt kein problem mit freiwilliger beschneidung einwilligungsfähiger erwachsener. wer das tun will kann das gerne machen. wenn sich erwachsene männer an ihrem penis, erwachsene frauen an ihrer klitoris, schamlippen oder ihren brüsten rumoperieren lassen wollen, können sie machen. die betonung liegt hier aber ganz klar auf erwachsen und einwilligungsfähig.


    es ist die nicht medizinisch begründbare beschneidung (physiologische phimose, dehntherapie, triple incision usw) von nicht einwilligungsfähigen babys und kleinkindern mit der ich ein problem habe.


    ich könnte auch nochmal die definition von verstümmelung hinschreiben, daber das ist mir ehrlich gesagt zu albern.


    ps: nochmal zu der medizinischen indikation:


    1986, vor minimalinvasiven op-methoden und verbreitung der dehntherapie usw lag die beschneidungsrate in dänemark bei 1,6% der unter 15 jährigen (religiöse beschneidungen ausgenommen, inklusive beschneidung aus ästhetischen gründen). in deutschland liegt die quote bei etwa 10%(ebenfalls ohne religiöse beschneidungen), bei keinem signifikanten unterschied was die häufigkeit von vorhautproblemen angeht (ca 1% der bevölkerung in beiden ländern). die beschneidungsrate ist in deutschland also trotz verbesserten konservativen und minimalinvasiven behandlungsmethoden 30 mal so hoch wie sie nach veralteten behandlungsmethoden sein müsste.


    glücklicherweise haben die negativen stimmen inzwischen langsam aber sicher einen effekt. die beschneidungsrate in den usa ist zb von über 90% auf inzwischen gut 30% gefallen.