Totaloperationen sind schwerwiegendste Op an der Frau

    *:)Liebe Ganneh,


    Ich weiß, es gehört sehr viel Mut dazu, das alles auch offen zu sagen, wie Du es tust! Es tut mir sehr leid für Dich, dass DU schon seit Jahren "still" leidest.


    Und das ist genau das große Problem, dass sich betroffene Frauen oft gar nicht mehr getrauen zu sagen, wie schlecht es ihnen tatsächlich geht, denn sie werden nicht selten lächerlich gemacht. Es ist rund um die TotalOp hier bei uns ein so großes Tabu aufgebaut, das kann man sich gar nicht vorstellen! Und das im 21. Jhdt!


    am allerwichtigsten wäre – endlich einmal die Betroffenen zu Wort kommen zu lassen- sie einzubinden – denn die supportgroups im englischsprachigen Raum sind bereits zahlreich – und diese Frauen sammeln alle Infos von den Experten zusammen und wissen schon oft viel viel mehr, als die DurchschnittsärztInnen, mit denen sie sich dann herumschlagen müssen – was nicht gerade effektiv ist- denn die haben meist nicht das Wissen, das bereits im Internet für jedermann zu lesen ist!


    Der Zustand hier ist einfach so, weil alle ExpertInnen und richtige, seriöse gescheite Wissenschafter nur englisch kommunizieren und englische Fachliteratur rausgeben – daher sind die deutschsprachigen Frauen von diesen Infos großteils abgeschnitten – denn nur wenige Betroffene sprechen englisch so gut, dass sie von den zahlreichen Infos im Netz profitieren können. Viele wissen ja gar nicht, wie viel Arbeit und Engagement unsere englischsprachigen "sisters" da bereits aufbringen um dieser furchtbaren Ignoranz ein Ende zu setzen – woher sollen unsere Frauen es hier denn auch wissen, wenn es ihnen keine Menschenseele mitteilt!


    Ich war bei meiner Op gerade 41 Jahre alt - die Op wurde wegen einer einfachen Ovarialzyste (weit und breit kein Krebs!) durchgeführt - und ich hab hinterher wie gesagt die Hölle erlebt.


    Das Schlimmst hier ist wirklich, dass einfach gesagt wird, zu einer Frau um die 50 - "Was wollen Sie denn, Sie wären eh schon bald im Wechsel!" Und die TotalOp ist nie und nimmer der Wechsel! Das weiß heutzutage jeder seriöse, gut ausgebildete Arzt!


    Die Eierstöcke arbeiten auch bei alten Frauen noch (sie produzieren ganz kleine Mengen Östrogen und vor allem Testosteron - das ist zuständig für einen gesunden Stoffwechsel, Kraft, Gemütsverfassung und Libido!) Denn auch eine gesunde Frau nach den Wechseljahren, die ihre Organe hat, hat noch ein Sexualleben! Und auch das Recht darauf!


    Die Wechseljahre sind ein natürlicher Vorgang - langsam über Jahre und behutsam von der Natur eingerichtet- seit Jahrtausenden!


    Wenn man aber die Organe entfernt - dann ist das gesamte endokrinologische System (Hypophyse, Schilddrüse, Nebennierenrinde etc.) mit betroffen! Und das da ein Riesenunterschied ist, versteht jedes Kindergartenkind! Ganz abgesehen vom psychischn Leid, den der Organverlust gezwungenermaßen mit sich bringt!


    Liebe Ganneh, ich weiß nicht, ob DU ausreichend englisch sprichst, dann könntest Du Dich über alles, was Hormone nach der TotalOp beim "survivors guido to surgical menopause" informieren - (auf dt: Überlebendenführer für die chirurgische Menopause) herausgegeben von englischen, betroffenen Frauen - im Internet für jedermann zugänglich! Mit genauesten Infos!


    Oder bei der HERS FOUNDATION- eine amerikanische große support group, die nun versucht, hier eines Gesetzesänderung zu erreichen - damit Frauen vor den OPS gesetzlich verpflichtend, über alle möglichen Konsequenzen dieser schweren OP aufgeklärt werden müssen!


