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    Das ist das, was ich meinte, als ich schrieb, dass hier im Thema auch noch andere Dinge mit Sicherheit eine Rolle spielen. Das Problem hier ist aber, dass man es schwer hat, es schriftlich zu erklären. Dann muss man noch durchdringen, das heißt, der Fragesteller muss sich auf den Gedanken einlassen können. In dem Fall hier ist der Fragesteller eh aus dem Thema raus, daher lohnt sich kein weiterer Einlass in der Richtung.

    Sorry, ich hab die Themen miteinander verquickt, weil wir beide darin schrieben - der obige Absatz ging um das Thema bzgl. des dauerhaften Fremdgehens bei Lustverlust der Ehefrau. Tschuldigung.

    Zum Thema "Einstellungssache": Ich hatte keine Angst vor den Wechseljahren. Ich dachte, was soll da schon großartig passieren, vielleicht schwitze ich ab und zu ein bisschen mehr oder so, aber sonst? Ich lebe schließlich in einer glücklichen Partnerschaft mit einem wunderbaren Liebhaber, der mich so liebt wie ich bin. Falten oder andere Alterserscheinungen waren nie Thema für uns, wir fühlten uns wohl in unserer Haut, taten auch durch einen entsprechenden Lebensstil etwas dafür. Ich hab mir da ehrlich keine Gedanken gemacht und glaubt mir, es trifft auch Paare, für die Sex nie nur auf Erektion und Penetration beschränkt war...


    Ich sah den Wechseljahren total gelassen entgegen, weil die Familieplanung erfüllt bei uns abgeschlossen war und ich mich sogar darauf freute, mir irgendwann über Verhütung keinen Kopf mehr machen zu müssen und nebenbei auch die Blutungen los zu sein - wobei ich damit auch nie großartige Probleme hatte. Dass nahezu jede Frau in meiner Familie massive Beschwerden in und nach den Wechseljahren hatte, habe ich übrigens erst erfahren, nachdem ich selbst mittendrin steckte und mich dann dafür interessiert und entsprechend nachgefragt habe. Eine "selbsterfüllende Prophezeiung" im Sinne von "Ohjeohje, mütterlicherseits hat es alle so hart getroffen, also bin ich bestimmt die Nächste" war es also auch nicht. Das habe ich alles erst hinterher erfahren, als ich selbst die volle Breitseite aus dem Nichts zu spüren bekam...

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    dieser Faden übers Fremdgehen finde ich nicht nur gruselig, der hat mir wahnsinnig Angst gemacht.

    Mir auch, obwohl ich meinem Mann vertraue. Und er mir vor allem nie absprechen würde eigene Entscheidungen treffen zu wollen. Aber es gibt doch zu denken, zumal sich ja viele Paare in den WJ trennen.


    sensibelman, was lässt dich glauben dass es keinen Zusammenhang gibt mit der ethnischen Gruppe? Ist doch schon auffällig dass in den westlichen Ländern andere Probleme/Symptome in den WJ auftreten als in Fernost. Und das kann man sicher nicht nur über den Status erklären. Hitzewallungen werden nicht durch Status ausgelöst oder ferngehalten. Beispielsweise haben wir westlichen Frauen ja zB auch eine aktivere, schnellere und reichhaltigere Milchbildung, heftigere Milcheinschüsse und können oft problemlos Zwilling vollstillen, während dies bei Asiatinnen sehr selten ist. Warum sollten unsere Brüste dann nicht in den WJ auch heftiger auf die Hormonschwankungen reagieren?


    Wie gesagt, als Mann solltest du dich da auch etwas zurücknehmen :). Das ist ganz neutral gemeint. Aber ich kann mir ja auch keine Meinung über Potenzprobleme bilden. Vielleicht sind die ja auch nur psychisch?

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    Mayflower,


    du hast den anderen Faden auch gelesen und verfolgt. Was hast du dabei empfunden? Ich frage, da mich der Schlussatz auch sprachlos gemacht hat.

    Was ich empfunden, bzw. gedacht habe? Hhm, das darf ich hier nicht schreiben, weil es gegen die Nettiquette verstossen würde. ;-)

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    sensibelman, was lässt dich glauben dass es keinen Zusammenhang gibt mit der ethnischen Gruppe? Ist doch schon auffällig dass in den westlichen Ländern andere Probleme/Symptome in den WJ auftreten als in Fernost.

