Herzstolpern, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen

    Hallo,


    ich bin ganz neu und dennoch fast 56 Jahre alt. Ich leide unter Herzrhythmusstörungen als mein Hauptproblem und vielen anderen Symptomen. Kenne Schlafstörungen seit 3 Jahren, Depressionen, vollkommen anderes Essverhalten, Gereiztheit usw.


    Als es vor 3 Jahren mit Herzrasen losging, begann meine Odyssee. Kardiologe, der organisch nichts feststellen konnte, viel Krankentage, Lebensqualität gleich null. Unter diesen Bedingungen konnte ich nicht mehr leben. Arbeitete 22 Jahre in der Psychiatrie und betreute psychisch kranke Leute. Ein nervlich anstrengender Beruf. Habe ihn aber gern ausgeübt.


    Schichten und Wochenende und Übergriffe von den Kranken auf das Personal waren an der Tagesordnung. Herzrhythmusstörungen wurden immer schlimmer, habe meinen Alltag aufgrund dieser ekelhaften Störungen nicht mehr schaffen können. Es folgten 3 Herzkatheter Ablationen an der Reizleitung, alles dann bedeutend besser, wenn nicht diese vielen Extrasystolen da noch wären. Ich habe als alte Ausdauersportlerin, mich nicht mehr getraut, Sport zu treiben. Habe kein vernünftiges Verhältnis zu meinem Herzschlag. Also Angst kommt dazu und Vermeidungstaktik.


    Haben mein Leben lang die Pille genommen und vor ca. 4 Jahren abgesetzt, weil meine Fr. ärztin dies empfohlen hat. Regel kam nicht mehr und und. Na gut. Ein halbes Jahr war der Hormonspiegel noch vorhanden und danach kamen die vielen Störungen.


    Ich sehe da einen engen Zusammenhang mit den WJ, da zeitgleich noch viele andere Symptome dazukamen.


    Psychotherapie, TCM und Heilpraktiker spielten jetzt eine Rolle. Alles kostet viel Geld, aber die Ansätze sind auch anders.


    U. a. Speicheltest, der ergab, dass ein Mangel an Progesteron vorhanden ist, daraufhin bekam ich entsprechende Salbe.


    Meine Heilpr. probiert sich gerade durch sämtliche Mittel durch, da man wohl sehr viel schon bewirken kann auf dem Gebiet der Herzrhythmusstörungen. Es geht mir allgemein besser, wunder mich aber immer wieder, warum ich beim dezenten Fahrrad fahren, was ich mein Leben lang gemacht habe, schon wieder diese Extrasystolen habe, die ich bis in den Solaplexus spüre. Das ist ekelhaft. Ich habe nichts davon, dass mir Leute, oder Ärzte sagen, das ist ungefährlich. Es ist so schrecklich unangenehm, dass es meine Lebensqualität massiv einschränkt. Es kommt, wenn es kommt, also unberechenbar. Das nicht steuerbare lässt die Lebensfreude mindern, denn wenn ich zu starke Störungen am Tag habe, bin ich so beeinträchtigt, das es meine Gäste merken. Die Situation gab es schon oft und sie ist zum kotzen.


    Ich war bisher immer ein lustiger und fröhlicher Mensch, der nur oder oft positiv denkt und handelt, aber das ist seit langer Zeit nicht mehr da. Ich hoffe und wünsche und bete, dass das die WJ sind und alles irgendwann aufhört.


    Ich bin jetzt arbeitslos und habe den Schritt gewagt, meinen Job aufzugeben, um auszuschließen, dass diese extrem unruhige Leben mit psych. kranken nicht auch dazu beigetragen hat.


    Wem geht es ähnlich? Mich interessieren alle Beiträge. Habe sogar eine Selbsthilfegruppe mitdem Thema: Wechseljahre ins Leben gerufen. Schreibt mir. Ich freue mich auf Antwort.


    Liebe Grüße von Adelheidine

  • 2 Antworten
    Zitat

    U. a. Speicheltest, der ergab, dass ein Mangel an Progesteron vorhanden ist, daraufhin bekam ich entsprechende Salbe.

    Der Speicheltest nützt Dir gar nichts.


    Deiner Beschreibung nach bist Du postmeopausal. Also "fehlt" Dir nicht nur Progesteron, sondern auch Östrogen. Da Du lange Zeit die Pille genommen hast und Deine Eierstöcke lahmgelegt waren, hast Du die Wechseljahre scheinbar gar nicht mitbekommen. Nach Absetzen der Pille bist Du praktisch nach Abbau der Resthormone sofort in die postmenopausale Phase gerutscht.


    Hast Du Deine FÄ mal nach einer HET mit bioidenten Hormonen gefragt statt die Geldschneiderei von Heilpraktiker und Co. weiter zu bedienen?


    Ansonsten habe ich beim Lesen Deines Beitrags den Eindruck, dass Du Dich sehr stark selbst beobachtest.


    Ich kenne Extrasystolen auch. Mache mir aber darüber wenig Gedanken. Und wenn ich alleine die letzten 4 Wochen Revue passieren lasse, hätte ich auf Grund einer immer noch andauernden extremen Stresssituation ständig Extrasystolen haben müssen und noch immer noch haben. Ich weiß nicht, ob da welche waren. Die private Katastrophe (schwer verletzter Partner) hält mich dermaßen in Atem, dass ich gar keine Zeit habe, darauf zu achten.

    Zitat

    Ansonsten habe ich beim Lesen Deines Beitrags den Eindruck, dass Du Dich sehr stark selbst beobachtest.

    Es bleibt ja nicht aus, dass man sich Gedanken macht bei solchen Beschwerden - sich selbst beobachtet und sehr darauf konzentriert. Das ist ja der Teufelskreis bei fast allem - und macht alles schlimmer - gerade auch, wenn man Angst hat, man es nicht beeinflussen kann und es unberechenbar kommt und geht.


    Ich würde dir auch eine HET empfehlen - ich denke, das ist der erste Schritt und ich frage mich, warum das nicht schon längst mal ausprobiert wurde!? Klar hat das auch Nebenwirkungen - das muss man abwägen - aber bei dir ist der Leidensdruck ja schon sehr groß, wenn du sogar deinen Beruf aufgeben musstest!


    Gute Besserung!