    Ansonsten gäbe es die website von femica (ein kleiner Versuch im deutschsprachigen Raum, sich an die von der chirurgischen Menopause Betroffenen zu wenden, und sie zu ermuntern, sich gegenseitig getrauen, sich auszutauschen).


    Ich weiß, es ist am Anfang, sehr schwer, darüber zu sprechen, da man sich schämt - mir ging es genauso!


    Als ich dann aber im englischen und französischen Netz sah, dass es da schon so viele Betroffene gibt, die sich gegenseitig versuchen, zu stützen und mit neuesten wissenschaftlichen Infos zu versorgen, na da blieb mir vor Staunen fast die Luft weg! Vor allem mit dem Hintergrund, was mir bei uns alles nicht gesagt wurde - und mit welchem Unwissen rund um den weiblichen Körper und das komplexe Hormonsystem ich hier konfrontiert wurde! Da glaubt man, sich hier im tiefsten Mittelalter zu befinden! Vor allem, wenn man die Meinung der großen internationalen Experten zu diesen Ops dann auch kennen lernt!


    Liebe Ganneh, ich weiß, dass nun schön langsam versucht wird, auch in D eine Betroffenengruppe aufzubauen.


    Wenn DU dazu gerne Infos möchtest - kannst Du mich gerne kontaktieren!


    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft - ich kann Dir nur sagen: DU bist nicht alleine! Und es gibt auch andere Möglichkeiten wie nur Liviella!


    Du brauchst einen guten, fortgeschrittenen Endokrinologen - und der auch Dich als Gesamtes sieht - denn diese OP greift den Gesamtorganismus und die Psyche an!


    Und es gibt nicht wenige Frauen, die daran zu zerbrechen drohen - vor allem deshalb - weil ihr Leid schlichtweg ignoriert oder gar lächerlich gemacht wird!


    Ich wünsche Dir alles Gute und danke Dir für Deinen Mut - vielleicht getrauen sich dann auch andere eher darüber zu reden!


    Alles Gute

    Ganneh

    Lese erst jetzt hier, hab dir aber schon eine PN geschrieben.


    Es ist so, dass du bei homöopathischen Mitteln evtl. mehrere ausprobieren musst bis du das passende findest. Für nervöse Störungen und Ängste sind dysto-loges und Psy-stabil sehr gut. Dysto-loges ist mehr für so psychosomatischen Störungen (Herzklopfen, Magen/Darmstörungen, Schlafstörungen) geeignet und Psy-stabil eher bei Ängsten. Mir hilft letzters besser.


    Melissa/Sepia von Wala ist gut bei Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen. Hier kannst du mal die Wala-Mittel anschauen:


    http://www.walaarzneimittel.de/ratgeber/


    (unter "Ratgeber Gesundheit" stehen Wechseljahre)


    Ansonsten gibt es noch WJ-Teemischungen in der Apotheke und diverse pflanzl. Mittel wie Traubensilberkerze, damit habe ich aber keine so gute Erfahrung gemacht. Mir sind homöop. Komplexmittel am liebsten.


    Ich hoffe, ich konnte dir helfen.


    :)*

    RE:Kastration - Anne declos, La-jana

    Liebe Anne Declos, liebe La-jana,


    Ich wurde mit 41 Jahren umsonst "kastriert" (wie eine Hauskatze, wegen einer gutartigen Eierstockzyste!)


    Es ist einfach grauenvoll. Die Op ist jetzt bald 4 Jahe her - und mir geht es einfach oft "beschissen".


    Mein ganzes Leben hat sich zum Negativen hin verändert.


    Um das Beste aus der Sache zu machen, haben ich und ein paar andere Betroffene ne Selbsthilfegruppe gegründet.


    Ich würde mich gerne mit Euch austauschen - zwecks Erfahrungen nach und mit dieser OP!


    alles liebe*:)

    suche betroffende frauen

    ich bin leider auch eine der Frauen, die vor 3,5 Jahren eine Total-Op (Eierstöcke und Gb entfernt)hinter sich bringen musste und nun mit den schweren Folgen klar kommen muss. und dabei bin ich noch unter 40 Jahre...


    Durch die femica Seite habe ich das erste Mal Kontakt aufgenommen zu anderen betroffenden Frauen und ich kann für mich nur sagen, es hilft mir sehr.