    Es gibt nicht nur bezüglich WJ-Beschwerden signifikante statistische Unterschiede zwischen Europa und Japan/Asien (z.B. Auftreten diverser Krebsarten, auch die durchschnittliche Lebenserwartung) und diese lassen sich in der Regel nicht auf genetische Unterschiede reduzieren. Es gibt zuviele unterschiedliche potentielle Faktoren: Ernährung, Bewegung, Stress, soziale Faktoren (die vor allem auch psychisch wirken).


    Meine Aussage war lediglich bezugnehmend auf den href="http://www.stern.de/gesundheit/sexualitaet/sex-alter/wechseljahre-sexualitaet-im-wandel-3149170.html">http://www.stern.de/gesundheit/sexualitaet/sex-alter/wechseljahre-sexualitaet-im-wandel-3149170.html Stern-Artikel und ist nicht meine Aussage, sondern nur die Widergabe der dortigen Aussage.

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    Wie gesagt, als Mann solltest du dich da auch etwas zurücknehmen :). Das ist ganz neutral gemeint. Aber ich kann mir ja auch keine Meinung über Potenzprobleme bilden. Vielleicht sind die ja auch nur psychisch?

    Wenn man über Ursachen für Wechseljahresbeschwerden spricht, dann geht es dabei nicht um Meinungen, sondern um wissenschaftliche Erkenntnisse, die offenbar auf diesem Gebiet dünn gesäht sind und nicht ganz widerspruchsfrei sind.


    Korrekte wissenschaftliche Erkenntnisse sind unabhängig vom Geschlecht des Betrachters und unabhängig von subjektiven Meinungen.


    Dennoch bin ich der Überzeugung, dass zahlreiche Beschwerden auf psychischer Basis wesentlich leichter überwunden oder sogar überdeckt werden können- aber das sind eher Thesen ...

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    wie geht ihr als Paar mit dem Libidoverlust um ?

    Ich bin meinem Mann für seine Geduld und sein Verständnis unendlich dankbar. Ich konnte ihm mittlerweile, zum Glück!!! glaubhaft versichern, dass es nichts mit ihm und seinen Qualitäten als Partner/Liebhaber zu tun hat. Denn daran liegt es wirklich nicht. Ich hatte mit ihm den besten Sex meines Lebens. Er macht überhaupt nichts falsch. Ich zählte auch nie zu den Frauen, die nach einer Weile einfach das sexuelle Interesse an ihrem festen Partner verlieren. Auch das soll es ja geben. Nein, es hat uns einfach aus heiterem Himmel getroffen und es war ein hartes Stück Arbeit, alle Zweifel dahingehend, dass es an ihm liegen könnte, in den ersten Jahren auszuräumen.


    Ganz praktisch läuft es so, dass wir regelmäßig Sex haben, obwohl ich dabei nichts mehr empfinde. Das ist nicht vergleichbar mit dem, was wir früher erlebt haben und das macht uns beide traurig, aber ich bin ihm noch gerne nahe. Manchmal möchte ich es auch einfach ganz bewusst probieren, in der Hoffnung, wieder etwas dabei zu empfinden. Bislang leider Fehlanzeige und ich muss auch aufpassen, dass es emotional nicht kippt, denn obwohl er mein geliebter Partner ist, fühlt es sich nicht immer gut an, ohne eigene Lust sexuell mit ihm zu verkehren. Es ekelt mich nicht an, das nicht, aber wenn einem echt jegliches Empfinden in der Hinsicht fehlt, dann ist es einfach anders, als früher, wenn man nur mal an dem Abend keine richtige Lust hatte. Schwer zu beschreiben. Er ist aber zum Glück sehr sensibel und feinfühlig und irgendwie wurschteln wir uns halt da durch...


    Ich hatte meinem Mann nach etwa einem Jahr auch schweren Herzens freigestellt, sich zu trennen bzw. Sex mit anderen Frauen zu haben und sich ggf. auch neu zu verlieben. Ob ich das ertragen hätte in Form einer offenen Beziehung, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Die Vorstellung, dass er diese Leidenschaft und Ekstase, die auch ich kenne und gerne wieder erleben würde, fortan mit einer anderen Frau teilt... ich glaube, ich hätte ihn dann ganz gehen lassen müssen, einfach weil mich das kaputt gemacht hätte. Mein Mann hat mir aber glaubhaft versichert, dass das keine Option für ihn ist. Er kann sich nicht vorstellen, mit anderen Frauen zu schlafen, obwohl ihm der leidenschaftliche Sex mit mir schon fehlt (denn ich mache ihm da nichts vor und stöhne nicht oscarreif, obwohl ich gar nichts empfinde).