    Ich habe selbst erfahren, wie allein mit allen Ängsten,Erfahrungen, Therapiemöglichkeiten, Aufklärung etc hier bei uns gelassen wird.Und das sollte sich schnellst möglich ändern.


    Daher suche ich betroffene Frauen aus Berlin + Umland, die wie ich den Austausch suchen und die sich vielleicht in einer Selbsthilfegruppe engagieren möchten.


    Alles Gute

    Re: suche betroffene Frauen

    Liebe stand-up77


    Ich hoffe sehr, dass Du anderer Betroffene finden wirst.


    Wir Betroffene müssen einfach mehr Aufmerksamkeit erregen, sonst geht das hier immer so weiter. Die Tabuisierung dieses Thema betreffend schreit zum Himmel! In anderen Ländern ist das nicht so!


    Es ist einfach mit dem Verstand nicht zu begreifen, warum im deutschen Sprachraum darüber nicht gesprochen, nicht berichtet, nicht geholfen wird!


    Man muss sich tatsächlich Rat und Hilfe aus dem Ausland holen...


    Vielleicht könntest Du versuchen eine Selbsthilfegruppe auf die Beine zu stellen? Das Frauengesundheitszentrum muss Dir dabei behilflich sein! Es muss sich an dieser schlimmen Situation endlich etwas ändern!


    Allerdings kann die Änderung nur von den Betroffenen ausgehen - wenn wir nicht dringendst um Hilfe bitten, werden die ÄrztINnen von allein nichts für uns tun! Das ist die Realität...


    Wir können nur auf die restlichen Lädner Europas verweisen (allen voran Frankreich) wo die Situation so ist, dass allein schon viel weniger solcher OPs durchgeführt werden, wenn es nicht unbedingt notwendig ist- und genauso auf die ganzen support groups und Bücher die im englischen Sprachraum zu diesem schweren Frauenthema bereits seit Jahren auf dem Markt sind!


    Ich schreibe Dir auch ne PN -


    Alles Gute


    jenne d'arc

    Welche Veränderungen

    ...habt Ihr nach der Total-OP an Euch festgestellt?Meine OP ist jetzt 3 Monate her und ich komme aus dem Schwitzen nicht mehr heraus.Ich fühle mich dann so eklig und unwohl.Eine weitere Belastung u.v.a. sind für mich die Hautprobleme, die sich jetzt erst zeigen.Haare und Haut sind sehr schnell fettig seit der OP.Nie zuvor hatte ich solche großen schmerzhaften Eiterpickel an den unmöglichsten Stellen.Das Wasserlassen und die Winde verursachen immer noch schmerzen.Der Rücken schmerzt bei geringer Belastung,als ob er durchbrechen will.Wann bekommt die Bauchdecke eigentlich ihr Gefühl wieder? Bitte berichtet auch von Euren Empfindungen.


    LG.Rosine

    Re: Rosine

    *:)Liebe Rosine,


    Kriegst Du Hormone? Weshalb wurde die Op gemacht?


    -Ich kann Dir nach meiner Erfahrung sagen, dass die ersten 2 Jahre danach am schlimmsten sind. Dann wird es besser.


    Wenn Du Interesse hast, so kann ich Dir genau berichten, wie es bei mir war und ist.


    Meine Op ist bald vier Jahre her.


    Die fettigen Haare und Pickel hatte ich am Anfang auch.


    Je nach Hormonpräparat wurde das schlimmer oder besser.


    Ich musste sehr viele Präparate durchprobieren - jedes hatte andere Nebenwirkungen: Schwindel, ärgste Kopfschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Depressionen etc,


    Oft war ich am Verzweifeln. Doch irgendwie ist es weitergegangen - ich weiß heute nicht mehr wie ich es tatsächlich geschafft habe.


    Ich hatte dann aber endlich einen sehr lieben Frauenarzt (der hat aber in Zagreb studiert) und ist sehr einfühlsam und bemüht und kennt die Problematik genau rund um diese schweren Ops.


    Er hat mir gleich zu Anfang gesagt: "Schaun Sie, wenn man mir die Hoden wegschneiden würde, würde es mir auch dreckig gehen."


    Er hat mich auch zu Spezialisten geschickt, wenn er nicht mehr weiter wußte - er hat mich auch mental sehr gut unterstützt.


    Ich bekam auch viel Hilfe von meinem Mann und meinem Freundeskreis - sonst hätte ich das Ganze wahrscheinlich nicht so geschafft.


    Alles Gute


    jeanne d'arc

    Veränderungen

    Hallo liebe Rosine,


    erste Frage: Wie alt bist Du?


    Ich hatte vor ca. 7 Jahren eine Wertheimer OP - Eierstöcke, Gebärmutter, Lymphknoten alles weg - dazu die Scheide gekürzt!


    nicht lustig.


    Ich hatte schon einmal dazu geschrieben. Mir ging es mit "Liviella" sehr gut. Doch ich habe abgesetzt, da ich aus einer "Brustkrebsfamilie" komme.


    Vielleicht habe ich nicht sooo große Schwierigkeiten, da ich zum Zeitpunkt der OP bereits 50 Jahre alt war.


    Meine Haut ist seither sehr trocken, Schleimhäute ebenfalls, die Haare waren voher schnell fett-heute extrem trocken.


    Schwitzen, ja - am schlimmsten sind für mich die Schlafstörungen.


    Alles Liebe und Gute -

    Veränderungen

    Hallo liebe jeanne darc und liebe ganneh,


    lieben Dank für Eure Antworten.Erst einmal freue ich mich,dass ich endlich Frauen gefunden habe,die auch so etwas, wenn nicht sogar schlimmeres durchgemacht haben.Hätte ich vor meiner OP dieses Forum gefunden, ich glaube es wäre einiges anders gelaufen.


    Es begann vor ca.2 Jahren.Ich war 45 J, als bei mir etwas durch Ultra-Schall hinter der GM entdeckt wurde.Es wuchs und nahm wieder ab analog zu meiner Regel, die damals nur noch sporatisch kam(so alle 3 Monate).Mir wurde gesagt, dass es vermutlich eine Endometriose sein könnte, um aber genaues zu sagen, wäre eine Diagnostische Laparoskopie angeraten.


    Nun hatte ich schon einmal vor ein paar Jahren einen solchen Eingriff(Sterilisation) und hatte hinterher solche Schmerzen,als mein Körper diese Gase abbaute,dass ich so etwas nicht nochmal wollte.Außerdem hatte ich keinerlei Beschwerden und wollte zu diesem Zeitpunkt auf Arbeit nicht durch Krankheit auffallen(Wechsel in der Chefetage).Ich war dann alle 3 Monate zur Kontrolle und es hat sich nichts auffällig verändert...bis Februar diesen Jahres(47J.).Eine Untersuchung war nur noch unter großen Schmerzen möglich und diese "Endometriose" sah nun wie ein Tumor mit einem Durchmesser von 5 cm aus.Ich bekam natürlich eine solche Angst, dass ich regelrecht um Überweisung ins Krankenhaus gebettelt habe.Eine Woche später mußte ich zur Voruntersuchung ins Krankenhaus und 2 Tage darauf zur ambulanten Laparoskopie.Ich sagte den Ärzten im Vorfeld, sollte die Entfernung des Tumors auf diesem Wege nicht möglich sein,so bin ich mit einer erweiterten OP (Leibschnitt) einverstanden.Ich wollte so eine 2. Narkose umgehen.Als ich aufwachte,sagte man mir, dass der Tumor männerfaustgroß wäre und mit 5% nicht ausgeschlossen werden kann,dass er bösartig ist.Daher darf ich jetzt wieder heim und muß in einer Woche zur große Op mit Leibschnitt.Man sagte mir auch,dass es unter diesen Umständen dringend anzuraten ist eine Total-OP durchzuführen.Da ich ja sowieso schon in den Wechseljahren bin und kein Kinderwunsch mehr besteht, ändert sich ja danach nichts für mich.Und die dann fehlenden Hormone kann man ja durch künstliche H. ersetzten.Es gibt da ja heutzutage sehr Gute davon.