    Wir hoffen nach wie vor darauf, dass es sich wieder einpendelt. Und ich bin wie gesagt langsam auch so weit, mit Hormonen nachzuhelfen. Nicht weil ich fürchte, dass er mich sonst verlässt, ich fürchte, dieser Mann liebt mich tatsächlich so sehr, dass er bis zuletzt bei mir bleiben wird. Nein, ich bin bald bereit, das Krebsrisiko einzugehen, weil ich den Sex selbst so sehr vermisse - wie die Hölle - und einfach auch für mich ganz alleine keine Lust habe, die nächsten 30 Jahre ohne dieses Empfinden zu leben.

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    obwohl ich dabei nichts mehr empfinde.

    Mal so als sehr kleine Stichprobe (musst aber nicht antworten): Nimmst du irgendwelche Medikamente oder hast du diese in der Vergangenheit stärker verwendet (auch Schmerzmittel wie Aspirin)? Hast du irgendwelche anderen Krankheiten/Beschwerden (Herz- Kreislauf, Verdauung)? Wie ist dein BMI? Isst du regelmäßig Fisch? Treibst du Sport mit kurzzeitiger kräftiger Anstrengung (ähnlich Kraftsport)?


    ??Ich hoffe ja, dass meiner Frau das nicht so ergeht- ich fände das sehr schade und wüsste nicht, wie ich damit umgehen soll??

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    Nimmst du irgendwelche Medikamente oder hast du diese in der Vergangenheit stärker verwendet (auch Schmerzmittel wie Aspirin)?

    Ich habe von meinem 21. bis zum 35. Lebensjahr hormonell mit der Pille verhütet, diese zwischendurch kurzzeitig abgesetzt um schwanger zu werden, was auch klappte, habe mit 26 ein Kind bekommen. An Medikamenten habe ich ansonsten eine Kopfschmerztablette alle Jubeljahre mal genommen, vielleicht ein oder zweimal im Jahr, wenn's hoch kommt. Hatte durch meinen Beruf nie groß mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen, da mir viele Techniken bekannt sind wie PME/PMR, Yoga, Akupressur etc. Ich hab mich körperlich immer gut gefühlt und war ein ausgeglichener Mensch. Richtig krank war ich nur einmal in meinem Leben, Ende 30, da hatte ich eine schlimme Nasennebenhöhlenentzündung die operativ ausgeräumt werden musste. Da habe ich eine Weile (8 Wochen etwa) AB eingenommen. Ansonsten aber nie, im Gegensatz zu meiner Schwägerin, die für alles eine Tablette kennt und nimmt und keine Wechseljahrsbeschwerden hat :-/

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    Hast du irgendwelche anderen Krankheiten/Beschwerden (Herz- Kreislauf, Verdauung)?

    Erst seit Einsetzen der WJ, was den Kreislauf angeht, wenn die Hitzewellen überhand nehmen. Auch die Wärme aktuell macht mir sehr zu schaffen, obwohl ich körperlich trainiert bin.

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    Wie ist dein BMI?

    22,3

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    Isst du regelmäßig Fisch?

    Ja, öfter als Fleisch, so 2-3 mal pro Woche. Fleisch hingegen höchstens 2-3 mal im Monat.

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    Treibst du Sport mit kurzzeitiger kräftiger Anstrengung (ähnlich Kraftsport)?

    Ja

    Mensch 2.0


    Vielen lieben Dank für deine Offenheit @:) :)_


    Das was du da über das freistellen deines Partners geschrieben hast, hat mich die letzten Tage fertig gemacht ( Faden Fremdgehen) . Die Vorstellung im müsste meinen Mann das evtl. "gewähren" hat mir schlicht die Luft zum Atmen genommen. Was du da durchmachst kann ich nur erahnen und es muss ganz schrecklich für dich sein. Dein Partner liebt dich so sehr und geht gemeinsam diesen Weg mit dir. Ihr seid euch nah, er kann Erfüllung bei dir finden und du ein Stück bei ihm wenn auch anders.


    Ich wünsche mir für dich das es eine Möglichkeit gibt das deine Empfindungen wieder zurückkehren. Was hast du schon versucht ? Gesten habe ich gelesen, das für den Libidoverlust Testosteronmangel die Ursache sein soll. Hast du in der Richtung schon was ausprobiert?