    Nach der OP war ich sehr erleichtert, dass es nur ein Fibrom war.Er saß am linken Eierstock und war bis hinter die GM gewachsen.Aber ich stellte mir jetzt auch zunehmend die Frage,wenn die Ärzte beim Schnellschnitt schon erfahren haben, dass es gutartig ist,warum hat man dann nicht nur den Eierstock entfernt.Der histologische Befund sagt aus, dass GM und rechte Tube o.B. waren. Im re. Ovar Anteile eines serösen papillären Zystadenofibroms in Statu nascendi,was immer das auch heißen mag.Meine FÄ redet nicht viel.Ich muß Ihr alles aus der Nase ziehen.Sie sagte, sonst wäre alles i.O. gewesen.Wenn ich ihr von meinen Veränderungen erzähle, lächelt sie mich an und fragt ob ich Hormone möchte.Ich sage ihr,dass ich da Bedenken habe, weil man so widersprüchliche Meinungen hört.Sie selbst teilt mir dann ihre Meinung nicht mit,fragte nur, ob ich was pflanzliches möchte.Habe jetzt den 10.Tag Cimisan eingenommen,wirkt aber noch nicht.


    Trockene Haut,Haare und Scheide hatte ich vor meiner OP.Ist auch nicht das Wahre und mitunter sehr belastend.


    Ihr habt ja auch allerhand durchgemacht und trotzdem seid Ihr in der Lage anderen Menschen Mut zu machen.Ich finde das super.


    Jeanne darc,Deine Geschichte interessiert mich sehr,würde mich freuen von Dir zu hören.Wenn Du hier nicht schreiben willst,gern auch als PN.


    Habe übrigens auch eine arg schnelle Gewichtszunahme festgestellt.:-/ Werde ich sicher im Juli,wenn ich wieder arbeiten gehe, wieder runter bekommen.


    Viele liebe Grüße von Rosine

    Re: Rosine2

    Liebe Rosine2,


    Das ist ja alles furchtbar - und mehr als umsonst, wie das bei Dir gelaufen ist!


    Die müssten Organerhaltend operieren- und tun es einfach nicht! Dabei sind die Wechseljahre nicht die Kastration!!!


    Was Deine FÄ betrifft: die würde ich an Deiner Stelle sofort mit jemanden kompenten tauschen! Denn wenn die nichts anderes weiß, als dich "anzulächelen" (das ist ja geradezu impertinent - na sie hat ja auch leicht lächelen - sie hat ja ihre Organe noch!) nach dieser schweren Op - dann ist sie fachlich völlig daneben und auch menschlich!


    Ich bin übrigens auch ein "Opfer", das umsonst operiert wurde. Gutartige Eierstockzyste- ich war gerade 41 Jahre alt!


    Na ja, jetzt bleibt mir nur noch die Aufklärung, damit anderen das nicht auch passiert. Aber es ist mühsam gegen soviel Ignoranz anzukämpfen.


    DU findest alles zu diesem schweren Frauenthema im Internet- vor allem auf englischen und französischen Seiten.


    Hier im deutschen Sprachraum gibt es fast keine Infos... Man muss sich hier alles selbst mühsam erarbeiten und sich alleine informieren.


    Ich habe Dir auch ne PN mit weiteren Infos geschickt!


    ich werde in den nächsten Tagen alle Symptome - schwere und leichte - physische und psychische und sexuelle Veränderungen, die ich seit dieser OP erleben muss - hier auflisten!


    Tatsache ist: Man wird nie mehr die Frau sein wie man es vor der Op war - nun gilt es mit dem veränderten Körper zurechtzukommen!


    Und das ist oft sehr schwierig!


    Ich wünsche Dir viel KRaft für diese schwere Zeit - aber es wird besser werden - Du darfst nur nicht verzweifeln - denn sonst kommt auch noch die Depression dazu!


    Alles Liebe


    Jeanne d'Arc

    Re: Rosine2

    Liebe Rosine2,


    Ich habe gerade eben noch die Guidelines (Leitlinien) des ACOG:


    Amerikanisches College für Gynäkologie zur prophylaktischen Eierstockentfernung gefunden.


    Und da steht nichts von "Wechseljahren" -wie es hier bei uns oft so fälschlich verharmlost wird:


    Hier sind dazu die Major Recommandations (die wichtigten Empfehlungen):


    American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG). Prophylactic oophorectomy. Washington (DC): American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG); 1999 Sep. 7 p. (ACOG practice bulletin; no. 7). [33 references]


    GUIDELINE STATUS


    This is the current release of the guideline.


    MAJOR RECOMMENDATIONS


    The following recommendations are based primarily on consensus and expert opinion (Level C):


    ..........


    [b]Hormone replacement therapy should be considered for women undergoing prophylactic oophorectomy, and patients should be counseled about the risks and benefits of hormone replacement therapy prior to undergoing surgery.


    Compliance with hormone replacement therapy is important in women undergoing prophylactic oophorectomy to reduce the risk of future morbidity.


    Prophylactic oophorectomy should be considered for select women at high risk of inherited ovarian cancer.


    In addition to health risks and benefits, patient counseling should include consideration of how oophorectomy may relate to the individual patient's body image, perceptions concerning sexuality, and personal feelings.



    Tja, und das alles und noch vieles mehr findest Du im internationalen Netz!


    Ich frage mich nur, warum wir darüber, vor allem über diese schweren gesundheitlichen Risiken, wie Osteoporose, Verlust des "body image", der veränderung der sexuellen Emfindungen und der persönlichen Gefühle VOR den OPs verpflichtend aufgeklärt wurden?


    Mir hat das vorher kein Mensch gesagt - erst nachher, als es zu spät war - hab ich all das erst erfahren!


    Wurde Dir das alles vorher gesagt?


    lg


    jeanne d'arc

    keine Aufklärung

    Liebe jeanne darc,


    vielen Dank für Deine Info. Werde bei Femica reinschauen.


    Ich habe vor der OP keinerlei Aufklärung bekommen.Auch nach der OP nicht.Weder von meiner Ärztin,noch von den Ärzten in der Klinik.Ich habe in der einen Woche, zwischen Laparoskopie und Leibschnitt, versucht im I-net etwas zu finden,was mich informiert.Leider ohne Erfolg.Erst nach der OP habe ich die Med1-Foren gefunden.Leider!Wie gesagt:Ich hätte sicherlich keine Einwilligung für eine Total-OP gegeben,hätte ich alles vorher gewußt.Alles was ich jetzt über die Folgen einer solchen OP weiß, habe ich mir selbst zusammengesucht oder spüre es am eigenen Leib.Was die Sexualität anbelangt,habe ich auch eine Achterbahn der Gefühle hinter mir.Erst einmal freut man sich,dass man beim Sex keine Schmerzen hat.Danach will man wissen, ob man noch orgasmusfähig ist.Und genau da gab es eine herbe Enttäuschung.Man ist zwar noch dazu fähig,aber nicht mehr in gewohnter Weise.Es fehlt etwas.Der absolute Höhepunkt tritt einfach nicht mehr ein.Wie auch,ohne GM.Es tut sich nichts mehr im Unterleib.Nur noch oberflächlich.Und was die Libido angeht:


    >:(,vieleicht liegt es auch an den veränderten/fehlenden Gefühlen?


    Schon alleine dieses Taubheitsgefühl der Bauchdecke bis zum Schambein ist belastend.Berührt mich mein Mann dort,weiß ich nicht,wo gerade seine Hand ist.Hässlich!!Mein Mann gibt mir manchmal zu verstehen,dass er mit dem wenigen Sex nicht einverstanden ist und ich fühle mich gar nicht verstanden.Ja,ist alles nicht so einfach.Aber Ihr schreibt ja,dass es besser wird.Das macht mir wieder Mut durchzuhalten und nicht zu verzweifeln.Du hast recht,wir müssen unseren Körper neu kennenlernen.Er reagiert jetzt ganz anders.