    @ Mensch2.0

    Vielen Dank. Du wärst vermutlich eine gute Probandin, wollte mal jemand die Ursachen für zurückgehende Libido während der WJ genauer untersuchen. Offenbar liegen die Ursachen tiefer (was nicht bedeutet, dass sie komplexer sein müssten).


    Kennst du deinen aktuellen Testosteron- und Östrogenspiegel? Ist der deutlich niedriger als vorher?

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    Die Vorstellung im müsste meinen Mann das evtl. "gewähren" hat mir schlicht die Luft zum Atmen genommen.

    Das verstehe ich aber nicht. Wenn ich meiner Frau keine hinreichende sexuelle Befriedigung mehr bieten könnte (trotz vielfältiger Möglichkeiten), würde ich es meiner Frau überlassen, wie sie das handhaben möchte- ich würde sie jedenfalls nicht weniger lieben, wenn sie sich für die sexuelle Seite anderen Männern zuwendet. Mich würde es jedenfalls vielmehr bedrücken, sie nicht hinreichend glücklich zu erleben.

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    Dein Partner liebt dich so sehr und geht gemeinsam diesen Weg mit dir. Ihr seid euch nah, er kann Erfüllung bei dir finden und du ein Stück bei ihm wenn auch anders.

    Na ja, ich weiß nicht, ob man das Erfüllung nennen kann. Es ist eine "Notlösung", um irgendwie über die Runden zu kommen, aber sicher keine wirkliche Erfüllung für ihn. Für unser ganzes restliches Leben kann ich es mir in der Form ehrlich gesagt nicht vorstellen und ich möchte auch nicht, dass es das in Sachen Sex für ihn gewesen ist.

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    Ich wünsche mir für dich das es eine Möglichkeit gibt das deine Empfindungen wieder zurückkehren.

    Danke, das ist nett @:)

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    Was hast du schon versucht ? Gesten habe ich gelesen, das für den Libidoverlust Testosteronmangel die Ursache sein soll. Hast du in der Richtung schon was ausprobiert?

    Nein, weil bei mir kein Testosteronmangel vorliegt. Im Gegenteil, der Wert ist sogar leicht erhöht, was sich eher positiv auf die Libido auswirken müsste. Mein Östrogenwert ist allerdings sehr niedrig. Östrogen zuzuführen, könnte mir daher evtl. helfen, geht aber eben mit entsprechenden Risiken einher, die bei mir durch die familiäre Vorbelastung ziemlich hoch sind. Ich habe es in den letzten Jahren trotzdem mit Phytoestrogenen in verschiedenen Dosierungen versucht. Leider ohne Erfolg. Auch Hormonyoga, ja sogar Hypnose |-o (man klammert sich irgendwann an jeden Strohhalm). Inzwischen spiele ich mit dem Gedanken, mir die Brüste vorsorglich abnehmen zu lassen und dann eine klassische HET zu beginnen. Versuche es jetzt aber erstmal mit einer östrogenhaltigen Salbe, die lokal angewendet wird.

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    Du wärst vermutlich eine gute Probandin, wollte mal jemand die Ursachen für zurückgehende Libido während der WJ genauer untersuchen. Offenbar liegen die Ursachen tiefer (was nicht bedeutet, dass sie komplexer sein müssten).

    Mich würde vor allem interessieren, warum es bei allen Frauen aus meiner Familie mütterlicherseits so abläuft, wo wir so unterschiedliche Lebensstile pflegen...

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    Kennst du deinen aktuellen Testosteron- und Östrogenspiegel? Ist der deutlich niedriger als vorher?

    Den aktuellen Spiegel bzw. den Spiegel seit Einsetzen der Beschwerden kenne ich, aber ich weiß leider nicht, wie hoch oder niedrig er in den Jahren war, in denen es mir gut ging. Mein Testosterinspiegel ist gemäß der Norm geringfügig erhöht, was eher einen luststeigernden Effekt haben müsste. (Vielleicht war er früher aber noch höher, denn ich hatte wie gesagt immer schon ein starkes sexuelles Verlangen und ich spüre das Absenken so deutlich, obwohl er statistisch betrachtet immer noch relativ hoch ist). Östrogen liegt deutlich unter der Norm, aber ich weiß auch da nicht, wie hoch oder niedrig der Wert früher war. Das könnte evtl. aufschlussreich sein, denn meine FÄ vertritt wie gesagt die Meinung, dass vor allem die Frauen so starke Beschwerden haben, wo es zu einem deutlichen Abfall kommt im Vergleich zu früher. Ich hatte aber nie Anlass, diese Werte vor Einsetzen der WJ bestimmen zu lassen.