    Liebe Grüße von Rosine

    @jeanne darc Thema Selbsthilfegruppe

    Hallo jeanne darc,


    danke für deine antwort hier im forum und deine pn. ich habe dir auch noch eine separate mail geschickt.


    es ist mir bisher nicht gelungen, andere frauen für eine selbsthilfegruppe in berlin zu finden.schade, aber ich gebe die Hoffung nicht auf.


    wer sich also engagieren möchte oder einfach interesse hat, meldet sich bitte bei mir.


    vielen dank und liebe grüsse

    Kastration

    Hallo Papillon, Ich bin auf Deinen Beitrag gestoßen und ich hatte ein Dejavu. Vor 10 Jahren ist mir fogendes passiert: Im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung wurde mir telefonisch mitgeteil, das mein Abstrich nicht in Ordnung sei. Ich war in der Lage den Arzt immer gezieltere Fragen zu stellen bis der Begriff Gebärmutterhalskrebs fiel. Am nächsten Tag war ich bereits im Krankenhaus und es wurde dann noch ein Abstrich gemacht. Es ging alles so entsetzlich schnell, ich konnte mich innerlich nicht verabschieden. Mir wurde die Gebärmutter und beide Eierstöcke entfern. Ich fiel von einem Tag auf den nächsten ins Klimakterium und befand mich seelisch im Niemandsland. Aber um dem Ganzen was positives abzugewinnen, mir blieb eine Chemoterapie erspart. Aber die endlose Hilflosigkeit und Trauer war einfach da. Ich suchte in meiner Umgebung nach einer Selbsthilfegruppe und habe nichts gefunden, ich war so verzweifelt. Was oder wer war ich jetzt. mit damal auch 36 Jahren, war ich eine alte Frau überhaupt noch Frau. Ich war in einer furchtbaren Identifikationkrise. Keiner konnte mir helfen. Ich musste mir vertrauen und mich auf den Weg machen. Ich habe mir neue Ziele gesetzt, z.B. bin ich meinen ersten Marathon gelaufen und habe mich meist draußen aufgehalten. Dann ging es mir immer gut. Schlimm war es wenn ich mich in Räumen aufhielt die Wellen kamen dann gewaltig. Ich bekam in den ersten 2 Jahren keine Hormone. D.h. ich musste mit den Wechselerscheinungen leben. Heute weiß ich nicht mehr wie ich das geschafft habe. Aber ich glaube ich war und bin unendlich dankbar, das ich leben durfte.


    Ich bin immer sehr offensiv mit meiner Erkrankung umgegangen, aber so richtig Salonfähig ist das Thema bis heute nicht ich weiß auch nicht warum. Alles Gute für Dich Suesett

    KASTRATION ist in Frankreich KEIN TABU

    Liebe Suesett,


    Es ist in der Tat entsetzlich, mit welcher Ignoranz Frauen hierzulande behandelt werden, nachdem man ihre Organe entfernt hat! Es ist einfach grausam und es interessiert hier niemanden! Weil es nämlich dazu gar kein BEWUSSTSEIN gibt! Das wird bei uns nicht einmal gelehrt! Frankreichs Gynäkologie geht viel viel schonender mit den Frauen um - sie haben auch nur 14% Hysterektomierate - bei uns ist das mehr als doppelt so viel!!! Das sagt ja schon alles! Das Wort Kastration darf hier gar nicht in den Mund genommen werden - in Frankreich ist das nicht so - und es käme dort auch kein Mensch auf die Idee, dass es einer Frau nach Organverlust zu belächeln oder ihr Leid zu ignorieren! Ich habe hier bei uns auf diesem Gebiet wirkliche Brutalität erlebt! Und das von Frauen selber! Hier kann man nur schauen, wie man selber weiterkommt - Hilfe kriegt man hier keine!


    Du hast es ganz richtig selbst erkannt! Toll dass du Marathon läufst - ich werde so etwas in der Richtung auch beginnen. Aber vorrangig wird sein, die ganze Grausamkeit zu dokumentieren - mit der man hier an dieses Thema herangeht - beziehungsweise es geflissentlich ignoriert! Und die Betroffenen kaltblütig ihrem Schicksal überläßt -


    ich habe durch meine Erlebnisse diese Gesellschaft kennengelernt- und ich weiß jetzt - nur ich selbst kann mir helfen! Und das Thema Kastration - interessiert niemanden! Keine einzige Frauenorganisation und keine einzige Menschenrechtsorganisation! Das ist Fakt!


    Alles Gute für Dich!:°(:°(:°(